{"id":346666,"date":"2025-08-15T11:52:09","date_gmt":"2025-08-15T11:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346666\/"},"modified":"2025-08-15T11:52:09","modified_gmt":"2025-08-15T11:52:09","slug":"wie-sich-die-ukraine-politik-der-usa-veraendert-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/346666\/","title":{"rendered":"Wie sich die Ukraine-Politik der USA ver\u00e4ndert hat"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.08.2025 12:46 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Unter Biden standen die USA fest an der Seite der Ukraine. Trump hingegen sendet widerspr\u00fcchliche Signale in Richtung Kiew und setzt auf Dialog mit Russland. Wie sch\u00e4tzen Experten die unterschiedlichen Ans\u00e4tze ein? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Benedikt Scheper, ARD Washington\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls am 24. Februar 2022 Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin seinem Milit\u00e4r befiehlt, die Ukraine anzugreifen, sind die US-amerikanischen Geheimdienste schon seit L\u00e4ngerem \u00fcber eine m\u00f6glicherweise bevorstehende Invasion informiert. Gut zwei Wochen vor Kriegsbeginn wurden Warnungen aus dem Wei\u00dfen Haus gegen\u00fcber westlichen Partnern immer deutlicher und dringlicher.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHintergrund waren Erkenntnisse und Einsch\u00e4tzungen des CIA aus der Region. Zum Zeitpunkt des Einmarsches russischer Truppen in ukrainisches Territorium war US-Pr\u00e4sident Joe Biden gerade ein Jahr im Amt. Er stellte sich einerseits sofort und entschieden gegen den Aggressor, etwa durch erste Sanktionen, und sicherte andererseits dem \u00fcberfallenen Land gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Unterst\u00fctzung zu.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn seiner Rede zur Lage der Nation Anfang M\u00e4rz betonte Biden: &#8222;Amerika steht fest an der Seite der Ukraine. Gemeinsam mit unseren Verb\u00fcndeten unterst\u00fctzen wir die Ukrainer in ihrem Kampf um die Freiheit. Mit milit\u00e4rischer Hilfe. Wirtschaftlicher Hilfe. Humanit\u00e4rer Hilfe.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        NATO-Gipfel 2024 in Washington in Bidens Amtszeit: Der damalige US-Pr\u00e4sident stand fest an der Seite der Ukraine.\n                    <\/p>\n<p>    Folgenlose Sanktionen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAnders als sein damaliger Vorg\u00e4nger, Donald Trump, der die NATO infrage gestellt hatte, st\u00e4rkte Biden das transatlantische B\u00fcndnis. Durch Truppenbewegungen signalisierte er Wladimir Putin deutlich, dass die Vereinigten Staaten bereit w\u00e4ren, einzugreifen, wenn der Kreml auch NATO-Gebiet angreifen sollte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie US-Regierung versuchte in der Folge durch zahlreiche Strafma\u00dfnahmen, die russische Wirtschaft zu schw\u00e4chen und damit die Kriegsmaschinerie zu verlangsamen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKonten und andere Verm\u00f6genswerte wurden eingefroren, der Zugang zu US-Dollar und internationalem Zahlungsverkehr erschwert, Exporte, vor allem von Energietechnik und R\u00fcstungsg\u00fctern, eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Ich denke, Biden hat nach der Invasion gute Arbeit geleistet, um die Einheit des NATO-B\u00fcndnisses zu verbessern und zu wahren, und das war nat\u00fcrlich notwendig. F\u00fcr seinen Versuch, eine diplomatische L\u00f6sung des Konflikts mit Russland zu finden, w\u00fcrde ich ihm jedoch schlechte Noten geben&#8220;, meint George Beebe, Direktor am Quincy Institute, einer Denkfabrik in Washington.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr hat selbst mehr als zwei Jahrzehnte als Analyst, Diplomat und Berater f\u00fcr konservative US-Regierungen gearbeitet und war als CIA-Abteilungsleiter f\u00fcr Russland zust\u00e4ndig.\u202f<\/p>\n<p>    Experte: Biden hat Diplomatie vernachl\u00e4ssigt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den Augen Beebes h\u00e4tten die bilateralen Verhandlungen der Ukraine und Russlands mithilfe t\u00fcrkischer und anderer Verhandlungspartner gezeigt, dass Fortschritte im Konflikt m\u00f6glich seien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeiner Meinung nach h\u00e4tten die USA sich damals noch mehr um eine diplomatische L\u00f6sung mit dem Kreml bem\u00fchen m\u00fcssen, so sein Fazit zur Biden-Administration. Bidens gr\u00f6\u00dfter Fehler sei gewesen, zu glauben, dass durch die Sanktionen die Kosten f\u00fcr Putin so weit in die H\u00f6he getrieben werden k\u00f6nnten, dass sie den Nutzen der Invasion \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Biden hat es vers\u00e4umt, die Gelegenheit zu nutzen, diesen Krieg diplomatisch beizulegen. Das h\u00e4tte schon vor der Invasion m\u00f6glich sein k\u00f6nnen, wenn wir bereit gewesen w\u00e4ren, mit Russland die Bedingungen zu verhandeln, die es vor der Invasion aufgestellt hatte&#8220;, glaubt George Beebe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiese Bedingungen zielten im Wesentlichen darauf ab, die Ukraine von einem Beitritt zur NATO abzuhalten und sicherzustellen, dass keine US- oder NATO-Streitkr\u00e4fte entsandt w\u00fcrden. Mit dem Wechsel im Oval Office ver\u00e4nderte sich auch die Au\u00dfenpolitik der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>    Trump bereit zu Dialog mit Russland<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nW\u00e4hrend Biden noch postuliert hatte, nichts werde \u00fcber die Ukraine entschieden ohne die Ukraine, folgte Donald Trump nur sehr kurz dem Kurs seines Vorg\u00e4ngers, erkl\u00e4rt der Professor f\u00fcr Internationale Beziehungen an der Georgetown-Universit\u00e4t, Charles Kupchan:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>                    Die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung ist meiner Meinung nach Trumps Bereitschaft zu einem strategischen Dialog mit Russland. Zun\u00e4chst in Form zahlreicher Telefonate und Treffen zwischen russischen und amerikanischen Regierungsvertretern, wie Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff.<\/p>\n<p>Charles Kupchan, Georgetown-Universit\u00e4t<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nCharles Kupchan war Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates unter Obama. Und blickt skeptisch auf Trumps Vorgehen. Zwar verl\u00e4ngerte der neue US-Staatschef Sanktionen gegen Russland, aber im M\u00e4rz dieses Jahres setzte er kurzzeitig auch die Hilfen f\u00fcr die Ukraine sowie die Geheimdienstzusammenarbeit aus &#8211; bis zu einer erneuten Kehrtwende viereinhalb Monate sp\u00e4ter, als Trump ank\u00fcndigte, doch weitere Waffen an die Ukraine zu liefern, darunter Patriot-Luftabwehr-Systeme, finanziert allerdings durch Europa.<\/p>\n<p>    &#8222;Trump \u00e4ndert alle 15 Minuten seine Position&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Trumps Au\u00dfenpolitik ist an allen Fronten unberechenbar. Ich w\u00fcrde sagen, er \u00e4ndert etwa alle 15 Minuten seine Position, sei es bei Z\u00f6llen oder in Bezug auf die Ukraine und Russland. Trump kommt ins Amt, wirft Selenskyj erst aus dem Oval Office, kappt den Informationsfluss zu Geheimdienstinformationen und milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung und macht die Ukraine f\u00fcr den Krieg verantwortlich. Ein paar Monate sp\u00e4ter behauptet er, Putin habe ihn ausgenutzt&#8220;, res\u00fcmiert Kupchan.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSowohl der Professor als auch der Direktor des Think Tanks begr\u00fc\u00dfen allerdings Trumps Versuch, mit Putin pers\u00f6nlich \u00fcber den Konflikt zu sprechen.<\/p>\n<p>    Ex-CIA-Direktor h\u00e4lt Gipfel mit Putin f\u00fcr riskant<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nParteifreunde Trumps wie der republikanische Senator Lindsey Graham bewerten schon das Vorgespr\u00e4ch des Pr\u00e4sidenten und seines Vizes mit den Europ\u00e4ern und Pr\u00e4sident Selenskyj als &#8222;homerun&#8220;, also gro\u00dfen Erfolg und glauben, dass mit dem Austausch in Alaska die Weichen gestellt werden k\u00f6nnten, um weiteres Blutvergie\u00dfen in der Ukraine bald zu stoppen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKritiker, die fr\u00fcher selbst viele Jahre Teil der US-Sicherheitsarchitektur waren, bezweifeln das. So h\u00e4lt der ehemalige CIA-Direktor, John Brennan, das Treffen mit Putin f\u00fcr riskant: &#8222;Das Beste w\u00e4re, wenn durch dieses Treffen kein Schaden entsteht. Das Schlimmste w\u00e4re, dass Donald Trump Zugest\u00e4ndnisse gegen\u00fcber Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt macht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer ehemalige Nationale Sicherheitsberater, John Bolton, findet den Gipfel falsch, weil &#8222;Trump mit der Abhaltung dieses Treffens auf amerikanischem Boden den Paria-Anf\u00fchrer eines Schurkenstaates hoff\u00e4hig macht. Und er verschafft Putin den Vorteil, als Erster seinen Friedensplan auf den Tisch zu legen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEinig scheinen sich viele Experten f\u00fcr US-Au\u00dfenpolitik in Amerika nur in einem: Sie haben relativ geringe Erwartungen an substanzielle Ergebnisse durch das Gespr\u00e4ch zwischen Putin und Trump.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 15.08.2025 12:46 Uhr Unter Biden standen die USA fest an der Seite der Ukraine. 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