{"id":347449,"date":"2025-08-15T19:06:25","date_gmt":"2025-08-15T19:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/347449\/"},"modified":"2025-08-15T19:06:25","modified_gmt":"2025-08-15T19:06:25","slug":"die-welt-braucht-einen-papst-der-praesent-ist-kath-ch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/347449\/","title":{"rendered":"Die Welt braucht einen Papst, der pr\u00e4sent ist \u2013 kath.ch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Papst Leo XIV. ist seit gut 100 Tagen im Amt. Wie blicken Schweizer und deutsche Geistliche, Theologen und Theologinnen auf diese Zeit? Eine kleine Umfrage zeigt: Die Rolle von Papst Leo wird noch nicht von allen als sp\u00fcrbar wahrgenommen.<\/strong><\/p>\n<p>Wolfgang Holz<\/p>\n<p>Abt Urban Federer, Kloster Einsiedeln<\/p>\n<p>\u00abIch empfinde Papst Leo XIV. als besonnenen Br\u00fcckenbauer \u2013 was ja auch seine Funktion ist, heisst doch einer seiner Titel \u00abPontifex\u00bb \u00fcbersetzt \u00abBr\u00fcckenbauer\u00bb. Er baut etwa Br\u00fccken \u00fcber die Generationen hinweg. <\/p>\n<p>Die gr\u00f6sste Ansammlung von Menschen, denen Papst Leo bis jetzt begegnet ist, kam diesen Sommer am Weltjungendtag in Rom zusammen: Mehr als eine Millionen junger Menschen. Ihnen sagte der Papst: \u00abIhr seid das Zeichen daf\u00fcr, dass eine andere Welt m\u00f6glich ist: eine Welt der Geschwisterlichkeit und Freundschaft, in der Konflikte nicht mit Waffen, sondern mit Dialog gel\u00f6st werden.\u00bb Nach Aussagen von Jugendlichen, die ich getroffen habe, vermochte Papst Leo diesen jungen Menschen Hoffnung und die Sehnsucht nach Gott weiterzugeben.<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Abt-Urban-Federer-I.jpg\" title=\"Abt Urban Federer\" data-caption=\"Abt Urban Federer\" target=\"_self\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Abt-Urban-Federer-I.jpg\" style=\"display:none\" alt=\"Abt Urban Federer\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>\n        Abt Urban Federer<\/p>\n<p>Der neue Papst will auch an den Br\u00fccken zwischen der Kurie in Rom und der Weltkirche bauen. Der Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, sagte letzthin vor Medienleuten, Papst Leo werde im Herbst Reformen der R\u00f6mischen Kurie ank\u00fcndigen. <\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00abPapst Leo will sich getreu seinem Vorg\u00e4nger Papst Franziskus f\u00fcr die Einheit der weltweiten Kirche einsetzen.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist eine Aussage des Papstes zu Mitarbeitenden des Staatssekretariats interessant. Zu ihnen sagte Papst Leo im Juni, sie h\u00e4tten einen zunehmend universellen Charakter angenommen. Mit fast der H\u00e4lfte der Mitarbeiter, die nicht dem Klerikerstand angeh\u00f6ren, darunter mehr als 50 Frauen, \u00abspiegle das Staatssekretariat selbst das Gesicht der Kirche wider.\u00bb<\/p>\n<p>Und Papst Leo will sich getreu seinem Vorg\u00e4nger Papst Franziskus f\u00fcr die Einheit der weltweiten Kirche einsetzen. Im Miteinander aller Glieder der Kirche k\u00f6nne am besten die Sch\u00f6nheit des Evangeliums weitergegeben werden. Daf\u00fcr streicht er den Weg des synodalen Prozesses heraus. Dieser ist f\u00fcr den Papst ein fruchtbarer Weg zur Erneuerung der Kirche.\u00bb<\/p>\n<p>David Neuhold, Universit\u00e4t Luzern:<\/p>\n<p>\u00abAm Anfang war die Papstwahl eine \u00dcberraschung, das \u2018Habemus Papam\u2019 hatte etwas Unerwartetes: Ein US-amerikanischer Papst, kann das inmitten der Spannungsgef\u00fcge unserer Welt gut gehen? Es scheint aber, dass eine stille, leise und best\u00e4ndige Art den neuen Papst auszeichnet \u2013 und Leo XIV. erweist sich als vers\u00f6hnlich und ruhig.<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/David-Neuhold_122.jpg\" title=\"David Neuhold, Professor f\u00fcr Kirchengeschichte an der Universit\u00e4t Luzern\" data-caption=\"David Neuhold, Professor f\u00fcr Kirchengeschichte an der Universit\u00e4t Luzern\" target=\"_self\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/David-Neuhold_122.jpg\" style=\"display:none\" alt=\"David Neuhold, Professor f\u00fcr Kirchengeschichte an der Universit\u00e4t Luzern\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>\n        David Neuhold, Professor f\u00fcr Kirchengeschichte an der Universit\u00e4t Luzern<\/p>\n<p>Erst j\u00fcngst hat mir das wiederum jemand best\u00e4tigt, der mit ihm \u00f6fters zusammengearbeitet hat. Grosse Erwartungshaltungen an den Papst zu haben, scheint mir schwierig. Interessant und bedeutsam ist vor allem, welche Bischofsprofile er sch\u00e4rft. Auf seine theologischen Akzentsetzungen bin ich daneben gespannt.<\/p>\n<p>Es heisst ja, dass er gerade in Castel Gandolfo an einer Enzyklika arbeitet. Wenn er als spirituelle F\u00fchrungskraft zu Frieden, Sorge um die und mit den Schwachen sowie Menschenw\u00fcrde beitragen k\u00f6nnte, dann w\u00e4re das wunderbar. Im Raum der Kirche wird Leo XIV. vor allem aber auch in finanziell-\u00f6konomischen Hinsicht gefordert. Hier tr\u00e4gt er ein Erbe seines Vorg\u00e4ngers weiter.\u00bb<\/p>\n<p>Diakon Stefan Staub, Teufen:<\/p>\n<p>\u00abOb Papst Leo die Reformbem\u00fchungen seines Vorg\u00e4ngers fortf\u00fchrt, weiss niemand. Alles andere w\u00e4re Kaffeesatzleserei. Fest steht nur: Er kennt die Realit\u00e4t S\u00fcdamerikas \u2013 dem Heimatkontinent von Franziskus \u2013 und er hat Erfahrung im Umgang mit sozial randst\u00e4ndigen Menschen. Doch Leos Wurzeln liegen in den USA, vermutlich in einer gesch\u00fctzten und gut versorgten Umgebung.<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/staub1.jpg\" title=\"Diakon Stefan Staub\" data-caption=\"Diakon Stefan Staub\" target=\"_self\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/staub1.jpg\" style=\"display:none\" alt=\"Diakon Stefan Staub\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>\n        Diakon Stefan Staub<\/p>\n<p>Zwischen beiden P\u00e4psten liegen Welten. Franziskus war Theologe und Seelsorger, weniger ein Freund vatikanischer Protokolle und grosser Liturgien, daf\u00fcr umso mehr ein Hirte und Sozialarbeiter. Leo dagegen ist liturgisch gepr\u00e4gt und pflegt sichtbar den vatikanischen Lifestyle \u2013 sp\u00fcrbar st\u00e4rker als sein Vorg\u00e4nger. Seine bisherigen Entscheidungen, wie er das Papsttum pflegt, gehen in diese Richtung.<\/p>\n<p>Im Monat Juni war ich im Rahmen eines Sabbaticals in Rom, mitten im Herzen der katholischen Welt \u2013 und habe von Leo kaum etwas wahrgenommen. In einer Zeit multipler Krisen ist das meines Erachtens nicht das Weiseste.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00abUnsere Welt ist bekanntlich nicht im Lot, und es braucht jemand, der es ausspricht.\u00a0Papst Leo k\u00f6nnte diese Stimme sein.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Welt braucht einen Papst, der pr\u00e4sent ist, nicht nur in der Sixtinischen Kapelle und an grossen Jugendtreffen, sondern an den Frontlinien der Menschheit. Ja, sicher: Hinter den vatikanischen Mauern laufen wohl zahllose diplomatische Gespr\u00e4che. Aber Hoffnung auf Gottes Dasein in den St\u00fcrmen der Welt entsteht nicht in stillen Salons. Hoffnung w\u00e4chst, wenn er Gesicht zeigt und er Stellung bezieht zu den Verbrechengegen die Menschlichkeit. Unsere Welt ist bekanntlich nicht im Lot und es braucht jemand, der es ausspricht.\u00a0Papst Leo k\u00f6nnte diese Stimme sein. Noch ist er es f\u00fcr mich noch nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Thomas S\u00f6ding, Universit\u00e4t Bochum:<\/p>\n<p>\u00abDie katholische Kirche steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss ihre internen Verfassungsprobleme l\u00f6sen, die durch zu viel Klerikalismus ausgel\u00f6st werden. Und sie muss in einer aufgeregten Welt die Stimme der Vernunft sein, der Menschlichkeit.<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.kath.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/09\/20220930-Thomas-Soeding-2-220908-0916-000175.jpg\" title=\"Thomas S\u00f6ding ist Vizepr\u00e4sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.\" data-caption=\"Thomas S\u00f6ding ist Vizepr\u00e4sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/20220930-Thomas-Soeding-2-220908-0916-000175-1920x827.jpg\" style=\"display:none\" alt=\"Thomas S\u00f6ding ist Vizepr\u00e4sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>\n        Thomas S\u00f6ding ist Vizepr\u00e4sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.<\/p>\n<p>Beides hat Papst Leo XIV. verstanden und zu verbinden begonnen. Er greift starke Impulse von Papst Franziskus auf: synodale Kirche, \u00f6kologische Verantwortung, soziales Gewissen. Aber er f\u00fchrt es eigenst\u00e4ndig weiter: besonnen, informiert, interessiert, l\u00f6sungsorientiert. So habe ich Papst Leo vor seiner Wahl pers\u00f6nlich kennengelernt. Es werden noch Krisen kommen, die er zu meistern hat. Aber er bringt gute Voraussetzungen mit, auch auf schwerer See Kurs zu halten.\u00bb<\/p>\n<p>Monika Schmid, Theologin, Effretikon ZH:<\/p>\n<p>\u00abIch habe mich wenig mit dem neuen Papst auseinandergesetzt. Er scheint sympathisch zu sein und m\u00f6chte es m\u00f6glichst allen Recht machen.\u00a0<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/monikaschmid.jpg\" title=\"Monika Schmid\" data-caption=\"Monika Schmid\" target=\"_self\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/monikaschmid.jpg\" style=\"display:none\" alt=\"Monika Schmid\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>\n        Monika Schmid<\/p>\n<p>Vor allem die konservativen Kreise, die gegen Franziskus gearbeitet haben, versucht er gn\u00e4dig zu stimmen. Grosse innerkirchliche Erneuerungen wird er kaum anstossen. Wie er sich aussenpolitisch einbringt, ist noch sehr vage. Ich habe keine Erwartungen an sein Pontifikat. F\u00fcr \u00dcberraschungen bin ich offen.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a9 Katholisches Medienzentrum, 13.08.2025<\/p>\n<p>Die Rechte s\u00e4mtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist<br \/>\n                        honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.\n                    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Papst Leo XIV. ist seit gut 100 Tagen im Amt. 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