{"id":346359,"date":"2025-08-15T09:04:15","date_gmt":"2025-08-15T09:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346359\/"},"modified":"2025-08-15T09:04:15","modified_gmt":"2025-08-15T09:04:15","slug":"einblicke-in-riechstoerungen-bei-alzheimer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346359\/","title":{"rendered":"Einblicke in Riechst\u00f6rungen bei Alzheimer"},"content":{"rendered":"<p>    <a href=\"http:\/\/www.dzne.de\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"EmbeddedImage\" style=\"max-height:200px; max-width: 200px;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/institutionlogo36541\" border=\"0\" alt=\"institution logo\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"LinkedIn\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&amp;url=http:\/\/www.idw-online.de\/-DRLfAA','Share on LinkedIn', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/bluesky_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"Twitter\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/twitter.com\/share?url=http:\/\/www.idw-online.de\/-DRLfAA&amp;text=Einblicke+in+Riechst%C3%B6rungen+bei+Alzheimer','Share on Twitter', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/x_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"Bluesky\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=Einblicke+in+Riechst%C3%B6rungen+bei+Alzheimer%20http:\/\/www.idw-online.de\/-DRLfAA','Share on Bluesky', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/bluesky_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>\n            Teilen:\u00a0\n        <\/p>\n<p>    15.08.2025 11:00<\/p>\n<p>    Einblicke in Riechst\u00f6rungen bei Alzheimer <\/p>\n<p>\n    Ein nachlassender Geruchssinn kann eines der fr\u00fchesten Anzeichen f\u00fcr eine Alzheimer-Erkrankung sein, noch bevor kognitive Beeintr\u00e4chtigungen auftreten. Untersuchungen von Forschenden des DZNE und der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen (LMU) geben neue Einblicke in dieses Ph\u00e4nomen. Demnach spielt die Immunantwort des Gehirns eine wichtige Rolle, da sie offenbar Nervenfasern angreift, die f\u00fcr die Geruchswahrnehmung von Bedeutung sind.<\/p>\n<p>\n    Die im Fachjournal \u201eNature Communications\u201c ver\u00f6ffentlichte Studie beruht auf Beobachtungen an M\u00e4usen und Menschen, darunter Analysen von Hirngewebe und sogenannte PET-Scans. Diese Erkenntnisse k\u00f6nnten helfen, Methoden zur Fr\u00fcherkennung und damit zur fr\u00fchzeitigen Behandlung zu entwickeln.<\/p>\n<p>Diese Riechst\u00f6rungen entstehen nach Einsch\u00e4tzung der Forschenden dadurch, dass Immunzellen des Gehirns, sogenannte Mikroglia, Verbindungen zwischen zwei Hirnregionen \u2013 dem Riechkolben und dem \u201eLocus Coeruleus\u201c \u2013 entfernen. Der Riechkolben liegt im Vorderhirn und analysiert sensorische Informationen der Geruchsrezeptoren in der Nase. Der Locus Coeruleus, eine Region im Hirnstamm, beeinflusst diese Verarbeitungsprozesse mittels langer Nervenfasern, die ausgehend von Nervenzellen im Locus Coeruleus bis zum Riechkolben reichen. \u201eDer Locus Coeruleus reguliert eine Vielzahl physiologischer Mechanismen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem die Durchblutung des Gehirns, Schlaf-Wach-Rhythmen und sensorische Verarbeitung. Letzteres gilt insbesondere auch f\u00fcr den Geruchssinn\u201c, sagt Dr. Lars Paeger, Wissenschaftler am DZNE und an der LMU. \u201eUnsere Studie deutet darauf hin, dass in der fr\u00fchen Phase einer Alzheimer-Erkrankung Ver\u00e4nderungen an den Nervenfasern auftreten, die den Locus Coeruleus mit dem Riechkolben verbinden. Diese Ver\u00e4nderungen signalisieren den Mikroglia, dass die betroffenen Fasern defekt oder \u00fcberfl\u00fcssig sind. Infolgedessen werden sie von den Mikroglia abgebaut.\u201c<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen in der Membran<\/p>\n<p>Konkret fand das Team um Dr. Lars Paeger und Prof. Dr. Jochen Herms, mitverantwortlicher Autor der aktuellen Ver\u00f6ffentlichung, Hinweise auf eine ver\u00e4nderte Zusammensetzung der Membranen der betroffenen Nervenfasern. So war die Fetts\u00e4ure Phosphatidylserin, die normalerweise auf der Innenseite der Membran von Nervenzellen vorkommt, nach au\u00dfen gewandert. \u201eDas Vorhandensein von Phosphatidylserin auf der \u00e4u\u00dferen Seite der Zellmembran ist als \u201aFress-mich-Signal\u2018 f\u00fcr Mikroglia bekannt. Im Riechkolben geht dies in der Regel mit einem Prozess einher, der als synaptisches Pruning bezeichnet wird. Dieser dient dazu, nicht ben\u00f6tigte oder aber dysfunktionale neuronale Verbindungen zu entfernen\u201c, erkl\u00e4rt Paeger. \u201eIn unserem Fall gehen wir davon aus, dass die \u00c4nderung in der Membran-Zusammensetzung durch Hyperaktivit\u00e4t der betroffenen Nervenzellen aufgrund der Alzheimer-Erkrankung ausgel\u00f6st wird. Das bedeutet, dass diese Zellen auf abnorme Weise feuern, also Signale aussenden.\u201c<\/p>\n<p>Umfangreiche Daten<\/p>\n<p>Die Ergebnisse von Paeger und seinen Kolleginnen und Kollegen beruhen auf einer Vielzahl von Beobachtungen. Dazu z\u00e4hlen Studien an M\u00e4usen mit Merkmalen der Alzheimer-Erkrankung, die Analyse von Hirnproben Verstorbener mit Alzheimer sowie Untersuchungen des Gehirns von Personen mit Alzheimer oder leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET). \u201eGeruchsst\u00f6rungen bei Alzheimer und Sch\u00e4digungen der zugeh\u00f6rigen Nerven sind schon l\u00e4nger in der Diskussion. Doch die Ursachen waren bisher unklar. Unsere Ergebnisse deuten nun auf einen immunologischen Mechanismus als Ausl\u00f6ser hin \u2013 und insbesondere, dass diese Vorg\u00e4nge bereits im Fr\u00fchstadium der Alzheimer-Krankheit einsetzen\u201c, sagt Jochen Herms, Forschungsgruppenleiter am DZNE und an der LMU sowie Mitglied des M\u00fcnchner Exzellenzclusters \u201eSyNergy\u201c.<\/p>\n<p>Perspektiven f\u00fcr eine fr\u00fchzeitige Diagnose<\/p>\n<p>Seit kurzem gibt es gegen Alzheimer sogenannte Amyloid-beta-Antik\u00f6rper. Um wirksam zu sein, muss diese neuartige Therapie im fr\u00fchen Krankheitsstadium angewandt werden \u2013 genau daf\u00fcr k\u00f6nnten die aktuellen Forschungsergebnisse von Bedeutung sein. \u201eUnsere Befunde k\u00f6nnten den Weg bereiten, Patienten, die einen Morbus Alzheimer entwickeln, fr\u00fchzeitig zu identifizieren, um diese dann aufwendiger Diagnostik zuzuf\u00fchren und die Diagnose zu sichern, noch bevor kognitive Probleme auftreten. Das k\u00f6nnte eine fr\u00fchzeitigere Intervention mit Amyloid-beta-Antik\u00f6rpern erm\u00f6glichen \u2013 mit entsprechend h\u00f6herer Ansprechwahrscheinlichkeit\u201c, sagt Herms.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>\u00dcber das Deutsche Zentrum f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE): Das DZNE ist eines der weltweit f\u00fchrenden Forschungszentren f\u00fcr neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und ALS, die mit Demenz, Bewegungsst\u00f6rungen und anderen schwerwiegenden Beeintr\u00e4chtigungen der Gesundheit einhergehen. Diese Erkrankungen bedeuten enorme Belastungen f\u00fcr Betroffene und ihre Angeh\u00f6rigen, aber auch f\u00fcr die Gesellschaft und Gesundheits\u00f6konomie. Das DZNE tr\u00e4gt ma\u00dfgeblich zur Entwicklung neuer Strategien der Pr\u00e4vention, Diagnose, Versorgung, Behandlung und Pflege bei \u2013 und zu deren \u00dcberf\u00fchrung in die Praxis. Es hat bundesweit zehn Standorte und kooperiert mit Universit\u00e4ten, Universit\u00e4tskliniken und anderen Institutionen im In- und Ausland. Das DZNE wird staatlich gef\u00f6rdert, es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. <a href=\"https:\/\/www.dzne.de\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.dzne.de<\/a>\n    <\/p>\n<p>    Originalpublikation:<\/p>\n<p>Early Locus Coeruleus noradrenergic axon loss drives olfactory dysfunction in Alzheimer\u2019s disease, Nature Communications (2025), Carolin Meyer et al., DOI (URL): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-025-62500-8\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-025-62500-8<\/a><\/p>\n<p>    Weitere Informationen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dzne.de\/en\/news\/press-releases\/press\/insights-into-smelling-problems-associated-with-alzheimers\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.dzne.de\/en\/news\/press-releases\/press\/insights-into-smelling-problems&#8230;<\/a> Englische Fassung dieser Pressemitteilung<\/p>\n<p><b>Bilder<\/b><\/p>\n<p>\n    <strong>Merkmale dieser Pressemitteilung: <br \/><\/strong><br \/>\n     Journalisten, Wissenschaftler<br \/>Biologie, Medizin<br \/>\u00fcberregional<br \/>Forschungsergebnisse<br \/>Deutsch\n    <\/p>\n<p>    \u00a0<\/p>\n<dl class=\"sub-nav green maincontent\">\n<dd class=\"active\">\n    <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/javascript:history.back()\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur\u00fcck<\/a>\n    <\/dd>\n<\/dl>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/loading.gif\" width=\"128\" height=\"128\"\/><\/p>\n<p>    <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Teilen:\u00a0 15.08.2025 11:00 Einblicke in Riechst\u00f6rungen bei Alzheimer Ein nachlassender Geruchssinn kann eines der fr\u00fchesten Anzeichen f\u00fcr eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":346360,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-346359","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115031983953399521","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/346359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=346359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/346359\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/346360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=346359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=346359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=346359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}