{"id":348936,"date":"2025-08-16T09:25:12","date_gmt":"2025-08-16T09:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348936\/"},"modified":"2025-08-16T09:25:12","modified_gmt":"2025-08-16T09:25:12","slug":"frankfurter-gesichter-werner-plumpe-ueber-donald-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348936\/","title":{"rendered":"Frankfurter Gesichter: Werner Plumpe \u00fcber Donald Trump"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Deutsche Bank\" data-rtr-id=\"0ec429c1e2c01351505bd5410f07b27ce7e5b228\" data-rtr-score=\"14.838860345632883\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/deutsche-bank\" title=\"Deutsche Bank\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutsche Bank<\/a> verdunkelt Werner Plumpes Schaffen. Das ist nicht metaphorisch gemeint, sondern w\u00f6rtlich. Vor den Fenstern von Plumpes Wohnung im Frankfurter Westend ragen die Zwillingst\u00fcrme des Geldinstituts in die H\u00f6he \u2013 zusammen mit den alten B\u00e4umen vor dem Haus sind sie der Grund daf\u00fcr, dass der Wirtschaftshistoriker in seinem Arbeitszimmer immer das Licht einschalten muss.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es d\u00fcrfte oft und lange hell sein in diesem Raum, denn zu tun hat Plumpe genug, auch wenn er als Professor der Goethe-Universit\u00e4t mittlerweile emeritiert ist. Als Vortragsredner und Gastautor ist der Siebzigj\u00e4hrige gefragter denn je, seit <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Donald Trump\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" data-rtr-score=\"95.28257823446987\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> die Welt mit seinen Zollkapriolen in Atem h\u00e4lt. Plumpe hat ein Buch \u00fcber das Wesen des Kapitalismus geschrieben (\u201eDas kalte Herz\u201c) und erst k\u00fcrzlich eines \u00fcber Wirtschaftskriege, das macht ihn zum begehrten Gespr\u00e4chspartner, wo immer man sich bem\u00fcht, den amerikanischen Pr\u00e4sidenten zu verstehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Werner Plumpe\" height=\"3000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/werner-plumpe.jpg\" width=\"2323\" class=\"sm:w-content-xs w-full\" tabindex=\"0\"\/>Werner PlumpeZeichnung Alfred Sch\u00fcssler<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wer angesichts des Trump\u2019schen Treibens Emp\u00f6rung und Verdammung erwartet, ist bei Plumpe an der falschen Adresse. N\u00fcchtern ordnet der Gelehrte das Agieren des Pr\u00e4sidenten in die amerikanische Wirtschaftsgeschichte ein. Die Annahme, in den Vereinigten Staaten gebe es einen Widerstreit von kosmopolitischen und isolationistischen Kr\u00e4ften, sei falsch. \u201eJede US-Regierung hat konsequent im Interesse der eigenen Wirtschaft gehandelt. Auch Biden oder Obama waren knallhart, wenn es gegen China ging.\u201c Der Unterschied zu Trump sei vor allem, dass dieser mehr \u201eWind\u201c mache.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass aus diesem Wind ein Sturm wird, der mehr hinwegfegt als jahrzehntelang bew\u00e4hrte Handelsbeziehungen, schlie\u00dft Plumpe nicht aus, er bleibt aber vorsichtig optimistisch. \u201eTrump ist Teil eines internationalen Beziehungsgeflechts, das er nicht einfach komplett zerrei\u00dfen kann.\u201c Zu hoffen sei, dass sich nach dem Ende der unipolaren, von den USA dominierten Weltordnung zwischen den st\u00e4rksten Akteuren ein neues, von \u201eDeals\u201c bestimmtes Gleichgewicht einstelle. Pessimistischer ist Plumpes Blick auf Deutschland. Wirkliche Aufbruchstimmung nach Amtsantritt der Regierung Merz vermag er nicht zu erkennen; sinkende Produktivit\u00e4t und mangelnder Reformwille im Land bei gleichzeitig rapide wachsender Verschuldung bereiten ihm gro\u00dfe Sorgen. Dass Alice Weidel bald Kanzlerin wird, glaubt er nicht. Aber: \u201eDie CDU m\u00fcsste ihre Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckgewinnen, um eigene Mehrheiten zu finden.\u201c Dass sie mittlerweile auf SPD, Gr\u00fcne oder gar Linke angewiesen sei, um regierungsf\u00e4hig zu bleiben, sei fatal.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das sagt ein Mann, der von 1972 bis 1989 Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei war. Nach dem Tian\u00adanmen-Massaker verabschiedete sich Plumpe vom Marxismus, ein Parteibuch legte er sich nie wieder zu. Heute beschreibt er sich in Wirtschaftsfragen als \u201efast libert\u00e4r\u201c, gesellschaftlich als konservativ. Zu einem Geschichtsphilosophen, der vermeintliche Gewissheiten hinsichtlich des Weltenwandels formuliert, ist er aber auch als Apologet des Kapitalismus nicht geworden. Er akzeptiert, dass selbst gro\u00dfe historische Kenntnis nicht mit hellseherischer Begabung einhergeht. Wird Deutschland die Wende doch noch schaffen? Auf diese Frage antwortet Plumpe mit einem Satz, der Professoren sonst schwer \u00fcber die Lippen geht: \u201eIch wei\u00df es nicht.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der vierfache Gro\u00dfvater \u2013 eine Enkelin studiert Wirtschaftssoziologie \u2013 wird sich weiter als Publizist und Redner bet\u00e4tigen. Wobei er an \u00f6ffentlichen Auftritten eines besonders sch\u00e4tzt: Sie animierten das Publikum, anders als ein Buch, zu spontanen Reaktionen. Darin sieht er eine Parallele zu seiner Freizeitleidenschaft, dem Kochen: \u201eDa wei\u00df man auch nach 100 Minuten, ob etwas gelungen ist.\u201c<\/p>\n<p>KI-Artikelchat nutzen<\/p>\n<p>Mit der kostenlosen Registrierung nutzen Sie Vorteile wie den Merkzettel.&#13;<br \/>\n                Dies ist&#13;<br \/>\n                kein Abo und kein Zugang zu FAZ+&#13;<br \/>\n                Artikeln.<\/p>\n<p>Sie haben Zugriff mit Ihrem Digital-Abo.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Registrierung<\/p>\n<p>            <a data-registered-resend=\"\" adobe-track=\"true\"\/><br \/>\n            <a data-loggedin-continue=\"\" adobe-track=\"true\"\/><br \/>\n            <a data-login=\"\" adobe-track=\"true\"\/><br \/>\n            <a data-register=\"\" adobe-track=\"true\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Deutsche Bank verdunkelt Werner Plumpes Schaffen. Das ist nicht metaphorisch gemeint, sondern w\u00f6rtlich. 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