{"id":348222,"date":"2025-08-16T02:16:17","date_gmt":"2025-08-16T02:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348222\/"},"modified":"2025-08-16T02:16:17","modified_gmt":"2025-08-16T02:16:17","slug":"stuttgarter-konzern-bosch-tochter-macht-mehr-bueroarbeit-zur-pflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348222\/","title":{"rendered":"Stuttgarter Konzern: Bosch-Tochter macht mehr B\u00fcroarbeit zur Pflicht"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Bosch\" title=\"Bosch\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bosch<\/a>-Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH schreibt ihren Mitarbeitern vor, k\u00fcnftig mindestens 60 Prozent ihrer individuellen Wochenarbeitszeit an ihren Arbeitspl\u00e4tzen pr\u00e4sent zu sein. Sie ergreift damit besonders einschneidende Ma\u00dfnahmen, um das Home-Office, also die Arbeit von zu Hause aus, wieder zu begrenzen.<\/p>\n<p>Eine Bosch-Sprecherin best\u00e4tigte Informationen unserer Zeitung \u00fcber die neue Regelung, die am 1. September in Kraft treten wird und f\u00fcr rund 2200 Besch\u00e4ftigte an den deutschen Standorten gilt. Die Vorgabe solle \u201egezielt die Innovationskraft st\u00e4rken sowie den pers\u00f6nlichen Austausch und die Zusammenarbeit f\u00f6rdern\u201c.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.08f0e783-77c5-40cb-936a-90d2e786e378.original1024.media.jpeg\"\/>     Stefan Hartung f\u00fchrt den Bosch-Konzern. Die Lage der Autobranche macht dem Unternehmen schwer zu schaffen.    Foto: IMAGO\/Xinhua    <\/p>\n<p> Seit Jahren versucht die Bosch-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, die infolge der Corona-Pandemie sprunghaft gestiegene Home-Office-Quote wieder zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Versuch, die Pr\u00e4senzarbeit durch Appelle an die Besch\u00e4ftigten substanziell zu erh\u00f6hen, brachte jedoch nicht den gew\u00fcnschten Erfolg. <\/p>\n<p>Druck wurde bereits sanft erh\u00f6ht <\/p>\n<p>Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Konzerns nach Informationen unserer Zeitung den Druck erh\u00f6ht und die Besch\u00e4ftigten in einem internen Rundschreiben aufgerufen, wieder h\u00e4ufiger ins B\u00fcro zu kommen. Sie erkl\u00e4rte zugleich, es sei ihr \u201egro\u00dfer Wunsch\u201c, dass die Besch\u00e4ftigten wieder mindestens 60 Prozent ihrer Arbeitszeit im B\u00fcro verbringen. Dabei z\u00e4hlen auch Ausw\u00e4rtstermine und Arbeiten an anderen Standorten des Unternehmens als Pr\u00e4senztage. Bei Bosch reisen viele Besch\u00e4ftigte zu internen Terminen zwischen Standorten wie Feuerbach, Schwieberdingen und Abstatt hin und her.<\/p>\n<p>Tochter f\u00fcr anspruchsvolle Entwicklungsaufgaben <\/p>\n<p>Die Tochtergesellschaft Bosch Engineering mit Sitz in Abstatt (Kreis Heilbronn) geht bei der Pr\u00e4senzarbeit nun einen Schritt weiter als der Konzern und versucht, dieses Ziel durch eine verbindliche Vorgabe zu erreichen. Die Firma, die au\u00dfer in Abstatt auch in Holzkirchen bei M\u00fcnchen einen wichtigen Standort hat, \u00fcbernimmt anspruchsvolle technische Entwicklungsaufgaben, insbesondere im Bereich der Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p> Was Bosch zu schaffen macht <\/p>\n<ul>\n<li> Lahmende E-Mobilit\u00e4t: Autobauer und auch Bosch selbst haben hohe Summen ins E-Auto investiert \u2013 nun liegen die Investitionen teilweise brach. Stattdessen muss verst\u00e4rkt in Verbrenner- und Hybridtechnologie investiert werden. <\/li>\n<li> Weltkonjunktur: Die Autokonjunktur lahmt \u2013 ein globaler Zulieferer wie Bosch kann sich dem nicht entziehen. Die US-Z\u00f6lle k\u00f6nnen sich als weiter Bremsfaktor erweisen. <\/li>\n<li> Konkurrenz aus China: In China wird mit extremem Tempo an sehr kosteng\u00fcnstigen Technologien gearbeitet. Das setzt die Bosch-Kunden und auch Bosch selbst unter Druck. <\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00c4hnlich wie die Muttergesellschaft leidet auch die Engineering-Tochter massiv unter der Verschiebung von Entwicklungsprojekten durch wichtige Kunden aus der Autoindustrie, die angesichts der wirtschaftlichen Flaute, der US-Z\u00f6lle und der unerwartet schleppenden Entwicklung der E-Mobilit\u00e4t vorsichtig geworden sind. Vor einigen Wochen k\u00fcndigte das Unternehmen an, weltweit 460 Arbeitspl\u00e4tze abzubauen, davon 360 am Hauptsitz in Abstatt. Auch die w\u00f6chentliche Arbeitszeit wurde deutlich verk\u00fcrzt \u2013 mit Einbu\u00dfen beim Gehalt.<\/p>\n<p>Vor der Pandemie hatte Bosch einen anderen Weg verfolgt und jahrelang versucht, die Besch\u00e4ftigten zu einem geringeren Pr\u00e4senzanteil ihrer Arbeit zu bewegen. \u201eWir wollen weg von der Pr\u00e4senz- und hin zu einer Ergebniskultur\u201c, sagte der einstige Personalchef Christoph K\u00fcbel im Jahr 2013. W\u00e4hrend der Pandemie warb Bosch besonders intensiv f\u00fcr mobiles Arbeiten, um trotz strenger Kontaktregeln die Arbeit aufrecht erhalten zu k\u00f6nnen. K\u00fcbels Nachfolgerin Filiz Albrecht startete die Initiative \u201esmart work\u201c, die ebenfalls eine Modernisierung der Arbeitskultur zum Ziel hatte.<\/p>\n<p> Nach Pandemie blieben viele B\u00fcros leer <\/p>\n<p>Als sich nach der Pandemie die B\u00fcros kaum wieder f\u00fcllten, sah Bosch sich veranlasst, eine Erh\u00f6hung der Pr\u00e4senz anzustreben \u2013 ohne allerdings das Home-Office auszuschlie\u00dfen. Das Unternehmen betont, dass sich daran nichts ge\u00e4ndert habe. Es sei das Ziel, \u201ebeide Welten optimal zu verbinden, um effizientes Arbeiten sowohl im B\u00fcro als auch mobil zu unterst\u00fctzen\u201c. Es gelte aber auch, Kreativit\u00e4t, Teamgeist, Informationsaustausch und Identifikation mit dem Unternehmen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist die Heimarbeit w\u00e4hrend der Pandemie sprunghaft gestiegen und h\u00e4lt sich seither auf hohem Niveau. 2019, im Jahr vor der Pandemie, arbeiteten noch 12,9 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen im Home Office, ein Jahr sp\u00e4ter waren es bereits 21 Prozent. Es gebe \u201ekeinerlei Hinweise darauf, dass das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Homeoffice\" title=\"Homeoffice\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homeoffice<\/a> auf dem R\u00fcckzug ist\u201c, sagt Wirtschaftsforscher Jean-Victor Alipour vom Ifo-Institut. \u201eHomeoffice hat sich fest etabliert, einzelne Initiativen von Unternehmen, ihre Besch\u00e4ftigten ins B\u00fcro zur\u00fcckzuholen, bilden keinen statistisch ablesbaren Trend.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bosch-Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH schreibt ihren Mitarbeitern vor, k\u00fcnftig mindestens 60 Prozent ihrer individuellen Wochenarbeitszeit an ihren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":348223,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[4694,1634,2909,97007,3364,29,8919,30,19234,97008,1441],"class_list":{"0":"post-348222","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-automobile","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-bosch","11":"tag-bosch-engineering","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-exklusiv","15":"tag-germany","16":"tag-homeoffice","17":"tag-praesenzpflicht","18":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115036041105888392","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=348222"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348222\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/348223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=348222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=348222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=348222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}