{"id":348288,"date":"2025-08-16T02:53:09","date_gmt":"2025-08-16T02:53:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348288\/"},"modified":"2025-08-16T02:53:09","modified_gmt":"2025-08-16T02:53:09","slug":"schule-neu-erfinden-4-tipps-fuer-leichtigkeit-im-neuen-schuljahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348288\/","title":{"rendered":"Schule neu erfinden: 4 Tipps f\u00fcr Leichtigkeit im neuen Schuljahr"},"content":{"rendered":"<p>Statt 45-Minuten-Einheiten und Klassenzimmern gibt es am Gymnasium Mainz Mombach Lernpfade am Tablet, gem\u00fctliche Sitzkissen und Gemeinschaftsr\u00e4ume. Einige der Ideen des neuen Konzepts dieser Schule k\u00f6nnen sich Eltern und Kinder abgucken \u2013 f\u00fcr einen entspannten Start ins neue Schuljahr. <\/p>\n<p>Auf einem Sitzkissen am Boden eines Gemeinschaftsraumes, Tablet in der Hand, lernt es sich gleich ganz anders. Das ist zumindest der Gedanke hinter <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/schule-ohne-schule-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Ein Gymnasium der besonderen Art in Mainz - Wie macht man Schule ohne Schule?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dem Raumkonzept am Gymnasium Mainz Mombach.<\/a> Hier gibt es f\u00fcr jedes Kind einen eigenen Arbeitsplatz, an dem Stille angesagt ist, und viele gro\u00dfe Gemeinschaftsr\u00e4ume, in denen unterschiedliche Sitzm\u00f6glichkeiten stehen. Dort ist Partnerarbeit und Austausch ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht. &#8222;Nicht jedes Kind lernt in der gleichen Sitzposition, zur gleichen Zeit, gleich gut&#8220;, beschreibt Mareike Rudolf die Ausgangslage. Sie ist Lehrerin am Gymnasium Mainz Mombach, hat das Konzept mitentwickelt. <\/p>\n<blockquote class=\"quote-blockquote\">\n<p>Schule in Deutschland: Dieses Gymnasium macht alles anders | Doku<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Schulentwicklungsprozess in Rheinland-Pfalz &#8222;Schule der Zukunft&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Das Gymnasium Mainz Mombach wurde 2023 neu gegr\u00fcndet. Die Schule geh\u00f6rt zu einer von 97 Schulen in Rheinland-Pfalz, die im Rahmen der Initiative &#8222;Schule der Zukunft&#8220; neue Konzepte ausprobiert und den Schulalltag weiterentwickeln soll. Mit dem Projekt &#8222;Schule der Zukunft&#8220; hat sich Rheinland-Pfalz dazu entschieden, Ver\u00e4nderungen im Schulalltag nicht &#8222;von oben&#8220; vorzugeben, sondern aus den Schulen heraus (&#8222;bottom up&#8220;) entwickeln zu lassen. <\/p>\n<p>Am Gymnasium Mainz Mombach d\u00fcrfen Lernende selbst entscheiden, welche Aufgaben sie wann bearbeiten wollen. Der Lernstoff liegt als digitaler Lernpfad am Tablet vor. Viele Kompetenzen aus einzelnen F\u00e4chern sind anhand eines Themas vernetzt aufbereitet. Zum Beispiel lernen die Kinder am Thema &#8222;Bauernhof&#8220; in Erdkunde die konventionelle und \u00f6kologische Tierhaltung kennen, in Englisch den Wortschatz, schreiben in Deutsch eine Tierbeschreibung und diskutieren in Ethik Fragen der Tierhaltung. <\/p>\n<p>Ziel des Gymnasiums Mainz Mombach ist es, das Kind in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist gleichzeitig auch der gro\u00dfe Wunsch von Lehrerin Mareike Rudolf. &#8222;Ich m\u00f6chte meinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gerecht werden&#8220;, erz\u00e4hlte sie 2023 vor der Er\u00f6ffnungsfeier. Das gelingt ihr an dieser Schule auch durch ein w\u00f6chentliches Einzelgespr\u00e4ch mit ihren Lernenden. &#8222;Jeden Freitag gehe ich gut gelaunt aus der Schule&#8220;, strahlt sie, denn sie habe dann zehn bis 15 Minuten mit jedem Kind aus ihrer Bezugslerngruppe gesprochen. In dem Gespr\u00e4ch gehe es nicht um Noten, sondern darum, wie das Kind in seinem Lernen vorankommt und sich weiterentwickelt. Auch pers\u00f6nliche Probleme und organisatorische Fragen k\u00f6nnen Gespr\u00e4chsgegenstand sein. Die Mentoring-Gespr\u00e4che kommen bei vielen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gut an. &#8222;Die fordern das richtig ein&#8220;, berichtet Lehrer Felix Prier.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon auf welche Schule ein Kind geht, lassen sich Ideen aus dem p\u00e4dagogischen Konzept des Gymnasiums Mainz Mombach adaptieren und zuhause anwenden. Hier folgen vier Impulse: <\/p>\n<p>Auch wenn ein Mentoring-Gespr\u00e4ch an vielen Schulen nicht stattfindet, k\u00f6nnten doch aber Eltern und Kinder zuhause einmal pro Woche besprechen, was schulisch ansteht. So behalten alle den \u00dcberblick \u00fcber anstehende Projekte und Klassenarbeiten und k\u00f6nnen Schwierigkeiten fr\u00fcher absehen und angehen. Lehrerin Mareike Rudolf empfiehlt, das Kind im Gespr\u00e4ch zum Reflektieren einzuladen. Das gelinge durch Fragen, wie: Wo l\u00e4uft dein Lernen gerade gut? Wo brauchst du Hilfe? Welches Ziel setzt du dir f\u00fcr diese Woche und wie kommst du dahin? <\/p>\n<p>Lernschwierigkeiten sind f\u00fcr Lehrerin Mareike Rudolf nichts Ungew\u00f6hnliches. Diese Haltung sollten Eltern ihrem Kind am besten auch vermitteln. &#8222;Wenn du das jetzt nicht kannst, ist das ein \u201adu kannst es NOCH nicht\u2018&#8220;, w\u00e4re Mareike Rudolfs Formulierungsvorschlag. Im ersten Schritt empfiehlt sie, das Kind zu best\u00e4rken, das Problem selbst anzugehen, in dem es auf seine Lehrkraft zukommt. Wichtig sei es, laut Mareike Rudolf, die Rolle eines Lehrers als Lernhelfer zu verstehen, nicht als reinen Notengeber. Die Lehrkraft sei dazu da, das Kind beim Lernen zu unterst\u00fctzen. Kindern sollte vermittelt werden, sich zu trauen, Schwierigkeiten bei ihren Lehrern anzusprechen. Dadurch erfahre das Kind auch Selbstwirksamkeit, weil es sich eben selbst Hilfe holen kann. Nachfragen beim Lehrer sei in vielen K\u00f6pfen mit Scheitern verbunden, erz\u00e4hlt Mareike Rudolf. &#8222;Das ist es gerade nicht. Man darf etwas nicht verstehen und sich Hilfe suchen.&#8220;<\/p>\n<p>Mareike Rudolf hat die Erfahrung gemacht, dass sich Lernende selbst den Ort schaffen, an dem sie gut lernen k\u00f6nnen. Egal, ob das auf der Treppenstufe sei oder in einer selbstgebauten H\u00f6hle. Die Freiheit, sich den Lernort selbst auszusuchen, sollten Eltern ihrem Kind lassen. &#8222;Wichtig ist, dass Kinder merken, was sie f\u00fcr ihre Konzentration brauchen.&#8220; Daf\u00fcr sollten so wenig Umgebungsreize wie m\u00f6glich vorhanden sein. Manchmal k\u00f6nne es auch hilfreich sein, das Lernen interessanter zu gestalten. Wenn Mathe sowie schon ein unangenehmes Fach ist und das Papier zu langweilig, k\u00f6nne man zum Beispiel zu (unbedingt wasserl\u00f6slichen!) Fensterschreibern greifen und die Aufgaben am Fenster bearbeiten. <\/p>\n<p>&#8222;Noten entscheiden \u00fcber vieles und machen deshalb nerv\u00f6s&#8220;, sagt Mareike Rudolf. Sie w\u00fcrde allerdings am liebsten keine Noten mehr, sondern Kompetenzen verteilen. Noten w\u00fcrden nur abbilden, was ein Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Pr\u00fcfungssituation zu einer bestimmten Fragestellung abrufen konnte. Sie betont deshalb immer: &#8222;Du bist mehr als Noten. Noten sind Zahlen. Das hei\u00dft aber nicht, dass das ist, was du kannst und was du bist.&#8220; Deshalb empfiehlt die Lehrerin einen gelassenen Umgang mit Noten. Gerade beim Schulwechsel von der Grundschule auf die weiterf\u00fchrende Schule sei es oft der Fall, dass Noten sich ein wenig nach unten ver\u00e4ndern. &#8222;Die kommen aus der Grundschule und haben dort 1er und 2er. Und dann haben die auf dem Gymnasium pl\u00f6tzlich eine 3.&#8220; Hier sei Entspannung angebracht und Vertrauen ins eigene Kind, dass es die Herausforderung meistern kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Statt 45-Minuten-Einheiten und Klassenzimmern gibt es am Gymnasium Mainz Mombach Lernpfade am Tablet, gem\u00fctliche Sitzkissen und Gemeinschaftsr\u00e4ume. 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