{"id":349175,"date":"2025-08-16T11:36:19","date_gmt":"2025-08-16T11:36:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349175\/"},"modified":"2025-08-16T11:36:19","modified_gmt":"2025-08-16T11:36:19","slug":"der-gipfel-in-alaska-bringt-einen-durchbruch-aber-nur-fuer-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349175\/","title":{"rendered":"Der Gipfel in Alaska bringt einen Durchbruch \u2013 aber nur f\u00fcr Putin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Bei seinem Besuch in den USA wirkte Russlands Pr\u00e4sident zufrieden, sogar begeistert. Er hatte allen Grund dazu. Putin kann den Krieg ungehindert fortsetzen, braucht vorerst keine Sanktionen zu f\u00fcrchten und erh\u00e4lt vom Anf\u00fchrer der USA erst noch Applaus.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Jahrelang im Westen geschm\u00e4ht, in den USA wieder salonf\u00e4hig: Wladimir Putin gelingt mit seinem Besuch bei Donald Trump ein politischer Coup.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"2972\" height=\"1982\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/473607cb-093e-4159-87cc-4f978b835b35.jpg\" loading=\"eager\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Jahrelang im Westen geschm\u00e4ht, in den USA wieder salonf\u00e4hig: Wladimir Putin gelingt mit seinem Besuch bei Donald Trump ein politischer Coup. <\/p>\n<p>Julia Demaree Nikhinson \/ AP<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pdo0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Das amerikanisch-russische Gipfeltreffen in Alaska hat erwartungsgem\u00e4ss keinen greifbaren Fortschritt auf dem Weg zu einem Frieden in der Ukraine gebracht. Das bedeutet jedoch nicht, dass es ohne Ergebnis geendet h\u00e4tte, im Gegenteil. Aus der ungew\u00f6hnlichen Begegnung fernab vom Kriegsschauplatz, auf einer Milit\u00e4rbasis im hohen Norden Amerikas, geht ein klarer Gewinner hervor: der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pdq0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der ehrenvolle Empfang in den Vereinigten Staaten, 18 Jahre nach seinem letzten vergleichbaren Besuch, bedeutet einen riesigen Prestigesieg f\u00fcr ihn. Der Handschlag in Alaska ist der letzte Beweis daf\u00fcr, dass der westliche Versuch einer diplomatischen Isolierung Russlands gescheitert ist. Mehr noch: Der amerikanische Pr\u00e4sident Donald Trump erf\u00fcllt einen der gr\u00f6ssten W\u00fcnsche des Kremls, n\u00e4mlich dass Putin als F\u00fchrer einer Grossmacht auf Augenh\u00f6he behandelt wird. \u00abWir sind die Nummer 1 und sie die Nummer 2 in der Welt\u00bb, sagte Trump danach und vergass in seiner Ehrfurcht f\u00fcr einmal sogar China.<\/p>\n<p>Viel Ehre f\u00fcr einen Kriegsverbrecher<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pds0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Politiker m\u00fcssen im Dienst der Sache manchmal unappetitliche Dinge verrichten. Ein Dialog mit widerlichen Despoten ist nicht grunds\u00e4tzlich falsch, wenn er mit R\u00fcckgrat und ohne Selbsterniedrigung erfolgt. Doch Trump handelt gegen\u00fcber Russland konzeptlos und geht in seiner Ehrerbietung viel zu weit. Der Anblick, wie der Anf\u00fchrer der freien Welt dem gr\u00f6ssten Kriegsverbrecher der Gegenwart zulachte und applaudierte, w\u00e4hrend dieser den f\u00fcr ihn ausgerollten roten Teppich abschritt, war ein Moment der Schande.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pdt0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch nach dem Treffen, das mehrere Stunden fr\u00fcher als geplant und ohne erkennbare Vereinbarung endete, \u00fcbersch\u00fcttete er \u00abWladimir\u00bb mit kumpelhaften Freundlichkeiten. Vergessen war offenbar, was er noch im Juli in einem Anflug von Klarsicht ge\u00e4ussert hatte: Putin gebe sich im Gespr\u00e4ch zwar immer sehr nett, aber lasse dann nachts trotzdem St\u00e4dte bombardieren.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oogm961\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der ausgebildete Geheimagent Putin weiss, wie er Menschen f\u00fcr sich einnehmen kann. In Anchorage streichelte er das Ego des Amerikaners, indem er versicherte, Trump habe die Wahl von 2020 nur wegen Betr\u00fcgereien mit Briefstimmen verloren. Zudem behauptete er, unter dem Republikaner w\u00e4re der Krieg niemals ausgebrochen. Solche Schmeicheleien erfreuten den Gastgeber sichtlich. Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodimir Selenski hat recht behalten mit seiner Warnung, dass Putin das Gipfeltreffen zur Manipulation der Amerikaner missbrauchen werde.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pdv0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In der Sache hat Trump allem Anschein nach nichts Greifbares erhalten: weder den von ihm geforderten Waffenstillstand noch eine \u00f6ffentliche Zusage Putins zu Verhandlungen mit Selenski, nicht einmal ein kurzzeitiges Moratorium f\u00fcr Russlands Luftangriffe gegen ukrainische St\u00e4dte. Der amerikanische Pr\u00e4sident sprach zwar von Fortschritten, konnte aber in seinen widerspr\u00fcchlichen \u00c4usserungen nicht koh\u00e4rent darlegen, worin diese bestehen.<\/p>\n<p>Putin macht weiter wie bisher<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pe10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Alles deutet darauf hin, dass Russland den Krieg uneingeschr\u00e4nkt fortsetzen will. Putin bekr\u00e4ftigte an der Seite Trumps unbeirrt seine Ansicht, dass als Voraussetzung f\u00fcr einen Frieden die \u00abGrundursachen des Konfliktes\u00bb beseitigt werden m\u00fcssten. Das ist Russlands Kurzformel f\u00fcr einen langen Katalog von Forderungen, die von der Ausschaltung der Ukraine als eigenst\u00e4ndige Nation bis zur R\u00fcckabwicklung der Nato-Osterweiterung reichen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pe20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Man kann dem Kreml viel vorwerfen, aber nicht, dass er es an Klarheit mangeln liesse. Um die russische Position zu ergr\u00fcnden, h\u00e4tte es keinen ehrenvollen Gipfel gebraucht, kein \u00abAbf\u00fchl-Treffen\u00bb, wie es Trump nannte. So aber haben die USA den Aggressor Putin diplomatisch stark aufgewertet.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2ooiq5s1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aber nicht nur dies: Putin reist auch mit dem klaren Signal nach Hause, dass ihm die Amerikaner auf seinem Kriegskurs keine Steine in den Weg legen wollen. Von den \u00abschwerwiegenden Konsequenzen\u00bb, die Trump im Vorfeld angedroht hatte, wenn Putin einen Waffenstillstand weiter verweigere, ist jedenfalls keine Rede mehr. Der Chef des Weissen Hauses sagte in Anchorage sogar ausdr\u00fccklich, dass er in den n\u00e4chsten Wochen nicht mehr an Sanktionen denken werde. Den Druck erh\u00f6hte er stattdessen auf die Ukraine, mit der Aussage, dass es nun an Selenski liege, einem Abkommen zuzustimmen. Dies klingt ganz danach, als wolle Trump im n\u00e4chsten Schritt die Ukrainer \u2013 bei einem bereits f\u00fcr Montag geplanten Besuch Selenskis in Washington \u2013 zu weiteren Konzessionen dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>R\u00fcckschlag f\u00fcr Europa<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oo2pe40\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Diese Entwicklung bedeutet ein Fiasko f\u00fcr die Europ\u00e4er und ihre ganz anders gelagerte Ukraine-Politik. In einem vom deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz vorgestellten F\u00fcnf-Punkte-Konzept hatten sie vor dem Gipfel vergeblich f\u00fcr einen anderen Kurs geworben. Ein Waffenstillstand als erster Schritt, keine juristische Anerkennung f\u00fcr Putins Landraub, weitreichende Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine und eine gemeinsame transatlantische Strategie mittels Druck auf Moskau und starken R\u00fcckhalts f\u00fcr Kiew sind darin zentrale Punkte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2p72f7g0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Keines dieser Prinzipien wird von Trump mitgetragen. Der amerikanische Pr\u00e4sident ist nun auch in Punkt eins abrupt auf die russische Linie eingeschwenkt. Er hat die Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand fallengelassen und will k\u00fcnftig lieber \u00fcber die Details eines Friedensvertrags verhandeln. Das ist schon lange Moskaus Position, aus einem einfachen Grund: Auf diese Weise kann die russische Invasionsarmee ungehindert ihr Zerst\u00f6rungswerk fortsetzen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2oosqcr1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Trump geht ungeachtet aller europ\u00e4ischen Ratschl\u00e4ge seinen eigenen Weg und bereitet Putin damit einen Triumph. Kein Wunder, wirkte von allen Politikern am Gipfelort niemand so gel\u00f6st und freudig wie der russische Pr\u00e4sident.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei seinem Besuch in den USA wirkte Russlands Pr\u00e4sident zufrieden, sogar begeistert. Er hatte allen Grund dazu. 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