{"id":347234,"date":"2025-08-15T17:08:09","date_gmt":"2025-08-15T17:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/347234\/"},"modified":"2025-08-15T17:08:09","modified_gmt":"2025-08-15T17:08:09","slug":"gentrifizierung-in-berlin-wer-regiert-den-kiez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/347234\/","title":{"rendered":"Gentrifizierung in Berlin: Wer regiert den Kiez?"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Berlin taz | Wer entscheidet, bevor in Friedrichshain-Kreuzberg f\u00fcr Investorenprojekte die Bagger anrollen? Ob es um ein geplantes Hotel am Ostkreuz geht, um das B\u00fcro- und Gewerbebauvorhaben \u201eUrbane Mitte\u201c am Gleisdreieckpark oder ein Hochhaus am U-Bahnhof Warschauer Stra\u00dfe: Immer h\u00e4ufiger macht die SPD-gef\u00fchrte Stadtentwicklungsverwaltung Tabula rasa und entzieht dem eigentlich zust\u00e4ndigen Bezirk die Planungshoheit.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">\u201eHier wird so viel an den Bewohnern vorbei entwickelt\u201c, sagt Timo Steinke von der Friedrichshainer Nachbarschaftsinitiative \u201eWem geh\u00f6rt das Laskerkiez\u201c. Das gehe so nicht weiter. Vor zwei Jahren machte ein Post-Sp\u00e4ti dicht, berichtet Steinke. Es sei einer der letzten Orte gewesen, an dem sich der Kiez noch treffen konnte. Doch statt mit \u00f6ffentlichen Mitteln eine Art Ersatz zu f\u00f6rdern, wie Steinke fordert, rollt der schwarz-rote Senat Investoren den roten Teppich aus.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Zusammen mit rund 30 Mitstreitern demonstrierte Steinke deshalb am Donnerstagabend vor der SPD-Landesgesch\u00e4ftsstelle in Wedding gegen die Politik von Bausenator Christian Gaebler. Aufgerufen hatte das B\u00fcndnis \u201eBerlin gegen Gentrifizierung\u201c. Steinke sagt: \u201eWenn der Senat \u00fcber die K\u00f6pfe des Bezirks hinweg plant, dann kommen wir dahin, wo entschieden wird. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unser Kiez f\u00fcr Renditeprojekte ausverkauft wird.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Das B\u00fcndnis f\u00fcrchtet: All die gegen den Willen des Bezirks durchgedr\u00fcckten Bauprojekte treiben die ohnehin schon hohen Mieten in Friedrichshain-Kreuzberg noch weiter in die H\u00f6he. Und der SPD-Genosse Christian Gaebler stehe auf der Seite der Eigent\u00fcmer und Investoren, nicht auf der Seite der Anwohner.<\/p>\n<p>      Senatsverwaltung sieht sich im Recht<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Bei der mit dem Protest in Wedding eigentlich adressierten Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen im fernen Wilmersdorf perlen die Vorw\u00fcrfe ab. Das <a href=\"https:\/\/taz.de\/About-Blank-in-Berlin\/!6094656\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hotelprojekt am Ostkreuz, direkt neben dem linken Club About Blank<\/a>, etwa h\u00e4tte der Bezirk nicht ablehnen d\u00fcrfen, auch nicht wegen bef\u00fcrchteter L\u00e4rmkonflikte mit dem Club, teilt Gaeblers Sprecher Martin Pallgen auf taz-Anfrage mit. Das Vorhaben des Investors sei rechtskonform. Au\u00dferdem sei der verpflichtet, selbst seine G\u00e4ste vor dem L\u00e4rm zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Auch mit Blick auf <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hochhaus-Plaene-in-Berlin-Friedrichshain\/!6082195\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den geplanten Wohn- und B\u00fcroturm am U-Bahnhof Warschauer Stra\u00dfe<\/a> wiegelt Pallgen ab. Bei dem betreffenden Grundst\u00fcck an der Rudolfstra\u00dfe steckten Senat und Bezirk seit knapp 30 Jahren im Bebauungsplanverfahren fest. Nun wolle der Senat hier endlich z\u00fcgig neue Wohnungen schaffen. Und das geht, so die Argumentation, eben nur ohne die Bremser im Gr\u00fcnen-dominierten Bezirksamt von Friedrichshain-Kreuzberg.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Ob der neue Wohnraum auch bezahlbar sein wird, steht auf einem anderen Blatt. \u201eWir halten die Pl\u00e4ne f\u00fcr falsch\u201c, sagt dann auch Julian Schwarze, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Gr\u00fcnen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Im Kiez zwischen der Warschauer Stra\u00dfe und dem Ostkreuz, Spree und Stadtbahn gebe es kein Bedarf f\u00fcr ein weiteres Hochhaus. Was es stattdessen brauche, seien R\u00e4ume f\u00fcr Kulturschaffende und bezahlbaren Wohnraum.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Einem Bericht des Tagesspiegels zufolge soll der Investor des 140-Meter-Turms in den Verhandlungen mit der SPD-gef\u00fchrten Senatsverwaltung ausgerechnet den ehemaligen SPD-Stadtentwicklungssenator Peter Strieder als Berater in die Spur geschickt haben. \u201eWir haben viele Fragezeichen, was da im Gespr\u00e4ch gelaufen ist\u201c, sagt Schwarze zur taz. Der Senat bestreitet, dass es zu einem Interessenkonflikt gekommen sei.<\/p>\n<p>      Es h\u00e4ngt am Abgeordnetenhaus<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Erst einmal ist die Messe jedenfalls gesungen. Friedrichshain-Kreuzberg kann die Zust\u00e4ndigkeit nicht wieder einklagen. Bis der Bebauungsplan steht, k\u00f6nnen berlintypisch allerdings ohnehin noch Jahre vergehen. Jahre, in denen sich auch die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse im Abgeordnetenhaus \u00e4ndern k\u00f6nnen. Denn das muss dem Plan letztlich auch seinen Segen geben. Im September 2026 w\u00e4hlt Berlin ein neues Landesparlament. \u201eDann w\u00e4re vielleicht so ein Bebauungsplan ohne Mehrheit\u201c, sagt Gr\u00fcnen-Politiker Schwarze.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"12\">Nun sind auch nicht alle in der SPD hellauf \u00fcberzeugt von dem Projekt. Mathias Schulz etwa, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion und <a href=\"https:\/\/taz.de\/Parteitag-der-SPD-Berlin\/!6090465\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vize-Landeschef der Berliner SPD vom mieterfreundlichen linken Parteifl\u00fcgel<\/a>, will eine Zustimmung im Abgeordnetenhaus davon abh\u00e4ngig machen, was genau am U-Bahnhof Warschauer Stra\u00dfe entstehen soll. Er sagt zur taz: \u201eWir brauchen vor allem Wohnungen in der Stadt.\u201c Und damit meine er insbesondere sozialen Wohnraum.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"13\">Aktuell geistert ein Rohentwurf um, den weder Senat noch beauftragte Architekten kommentieren wollen. Demnach soll an der Rudolfstra\u00dfe 50.000 Quadratmeter Wohnraum entstehen, von dem immerhin die H\u00e4lfte auf sozialen Wohnungsbau inklusive studentischem Wohnen entfallen solle. Weitere 33.000 Quadratmeter seien f\u00fcr B\u00fcros, 10.000 f\u00fcr Hotelnutzung und 5.000 f\u00fcr \u201esoziokulturelles Gewerbe\u201c vorgesehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"14\">\u201eDie genauen st\u00e4dtebaulichen Kennwerte stehen noch nicht fest\u201c, hei\u00dft es zugleich aus Gaeblers Senatsverwaltung. Das geschehe aber in den kommenden Monaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin taz | Wer entscheidet, bevor in Friedrichshain-Kreuzberg f\u00fcr Investorenprojekte die Bagger anrollen? 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