{"id":346557,"date":"2025-08-15T10:54:18","date_gmt":"2025-08-15T10:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346557\/"},"modified":"2025-08-15T10:54:18","modified_gmt":"2025-08-15T10:54:18","slug":"ukraine-krieg-wenn-soeldner-aus-kolumbien-gegen-russland-kaempfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346557\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Wenn S\u00f6ldner aus Kolumbien gegen Russland k\u00e4mpfen"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Einer der M\u00e4nner tr\u00e4gt den Flicken falsch herum auf seiner Uniform. Oben gelb, unten blau. Doch sein ukrainischer Kamerad r\u00fcckt das schnell wieder gerade. Oben das Blau des Himmels, darunter das Gelb des Weizens. So ist es richtig. Dass die Symbolik noch etwas \u00dcbung braucht, ist kein Wunder. Vor einigen Wochen lebte der Rekrut noch am anderen Ende der Welt. Die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"acb898af5ea66a22c43878bf8691be74ce4ecd86\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ukraine\" title=\"Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> kannte er nur aus Geschichten und den Videos auf seinem Smartphonebildschirm.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Er ist einer der vielen Kolumbianer, die aufseiten der ukrainischen Armee ge\u00adgen Russland k\u00e4mpfen. Mit einer Handvoll Kameraden sitzt er in einer Art Kantine im umk\u00e4mpften Norden des Gebiets Charkiws. Auch die K\u00fcchenfrauen sind Kolumbianerinnen. Zu Mittag gibt es ein Reisgericht mit H\u00fchnchen aus der Heimat. Die Soldaten dienen in der \u201eGuajiro\u201c-Einheit der 13. Chartija-Brigade. La Guajira ist eine Provinz in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"08ab18974b86f9804a5337d73b48d76d6a03f86b\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/kolumbien\" title=\"Kolumbien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kolumbien<\/a>. Der Name geht auf die Herkunft des ersten get\u00f6teten Kolumbianers in dieser Brigade zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Vereinbarung mit der Familie daheim<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Am Vormittag haben die Rekruten im Wald ein paar Grundlagen gelernt. Wie man das Sturmgewehr UAR-15, eine ukrainische Version eines amerikanischen Gewehrs, auseinanderschraubt. Dazu taktische erste Hilfe, Bewegungsabl\u00e4ufe bei feindlichem Beschuss. Die Lehrstunden sind auch auf Spanisch, kaum einer der M\u00e4nner spricht ein Wort Englisch. Geschweige denn Ukrainisch.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Der Krieg als Broterwerb: Kolumbianische K\u00e4mpfer der 13. Chartija-Brigade in ihrem Wohnhaus nahe Charkiw\" height=\"1999\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/der-krieg-als-broterwerb.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Der Krieg als Broterwerb: Kolumbianische K\u00e4mpfer der 13. Chartija-Brigade in ihrem Wohnhaus nahe CharkiwDaniel Pilar<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Ausbilder ist einer von ihnen. Der kleine Mann mit breitem L\u00e4cheln hei\u00dft Mai. Seit rund einem Jahr lebt er in der Ukraine. Hier hat er den ersten Schnee seines Lebens gesehen. Der Mann kommt aus der Hauptstadt Bogota. Fr\u00fcher war er Soldat in der kolumbianischen Armee. \u00dcber den Krieg in der Ukraine hat er im Internet erfahren, Jobsuche eben. Mai war in der Ukraine erst Teil eines Sturmtrupps, der feindliche Gr\u00e4ben einnimmt. Dort wurde er zum Unteroffizier bef\u00f6rdert \u2013 und schlie\u00dflich zum Ausbilder. Seine Vereinbarung mit der Familie daheim ist klar: Drei Jahre Krieg, dann will er wieder zur\u00fcck sein. Mit dem n\u00f6tigen Geld auch f\u00fcr die Bildung der Kinder. Heimatbesuche sind nicht geplant. Seine Frau und die Kinder sieht er nur einmal am Tag \u2013 im Videotelefonat. Sie sprechen immer gegen Mittag, dann ist es in Kolumbien fr\u00fch morgens \u2013 und die Kinder sind noch nicht zur Schule losgegangen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch Mai spricht weder Englisch noch Ukrainisch. Mit den ukrainischen Aus\u00adbilderkollegen unterh\u00e4lt er sich auf Spanisch. Im Land f\u00fchlt er sich wohl. \u201eManchmal, wenn man in Uniform un\u00adterwegs ist, sprechen einen Leute auf der Stra\u00dfe an und bekunden ihren Respekt\u201c, erz\u00e4hlt er. Seine Reise an die Front war ein gro\u00dfes Wagnis. Er war sich nicht sicher, ob die Armee ihn aufnehmen w\u00fcrde. Monatelang hatte er f\u00fcr die Flug\u00adtickets gespart, die ihn \u00fcber Spanien und Polen in die Ukraine brachten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Verantwortlichen der Brigade sagen, sie seien sich des Problems mit der Finanzierung bewusst. Sie arbeiten daran, den Rekruten die M\u00f6glichkeit zu geben, die Anreise mit ihren ersten Monatsgeh\u00e4ltern abzuzahlen. Gerade aber sei das nicht m\u00f6glich. Wenn nicht doch mal wieder einer von ihnen aus eigener Tasche etwas vorstreckt.<\/p>\n<p>Niemand kann sie zum Bleiben zwingen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Da die Chartija-Brigade zur ukrainischen Nationalgarde geh\u00f6rt, bekommen sie keine Mobilisierten ab. Sie mussten sich nach M\u00f6glichkeiten der freiwilligen Rekrutierung umsehen \u2013 und sind so auf Ausl\u00e4nder gekommen. Sie unterteilen sie hier in zwei Gruppen: Neben den Guajiros gibt es noch \u201edie Demokraten\u201c. Das meint Freiwillige aus westlichen L\u00e4ndern. Bei denen gibt es keine Finanzierungsprobleme bei der Anreise. Sie kommen meist auch nicht wegen des Geldes, sondern aus \u00dcberzeugung. Und sie machen Probleme: durch Nachfragen, Beschwerden, Gegenvorschl\u00e4ge. Demokratisch eben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Dokumentieren mit dem Smartphone: Ausbilder Mai w\u00e4hrend eines Trainings mit dem Schnellfeuergewehr\" height=\"1999\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dokumentieren-mit-dem.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Dokumentieren mit dem Smartphone: Ausbilder Mai w\u00e4hrend eines Trainings mit dem SchnellfeuergewehrDaniel Pilar<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Den Verantwortlichen macht das viel Arbeit. Im Krieg aber braucht es Effizienz \u2013 und eine klare Befehlsstruktur. Anders als die ukrainischen K\u00e4mpfer haben die Ausl\u00e4nder eine Wahl. Niemand kann sie zum Bleiben zwingen. Deshalb verlassen manche nach kurzer Zeit ihre Einheiten \u2013 oder gleich das Land. Vor allem die Demokraten, denen ihr Leben besonders teuer erscheint.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Guajiros bleiben der Brigade meist treu \u2013 sie gelten als folgsam und weniger diskussionsfreudig. Genaue Zahlen sind geheim, man geht aber davon aus, dass rund 40 Prozent der ausl\u00e4ndischen K\u00e4mpfer in der ukrainischen Armee spanische Muttersprachler sind. Fast alle davon kommen aus S\u00fcdamerika, die meisten aus Kolumbien, es gibt aber auch viele Brasilianer. In der westlichen Medien\u00adberichterstattung spielen sie trotzdem h\u00f6chstens eine Nebenrolle. Dort werden in der Regel freiwillige \u201eKriegshelden\u201c aus den eigenen L\u00e4ndern begleitet. In russischen Telegramkan\u00e4len, in denen ausl\u00e4ndische K\u00e4mpfer f\u00fcr die Ukrainer blo\u00dfgestellt werden, sind die S\u00fcdame\u00adrikaner dagegen gro\u00dfes Thema. Die Russen verbreiten pers\u00f6nliche Daten und Fotos aus sozialen Medien. Das soll einsch\u00fcchtern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr die Brigade bringt die Arbeit mit den internationalen Teams nicht nur Vorteile. Die Arbeit im Stab beschreiben sie als chaotisch. Positionen werden in der Regel mit Personen mit der gleichen Muttersprache besetzt. In der Zentrale aber \u2013 wo alle Informationen zusammenlaufen \u2013 kommen dann zeitgleich ukrainische, russische, spanische und englische Funkspr\u00fcche an. Noch dazu abgehackt und rauschig. Die \u00dcbersetzer haben alle H\u00e4nde voll zu tun. Besonders die Armee-B\u00fcrokratie macht viel Arbeit. Die Kolumbianer k\u00f6nnen kein Dokument selbst lesen, sie kennen in der Regel ja nicht einmal die Bedeutung der kyrillischen Buchstaben. Die Kolumbianer sind keine klassischen S\u00f6ldner, die f\u00fcr eine Firma t\u00e4tig sind. Sie werden als regul\u00e4re Soldaten in die Armee eingegliedert. Ihr Sold unterscheidet sich nicht von dem Gehalt ukrainischer Armeeangeh\u00f6riger.<\/p>\n<p>K\u00e4mpfen, um daheim ein Haus zu bauen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Aus kolumbianischer Sicht aber sind die etwa 3000 Euro pro Monat viel Geld. An der Front bekommen sie Verpflegung und Unterkunft, m\u00fcssen also kaum etwas davon ausgeben. Die meisten holen sich bei der Er\u00f6ffnung des Bankkontos direkt mehrere Karten, erz\u00e4hlen sie hier. Eine davon behalten sie, die anderen schicken sie mit der Post nach Hause. Die Verwandten k\u00f6nnen dann schon w\u00e4hrend der Abwesenheit auf das Geld zugreifen. Viele K\u00e4mpfer sehen ihren Einsatz hier als eine Art Auslandsjahr. Sie sparen f\u00fcr ein konkretes Ziel wie ein neues Haus. Oder ein Auto, um ins Taxigewerbe einzusteigen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Bei der Rekrutierung setzen sie bei Chartija auf Mund\u00adpropaganda. Der eine erz\u00e4hlt es dem n\u00e4chsten, hilft im besten Fall noch bei der Organisation der Anreise. Zudem verbreiten sie Werbefotos in entsprechenden Whatsapp-Gruppen. Die Internetseite der Brigade l\u00e4sst sich nicht nur auf Ukrainisch und Englisch, sondern auch auf Spanisch anzeigen. Ein Rekrutierer erz\u00e4hlt, andere Brigaden seien da noch besser aufgestellt. Sie h\u00e4tten auch Rekrutierer in Kolumbien \u2013 und Plakatkampagnen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In der Regel haben die kolumbia\u00adnischen K\u00e4mpfer eine Vergangenheit in der heimischen Armee oder in den Milizen. Ein halbes Jahrhundert B\u00fcrgerkrieg hat viele Veteranen geschaffen. Sie kommen mit frisch ausgestellten Reisep\u00e4ssen, kaum einer war je zuvor im Ausland. Viele bringen Kampferfahrungen mit \u2013 allerdings aus einer v\u00f6llig anderen Art der Kriegsf\u00fchrung. In Kolumbien wurden die Kombattanten mit Hubschraubern im Dschungel abgesetzt, um dann mit Sturmgewehren Jagd auf die FARC-Guerilla zu machen. Feste Positionen, Artilleriefeuer und Drohnen\u00fcberwachung lernen die meisten erst auf ukrainischem Boden kennen. Mitunter kommen auch fr\u00fchere Rebellen.<\/p>\n<p>Es gibt in der Heimat auch Russlandfreunde<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Alternative in der Heimat w\u00e4re, f\u00fcr die Drogenkartelle zu arbeiten. Doch das birgt gro\u00dfe Risiken, auch f\u00fcr die Familien. Die Brigade-Verantwortlichen erz\u00e4hlen, viele seien auch hier, um m\u00f6g\u00adlichen Racheakten in der Heimat zu entgehen. Die regierungstreuen Sicherheits\u00adkr\u00e4fte h\u00e4tten in den Neunzigerjahren die Drecksarbeit f\u00fcr die Regierung gemacht. Jetzt seien viele auf Rache aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Identifikation per Tattoo: Ein kolumbianischer K\u00e4mpfer tr\u00e4gt das Wappen der Chartija-Brigade am Hals\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/identifikation-per-tattoo-ein.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Identifikation per Tattoo: Ein kolumbianischer K\u00e4mpfer tr\u00e4gt das Wappen der Chartija-Brigade am HalsDaniel Pilar<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Einige der Kolumbianer n\u00f6rdlich von Charkiw sind dennoch vorsichtig. Sie wollen ihr Foto nicht in der deutschen Zeitung sehen. Sie wissen von den rus\u00adsischen Telegramkan\u00e4len, manche tauchten selbst schon dort ungewollt auf. Mitunter gebe es auch Drohungen \u00fcber soziale Netzwerke. Diese stammten von fr\u00fcheren FARC-Rebellen, die Verbin\u00addungen nach <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"1600ce7bdca92f9d620063165b2874ddee746c27\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/russland\" title=\"Russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> haben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eine politische Gefahr in ihrer Heimat bringe der Kampfeinsatz f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/kiew\" title=\"Kiew\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kiew<\/a> aber nicht mit sich. Zwar gilt der linke Pr\u00e4sident Gustavo Petro, der selbst Teil einer Guerilla-Gruppe war, als Moskau zugewandt. So lehnte er Waffenlieferungen an Kiew wie die meisten anderen S\u00fcdamerikaner deutlich ab. Die T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Armee eines anderen Staates wird aber bislang nicht verfolgt. Eine ent\u00adsprechende Gesetzes\u00e4nderung wurde aber schon angek\u00fcndigt. Gefahr droht auch bei der R\u00fcckreise. Im Sommer vergangenen Jahres nahmen venezolanische Beh\u00f6rden kolumbianische K\u00e4mpfer fest, die \u00fcber das Nachbarland zur\u00fcckreisten. Sie wurden nach Russland \u00fcberstellt. Venezuelas Machthaber Nicolas Maduro hat enge Beziehungen zu Russland. Bei der Brigade raten sie deshalb deutlich von Zwischenstopps nach Venezuela ab.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch auf russischer Seite k\u00e4mpfen S\u00fcdamerikaner. Die Ukrainer erz\u00e4hlen, die Russen seien da nicht w\u00e4hlerisch. Am leichtesten sei das Rekrutieren f\u00fcr sie aber in L\u00e4ndern, zu denen Moskau gute Beziehungen unterh\u00e4lt \u2013 vorzugsweise Venezuela. Warum es besonders Kolumbianer auf ukrainischer Seite sind, erkl\u00e4ren sie sich hier mit dem starken amerikanischen Einfluss. Seit Beginn des Kalten Krieges h\u00e4tten die Amerikaner den Kolumbianern den Hass auf die Kommunisten eingebl\u00e4ut. Dieser habe sich im Denken festgesetzt. Auch ohne richtiges Wissen, was das eigentlich ist. So sehen viele Venezuela, die Sowjetunion und Russland als Bedrohung an.<\/p>\n<p>Selbst Medwedjew hat das Thema entdeckt<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nicht alle kommen mit genauen Vorstellungen \u00fcber den Ukrainekrieg und seine Entstehung. Vor Ort aber halten dann alle die Verteidigung des Territoriums f\u00fcr eine gute Sache. Die meisten sehen den Auslandseinsatz aber wohl vor allem als pers\u00f6nliche Chance, die es zu Hause nicht gibt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Funken nur mit \u00dcbersetzer: Die kolumbianische K\u00e4mpferin Diamond im Wohnhaus der Brigade\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/funken-nur-mit-uebersetzer-die.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Funken nur mit \u00dcbersetzer: Die kolumbianische K\u00e4mpferin Diamond im Wohnhaus der BrigadeDaniel Pilar<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zuletzt h\u00e4uften sich auch negative Berichte. Medien deckten auf, dass mexikanische Kartelle ihre Leute in die Ukraine schleusen, damit diese den Umgang mit \u201eFirst Person View\u201c-Drohnen lernen. Allerdings nicht f\u00fcr die ukrainische Landesverteidigung \u2013 sondern f\u00fcr den Drogenkrieg daheim. Ein Kommandeur des Bataillons Karpatska Sitsch begr\u00fcndete in einem Interview, warum es keine Kolumbianer mehr aufnimmt. Die wirklich professionellen Soldaten mit Motivation k\u00e4men kaum noch, nun seien es vor allem Bauern, die Geld verdienen wollten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch die russische Propaganda hat das Thema f\u00fcr sich entdeckt. Der fr\u00fchere Pr\u00e4sident Dmitrij Medwedjew schrieb j\u00fcngst auf Telegram, alles, wozu die S\u00fcdamerikaner imstande seien, sei, \u201eZivilisten im Drogenrausch zu enthaupten\u201c. Das \u201eBandera-Regime\u201c rekrutiere den \u00fcbelsten \u201eAbschaum der Menschheit\u201c f\u00fcr die Front.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In der Kantine sitzt auch eine junge Frau. Sie ist d\u00fcnn, zart und h\u00fcbsch. Ihr Name: Diamond. Abgesehen von der Armeekleidung sieht sie nicht wirklich nach Krieg aus. Doch in der Sache wirkt sie entschieden. Die fr\u00fchere Polizistin hat die ersten Geh\u00e4lter in ihre Ausr\u00fcstung investiert. Nun hat sie eine neue Splitterschutzweste und einen Helm. Die Ausr\u00fcstung der Armee war zu gro\u00df f\u00fcr ihren kleinen K\u00f6rper. Jetzt kann das Geldverdienen also beginnen. In ein paar Tagen, sagt sie, geht es auf Position. Die Kolumbianer werden in der Regel in der Infanterie eingesetzt. Ganz vorn also, im trockenen Graben. Nur das Funkger\u00e4t verbindet sie mit dem Stab \u2013 wenn gerade ein \u00dcbersetzer da ist.<\/p>\n<p>Quelle: F.A.Z.<a href=\"https:\/\/www.faz-rechte.de\/lizenzen\/lizenzen-text-mit-rechteanfrage\/\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" class=\"meta2-link clickable\" data-selector=\"article-rights\" target=\"_blank\">Artikelrechte erwerben <\/a><\/p>\n<li>Teilen<\/li>\n<li style=\"display:none;\">Verschenken<\/li>\n<li\/>\n<li class=\"max-lg:sr-only\">Drucken<\/li>\n<li> Anh\u00f6ren <\/li>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" class=\"btn clickable flex items-center gap-[8px] max-sm:sr-only\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n<p>Empfehlungen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" height=\"90\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/abschied-uribes-ehefrau-maria.jpg\" width=\"160\" class=\"h-auto w-full shrink-0 sm:w-[288px]\"\/><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/mord-in-kolumbien-uribes-tod-erschuettert-das-land-110634070.html\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" class=\"block\" wp_automatic_readability=\"3\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Ein Mord, der an Kolumbiens dunkle Zeit erinnert<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"text-grey mb-[10px] items-start dark:text-white p2-teaser\" data-selector=\"teaser-object-text\" data-external-selector=\"teaser-object-teaser-text\"> Miguel Uribe wollte Pr\u00e4sident von Kolumbien werden. Sein politisches und gesellschaftliches Engagement bezahlt er \u2013 wie schon vor 35 Jahren seine Mutter \u2013 mit dem Tod.<\/p>\n<p>Tjerk Br\u00fchwiller, S\u00e3o Paulo<img decoding=\"async\" height=\"90\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/er-machte-es-sich-und-seinem.jpg\" width=\"160\" class=\"h-auto w-full shrink-0 sm:w-[288px]\"\/><img decoding=\"async\" height=\"90\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/maik-keller-bei-einer.jpg\" width=\"160\" class=\"h-auto w-full shrink-0 sm:w-[288px]\"\/><\/p>\n<p> Stellenmarkt <\/p>\n<p>Verlagsangebot<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" data-image=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/englisch-neu-bildmotive.jpg.webp.webp\" alt=\"Sprachkurs\"\/><\/p>\n<p>Lernen Sie Englisch<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" data-image=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/immobilien-frankfurt.jpg.webp.webp\" alt=\"Immobilienbewertung\"\/><\/p>\n<p>Verkaufen Sie zum H\u00f6chstpreis<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-image=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/e-book-immobilien.png.webp.webp\" alt=\"V-Check\"\/><\/p>\n<p>Immobilie vererben? 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