{"id":346580,"date":"2025-08-15T11:07:11","date_gmt":"2025-08-15T11:07:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346580\/"},"modified":"2025-08-15T11:07:11","modified_gmt":"2025-08-15T11:07:11","slug":"iaq-report-gleichstellung-im-jobcenter-ausbaufaehig-wie-frauen-besser-vermittelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346580\/","title":{"rendered":"IAQ-Report &#8211; Gleichstellung im Jobcenter ausbauf\u00e4hig: Wie Frauen besser vermittelt &#8230;"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">15.08.2025 \u2013 13:00<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Universit\u00e4t Duisburg-Essen\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/62259\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/a>\n                    <\/p>\n<p><b>IAQ-Report: Gleichstellung im Jobcenter ausbauf\u00e4hig<\/b><\/p>\n<p> Wie Frauen besser vermittelt werden k\u00f6nnen<\/p>\n<p><b>Die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern ist in der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitsuchende gesetzlich verankert \u2013 doch in der Praxis hapert es. Der aktuelle Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit\u00e4t Duisburg-Essen zeigt: In vielen Jobcentern fehlt es an klaren Strukturen, ausreichenden Ressourcen und einem gemeinsamen Verst\u00e4ndnis von Gleichstellung \u2013 oft zum Nachteil von Frauen.<\/b><\/p>\n<p>Frauen im B\u00fcrgergeldbezug haben nach wie vor schlechtere Chancen, auf dem Arbeitsmarkt Fu\u00df zu fassen. Studien belegen: Sie werden seltener gef\u00f6rdert, seltener vermittelt \u2013 und wenn doch, dann h\u00e4ufig in schlechter bezahlte und weniger stabile Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse als M\u00e4nner. Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS)* stellt daher die Frage, wie das gesetzlich verankerte Gleichstellungsziel des Sozialgesetzbuchs II (SGB II) besser in der Praxis der Jobcenter umgesetzt werden kann. Der aktuelle Report von Prof. Dr. Martin Brussig vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit\u00e4t Duisburg-Essen (UDE) und Kolleg:innen untersucht, wie stark Gleichstellung bereits in den Strukturen der Jobcenter verankert ist. Bundesweit wurden f\u00fcr die Untersuchung in den Jahren 2020 bis 2023 im Rahmen von 16 Fallstudien unter anderem 179 Interviews mit F\u00fchrungs- und Fachkr\u00e4ften gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des IAQ-Reports zeigen: Zwar liegen vielerorts geschlechterdifferenzierte Daten vor \u2013 etwa zu Arbeitslosenquoten, Dauer der Arbeitslosigkeit oder zur Inanspruchnahme arbeitsmarktpolitischer Ma\u00dfnahmen \u2013, doch werden sie selten gezielt ausgewertet oder genutzt. \u201eFehlen konkrete Zahlen in den Zielvereinbarungen, etwa dazu, wie viele Frauen in Besch\u00e4ftigung integriert werden sollen, bleibt das Thema eher im Hintergrund\u201c, erkl\u00e4rt Brussig. Zwar betonen F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre Verantwortung, Gleichstellung zu f\u00f6rdern \u2013 \u201edoch spiegelt sich das nicht immer in ihrem Handeln wider\u201c, so der Arbeitsmarktexperte. Ein weiteres Problem: Mindestens an der H\u00e4lfte der Fallstudienstandorte fanden keine Schulungen zur Genderkompetenz statt.<\/p>\n<p>Die seit 2011 gesetzlich vorgeschriebenen Beauftragten f\u00fcr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) werden als hilfreich f\u00fcr die Umsetzung von Gleichstellung wahrgenommen \u2013 sofern sie den Mitarbeitenden in der Vermittlung bekannt sind. Dies ist umso eher der Fall, je gr\u00f6\u00dfer der Stellenumfang der BCA ist. Auch spezialisierte Teams oder Fachkr\u00e4fte f\u00fcr Frauen im Leistungsbezug k\u00f6nnen positive Effekte auf das gleichstellungspolitische Handeln in den Jobcentern haben. Mehr und vor allem passgenauere Vermittlungen gelingen laut Brussig unter anderem dann, wenn beispielsweise gezielt bei der Suche nach Kita-Pl\u00e4tzen unterst\u00fctzt wird oder geeignete Arbeitgeber bekannt sind und angesprochen werden. \u201eDie Spezialisierung von Mitarbeitenden sollte jedoch nicht zu einer \u201aAbkapselung\u2018 f\u00fchren, sondern dazu beitragen, dass die Belange der Gleichstellung in die Gesamtorganisation integriert werden\u201c, betont der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Fazit: Gleichstellung ist in den Jobcentern bislang nicht fl\u00e4chendeckend verankert. \u201eGesetzliche Vorgaben reichen nicht aus, wenn die organisatorischen Grundlagen nicht bestehen\u201c, so Brussig. Die Wissenschaftler:innen empfehlen deshalb unter anderem verpflichtende Schulungen, klare Zielvorgaben, eine bessere Unterst\u00fctzung der F\u00fchrungsebene sowie eine ausreichende personelle Ausstattung. Zudem sollte regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden, wie wirksam die Ma\u00dfnahmen vor Ort tats\u00e4chlich sind.<\/p>\n<p>* Die Untersuchung wurde geleitet vom ISG Institut f\u00fcr Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH unter Mitwirkung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit\u00e4t Duisburg-Essen, des Instituts f\u00fcr Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) sowie von defacto \u2013 sozialwissenschaftliche Forschung und Beratung. Der Schlussbericht des Forschungsprojekts \u201eGleichstellungsimpulse im SGB-II-Zielsteuerungssystem\u201c wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen: <\/b><\/p>\n<p>Martin Brussig, Andrea Kirchmann, Irene Pimminger, Eva Roth, Christin Schafst\u00e4dt, Hans Verbeek, 2025: Gleichstellungsf\u00f6rderung durch Jobcenter \u2013 Organisatorische Grundlagen und Hemmnisse. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation.  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/duepublico2.uni-due.de\/servlets\/MCRFileNodeServlet\/duepublico_derivate_00083611\/IAQ-Report_2025_08.pdf\">IAQ-Report 2025-08<\/a>.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Martin Brussig, Institut Arbeit und Qualifikation, Tel. 0203\/37 93931, <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62259\/mailto: martin.brussig@uni-due.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> martin.brussig@uni-due.de<\/a> <\/p>\n<p>Redaktion: Katja Goepel, Pressereferentin IAQ, Tel. 0203\/37 91836, <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62259\/mailto: katja.goepel@uni-due.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> katja.goepel@uni-due.de<\/a>     <\/p>\n<p><b>Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/b><\/p>\n<p>Stabsstelle des Rektorats Hochschulmanagement und Kommunikation<br \/>\nRessort Presse<br \/>\nForsthausweg 2 \u25cf 47057 Duisburg<br \/>\nRessortleitung, Pressesprecherin: Astrid Bergmeister<br \/>\n0203\/ 37 9-2430 \u25cf <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62259\/mailto: astrid.bergmeister@uni-due.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> astrid.bergmeister@uni-due.de<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"15.08.2025 \u2013 13:00 Universit\u00e4t Duisburg-Essen IAQ-Report: Gleichstellung im Jobcenter ausbauf\u00e4hig Wie Frauen besser vermittelt werden k\u00f6nnen Die Gleichstellung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":320445,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[3364,29,3715,30,1209,178,180,179,181],"class_list":{"0":"post-346580","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duisburg","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-presse","14":"tag-pressemeldung","15":"tag-pressemitteilung","16":"tag-pressemitteilungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115032466890635098","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/346580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=346580"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/346580\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/320445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=346580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=346580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=346580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}