{"id":348120,"date":"2025-08-16T01:17:13","date_gmt":"2025-08-16T01:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348120\/"},"modified":"2025-08-16T01:17:13","modified_gmt":"2025-08-16T01:17:13","slug":"demenz-ist-wenn-das-zahnrad-klemmt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348120\/","title":{"rendered":"Demenz ist, wenn das Zahnrad klemmt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Schweigen verunsichert: Wege, Krankheiten kindergerecht zu thematisieren.<\/p>\n<p>Wie f\u00fchlt es sich an, wenn man alles vergisst? Diese Frage stellt Tilda ihrem Gro\u00dfvater. Er \u00fcberlegt: \u201eWie Honig im Kopf.\u201c In der Antwort findet sich der Titel jenes Filmes, der 2014 das Thema Demenz in die deutschsprachigen Kinos brachte, und damit in die Realit\u00e4t zahlreicher Kinder. Als \u201eschonungslos direkt\u201c wurde der Plot bezeichnet, als \u201egewagt\u201c, vor allem aber als \u201ewertvoll\u201c. Denn: \u201eKinder k\u00f6nnen mit Krankheit und Tod sehr gut umgehen, man muss sich nur trauen, sie damit zu konfrontieren\u201c, sagt Agnes Pirker-Kees, Fach\u00e4rztin f\u00fcr Neurologie in Wien.<\/p>\n<p>Es gehe darum, kindgerechte Antworten zu geben. \u201eBei sehr jungen Kindern reicht es zu sagen: ,Der Opa kann sich manches nicht mehr gut merken\u2018\u201c, meint Pirker-Kees. \u00c4lteren w\u00fcrden Bilder helfen: \u201eIm Gehirn der Oma sind die Nervenzellen verklebt, die Gedanken flie\u00dfen nicht mehr so gut.\u201c Oder: Die Zahnr\u00e4der im Kopf klemmen. Schulkinder verst\u00fcnden auch Medizinischeres, etwa, \u201edass im Gehirn manches Eiwei\u00df nicht mehr so gut wegger\u00e4umt wird, sich ablagert und die Merkf\u00e4higkeit darunter leidet\u201c.<\/p>\n<p><strong>Kinder verurteilen nicht. <\/strong>Demenzen sind bei Erwachsenen keine Seltenheit. In \u00d6sterreich belaufen sich die Sch\u00e4tzungen auf 115.000 bis 130.000 Betroffene, wobei die Wahrscheinlichkeit zu erkranken mit dem Alter steigt: \u201eEtwa ein Prozent der 60- bis 65-J\u00e4hrigen ist betroffen, bei den \u00fcber 90-J\u00e4hrigen rund 34 Prozent\u201c, sagt Pirker-Kees. Tendenz steigend. \u201eDa die Gesellschaft \u00e4lter wird, k\u00f6nnte es bald in jeder Familie mehrere Demenzf\u00e4lle geben.\u201c<\/p>\n<p>Die Kommunikation mit Kindern sei daher umso wichtiger \u2013 und die Interaktion mit den Patienten. \u201eDie Eltern wollen die Kinder oft von den Dementen fernhalten, da sie f\u00fcrchten, das Kind k\u00f6nnte sich schrecken, wenn der Opa harsch reagiert, den Namen vom Enkel vergisst, einen Ern\u00e4hrungsschlauch oder Windeln ben\u00f6tigt. Tatsache ist: Wenn das Kind wei\u00df, warum das n\u00f6tig ist, kann es damit umgehen.\u201c \u00dcberhaupt sei der Zugang st\u00e4rker emotional: \u201eKinder akzeptieren es, wenn sie mit jemandem ,Mensch \u00e4rgere dich nicht\u2018 spielen k\u00f6nnen, der ihnen nicht in allen Dingen \u00fcberlegen ist.\u201c Und: \u201eSie f\u00fcrchten sich vor N\u00e4he nicht, sie umarmen die demente Person, lachen mit ihr \u2013 das ist f\u00fcr beide Seiten wertvoll.\u201c W\u00e4hrend Erwachsene oft damit hadern, dass die eigenen Eltern die Kontrolle \u00fcber ihren Geist verlieren, akzeptieren Kinder den Status quo schneller \u2013 sofern sie ihn erkl\u00e4rt bekommen. \u201eKinder kommen damit klar, wenn der Oma der Name nicht einf\u00e4llt. Sie verurteilen die Oma daf\u00fcr nicht.\u201c<\/p>\n<p>(\u201cDie Presse\u201c, Print-Ausgabe, 06.05.2018)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schweigen verunsichert: Wege, Krankheiten kindergerecht zu thematisieren. Wie f\u00fchlt es sich an, wenn man alles vergisst? 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