{"id":345299,"date":"2025-08-14T23:09:12","date_gmt":"2025-08-14T23:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/345299\/"},"modified":"2025-08-14T23:09:12","modified_gmt":"2025-08-14T23:09:12","slug":"ein-stand-fuer-jede-nationalitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/345299\/","title":{"rendered":"Ein Stand f\u00fcr jede Nationalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zu einem Urlaub in s\u00fcdlichen Gefilden geh\u00f6rt fast zwingend der Besuch eines Marktes oder einer Markthalle. Um sich staunend am Lokalkolorit und den heimischen Erzeugnissen zu erfreuen. Doch weshalb in die Ferne schweifen, wenn quasi vor der Haust\u00fcr ein Prachtbau wartet, mit einem Warenangebot, das sich nur schwer \u00fcbertreffen l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ob Tr\u00fcffel aus Italien, Kaviar aus dem Iran, Gefl\u00fcgel aus Frankreich oder Tee aus Indien, ob Pferde- und Bisonfleisch, Austern und Seeteufel, K\u00e4se, Brot- und Backwaren, ob Gew\u00fcrze aus aller Herren L\u00e4nder, Kaffee, Kr\u00e4uter oder Imkereiprodukte; die Spezialit\u00e4ten und Delikatessen sprechen alle Sinne an, die Markthalle ist ein Palast aus Farben, Ger\u00fcchen und Geschmack. Das war in gewisser Weise schon immer so, auch wenn diese Stuttgarter Institution steter Ver\u00e4nderung unterliegt.<\/p>\n<p>Wurstwaren aus ganz Deutschland<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eFr\u00fcher kam hier eher die schw\u00e4bische Hausfrau zum Einkaufen\u201c, sagt Sabine Krause, ihr geh\u00f6rt der Stand \u201eWurstliebe by Gustav Breyer\u201c, den es schon seit mehr als 100 Jahren gibt. Breyer hat damals seine Waren noch drau\u00dfen auf dem Wochenmarkt verkauft, als dann 1914 unweit der Stiftskirche die Markthalle eingeweiht wurde, zog er um. In ein architektonisches Unikat, das l\u00e4ngst unter Denkmalschutz steht. Gebaut nach den Pl\u00e4nen des Architekten Martin Els\u00e4sser, ein Jugendstilbau mit einer Konstruktion aus Stahlbetontr\u00e4gern und einer von einem Glasdach \u00fcberspannten Halle. Au\u00dfen trutzig und elegant zugleich mit Arkaden, Erkern und T\u00fcrmchen, innen luftig, hell und funktional.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755212951_66_7da84e5e-c378-4144-a0d4-060d669fef8a.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Sabine Krause betreibt in der Markthalle Stuttgart den Stand Wurstliebe, den es schon seit mehr als 100 Jahren gibt. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Sabine Krause betreibt in der Markthalle Stuttgart den Stand Wurstliebe, den es schon seit mehr als 100 Jahren gibt.  (Foto: Dirk Grupe)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sabine Krause hat dort Breyers urspr\u00fcngliches Konzept beibehalten, mit Wurstwaren ausschlie\u00dflich aus Deutschland, ob aus Th\u00fcringen, Braunschweig oder dem Allg\u00e4u, von mehr als 20 Lieferanten aus dem ganzen Land. Und auch ihre vielen Stammkunden \u201enehmen weite Wege auf sich, die kommen aus B\u00f6blingen, Esslingen oder sonst woher\u201c, sagt sie. Und sie investieren nicht nur ihre Zeit. \u201eIch k\u00f6nnte meine Ware auch von einem gro\u00dfen Fleischh\u00e4ndler beziehen, das w\u00e4re billiger\u201c, sagt die Inhaberin \u00fcber das Preisniveau. \u201eAber ich habe lieber meine kleinen Lieferanten, bei denen ich wei\u00df, woher das Schwein stammt. Deshalb ist die Markthalle nicht teuer, weil es die Markthalle ist, sondern weil es auch um die Qualit\u00e4t geht.\u201c<\/p>\n<p>Austern und Schampus am Mittag<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unter dem Glasdach treffen sich Menschen verschiedenster Couleur, gerade mittags, wenn sich die Angestellten schnell bei den B\u00e4ckern Baier oder Reimann versorgen, oder beim Italiener ein Panino mit Parmaschinken holen. Andere schl\u00fcrfen Austern und trinken dazu Schampus, an Geld f\u00fcr den Hochgenuss fehlt es vielen Kunden nicht. Auch das war nicht immer so, wie Gastronom Holger Loo\u00df wei\u00df. \u201eFr\u00fcher gab es ausl\u00e4ndische St\u00e4nde und die waren eigentlich f\u00fcr die Gastarbeiter.\u201c Ein T\u00fcrkenstand f\u00fcr die T\u00fcrken, ein Ungarnstand f\u00fcr die Ungarn, ein Jugoslawenstand f\u00fcr die Jugoslawen, und nat\u00fcrlich Kartoffeln, Kopfsalat und Maultaschen f\u00fcr die Deutschen. Loo\u00df hat damals den ersten Gourmetstand er\u00f6ffnet mit italienischen Speisen, eine Bude mit Stehtischen oben auf der Empore. \u201eDie Markth\u00e4ndler haben uns ausgelacht, in vier Wochen seid ihr weg, hie\u00df es, weil es damals vor allem um die Versorgung ging.\u201c<\/p>\n<p>Gastronomische Vielfalt unterm Glasdach<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Mehr als 30 Jahre sp\u00e4ter ist das Restaurant Empore ein Treffpunkt f\u00fcr Genie\u00dfer, auf der Speisekarte stehen Bavette Tutto Mare, Bandnudeln mit Calamari, Sepia, Schrimps und Muscheln, oder Paillard con Finferli, kleine Kalbsschnitzel vom Grill mit Kr\u00e4uterpfifferlingen. Gastronomie ist heute in der Markthalle ein zentrales Thema. Irgendwann hat Loo\u00df auch den Fischh\u00e4ndler \u00fcbernommen und um eine Austern- und Champagnerbar erweitert, sich mit einer spanischen Tapasbar einen Traum erf\u00fcllt. Heute betreibt er zus\u00e4tzlich noch das Marktst\u00fcble. \u201eDas war urspr\u00fcnglich nur eine kleine W\u00e4rmestube f\u00fcr die Marktleute.\u201c Heute hat es 110 Sitzpl\u00e4tze f\u00fcr den \u201eschw\u00e4bischen Feinschmecker\u201c, der Zwiebelrostbraten oder warme Ofenschlupfer mag.<\/p>\n<p>Auch M\u00f6bel und Blumen im Angebot<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Inzwischen wurde die Markthalle, die \u00fcber eine GmbH der Stadt geh\u00f6rt, auch um einen gastronomischen Au\u00dfenbereich, einen Balkon und hohe Fenster an einer Seite erweitert. Und im Obergeschoss bietet Merz &amp; Benzing M\u00f6bel, Blumen und Accessoires an.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Den Wandel wollte oder konnte aber nicht jeder mitmachen, die Zahl der St\u00e4nde liegt heute bei etwas mehr als 30. Allerdings loben die Anbieter nach wie vor das gute Verh\u00e4ltnis untereinander und auch das zum Kunden. \u201eDie Leute kaufen hier bewusster ein und sie bringen Zeit mit\u201c, best\u00e4tigt Sabine Krause. Und Safar aus Persien (Guschee-Feinkost), der Essig, \u00d6le, Datteln und Kaviar verkauft, betont: \u201eDrei Dinge sind wichtig: Qualit\u00e4t, Beratung und Vertrauen. Die menschliche Begegnung ist dabei die h\u00f6chste Stufe.\u201c Ein Dreiklang, mit dem die Markthalle auch die n\u00e4chsten 100 Jahre bestehen kann?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDas Geb\u00e4ude hoffentlich schon. Ob das Konzept weiter so funktioniert, da bin ich gespannt\u201c, sagt Holger Loo\u00df. Was den Gastronomen umtreibt: \u201eIch hoffe, dass sich die Markthalle nicht zu einer Fresshalle wandelt.\u201c Noch sei es so, dass zum Beispiel ein Parmaschinkenh\u00e4ndler sechs verschiedene Sorten anbietet, vom sechs bis sechzig Monate lang gereiften, erkl\u00e4rt Loo\u00df. \u201eWenn sein Hauptgesch\u00e4ft aber darin besteht, Panini zu machen, welchen Schinken wird er wohl als Erstes aus seinem Sortiment nehmen? Nat\u00fcrlich den sechzig Monate alten.\u201c Also das Premiumprodukt. Und das gro\u00dfe Geld w\u00fcrde dann wohl weiterziehen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Weitere Informationen: Markthalle Stuttgart, Dorotheenstra\u00dfe 4, 70173 Stuttgart, \u00d6ffnungszeiten Mo \u2013 Fr 7.30 \u2013 18.30 Uhr, Sa 7.00 \u2013 17.00 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zu einem Urlaub in s\u00fcdlichen Gefilden geh\u00f6rt fast zwingend der Besuch eines Marktes oder einer Markthalle. Um sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343241,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,96011,96013,29,3596,6338,30,3986,45109,96010,11380,1441,21710,631,96012],"class_list":{"0":"post-345299","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-delikatessen","11":"tag-denkmalgeschuetzt","12":"tag-deutschland","13":"tag-feinkost","14":"tag-genuss","15":"tag-germany","16":"tag-handel","17":"tag-jugendstil","18":"tag-markthalle-stuttgart","19":"tag-sommerzeit","20":"tag-stuttgart","21":"tag-touristen","22":"tag-urlaub","23":"tag-warenvielfalt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115029643479142948","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/345299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=345299"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/345299\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=345299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=345299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=345299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}