{"id":348262,"date":"2025-08-16T02:38:28","date_gmt":"2025-08-16T02:38:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348262\/"},"modified":"2025-08-16T02:38:28","modified_gmt":"2025-08-16T02:38:28","slug":"kinderorthopaedie-im-smh-lila-laechelt-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348262\/","title":{"rendered":"Kinderorthop\u00e4die im SMH: Lila l\u00e4chelt wieder"},"content":{"rendered":"<p class=\"notiz\">\n        Erstellt von Katharina Landorff\n    <\/p>\n<p class=\"card-text\">15.08.2025<\/p>\n<p>    Bewegungsapparat<\/p>\n<p class=\"lead\">\n                    Lila kann wieder laufen und l\u00e4cheln. Ein kleines Wunder. Das zierliche M\u00e4dchen ist zehn Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Seit November 2024 lebt es im Friedensdorf in Oberhausen. Ihre Familie, Eltern und Geschwister, sind in der Heimat geblieben. Mithilfe und auf Initiative des Friedensdorfes Oberhausen konnte sich Lila auf die lange Reise ins Ruhrgebiet begeben, um wieder gesund zu werden.\n                <\/p>\n<p>Nach einer Knocheninfektion im rechten Bein sa\u00df Lila im Rollstuhl und hatte Schmerzen. Unterhalb des Knies kr\u00fcmmte sich der Knochen des Unterschenkels nach au\u00dfen, war ganz verformt, das Bein erheblich verk\u00fcrzt. Innen fehlte ein St\u00fcck Knochen und eine Infektion machte sich breit. Im Heimatland konnte das M\u00e4dchen medizinisch nicht versorgt werden.<\/p>\n<p>Das Friedensdorf Oberhausen wandte sich daher mit der Bitte um kostenlose medizinische Hilfe an Klinikdirektor Prof. Marcus J\u00e4ger, einem Spezialisten f\u00fcr Kinderorthop\u00e4die und Kindertraumatologie sowie f\u00fcr die Behandlung von kritischen Knochendefekten am <a href=\"https:\/\/www.contilia.de\/einrichtungen\/st-marien-hospital-muelheim-an-der-ruhr.html\" target=\"_self\" class=\"internalLink\" rel=\"nofollow noopener\">St. Marien-Hospital M\u00fclheim an der Ruhr<\/a> (SMH). Er konnte die Behandlung samt mehrerer Operationen der damals neunj\u00e4hrigen Patientin pro bono zusagen.<\/p>\n<p>Drei Monate nach der zweiten Operation ist der erfahrene Operateur erfreut \u00fcber das Ergebnis und die gewonnene Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr Lila: \u201eEin gro\u00dfes St\u00fcck des Schienbeins war vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt und abgestorben, das angrenzende Gewebe infiziert. Das Bein war verk\u00fcrzt, schief und deformiert. Wir haben die Infektion erfolgreich bek\u00e4mpft, die Beinachse korrigiert und den Knochendefekt mit einem St\u00fcck Knochen aus dem Wadenbein der Patientin \u00fcberbr\u00fcckt. Ebenso gelang es auch die Deformit\u00e4t im Unterschenkel zu korrigieren\u201c, beschreibt Prof. Marcus J\u00e4ger den Behandlungsweg, der zwei Operationen im Abstand von einigen Wochen umfasste.<\/p>\n<p>Heute kann Lila ganz ohne Schmerzen laufen. Genauso wie Gleichalterige k\u00f6nnen ihre Knochen ohne Beeintr\u00e4chtigung wachsen. Lilas rechtes Bein ist nun gerade und nahezu gleichlang wie das nicht-operierte Bein. So kann Lila auf den klotzigen Schuh an ihrem rechten Bein verzichten, mit dem vorher der gro\u00dfe Unterschied der Beinl\u00e4ngen ausgeglichen werden sollte.<\/p>\n<p>Der Weg zur Heilung war komplex: Mit der so genannten Masqualet-Technik wurde in einer ersten Operation Ende Februar 2025 ein gro\u00dfes St\u00fcck vom abgestorbenen und infizierten Schienbeinknochen in Lilas rechtem Bein entfernt. Der Chirurg brachte Knochenzement ein, um den entstandenen Hohlraum zu \u00fcberbr\u00fccken und sorgte mit antibiotikahaltigem Material f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Infektes. Einige Wochen sp\u00e4ter folgte die zweite, entscheidende Operation: \u201eDer Defekt war sehr gro\u00df, so dass wir zus\u00e4tzliche regenerative Verfahren einsetzen mussten, um die Knochenheilung anzuregen. Wir nutzten daf\u00fcr k\u00f6rpereigene Zellen und Gewebefragmente, in einem innovativen Gewebekollektor unter Vakuum w\u00e4hrend der Operation gewonnen wurden,\u201c erkl\u00e4rt Prof. Marcus J\u00e4ger den neuartigen Ansatz (so genanntes BoneFlo-Prinzip).<\/p>\n<p>In der Regel setzen Operateure in solchen F\u00e4llen auf Knochentransplantationen aus dem Beckenknochen, so Prof. J\u00e4ger. \u201eBeckeneingriffe k\u00f6nnen im Kindesalter zu Wachstumsproblemen f\u00fchren, verl\u00e4ngern die Operationszeit und damit den Blutverlust und f\u00fchren zudem zu Schmerzen an der Entnahmestelle. Mit unserem innovativen Ansatz konnten wir die Wachstumsfuge erhalten. Somit kann Lila ganz normal wachsen\u201c, stellt der Kinderorthop\u00e4de und Kindertraumatologe fest.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz kam Lila noch im Rollstuhl in die Sprechstunde ins St. Marien-Hospital M\u00fclheim an der Ruhr. An diesem Junimontag geht die Zehnj\u00e4hrige gemeinsam mit Prof. Marcus J\u00e4ger den Flur der Ambulanz entlang und steigt die Treppen zum Erdgeschoss hoch. Beide sind sehr zufrieden: Daf\u00fcr gibt es ein High-Five.<\/p>\n<p>Fotos: Katharina Landorff, SMH<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erstellt von Katharina Landorff 15.08.2025 Bewegungsapparat Lila kann wieder laufen und l\u00e4cheln. Ein kleines Wunder. 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