{"id":349457,"date":"2025-08-16T14:15:12","date_gmt":"2025-08-16T14:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349457\/"},"modified":"2025-08-16T14:15:12","modified_gmt":"2025-08-16T14:15:12","slug":"trump-und-putin-europa-wird-sein-zaudern-und-seine-machtlosigkeit-lange-bereuen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349457\/","title":{"rendered":"Trump und Putin: Europa wird sein Zaudern und seine Machtlosigkeit lange bereuen"},"content":{"rendered":"<p>Der Alaska-Gipfel endet ohne jedes Zugest\u00e4ndnis: Dank Donald Trump tr\u00e4gt Wladimir Putin den Sieg nach Punkten nach Hause. Ukraines Pr\u00e4sident Selenskyj ist den M\u00e4chtigen von USA und Russland nun doppelt ausgeliefert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Das Schlimme ist seine Gro\u00dfspurigkeit. H\u00e4tte US-Pr\u00e4sident Donald Trump die Wochen vor dem Gipfel mit Wladimir Putin genutzt, um ruhig, n\u00fcchtern und sachlich zu betonen, erst einmal sei es wichtig, in vertraulicher Atmosph\u00e4re auszuloten, was geht und was nicht, h\u00e4tte er Anchorage so verlassen k\u00f6nnen, wie er es nun tat: mit leeren H\u00e4nden \u2013 allerdings ohne wie jetzt von vielen Seiten kritisiert zu werden. <\/p>\n<p>Wenn Trump es f\u00fcr n\u00fctzlich gehalten h\u00e4tte, h\u00e4tte er Putin sogar mit den \u00fcblichen Regeln der Verhandlungsf\u00fchrung entgegenkommen k\u00f6nnen. Trump h\u00e4tte etwa darauf hinweisen k\u00f6nnen, Entr\u00fcstung sei wie Moral kein politisches Gef\u00fchl. Es l\u00e4ge im Wesen des moralischen Anspruchs, dass bei ihm kein Kompromiss m\u00f6glich ist; genau dieser sei aber heute gefragt.<\/p>\n<p>Moskau und Kiew m\u00fcssten sich \u00fcberdies auf schmerzliche Konzessionen einstellen, die sie auf jeden Fall verdrossen zur\u00fccklassen w\u00fcrden. Denn gerade die Tatsache der allgemeinen Unzufriedenheit ist \u2013 paradoxerweise \u2013 eine Bedingung der Stabilit\u00e4t: Wenn eine Macht v\u00f6llig befriedigt w\u00e4re, w\u00e4ren alle anderen v\u00f6llig unzufrieden mit dem Ergebnis. Auf diese Weise entst\u00fcnde \u00fcber kurz oder lang eine revolution\u00e4re Lage.<\/p>\n<p>Grundlage einer stabilen Ordnung ist die relative Sicherheit \u2013 und somit die relative Unsicherheit \u2013 ihrer Mitglieder. Stabilit\u00e4t bedeutet nicht das Fehlen jeglicher unbefriedigter Anspr\u00fcche, sondern das Fehlen von Verbitterung in einem solchen Ma\u00df, dass daraus, statt des Bem\u00fchens einer Neuregelung innerhalb des gegebenen Rahmens, das Streben nach einem Sturz der m\u00fchselig erarbeiteten neuen Ordnung erwachsen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Doch diese Ausf\u00fchrungen w\u00e4ren bei einem Charakter wie Trump wohl zu viel verlangt. Ganz davon in Anspruch genommen, jemand zu sein, den er bewundern kann, liebt der US-Pr\u00e4sident den Trompetensto\u00df, wild und ohne durchdachte Komposition. Genau derart flog er nach Alaska. Mal dachte er die Tage davor laut \u00fcber ukrainische Seegrundst\u00fccke nach, die sich Russland verst\u00e4ndlicherweise angeeignet habe. Mal gab er den starken F\u00fchrer, der den Kreml schwer bestrafen werde, wenn nicht umgehend ein Waffenstillstand vereinbart werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Worte wiegen f\u00fcr Trump nichts: Kaum ausgesprochen, fliegen sie davon wie Seifenblasen und zerplatzen in der Luft. So kam es, wie es kommen musste: Der Berg krei\u00dfte und gebar eine Maus.<\/p>\n<p>Schnelle Hilfe des Westens blieb aus<\/p>\n<p>Dank Donald Trump tr\u00e4gt Putin, dem der verlustreiche Eroberungskrieg wie eine Badekur zu bekommen scheint, den Sieg nach Punkten zur\u00fcck in sein Land. Ohne jegliches Zugest\u00e4ndnis ist es ihm gelungen, von Washington nicht nur als ebenb\u00fcrtig anerkannt, sondern auch noch mit allen Gesten der Hochachtung versorgt worden zu sein. Kein einziges Wort seiner Pressekonferenz deutet darauf hin, dass Moskau sich bewegen wird. Das Flugzeug zur\u00fcck nach Russland war noch nicht gelandet, da lie\u00df Putin die Ukraine mit 85 Drohnenschl\u00e4gen \u00fcbers\u00e4en.<\/p>\n<p>Am Montag reist der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj nach Washington. Mit welchen Gef\u00fchlen er sich auf das Gespr\u00e4ch mit Trump vorbereiten wird, ist leicht zu erraten. Der Austausch zwischen den Vereinigten Staaten und Russland war ein schwarzer Tag f\u00fcr die Ukraine, auch wenn es \u2013 so scheint es zumindest \u2013 nicht zu Vereinbarungen zwischen dem Wei\u00dfen Haus und dem Kreml \u00fcber die K\u00f6pfe der Ukrainer hinweg gekommen ist.<\/p>\n<p>Selenskyj ist Trump und Putin doppelt ausgeliefert. Der urspr\u00fcngliche Kriegsplan liegt im Abfalleimer der Geschichte. Die Strategie US-Pr\u00e4sident Joe Bidens war es, den Krieg Russlands so zu beenden, wie ihn die Franzosen in Algerien, die Amerikaner in Vietnam und die Russen in Afghanistan erlebt hatten.<\/p>\n<p>Weder die Algerier noch die Vietnamesen noch die Afghanen hatten Frankreich, Amerika und Russland in dem Sinne besiegt, wie europ\u00e4ische K\u00f6nigreiche einander in der Vergangenheit besiegt hatten, dass also die Algerier in Paris oder die Vietnamesen in Washington oder die Afghanen in Moskau im Triumph einmarschieren k\u00f6nnten, dass sie den Besiegten Dem\u00fctigungen und Gebietsabtretungen auferlegen, ja auch nur f\u00fcr die unendlichen Leiden und Sch\u00e4den, die die Besiegten ihnen einseitig jahrelang zugef\u00fcgt hatten, Reparation fordern k\u00f6nnten. Alles, was sie erreichten, war, dem Schl\u00e4ger das Schlagen zu verleiden und es ihm unm\u00f6glich zu machen, ihre Armut und scheinbare Schw\u00e4che zu ihrer Unterwerfung auszunutzen.<\/p>\n<p>Im Fall der Ukraine w\u00e4re dazu die schnelle und umfassende und best\u00e4ndige milit\u00e4rische Hilfe des Westens n\u00f6tig gewesen. Sie blieb aus. Die Folgen werden vor allem die Ukrainer sp\u00fcren. Auch Europa wird sein Zaudern und die eigene Machtlosigkeit noch lange bereuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Alaska-Gipfel endet ohne jedes Zugest\u00e4ndnis: Dank Donald Trump tr\u00e4gt Wladimir Putin den Sieg nach Punkten nach Hause.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":349458,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,114,13,14,15,111,4043,4044,850,307,115,12,7735,113,112],"class_list":{"0":"post-349457","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-geb-1946","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-putin","15":"tag-russia","16":"tag-russian-federation","17":"tag-russische-foederation","18":"tag-russland","19":"tag-russland-ukraine-krieg-24-2-2022","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-schuster-jacques","22":"tag-trump","23":"tag-wladimir"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115038868265879929","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=349457"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349457\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/349458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=349457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=349457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=349457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}