{"id":345788,"date":"2025-08-15T03:45:14","date_gmt":"2025-08-15T03:45:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/345788\/"},"modified":"2025-08-15T03:45:14","modified_gmt":"2025-08-15T03:45:14","slug":"tagestreff-und-kontaktladen-tako-sucht-groessere-raeumlichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/345788\/","title":{"rendered":"Tagestreff- und Kontaktladen Tako sucht gr\u00f6\u00dfere R\u00e4umlichkeiten"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. Der Tagestreff- und Kontaktladen (Tako) der Stadtmission ist f\u00fcr viele Menschen ein existenzieller Ort. Zu ihnen z\u00e4hlt Alexander B. \u201eWenn es den Tako nicht g\u00e4be, m\u00fcsste ich eine ganze Weile im Monat hungern\u201c, sagt er. Alexander wohne derzeit mit einem Freund zusammen, aber besuche immer mal wieder den Kontaktladen, sobald das Geld knapp wird. \u201eWenn es das nicht geben w\u00fcrde, w\u00fcrde es f\u00fcr Leute in Kiel viel schlechter aussehen\u201c.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dieser Treffpunkt f\u00fcr wohnungslose Menschen sucht nun nach neuen R\u00e4umlichkeiten. \u201eDer Ort ist f\u00fcr diese t\u00e4gliche Masse an Leuten nicht ausreichend\u201c, sagt Sebastian Rehbach von der Stadtmission Kiel. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">T\u00e4glich kommen 80 bis 90 Menschen hierher. Besonders voll sei es mittags, wenn im Durchschnitt 60 Essensportionen ausgegeben werden. Manchmal m\u00fcssten Menschen dann ihr Essen im Stehen oder im Treppenhaus zu sich nehmen. \u201eDurch die Enge entstehen viele Konflikte, die vermeidbar w\u00e4ren.\u201c Auch die sanit\u00e4ren Anlagen seien unzureichend.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">An diesem sonnigen Tag haben sich ungef\u00e4hr 20 Menschen zur Mittagszeit in der Kieler Scha\u00dfstra\u00dfe eingefunden. Heute steht Chili con Carne auf dem Speiseplan. <\/p>\n<blockquote><p>Wir m\u00f6chten wohnungslosen Menschen Tagesstruktur geben und ihren Alltag leichter machen.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Inga Zopp<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 kncpVQ\">Teamleiterin des Tako<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im Tako geht es aber nicht nur die um Verpflegung, es ist auch ein sozialer Begegnungsort. Viele kennen sich hier. Man gr\u00fc\u00dft und verabschiedet sich. Ein paar M\u00e4nner sprechen \u00fcber Till Schweiger und Michael Bully Herbig. Im Hintergrund l\u00e4uft Pop-Musik.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eWir m\u00f6chten wohnungslosen Menschen Tagesstruktur geben und ihren Alltag leichter machen\u201c, erkl\u00e4rt die Teamleiterin des Tako, Inga Zopp. \u201eDas hier soll ein sicherer Ort f\u00fcr unsere Klientinnen und Klienten sein\u201c, sagt die 37-J\u00e4hrige. \u201eWir sind der Ansprechpartner f\u00fcr Menschen, die sonst keine Ansprechpartner haben\u201c.<\/p>\n<p>Tagestreff- und Kontaktladen in Kiel ist jeden Tag ge\u00f6ffnet<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Finanziert wird das Projekt von der Stadt Kiel, dem Land Schleswig-Holstein und <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/spenden\/\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/spenden\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/spenden\/\">durch Spenden<\/a>. Kliniken und B\u00e4ckereien unterst\u00fctzen den Tagestreff, aber auch Privatpersonen. Der Tako ist das ganze Jahr ge\u00f6ffnet. Jeden Tag k\u00f6nnen sich wohnungslose Menschen hier waschen und mit Nahrung versorgen. Der Tako bietet kosteng\u00fcnstig Fr\u00fchst\u00fcck und Mittagessen an. Menschen mit einer Essensmarke von der St. Nikolai Kirche speisen sogar kostenlos. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zudem k\u00f6nnen Wohnungslose hier f\u00fcr 1,50 Euro ihre Klamotten waschen und trocknen. Ein Aufenthaltsraum bietet Schlafm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Menschen, die \u201ePlatte machen\u201c, also auf der Stra\u00dfe \u00fcbernachten. \u201eDas wird gut angenommen\u201c, sagt Zopp. \u201eDie Sofas sind immer voll.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Leider bieten die 200 Quadratmeter in der Scha\u00dfstra\u00dfe nicht mehr genug Platz und sie sind nicht barrierefrei. Die Stadtmission sucht deshalb nach R\u00e4umlichkeiten von 300 bis 400 Quadratmetern in Innenstadtlage, auf denen sich eine kleine K\u00fcche, ein gr\u00f6\u00dferer sanit\u00e4rer Bereich, B\u00fcros und Aufenthaltsr\u00e4ume unterbringen lie\u00dfen. \u201eWer passende R\u00e4umlichkeiten kennt, kann sich gerne bei mir melden\u201c, sagt Rehbach. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Steven (am Tisch mit Handy) im Tagestreff- und Kontaktladen (Tako) in der Scha\u00dfstra\u00dfe in Kiel.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/EQRZMYWHBBEPXPIKYEK5IJOWAU.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Steven (am Tisch mit Handy) im Tagestreff- und Kontaktladen (Tako) in der Scha\u00dfstra\u00dfe in Kiel.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Frank Peter<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im Tako wird w\u00f6chentlich eine medizinische Sprechstunde angeboten. \u201eIch habe das Gef\u00fchl hier sehr hilfreich sein zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Hanna Stelzer. Sie ist Assistenz\u00e4rztin in der Gemeinschaftspraxis Ehrhardt-Moikow in Altenholz. W\u00e4hrend ihrer Ausbildung \u00fcbernimmt sie regelm\u00e4\u00dfig die Sprechstunde im Tako. Hier habe sie h\u00e4ufiger mit Suchterkrankungen und infizierten Wunden zu tun. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eIch lerne hier viel, weil ich Dinge sehe, die in einer normalen Haushaltspraxis seltener zu sehen sind\u201c, sagt die 30-J\u00e4hrige. Kliniken und Privatpersonen erm\u00f6glichen diese kostenlose Sprechstunde durch das Spenden von rezeptfreien Medikamenten und Verbandsmaterialien.<\/p>\n<p>Was die Mitarbeiter im Tako in Kiel erleben<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ulrich Petri steht regelm\u00e4\u00dfig am Tresen und verteilt hier Essen. Der 65-J\u00e4hrige ist seit der Gr\u00fcndung des Kontaktladens im Jahre 2001 aktiv. Damals verschmolzen die Tageswohnung und der Tagestreff zu dieser neuen Einrichtung. In dieser langen Zeit habe er zahlreiche Leidensgeschichten geh\u00f6rt und viele Todesf\u00e4lle erlebt. In den knapp 25 Jahren seien rund 100 seiner Kunden gestorben \u2013 die meisten von ihnen durch Suchterkrankungen. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eIch habe mich mit einem 22-j\u00e4hrigen einen Tag vor seinem Tod noch unterhalten\u201d, sagt er. \u201eAm andern Tag erfuhr ich, dass er an seinem eigenen Erbrochenen erstickt ist.\u201c Auch gewaltsame Auseinandersetzungen habe er gesehen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im November geht Petri in den Ruhestand. Trotz der tragischen Momente blickt er positiv auf seine Zeit hier zur\u00fcck: \u201eIm Allgemeinen hat es Spa\u00df gemacht. Es ist sch\u00f6n, sich mit Menschen zu unterhalten und ihnen zu helfen.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Klaus H. besucht seit April den Tako. Der ehemalige Selbst\u00e4ndige habe sein Gesch\u00e4ft schlie\u00dfen m\u00fcssen. Derzeit <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/obdachlose\/\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/obdachlose\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/obdachlose\/\">wohne er in dem Shelter-Containerdorf<\/a> in Kiel. \u201eDer Tako ist ein wichtiger Ort der Zusammenkunft f\u00fcr Menschen, die gar nichts haben\u201c, sagt er. Seine Unterkunft muss er morgens um zehn Uhr verlassen und kann erst um 17 Uhr zur\u00fcck. Daher ist er beinah t\u00e4glich hier. Die Mitarbeiter seien freundlich. \u201eEs gibt gen\u00fcgend hier, mit denen man sich vern\u00fcnftig unterhalten kann\u201c.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im Tako trifft man nicht nur auf wohnungslose Menschen. Auch Personen, die mit wenig Geld auskommen m\u00fcssen, kommen her. \u201eDas ist meine Sozialstation\u201c, sagt Katharina Beier. \u201eMan hat einen Anlaufpunkt und das gibt einem Struktur\u201c. Seit elf Jahren besucht die Hempels-Verk\u00e4uferin den Tako. Beier wohnt am Hiroshimapark, fr\u00fchst\u00fcckt aber h\u00e4ufig hier. \u00dcber den Laden spricht sie in den h\u00f6chsten T\u00f6nen: \u201eDie Stadtmission macht viel f\u00fcr uns.\u201c<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. Der Tagestreff- und Kontaktladen (Tako) der Stadtmission ist f\u00fcr viele Menschen ein existenzieller Ort. 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