{"id":348959,"date":"2025-08-16T09:37:16","date_gmt":"2025-08-16T09:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348959\/"},"modified":"2025-08-16T09:37:16","modified_gmt":"2025-08-16T09:37:16","slug":"unfallforscherin-ueber-vorbild-helsinki-so-koennte-berlin-die-zahl-der-verkehrstoten-senken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/348959\/","title":{"rendered":"Unfallforscherin \u00fcber Vorbild Helsinki: So k\u00f6nnte Berlin die Zahl der Verkehrstoten senken"},"content":{"rendered":"<p>\tUnfallforscherin<br \/>\n\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\tMit Helsinki als Vorbild: So k\u00f6nnte Berlin die Zahl der Verkehrstoten senken<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755337036_19_size=708x398.jpg\" alt=\"Archivbild vom 08.07.2024: Polizisten arbeiten gegen\u00fcber vom Roten Rathaus nach einem Unfall mit einem Motorrad an der Unfallstelle. Bei dem schweren Verkehrsunfall am Roten Rathaus in Berlin-Mitte ist ein Motorradfahrer gestorben (Quelle: dpa \/ Annette Riedl).\" title=\"Archivbild vom 08.07.2024: Polizisten arbeiten gegen\u00fcber vom Roten Rathaus nach einem Unfall mit einem Motorrad an der Unfallstelle. Bei dem schweren Verkehrsunfall am Roten Rathaus in Berlin-Mitte ist ein Motorradfahrer gestorben (Quelle: dpa \/ Annette Riedl).\" id=\"1516490404\"\/>Bild: picture alliance\/dpa\/Annette Riedl<\/p>\n<p>Eine Unfallforscherin erkl\u00e4rt, was Berlin f\u00fcr mehr Verkehrssicherheit tun kann: Mehr \u00dcberwege, bessere Sicht und konsequente Kontrollen \u2013 das finnische Vorbild Helsinki hat mit diesem Konzept Erfolg.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_0\"\/><\/p>\n<p>Ein Blick nach Helsinki kann laut Experten helfen, die Zahl der Verkehrsunf\u00e4lle in Berlin zu senken. &#8222;Helsinki ist ein sehr positives Beispiel&#8220;, sagte die Leiterin der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Kirstin Zeidler, der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Verkehrstoten in der finnischen Hauptstadt sinkt deutlich. &#8222;Helsinki hat massiv und ausdauernd an vielen Stellschrauben gedreht. Man hat dort sehr viel f\u00fcr die Sicherheit von Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern getan&#8220;, sagte Zeidler. Helsinki investiere nicht nur in die Infrastruktur, sondern auch in die Verkehrserziehung. Die Stadt baue Radwege, richte viele neue \u00dcberwege f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger ein und verbessere den \u00d6PNV. Au\u00dferdem kontrollierten die Beh\u00f6rden den Verkehr intensiver.<\/p>\n<p>Helsinki ist f\u00fcnfmal kleiner als Berlin, die Unterschiede in Verkehrsdichte, Verhalten und Wegen erschweren einen direkten Vergleich. &#8222;Trotzdem lie\u00dfe sich von dort einiges \u00fcbernehmen&#8220;, sagte Zeidler.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_349418418\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_415534010\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tGetrennte Ampelphasen, sichere \u00dcberwege f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger<\/p>\n<p>Die deutsche Hauptstadt m\u00fcsse vor allem bei der Infrastruktur nachlegen. &#8222;Dabei sollten wir in den Blick nehmen: Wo kommen sich Fu\u00dfg\u00e4nger, Radfahrer und motorisierte Fahrzeuge im Stra\u00dfenverkehr in die Quere?&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr Radfahrer bergen besonders Kreuzungen und Grundst\u00fccksein- bzw. -ausfahrten Gefahren. &#8222;Wenn wir da was erreichen wollen, m\u00fcssen wir f\u00fcr freie Sicht sorgen&#8220;, sagte Zeidler. Es helfe zum Beispiel, gro\u00dfe Sichtdreiecke zu schaffen und auch illegales Parken an diesen Stellen zu verhindern.&#8220; Wichtig seien au\u00dferdem getrennte Ampelphasen: &#8222;Wenn Autos und Lkw Rot haben, bekommen Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer Gr\u00fcn und umgekehrt. Das halten wir f\u00fcr die beste L\u00f6sung, weil es Ber\u00fchrungspunkte vermeidet und sich vergleichsweise schnell umsetzen l\u00e4sst&#8220;, so Zeidler.<\/p>\n<p>Besonders an Kreuzungen passieren viele schwere Unf\u00e4lle, wenn Fu\u00dfg\u00e4nger von abbiegenden Autos erfasst werden \u2013 h\u00e4ufig betrifft das \u00e4ltere Menschen und Kinder, wie <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/sen\/uvk\/_assets\/verkehr\/verkehrspolitik\/verkehrssicherheit\/verkehrssicherheitsprogramm\/verkehrssicherheitsprogramm-berlin-2030.pdf?ts=1739369509\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Zahlen des Berliner Senats zeigen [berlin.de]<\/a>. Fu\u00dfg\u00e4nger brauchen laut der Unfallforscherin mehr \u00dcberwege. Zebrastreifen und Mittelinseln sch\u00fctzten sie effektiver, wenn sie die Stra\u00dfe \u00fcberqueren. &#8222;Ich bin ein gro\u00dfer Fan der Mittelinsel. Sie ist sehr sicher, wie unsere Forschung zeigt.&#8220; Gerade \u00c4ltere und Kinder profitierten davon, wenn sie in zwei Phasen \u00fcber die Stra\u00dfe gehen k\u00f6nnten. &#8222;Ist der Platz daf\u00fcr nicht da, sind Zebrastreifen oder Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln gute Alternativen&#8220;, so Zeidler. Berlin habe hier gro\u00dfen Nachholbedarf wie andere Gro\u00dfst\u00e4dte in Deutschland auch.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_651519703\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1126860294\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tVerkehrskontrollen verst\u00e4rkt<\/p>\n<p>Helsinki kontrolliere auch Geschwindigkeiten und Verkehrsverst\u00f6\u00dfe konsequenter, als in der Vergangenheit. Die Stadt stelle feste Blitzer an Unfallschwerpunkten auf, etwa vor Schulen oder Seniorenheimen und setze auf zus\u00e4tzliche mobile Blitzer, deren Standort niemand kennt.&#8220;Wir wissen: H\u00f6chstgeschwindigkeiten sind das eine, dass sie ohne ausreichende Kontrollen regelm\u00e4\u00dfig nicht eingehalten werden, das andere&#8220;, erkl\u00e4rte Zeidler weiter. Das gelte genauso f\u00fcr andere Verkehrsverst\u00f6\u00dfe. In Berlin spielt zu schnelles Fahren gerade bei Unf\u00e4llen an Kreuzungen laut der Polizei eine wesentliche Rolle.<\/p>\n<p>In Finnland werden f\u00fcr bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell mindestens 200 Euro f\u00e4llig. Wer \u00fcber 50 km\/h zu schnell f\u00e4hrt, muss mit mindestens 14 Tagess\u00e4tzen rechnen, was Betr\u00e4ge weit \u00fcber 600 Euro bedeuten kann &#8211; abh\u00e4ngig vom pers\u00f6nlichen Einkommen. Insgesamt sind die Geldbu\u00dfen f\u00fcr Geschwindigkeits\u00fcberschreitungen in Finnland h\u00f6her als in der Bundesrepublik, vor allem bei gro\u00dfen Verst\u00f6\u00dfen. Au\u00dferdem spielt das Gehalt eine Rolle bei sehr schweren Verkehrsverst\u00f6\u00dfen.<\/p>\n<p>In Berlin ist die Zahl der zugelassenen Pkw in den vergangenen zehn Jahren um etwa acht Prozent gestiegen, in Helsinki ist die Zahl weitgehend stabil geblieben, zum Teil leicht r\u00fcckl\u00e4ufig. Um den \u00d6PNV attraktiver zu machen, verkn\u00fcpft die finnische Hauptstadt Bus, Bahn, Carsharing, Mietr\u00e4der und Taxis in einem einzigen digitalen System <a href=\"https:\/\/epub.fir.de\/frontdoor\/deliver\/index\/docId\/3557\/file\/fir_Soehngen_u_Sommer_Shared-Mobility_WP_DiSerHub_2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">(&#8222;Mobility as a Service&#8220;\/epub.fir.de<\/a>). Die Nutzer planen und bezahlen ihre gesamte Route \u00fcber eine App, was die Nutzung des \u00d6PNV und alternativer Angebote <a href=\"https:\/\/blog.iao.fraunhofer.de\/mobility-as-a-service-muss-spass-machen-die-schluesselfaktoren-fuer-erfolgreiche-maas-konzepte\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">einfacher macht [blog.iao.fraunhofer.de]<\/a>. Au\u00dferdem investiert die Stadt in Taktverdichtung, neue Linien und modernere Fahrzeuge.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_836051390\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t2024 bis 2025 erstmals keine Verkehrstoten in Helsinki<\/p>\n<p>Helsinki gilt als Vorbild beim Umsetzen der sogenannten &#8222;Vision Zero&#8220;, der sich auch der Berliner Senat eigenen Beschl\u00fcssen zufolge verpflichtet f\u00fchlt. Das Ziel ist, die Zahl der Get\u00f6teten und Schwerverletzten im Stra\u00dfenverkehr auf null zu verringern. Die Stadt in Finnland machte Ende Juli Schlagzeilen, weil dort ein Jahr lang niemand im Stra\u00dfenverkehr starb.<\/p>\n<p>Berlin ist davon noch weit entfernt. Hier kamen im vergangenen Jahr 55 Menschen auf den Stra\u00dfen ums Leben, darunter 24 Fu\u00dfg\u00e4nger &#8211; <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2025\/02\/berlin-unfallstatistik-verkehrstote-senat-geschwindigkeitskontrollen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr<\/a>. Die H\u00e4lfte der Verkehrstoten waren Seniorinnen oder Senioren. Mehr als 50 Prozent der Verkehrskontrollen in Berlin betrafen Radfahrer, ein knappes Drittel der Kontrollen <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2025\/02\/verkehrstote-berlin-anstieg-senat-polizei-kommentar.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">betraf Autofahrer.<\/a><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1\"\/><\/p>\n<p>Sendung: Radioeins, 19.08.2025, 15 Uhr<\/p>\n<p><a class=\"ico ico_arrow_wide_up\" title=\"An den Anfang\" href=\"#top\">  <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unfallforscherin &#8211; Mit Helsinki als Vorbild: So k\u00f6nnte Berlin die Zahl der Verkehrstoten senken Bild: picture alliance\/dpa\/Annette Riedl&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":348960,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":{"0":"post-348959","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115037775304062262","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=348959"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348959\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/348960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=348959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=348959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=348959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}