{"id":34873,"date":"2025-04-15T21:33:15","date_gmt":"2025-04-15T21:33:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/34873\/"},"modified":"2025-04-15T21:33:15","modified_gmt":"2025-04-15T21:33:15","slug":"trump-treibt-die-exporte-aus-china-importe-weiter-schwach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/34873\/","title":{"rendered":"Trump treibt die Exporte aus China, Importe weiter schwach"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-reagiert-auf-Trump-Exporte-steigen.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-346021 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-reagiert-auf-Trump-Exporte-steigen.jpg\" alt=\"China reagiert auf Trump Exporte steigen\" width=\"812\"\/><\/a>Foto: Bloomberg<\/p>\n<p>Trump versch\u00e4rft den <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/handelskrieg-trump-gegen-china-02-die-kunst-zu-verlieren-videoausblick-345877\/\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Handelskonflikt<\/a>, doch China steigert seine Exporte deutlich. Die Importe aber bleiben schwach. Die M\u00e4rz-Zahlen zeigen eine neue Schieflage im chinesischen Warenfluss.<br \/>Die Indikatoren der letzten Wochen haben nicht get\u00e4uscht: Trump treibt die Exporte aus China, w\u00e4hrend die Importe weiter schwach bleiben. Die j\u00fcngsten Handelsdaten zeigen ein Exportwachstum von 12,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr \u2013 ein Wert, der die Erwartungen der \u00d6konomen deutlich \u00fcbertraf.<\/p>\n<p>China: Exportboom vor US-Zollschock von Trump<\/p>\n<p>Noch bevor die von Pr\u00e4sident Trump angek\u00fcndigten umfassenden US-Z\u00f6lle vollst\u00e4ndig greifen, zeigt sich Chinas Au\u00dfenhandel im M\u00e4rz \u00fcberraschend dynamisch. Der kr\u00e4ftige Anstieg der Exporte d\u00fcrfte teilweise auf sogenannte \u201etariff front-running\u201c-Effekte zur\u00fcckzuf\u00fchren sein \u2013 also das Vorziehen von Lieferungen, um bevorstehende Zollbelastungen zu umgehen. Auff\u00e4llig ist jedoch, dass auch die Exporte in die Europ\u00e4ische Union zulegten, obwohl dort kein akutes Zollrisiko besteht. Das deutet darauf hin, dass weitere Faktoren im Spiel sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-Exporte-Trump.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-346017 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-Exporte-Trump-1024x621.png\" alt=\"China Exporte Trump\" width=\"640\" height=\"388\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 1: Chinas Handelsbilanz f\u00fcr das 1. Quartal 2025. Quelle: ING<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Exporte <a href=\"https:\/\/think.ing.com\/snaps\/chinas-march-data-offers-an-early-glimpse-at-trade-war-impact\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">anzogen<\/a>, fielen die Importe im gleichen Zeitraum um 4,3 % \u2013 ein st\u00e4rkerer R\u00fcckgang als erwartet. Diese Diskrepanz f\u00fchrte zu einem Handels\u00fcberschuss von 102,6 Milliarden US-Dollar, ein au\u00dfergew\u00f6hnlich hoher Wert selbst in globalem Ma\u00dfstab. Noch wichtiger ist jedoch, was sich dahinter verbirgt: Die anhaltende Schw\u00e4che der Inlandsnachfrage. Einmal mehr zeigt sich, dass der chinesische Binnenmarkt allein nicht in der Lage ist, die fehlende Nachfrage aus den USA oder Europa zu kompensieren. Oder, wie es Michel Pettis ausdr\u00fcckte: \u201eMit anderen Worten, China ist weiterhin nicht in der Lage, die steigenden Exporterl\u00f6se durch h\u00f6here L\u00f6hne in steigende Importe umzuwandeln.\u201c<\/p>\n<p>Brad Setser zu den Exporten aus China: Mehr als nur ein Vorzieheffekt<\/p>\n<p>Der US-amerikanische \u00d6konom Brad Setser hat die chinesischen Handelsdaten genau <a href=\"https:\/\/x.com\/michaelxpettis\/status\/1911656296857710927\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">analysiert<\/a>. In einem Kommentar hebt er hervor, dass es f\u00fcr die Exportzuw\u00e4chse keine eindeutigen Hinweise auf einen umfassenden Vorzieheffekt gibt \u2013 weder in der monatlichen Datenlage noch im Vergleich der Exporte in die USA und EU. Vielmehr sieht er die Ursache der stark steigenden Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse in einer ausgepr\u00e4gten Importschw\u00e4che, insbesondere im Handel mit Schwellenl\u00e4ndern, bei gleichzeitigem Exportwachstum.<\/p>\n<p>Sein Fazit: Die Volumina der Exporte seien ungew\u00f6hnlich stark gewachsen \u2013 weit st\u00e4rker als der globale Handel insgesamt. Gleichzeitig stagnieren die Importvolumina bestenfalls. Damit sei der reale \u00dcberschuss sogar noch h\u00f6her als der nominale.<\/p>\n<p>China reduziert Energieimporte<\/p>\n<p>China brauchte im ersten Quartal weniger Energie aus fossilen Brennstoffen. Die Einfuhren aus Gas, \u00d6l und Kohle gingen sowohl mengen- als auch wertm\u00e4\u00dfig zur\u00fcck. Die Einfuhr raffinierter \u00d6le schrumpfte um 22,4 %, bei Kohle sank der Wert der Importe um 22,5 %, obwohl das Volumen lediglich um 0,9 % zur\u00fcckging.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-Importe-Fossil-Fuels-Q1-2025.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-346018 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-Importe-Fossil-Fuels-Q1-2025-1024x615.png\" alt=\"China Importe Fossil Fuels Q1 2025\" width=\"640\" height=\"384\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 2: Chinas Einfuhren fossiler Brennstoffe im 1. Quartal 2025. Quelle: GAAC.<\/p>\n<p>Dabei ist zu beachten, dass Pipeline-\u00d6l seit 2022 nicht mehr in den offiziellen Zolldaten erfasst wird \u2013 die reale Importmenge d\u00fcrfte also h\u00f6her liegen. Da aber die Menge, die aus den Pipelines kommt, relativ konstant ist, \u00e4ndert es nichts an den Befund, dass der Bedarf schrumpfte.<\/p>\n<p>F\u00fcr M\u00e4rz allerdings meldete die Zollbeh\u00f6rde eine starke Erholung der Roh\u00f6limporte: Insgesamt wurden 51,41 Millionen Tonnen Roh\u00f6l importiert, was durchschnittlich 12,10 Millionen Barrel pro Tag entspricht \u2013 der h\u00f6chste Tageswert seit August 2023. Hauptverantwortlich daf\u00fcr waren h\u00f6here Liefermengen aus dem Iran und eine Erholung der russischen \u00d6lexporte.<\/p>\n<p>Diese widerspr\u00fcchlichen Signale \u2013 fallende Werte bei fossilen Brennstoffen im Quartal und steigende \u00d6limporte im M\u00e4rz \u2013 werfen Fragen auf. Zwei Erkl\u00e4rungen dr\u00e4ngen sich auf: Zum einen wirken strukturelle Ver\u00e4nderungen durch die Energiewende, etwa im Bereich Mobilit\u00e4t. Zum anderen k\u00f6nnte ein Nachfrager\u00fcckgang auch Ausdruck einer konjunkturellen Eintr\u00fcbung sein \u2013 ein Szenario, das jedoch nicht durch alle anderen Daten gest\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Herkunftsl\u00e4nder chinesischer Importe unterstreicht die Rohstoffschw\u00e4che: Im M\u00e4rz 2025 sanken die Importe aus Australien um 28,6 %, aus Brasilien um 33 %, aus S\u00fcdafrika sogar um 43 %. Diese L\u00e4nder sind traditionell stark im Rohstoffexport \u2013 der R\u00fcckgang legt nahe, dass Chinas Rohstoffnachfrage deutlich nachgelassen hat, was wiederum die internationale Preisdynamik beeinflussen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>China verlagert Handel Richtung ASEAN<\/p>\n<p>Im ersten Quartal 2025 ergaben sich nur leichte Verschiebungen im chinesischen Au\u00dfenhandel: Der Handel mit den ASEAN-Staaten wuchs leicht um 1,1 %, getragen insbesondere durch h\u00f6here Importanteile, die von 14,3 % auf 15,8 % stiegen. Der Handel mit den USA legte ebenfalls leicht zu (+0,3 %), wobei die Exporte minimal sanken (-0,1 %) und die Importe stiegen (+0,3 %). Allerdings erreichen viele chinesische Waren die USA \u00fcber den Umweg der ASEAN-Staaten. Ein Gro\u00dfteil des Zuwachses der Exporte in die ASEAN-Staaten ist mit gro\u00dfer Sicherheit darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-Handel-und-Trump.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-346019 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-Handel-und-Trump.jpg\" alt=\"China Handel und Trump\" width=\"850\" height=\"302\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 3: Chinas Handelsstr\u00f6me Q1 2025 vs. 2025. Quelle CAAC<\/p>\n<p>Der Handel mit der EU blieb auf Basis der Quartale weitgehend stabil, mit einem leichten R\u00fcckgang von 0,1 %. Auf Monatsbasis wuchsen die Exporte in die EU um 3,7 %. Besonders profitierte hier Deutschland, in das China 6,0 % mehr Waren lieferte, w\u00e4hrend umgekehrt Deutschland 5,2 % weniger Waren nach China sandte. Der Wert f\u00fcr die gesamte EU lag bei -6,3 %.<\/p>\n<p>Die Dynamik des Handels mit Russland l\u00e4sst weiterhin stark nach. Brachen die Exporte in den n\u00f6rdlichen Nachbarn in den ersten beiden Monaten des Jahres um knapp 10 % ein, waren es im M\u00e4rz 6,3 %. Die Importe sogar um 6,4 %. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind neue Sonderz\u00f6lle auf chinesische Waren \u2013 unter anderem M\u00f6bel und Autos \u2013 sowie r\u00fcckl\u00e4ufige Energielieferungen aus Russland nach China.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-und-Russland-Handel.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-346020 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/China-und-Russland-Handel-1024x603.png\" alt=\"China und Russland Handel\" width=\"640\" height=\"377\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4:Sino-russischer Handel 2022-2025. Quelle CAAC<\/p>\n<p>Lieferketten reagieren auf Agenda von Trump<\/p>\n<p>Die M\u00e4rz-Zahlen sind noch gepr\u00e4gt vom Effekt der vorgezogenen Lieferungen. Die April-Zahlen werden dann die ersten Effekte des Zollchaos zeigen, das Trump angerichtet hat. Erste Daten aus den USA deuten darauf hin, dass die Logistikdienstleistungen stark fallen. Aus allen Teilen der USA melden die Logistikunternehmen fallende Nachfragen an Lastwagenfahrten. In den n\u00e4chsten Monaten wird sich zeigen, wie sich die weltweiten Handelsstr\u00f6me neu formieren. Da Pr\u00e4sident Trump die Z\u00f6lle f\u00fcr Waren aus den ASEAN-Staaten f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Monate auf 10 % reduziert hat, werden voraussichtlich mehr Waren aus China via den ASEAN-Staaten in die USA geliefert.<\/p>\n<p><a class=\"eoc btn\" href=\"#comments\">Kommentare lesen und schreiben, hier klicken<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Bloomberg Trump versch\u00e4rft den Handelskonflikt, doch China steigert seine Exporte deutlich. Die Importe aber bleiben schwach. 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