{"id":346561,"date":"2025-08-15T10:56:10","date_gmt":"2025-08-15T10:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346561\/"},"modified":"2025-08-15T10:56:10","modified_gmt":"2025-08-15T10:56:10","slug":"markt-ausblick-usa-wecken-sorgen-um-ukraine-und-nemax-500","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346561\/","title":{"rendered":"MARKT-AUSBLICK\/USA wecken Sorgen um Ukraine und &#8222;Nemax-500&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von Michael Denzin <\/p>\n<p>  DOW JONES&#8211;Eine spannende Handelswoche steht Anlegern bevor. Wie \u00fcblich dominiert die Politik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump die Schlagzeilen. Ab dem Wochenende richtet sich der Blick auf das Treffen mit Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin in Alaska. Gesprochen wird dort aber \u00fcber nicht anwesende Dritte  &#8211; die Ukraine. Es dr\u00e4ngen sich Vergleiche mit den 1930er-Jahren auf: Oft zitiert wird der Verweis auf das M\u00fcnchener Abkommen von 1938, wo Deutschland, Frankreich, Italien und England die Gebiete der Tschechoslowakei neu verteilten &#8211; ohne das letztere anwesend war. <\/p>\n<p>  Die \u00c4ngste ukrainischer Politiker sind also durchaus berechtigt. Trump k\u00f6nnte ukrainische Gebiete verteilen, nur um Schlagzeilen als Friedensstifter zu produzieren. Schlie\u00dflich versucht der US-Pr\u00e4sident derzeit alles, um die US-Medien von l\u00e4stigen Nachfragen abzulenken: So von seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal. <\/p>\n<p>  Politisch wird US-Notenbank schw\u00e4cher <\/p>\n<p>  Keine Ablenkungsman\u00f6ver sehen Marktteilnehmer dagegen in den st\u00e4ndigen Aussagen in Richtung US-Notenbank und ihrem Chef Jerome Powell. Hier werde gezielt versucht, die Fed politisch zu unterminieren und ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu unterlaufen. &#8222;Schon die Aussage, die US-Administration habe 11 Kandidaten als Powell-Nachfolger im Blick, signalisiert dem Markt, dass k\u00fcnftig Tauben am Ruder sein werden&#8220;, sagt ein Anleihe-Experte. Dadurch preise der Markt bereits jetzt Zinserleichterungen in einem Jahr und sp\u00e4ter ein, die sich noch gar nicht aus der aktuellen Fed-Politik ableiten lassen. Das Protokoll der j\u00fcngsten Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch steht daher besonders im Fokus. <\/p>\n<p>  Zudem erkl\u00e4rt es auch die milde Reaktion der US-B\u00f6rsen auf den PPI-Schock, den Inflationssprung der US-Erzeugerpreise im Juli: Angesichts der politischen Aussichten r\u00fccken Daten in den USA immer mehr in den Hintergrund. Genauer wird hingegen am Donnerstag auf die Einkaufskosten von Walmart geblickt. Denn diese sind der gr\u00f6\u00dfte US-Importeur von China-Waren. <\/p>\n<p>  US-Daten k\u00f6nnten k\u00fcnftig politisch verzerrt sein <\/p>\n<p>  Sorgen machen sich datenbasierte Anleger ohnehin \u00fcber US-Daten, nun auch noch mit Blick auf deren Qualit\u00e4t. Die Benennung von E.J. Antoni als k\u00fcnftigen Leiter der US-Statistikbeh\u00f6rde deutet politisch verzerrte Wirtschaftsdaten an. Er kommt von der rechtslastigen Heritage Foundation und lobt in Publikationen zum Beispiel, dass die Immigrationspolitik zu steigenden US-Geh\u00e4ltern f\u00fchre, obgleich das Gegenteil der Fall ist. Und auch, dass die Inflation seit Januar am Sinken ist und weiter fallen wird. Tatsache ist aber, dass die Kernrate der US-Verbraucherpreise seit April steil nach oben zieht. Die Sorgen der Anleger sind berechtigt. <\/p>\n<p>  UBS-Chef-Volkswirt Paul Donovan merkt dazu an, dass Antoni zudem dar\u00fcber nachdenke, die Ver\u00f6ffentlichung wichtiger Daten gleich ganz auszusetzen. Dies habe auch China bereits getan und damit Spekulationen geweckt, was wirklich in der Wirtschaft vor sich geht. <\/p>\n<p>  KI &#8211; Geballte US-Risiken in nur einem Thema <\/p>\n<p>  Sorgen machen sich Anleger dazu \u00fcber die ungebremst steigenden US-B\u00f6rsen. Denn der angeblich so marktbreite S&amp;P-500 ist schon lange keine Abbild der US-Wirtschaft mehr. Rund 40 Prozent seiner Kapitalisierung liegt in den Top-10-Aktien. Und diese laufen wiederum nur mit einem Thema: KI. &#8222;Selten gab es so einen mono-thematischen Kurstreiber, der ein so immenses Cluster-Risiko darstellt&#8220;, sagt ein Stratege. Man f\u00fchle sich an den Neuen Markt um das Jahr 2000 erinnert und bezeichne den US-Index hausintern gerne als &#8222;Nemax-500&#8220;. <\/p>\n<p>  Wie \u00fcbertrieben die Erwartungen von Investoren an das KI-Thema sind, demonstrierten im Wochenverlauf die Zahlen von Coreweave: Die Aktien des KI-Unternehmens brachen um 20 Prozent ein. Denn die offensichtliche Umsatzexplosion im Sektor wird nur durch massiv steigende Kosten erkauft. Sollten Kursverluste in gleicher H\u00f6he aber bei den Top-10 der KI-Aktien auftreten, w\u00fcrde es den ganzen US-Markt mitrei\u00dfen. <\/p>\n<p>  Dazu kommt eine \u00fcberbordende Stimmung: &#8222;Ein 20-fach \u00fcberzeichneter B\u00f6rsengang, 150 Prozent Plus zur Erstnotiz in New York und eine zwischenzeitliche Bewertung von mehr als 5 Milliarden Dollar f\u00fcr eine Kryptob\u00f6rse mit dem vielsagenden Namen &#8218;Bullish&#8216; &#8211; wenn es noch eines Indizes bedarf, dass die Stimmung an der B\u00f6rse viel zu gut ist, dann diesen&#8220;, warnt J\u00fcrgen Molnar von Robomarkets. <\/p>\n<p>  Auch andere Experten warnen, so ist am Markt f\u00fcr Kreditversicherungen (CDS) gegen den Ausfall von Anleihen von Sorglosigkeit die Rede. Hedge Fonds w\u00fcrden daher schon short gehen. <\/p>\n<p>  Der echte US-Markt sieht ganz anders aus <\/p>\n<p>  Die Luft nach unten in den USA ist extrem d\u00fcnn. Das zeigt sich beim Vergleich des publizierten S&amp;P-500 mit dem &#8222;Equal-Weighted&#8220; S&amp;P-500. Dieser gewichtet die Kapitalisierung aller Aktien gleich und spiegelt damit die echte Marktbreite der USA wider. Er legte auf Jahressicht um 10,7 Prozent zu, der durch KI-Aktien verzerrte S&amp;P-500 dagegen um 18,6 Prozent. \u00dcber mehr als zehn Jahre liefen beide Indizes mehr oder weniger parallel. Der Hype um KI sorgte erst ab Anfang 2024 f\u00fcr eine Absetzbewegung nach oben. Damit d\u00fcrfte der Umfang des Abw\u00e4rtspotenzials der US-B\u00f6rsen definiert werden. <\/p>\n<p>  Der Kalender der kommenden Woche d\u00fcrfte zun\u00e4chst von den Alaska-Ukraine-Diskussionen gepr\u00e4gt sein. Danach d\u00fcrfte man sich wieder Fakten zuwenden. So erwarten Anleger Indikationen \u00fcber die weltweite Konjunktur und ihre Belastung durch die Trump-Z\u00f6lle mit den frischen Einkaufsmanager-Indizes (PMI). Zum Thema Inflation stehen neben dem Fed-Protokoll und Walmart zahlreiche Notenbanken rund um den Globus mit ihren Einsch\u00e4tzungen der Lage im Blick. <\/p>\n<p>  Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com <\/p>\n<p>  DJG\/mod\/ros <\/p>\n<p>  (END) Dow Jones Newswires<\/p>\n<p>  August 15, 2025 06:50 ET (10:50 GMT)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Michael Denzin DOW JONES&#8211;Eine spannende Handelswoche steht Anlegern bevor. 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