{"id":344942,"date":"2025-08-14T19:54:18","date_gmt":"2025-08-14T19:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344942\/"},"modified":"2025-08-14T19:54:18","modified_gmt":"2025-08-14T19:54:18","slug":"neuaufstellung-bei-der-bahn-hat-begonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344942\/","title":{"rendered":"Neuaufstellung bei der Bahn hat begonnen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Mit dem vorzeitigen Aus von Bahnchef Richard Lutz ist die Diskussion um die Nachfolge des 61-J\u00e4hrigen und die k\u00fcnftige Strategie f\u00fcr den Schienenkonzern voll entbrannt. \u00abDamit w\u00e4chst der Druck auf den Verkehrsminister enorm\u00bb, sagte der Chef des Interessenverbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege. \u00abEr muss nun innerhalb weniger Wochen die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Bahnstrategie der Regierung vorstellen und den dazu passenden Vorstandsvorsitzenden gleich mit.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Lutz wird die Bahn nur noch solange f\u00fchren, bis ein Nachfolger f\u00fcr ihn gefunden ist. Darauf haben sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Lutz und der Vorsitzende des Bahn-Aufsichtsrats, Werner Gatzer, verst\u00e4ndigt. \u00abDie Suche nach einem neuen Bahnchef, einer neuen Bahnchefin hat mit diesem Augenblick begonnen\u00bb, sagte Schnieder bei einer eilig anberaumten Pressekonferenz in Berlin.<\/p>\n<p>Neue Strategie am 22. September<\/p>\n<p>Der Minister will am 22. September eine neue Strategie f\u00fcr den bundeseigenen Konzern vorstellen. \u00abIdealerweise k\u00f6nnen wir mit der Strategie im September den oder auch die neue Vorstandsvorsitzende pr\u00e4sentieren\u00bb, erg\u00e4nzte Schnieder.<\/p>\n<p>Die Strategie sei in weiten Z\u00fcgen fertig, es seien lediglich noch Detailfragen zu kl\u00e4ren. \u00abDie Lage bei der Bahn ist dramatisch, allein wenn Sie auf die Kundenzufriedenheit, die P\u00fcnktlichkeitswerte oder die Wirtschaftlichkeit schauen\u00bb, sagte Schnieder. Zuerst wollte er die Strategie kl\u00e4ren, dann die Personalfragen.\u00a0<\/p>\n<p>Kritiker des Bahnchefs erhoffen sich nun eine Chance auf einen grundlegenden Kurswechsel beim bundeseigenen Konzern. \u00abLutz hat die angebliche R\u00fcckbesinnung auf die &#8222;Eisenbahn in Deutschland&#8220; intern nie konsequent umgesetzt\u00bb, teilte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Wettbewerberverbands Die G\u00fcterbahnen, Peter Westenberger, mit Blick auf die fr\u00fcheren zahlreichen Auslandsaktivit\u00e4ten der Bahn mit. \u00abEs ist dankenswert, dass er jetzt den Weg freimacht f\u00fcr eine neue Strategie und neue K\u00f6pfe.\u00bb<\/p>\n<p>Nachfolge noch v\u00f6llig offen<\/p>\n<p>Spekulationen \u00fcber potenzielle Lutz-Nachfolger und -Nachfolgerinnen gibt es seit Wochen. Genannt wurde bereits die aktuelle Chefin der Regionalverkehrstochter DB Regio, Evelyn Palla, oder der kurzzeitige Bundesfinanzminister J\u00f6rg Kukies (SPD). Auch der derzeitige Chef der Infrastruktur-Tochter InfraGo, Philipp Nagl, wird immer wieder erw\u00e4hnt.\u00a0<\/p>\n<p>Allerdings herrscht Skepsis dar\u00fcber, ob die tiefgreifenden Probleme beim bundeseigenen Konzern mit einem Wechsel an der Konzernspitze ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Chefwechsel macht nichts besser<\/p>\n<p>\u00abDass DB-Chef Lutz gehen wird, macht nichts besser\u00bb, sagte Gr\u00fcnen-Politiker Matthias Gastel. Es brauche eine st\u00e4rkere Kontrolle und Steuerung durch den Bund &#8211; und mehr Geld. \u00abDie Finanzplanung der schwarz-roten Koalition h\u00e4tte zwangsl\u00e4ufig den Stopp von Aus- und Neubauprojekten zur Folge. Auch die Elektrifizierung und Digitalisierung k\u00e4men nicht voran\u00bb, sagte Gastel. Damit werde erkennbar, dass die Regierung bei der Bahn nichts verbessern m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Unklar ist, wie die bisherige Strategie in der neuen aufgehen wird. \u00abDie Bahn muss p\u00fcnktlich, sicher und sauber sein\u00bb, sagte Schnieder lediglich. \u00abDer Konzern muss schneller, schlanker, schlagkr\u00e4ftiger und auch wirtschaftlicher werden.\u00bb Konkreter wurde er nicht.<\/p>\n<p>Lutz ist seit 1994 im Konzern<\/p>\n<p>Lutz leitet den bundeseigenen Konzern seit Anfang 2017. Davor war er von 2010 bis 2017 Finanzvorstand der DB. Im Konzern arbeitet der 61 Jahre alte Pf\u00e4lzer seit 1994, er kennt das Unternehmen und die Branche besser als viele andere. Das hat ihm jetzt aber nicht mehr geholfen.\u00a0<\/p>\n<p>Unter ihm hatte die Bahn ein umfassendes Sanierungsprogramm gestartet, dass sowohl die marode Infrastruktur, die betriebliche Lage und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Blick nahm. Derzeit laufen in diesem Rahmen die sogenannten Generalsanierungen, mit denen die Bahn mehr als 40 stark befahrene Strecken bis Mitte der 2030er Jahre umfassend modernisieren will.\u00a0<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sorgte zuletzt vor allem die marode und kaputt gefahrene Infrastruktur f\u00fcr gro\u00dfe Probleme. Die P\u00fcnktlichkeit im Fernverkehr st\u00fcrzte von 78,5 Prozent im Jahr 2017 auf 62,5 Prozent im vergangenen Jahr ab. Deutliche Verbesserungen sind bislang nicht in Sicht. Auch wirtschaftlich ist die Bahn in Schieflage &#8211; seit Jahren schreibt der bundeseigene Konzern rote Zahlen.<\/p>\n<p>Neue Bundesregierung will Umbruch<\/p>\n<p>Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag eine Neuaufstellung des Aufsichtsrats und des Bahn-Vorstands angek\u00fcndigt, \u00abmit dem Ziel, mehr Fachkompetenz abzubilden und eine Verschlankung zu erreichen\u00bb. Diese Neuaufstellung hat nun offensichtlich begonnen.<\/p>\n<p>Fahrg\u00e4ste, die sich mit dem Weggang von Lutz eine kurzfristige Verbesserung der betrieblichen Lage erhoffen, d\u00fcrften entt\u00e4uscht werden. Selbst Kritiker des Bahn-Managements r\u00e4umen ein, dass die Probleme tiefgreifender sind und bef\u00fcrworten im Grundsatz den auf mehr als ein Jahrzehnt angelegten Sanierungskurs bei der Infrastruktur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Mit dem vorzeitigen Aus von Bahnchef Richard Lutz ist die Diskussion um die Nachfolge des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":344943,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[1739,3364,29,30,1209,6598,601,4418],"class_list":{"0":"post-344942","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-bahn","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-personalien","14":"tag-verkehr","15":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115028876805819121","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344942","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344942"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344942\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/344943"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344942"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344942"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344942"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}