{"id":348548,"date":"2025-08-16T05:43:11","date_gmt":"2025-08-16T05:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348548\/"},"modified":"2025-08-16T05:43:11","modified_gmt":"2025-08-16T05:43:11","slug":"neue-medikamente-dank-ki-wissenschaftler-entwickeln-antibiotika-gegen-gonorrhoe-und-mrsa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348548\/","title":{"rendered":"Neue Medikamente dank KI: Wissenschaftler entwickeln Antibiotika gegen Gonorrhoe und MRSA"},"content":{"rendered":"<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Immer mehr Menschen sterben an Infektionen, die durch arzneimittelresistente Bakterien verursacht werden. Ein Forschungsteam des MIT hat nun k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um potenzielle neue Wirkstoffe gegen sogenannte Superbugs zu entwickeln \u2013 also besonders hartn\u00e4ckige bakterielle Erreger, die gegen herk\u00f6mmliche Behandlungen resistent sind.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat KI hat die Arzneimittelforschung immer mehr ver\u00e4ndert und Forschern und Arzneimittelherstellern dabei geholfen, vielversprechende Behandlungen zu finden. Besonders der m\u00fchsame Prozess der Suche nach wirksamen Verbindungen, die in Arzneimittel umgewandelt werden k\u00f6nnten, konnte so vereinfacht werden. <\/p>\n<p>Die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gingen jedoch noch einen Schritt weiter und verwendeten KI, um hypothetische chemische Molek\u00fcle zu erzeugen, die entweder noch nicht entdeckt wurden oder noch nicht existieren.<\/p>\n<p><strong>Neue Wege f\u00fcr die Behandlung arzneimittelresistenter Erkrankungen<\/strong><\/p>\n<p>Ziel war es, v\u00f6llig neue Wege zu finden, um die Resistenz gegen antimikrobielle Mittel zu bek\u00e4mpfen. Diese entsteht, wenn sich Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten so weit entwickeln, dass die Medikamente, die sie abt\u00f6ten sollen, nicht mehr wirksam sind, was die Behandlung von Infektionen erschwert.<\/p>\n<p>Das MIT-Team konzentrierte sich dabei auf arzneimittelresistente Gonorrhoe, welche von den US-Gesundheitsbeh\u00f6rden bereits als &#8222;dringende Bedrohung der \u00f6ffentlichen Gesundheit&#8220; bezeichnet wird.  Zudem widmeten sich die Forscher dem multiresistenten Bakterium Staphylococcus aureus (MDRSA). Dazu geh\u00f6rt auch der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), den man sich durch Kontakt mit infizierten Personen oder kontaminierten medizinischen Ger\u00e4ten einfangen kann.<\/p>\n<p><strong>KI erm\u00f6glichte Arbeit in unerforschten Bereichen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wir wollten alles ausschlie\u00dfen, das einem bestehenden Antibiotikum \u00e4hnelt, um die Krise der antimikrobiellen Resistenz (AMR) auf eine grundlegend neue Weise anzugehen&#8220;, so Aarti Krishnan, MIT-Forscher und einer der Autoren der Studie, in einer Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>&#8222;Indem wir uns in unerforschte Bereiche des chemischen Raums vorwagten, war es uns m\u00f6glich, neue Wirkmechanismen aufzudecken&#8220;, f\u00fcgte Krishnan hinzu.<\/p>\n<p>Das Team verwendete generative KI-Algorithmen, um mehr als 36 Millionen potenzielle Verbindungen zu erstellen und dann die besten davon zur Abt\u00f6tung der Bakterien heraus zu filtern.<\/p>\n<p>Sie identifizierten ein Fragment, das gut gegen Gonorrh\u00f6e-Bakterien zu wirken schien. Nach weiterer Optimierung wurden daraus zwei reale Wirkstoffkandidaten entwickelt.<\/p>\n<p>Einer von ihnen, den sie NG1 nannten, erwies sich in einer Laborschale und in einem Mausmodell schlie\u00dflich als \u00e4u\u00dferst wirksam bei der Abt\u00f6tung von Gonorrh\u00f6e-Bakterien.<\/p>\n<p>Zur Suche nach potenziellen Behandlungen f\u00fcr MDRSA verfuhren die Forscher \u00e4hnlich. Hier erwiesen sich sechs Molek\u00fcle als wirksam gegen Bakterien, die in einer Laborschale gez\u00fcchtet wurden.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler erkl\u00e4rten, dass die in der <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell\/abstract\/S0092-8674(25)00855-4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Zeitschrift Cell<\/strong><\/a> ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse ihnen auch bei der weiteren Entwicklung und Bewertung potenzieller neuer Verbindungen f\u00fcr andere Bakterienarten helfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>AMR als eine der gr\u00f6\u00dften Bedrohungen der globalen Gesundheit<\/strong><\/p>\n<p>Antimikrobielle Resistenz (AMR) ist die F\u00e4higkeit von Mikroorganismen, sich der Wirkung antimikrobieller Substanzen zu entziehen, die unter normalen Umst\u00e4nden ihr Wachstum hemmen oder sie abt\u00f6ten w\u00fcrden. 2019 erkl\u00e4rte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) antimikrobielle Resistenzen zu einer der zehn gr\u00f6\u00dften Bedrohungen f\u00fcr die globale \u00f6ffentliche Gesundheit. Im Juli 2022 z\u00e4hlten auch die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten AMR zu den drei schwerwiegendsten Gesundheitsrisiken.<\/p>\n<p>Weltweit trugen arzneimittelresistente bakterielle Infektionen im Jahr 2021 zu sch\u00e4tzungsweise 4,71 Millionen Todesf\u00e4llen bei. Diese Zahl wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich noch steigen.<\/p>\n<p>&#8222;Unsere Arbeit zeigt die Leistungsf\u00e4higkeit der k\u00fcnstlichen Intelligenz im Hinblick auf die Entwicklung von Medikamenten und erm\u00f6glicht es uns, viel gr\u00f6\u00dfere chemische R\u00e4ume zu nutzen. R\u00e4ume, die bisher unzug\u00e4nglich waren&#8220;, sagte James Collins, Professor am MIT und ebenfalls einer der Autoren der Studie. &#8222;Wir sind begeistert von den neuen M\u00f6glichkeiten, die dieses Projekt f\u00fcr die Entwicklung von Antibiotika er\u00f6ffnet.&#8220;<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler arbeiten nun mit Phare Bio, einem gemeinn\u00fctzigen Biotech-Unternehmen, zusammen, um weitere Verbindungen im Labor zu testen. Wenn sie sich weiterhin als vielversprechend erweisen, k\u00f6nnten die daraus entstandenen Arzneimittelkandidaten schlie\u00dflich in klinischen Versuchen getestet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Immer mehr Menschen sterben an Infektionen, die durch arzneimittelresistente Bakterien verursacht werden. 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