{"id":345981,"date":"2025-08-15T05:35:12","date_gmt":"2025-08-15T05:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/345981\/"},"modified":"2025-08-15T05:35:12","modified_gmt":"2025-08-15T05:35:12","slug":"ocean-race-europe-was-waere-wenn-ein-foil-bricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/345981\/","title":{"rendered":"Ocean Race Europe: Was w\u00e4re wenn &#8211; ein Foil bricht?"},"content":{"rendered":"<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.yacht.de\/regatta\/the-ocean-race\/ocean-race-europe-update-die-startkollision-wer-hat-schuld\/\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Es war knapp<\/a>. Das Luv-Foil von Holcim PRB, hoch in die Luft ragend, schlitzte die Genua von Allagrande Mapei Racing auf, deren Leefoil wurde vermutlich nur nicht besch\u00e4digt, weil der Kiel von Holcim PRC in der Mitte oder sogar in Lee stand. Bei einer Ber\u00fchrung w\u00e4re dieser Foil wohl gebrochen. Das h\u00e4tte leicht das Aus bedeuten k\u00f6nnen. Denn zum einen dauert das Anfertigen eines Foilpaares wegen der aufw\u00e4ndigen Fertigungsweise bis zu einem Dreivierteljahr. Bis zu 300 Kohlefaserschichten werden daf\u00fcr \u00fcbereinander gelegt, laminiert und verdichtet. Alle drei Lagen muss das Bauteil getempert werden. Au\u00dferdem schlagen die Kosten mit 700.000 bis 800.000 Euro zu Buche. Und man kann sich nicht mal eben ein Ersatzfoil von einem anderen Team borgen. Aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>Foils sind selten kompatibel<\/p>\n<p class=\"\">Das Foil des einen Teams passt selten in den Rumpf eines anderen Bootes. Die Auslegung des Einzieh- und Neigemechanismus, die Fl\u00fcgel k\u00f6nnen bis zu f\u00fcnf Grad im Anstellwinkel variiert werden, ist von Designer zu Designer unterschiedlich und variiert auch nach dem Alter der Boote. Ein Ersatzfoil w\u00e4re nur von einem echten Schwesterschioff m\u00f6glich, doch auch dann m\u00fcsste es erst bei diesem ausgebaut, transportiert und neu eingebaut werden. Das w\u00fcrde viel Zeit und Geld verschlingen.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Foils sind verboten<\/p>\n<p class=\"\">Selbst wenn das Foil eines anderen Teams passen sollte, muss es dem anderen eingesetzten Foil gleichen. Fl\u00fcgel mit unterschiedlichen Eigenschaften, wie Profil, Spannweite oder Eintauchtiefe, sind verboten. Dieses Verbot hat unterschiedliche Gr\u00fcnde. Es w\u00e4re einfacher, schnellere Technologiefortschritte zu erzielen, wenn man etwa im Training, mit zwei unterschiedlichen Foils fahren d\u00fcrfte. Dann lie\u00dfen sich die Performance-Werte des Bootes bei denselben Bedingungen mit jeweils einem anderen Foil direkt vergleichen und die Designer w\u00fcssten sofort, welches Foil besser performt. <\/p>\n<p class=\"\">Wenn dagegen immer nur gleiche Foils eingesetzt werden, k\u00f6nnen zwar auch Performance-Daten erhoben und mit anderen Sessions, bei denen andere Foils eingesetzt werden, verglichen werden. Nur sind die Bedingungen beim Segeln nie gleich und bei dieser Methode muss mehr interpoliert werden, was die Ergebnisse immer verf\u00e4lscht. <\/p>\n<p>Verschiedene Foils w\u00e4ren sinnvoll<\/p>\n<p class=\"\">Ein weiterer Aspekt f\u00fcr das Verbot unterschiedlicher Foils ist, die Chancengleichheit zu wahren. So k\u00f6nnten besser finanzierte Teams spezielle Foils f\u00fcr definierte Kurse bauen. Dann k\u00f6nnte etwa f\u00fcr lange Raumwindpassagen im Southern Ocean auf der einen Seite ein spezielles Raumwindfoil eingebaut werden, auf der anderen ein Amwindfoil f\u00fcr den Teil, wenn es nach dem Kap Hoorn wieder nach Norden geht.<\/p>\n<p class=\"\">Beide Verbote haben letztlich das Ziel, die Kosten f\u00fcr einen Imoca nicht weiter explodieren zu lassen und auch \u00e4ltere Boote konkurrenzf\u00e4hig zu halten.<\/p>\n<p>Das Foil-Handling ist entscheidend<\/p>\n<p class=\"\">Ebenso wichtig wie das richtige Foil ist dessen richtiger Einsatz. Das demonstrierte Paul Meilhat mit \u201cBiotherm\u201d direkt nach dem Start eindrucksvoll. Das Team segelte seinen Imoca im kompletten Foilmodus, der Rumpf ber\u00fchrte das Wasser nicht, oder nur sehr geringf\u00fcgig ganz achtern. Das schien lange unm\u00f6glich, da so genannte Elevatoren verboten sind. Dabei handelt es sich um T-Ruder, normale Ruderbl\u00e4tter, die aber \u00fcber einen verstellbaren Querfl\u00fcgel an der Spitze verf\u00fcgen. Dieser w\u00fcrde das Heck aus dem Wasser haben. Solche Ruder werden beim America\u2019s Cup, SailGP oder in der Moth-Klasse eingesetzt. Eigentlich \u00fcberall dort, wo gefoilt wird. Nur nicht bei den Imocas.<\/p>\n<p class=\"\">Das verbietet eine Klassenregel und hat wieder den Hintergrund, Kosten im Zaum und \u00e4ltere Boote konkurrenzf\u00e4hig zu halten. Eigentlich liegen die Imocas deswegen auch im Foilmodus immer mit dem Heck noch leicht im Wasser. Dass es dem \u201cBiotherm\u201d-Team dennoch gelungen ist, einen 100-Prozent-Flugmodus zu halten, war eine Meisterleistung. Dazu brauchte es relativ ruhiges Wasser, aber vor allem perfekt eingestellte Foils und Segel. Das Boot befand sich so in einer austarierten Waage, deren Achse das Leefoil im Zusammenspiel mit der Kielfinne bildete. Ein \u00e4u\u00dferst filigranes Gebilde, das jedoch mit dem Enteilen des Bootes vor der Konkurrenz zeigte, welches Potenzial noch in den Booten steckt.<\/p>\n<p class=\"\">Ob k\u00fcnftig Elevatoren freigegeben werden, welche noch einmal einen deutlichen Leistungssprung bedeuten w\u00fcrden, ist jedoch ungewiss. Neben den erw\u00e4hnten Kosten- und Fairnessaspekten kommt bei der Erw\u00e4gung auch die Sicherheit noch deutlicher ins Spiel. Denn ein dauerhaft fliegendes Boot k\u00f6nnte so schnell werden, dass die Folgen, wenn es in eine schwere See kracht, weder berechenbar noch abzusch\u00e4tzen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Warum es unterschiedliche Foils gibt<\/p>\n<p class=\"\">Die Unterschiede der Profilformen sind noch immer gro\u00df, was am Alter und Entwicklungszeitpunkt einer Tragfl\u00e4che, aber auch an unterschiedlichen Philosophien der Designer liegt. So gibt es Foils, die tiefer im Wasser liegen und die Boote schon fr\u00fch ziemlich hoch aus dem Wasser pressen. Zum einen sind diese Profile weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Ventilation, weil sie weniger Luft ziehen. Zum anderen ist ein Foil dadurch besser vor Kolli\u00adsionen mit Treibgut an der Wasseroberfl\u00e4che gesch\u00fctzt. Andere, schmalere und zugleich ausladendere Foils, die dichter unter der Wasseroberfl\u00e4che liegen, k\u00f6nnen dagegen weniger Widerstand erzeugen. <\/p>\n<p class=\"\">Viele Top-Teams haben f\u00fcr ihre aktuelle Kampagne mindestens zwei Foil-Versionen entwickelt, manche, wie Mitfavorit J\u00e9r\u00e9mie Beyou von &#8222;Charal&#8220;, sogar noch eine dritte. Das war teils n\u00f6tig, weil die Profile einen weiteren technologischen Sprung gemacht haben. Erstmals sind sie bei dieser Vend\u00e9e auch in der L\u00e4ngsachse um f\u00fcnf Grad verstellbar. Das hei\u00dft, sie k\u00f6nnen im Winkel, in dem sie sich ins Wasser pressen, angestellt werden \u2013 \u00e4hnlich einer Landeklappe beim Flugzeug. Das war 2016 noch verboten.<\/p>\n<p class=\"\">Die Effekte der Entwicklung sind enorm, wie sie<a href=\"https:\/\/www.yacht.de\/regatta\/the-ocean-race\/ocean-race-europe-50-prozent-steigerung-alles-ueber-die-imoca-klasse\/\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"> in diesem Spezialartikel<\/a> lesen k\u00f6nnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war knapp. Das Luv-Foil von Holcim PRB, hoch in die Luft ragend, schlitzte die Genua von Allagrande&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":345982,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-345981","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115031161483483681","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/345981","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=345981"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/345981\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/345982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=345981"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=345981"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=345981"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}