{"id":349608,"date":"2025-08-16T15:41:10","date_gmt":"2025-08-16T15:41:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349608\/"},"modified":"2025-08-16T15:41:10","modified_gmt":"2025-08-16T15:41:10","slug":"warum-der-fcas-kampfjet-auf-der-kippe-steht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349608\/","title":{"rendered":"Warum der FCAS-Kampfjet auf der Kippe steht"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In immer mehr verteidigungspolitischen Fragen scheint es Differenzen zwischen Berlin und Paris zu geben \u2013 zuletzt bei der von Berlin forcierten Initiative, europ\u00e4ische Nato-Staaten sollten in den USA Waffensysteme f\u00fcr die Ukraine kaufen. Frankreich will sich daran nicht beteiligen, und will stattdessen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Frankreich-wuerde-am-liebsten-keine-Waffen-von-den-USA-kaufen-article25905142.html?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">eine \u201emaximale Pr\u00e4ferenz f\u00fcr europ\u00e4ische K\u00e4ufe\u201c f\u00fcr die Ukraine, sagte Regierungssprecherin Sophie Primas<\/a>. Nun k\u00f6nnte ein gro\u00dfer Streit bei dem gemeinsamen Projekt eines k\u00fcnftigen Kampfjets der 6. Generation, dem Future Combat Air System (FCAS), das ein ganzheitliches integriertes Luftkampfsystem sein soll, gar zu dessen Scheitern f\u00fchren. Das FCAS steht eigentlich unter dem Vorzeichen, ein genuin europ\u00e4isches System zu entwickeln, um mit Modellen, die von den USA, aber auch von China, Russland sowie von Gro\u00dfbritannien, Italien und Japan entwickelt werden, ebenb\u00fcrtig zu sein \u2013 und autark.<\/p>\n<p>Das franz\u00f6sisch-deutsch-spanische Projekt steht bereits seit Beginn im Jahr 2017 unter der F\u00fchrung der Franzosen, auch wenn die jeweiligen industriellen Anteile sowie die Stimmrechte der beteiligten Staaten bislang gleich gro\u00df sind. Doch die Franzosen wollen nun ihren Anteil und den F\u00fchrungsanspruch offenbar ausbauen, kolportiert wurde bereits eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von 80 Prozent. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.produktion.de\/schwerpunkte\/ruestungsindustrie\/fcas-machtkampf-in-europas-groesstem-ruestungsprojekt-434.html\" rel=\"nofollow noopener\">Dieses bestreiten die Franzosen zwar<\/a>. Doch die Zahl macht aus ihrer Sicht durchaus Sinn: deutsch-franz\u00f6sische R\u00fcstungskooperationen sind durch das Aachener Abkommen der beiden Staaten von 2019 und dazugeh\u00f6rige Vertr\u00e4ge so geregelt, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/en.defence-ua.com\/industries\/three_nails_into_fcas_fighter_program_paris_calls_for_frank_talk_with_partners-14845.html\" rel=\"nofollow noopener\">dass ab einer Beteiligung von mindestens 20 Prozent der Partnerstaat Einspruch gegen Exporte einlegen kann<\/a>. Dieses gilt zwar nur bei einer Beeintr\u00e4chtigung <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Downloads\/A\/ausfuhrkontrollen-im-ruestungsbereich.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6\" rel=\"nofollow noopener\">der \u201eunmittelbaren Interessen oder ihrer nationalen Sicherheit\u201c eines der Staaten, wie es im Vertragstext hei\u00dft<\/a>. Doch eine solche Klausel kann breit interpretiert werden.<\/p>\n<p><strong>Ist Berlin zuverl\u00e4ssig \u2013 und autonom?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Tats\u00e4chlich sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Streit zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur, wie aus Statements der Beteiligten hervorgeht, technologisch begr\u00fcndet, sondern auch politisch und \u00f6konomisch. Denn der j\u00fcngste Vorsto\u00df Deutschlands, im Rahmen der Ukraine-Hilfe auf eine europ\u00e4ische Finanzierung von US-Waffen f\u00fcr Kiew zu setzen, d\u00fcrfte die Franzosen abermals skeptisch gegen\u00fcber Berlin gestimmt haben. Inwieweit knickt Berlin heute oder morgen gegen\u00fcber Washington ein, wenn der Druck des US-Hegemons nur gro\u00df genug ist, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.com\/boeing-wins-air-force-next-generation-air-dominance-fighter-contract-2025-3?IR=T\" rel=\"nofollow noopener\">und dieser k\u00fcnftig das im M\u00e4rz dieses Jahres Boeing zugeschlagene US-Kampfjet-System der 6. Generation<\/a>\u00a0auch jenseits seiner Grenzen wird exportieren wollen? Die derzeitige Haltung Berlins gegen\u00fcber dem Druck aus den USA zeigt, dass eines der urspr\u00fcnglichen Kernanliegen des FCAS-Projektes, langfristig technologisch mit den US-Kampfjets gleichzuziehen und sich so von Washington unabh\u00e4ngiger zu machen, mit den Deutschen im Boot gef\u00e4hrdet sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Klar ist: Je mehr Partner, desto mehr m\u00f6gliche Synergie-Effekte, aber auch mehr Probleme. An FCAS beteiligt sind bislang vor allem der franz\u00f6sische Konzern Dassault Aviation, Airbus Defence und Space aus Taufkirchen bei M\u00fcnchen sowie die spanische Indra. Die Gesamtentwicklungskosten des Systems werden aktuell auf rund 100 Mrd. Euro bis zum Jahr 2040 beziffert. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.produktion.de\/schwerpunkte\/ruestungsindustrie\/fcas-machtkampf-in-europas-groesstem-ruestungsprojekt-434.html\" rel=\"nofollow noopener\">Das FCAS soll ab da den franz\u00f6sischen Rafale-Kampfjet, in Deutschland und Spanien den Eurofighter und wom\u00f6glich auch den US-Jet F-35 ersetzen, der ein Flieger der 5. Generation ist<\/a>. Dabei w\u00fcrde das FCAS nicht nur einen neuen Mehrzweck-Kampfflieger hervorbringen, sondern ein ganzes Luftkampf-System, bestehend aus dem Jet sowie begleitenden Drohnen (sog. \u201eremote carriers\u201c), die durch Cloud-Technologien und K\u00fcnstliche Intelligenz eine koordinierte Gefechtsf\u00fchrung erm\u00f6glichen sollen. Erste Anl\u00e4ufe f\u00fcr einen europ\u00e4ischen Kampfflieger gab es bereits zu Beginn der 2000er Jahre, zun\u00e4chst war auch Gro\u00dfbritannien beteiligt. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Future_Combat_Air_System\" rel=\"nofollow noopener\">Doch erst im Jahr 2017 verk\u00fcndeten Frankreichs Pr\u00e4sident Macron und Bundeskanzlerin Merkel, gemeinsam einen Kampfjet bauen zu wollen<\/a>. 2019 trat Spanien dem Projekt bei, auch Belgien zeigte Interesse. Die Briten entwickeln inzwischen gemeinsam mit Italien und Japan ein Konkurrenzsystem, Global Combat Air Programme (GCAP), das offenbar bereits weiter fortgeschritten ist als das FCAS.<\/p>\n<p>Bei diesem gibt es sp\u00e4testens seit 2021 Verstimmungen zwischen Berlin und Paris. Die Franzosen f\u00fcrchteten schon damals, die ihnen zugeschriebene F\u00fchrungsrolle zu verlieren, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/ruestung-deutsch-franzoesisches-projekt-steckt-in-der-krise-ld.1604493\" rel=\"nofollow noopener\">wenn Deutschland und Spanien kumuliert zwei Drittel der Auftr\u00e4ge innehaben w\u00fcrden<\/a>. Von deutscher Seite hie\u00df es in einem geheimen Sachstandsbericht des deutschen Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 2021 indes, die \u201estarke franz\u00f6sische Positionierung\u201c sei ein Hindernis, \u201eein Kampfflugzeug der 6. Generation zu entwickeln\u201c. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-deutschlands-neues-kampfflugzeug-fcas-ist-veraltet-bevor-es-abhebt-a-55801191-0002-0001-0000-000177779147\" rel=\"nofollow noopener\">Das Projekt k\u00f6nnte, so der Bericht, stattdessen zu einem \u201eRafale-Plus-Ansatz mit deutschen und spanischen Haushaltsmitteln\u201c f\u00fchren<\/a>. Derzeit befindet sich das Projekt in einer Phase, in der Schl\u00fcsseltechnologien identifiziert und mit der Entwicklung eines Prototypen begonnen werden soll. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/kampfjets-fuer-die-luftwaffe-steht-ruestungsprojekt-vor-dem-aus-zr-93682469.html?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">Diese Phase hat ein Budget von etwa 3,2 Milliarden Euro und soll bis Sommer 2026 abgeschlossen sein, sp\u00e4testens 2029 ein funktionsf\u00e4higer Prototyp fertig sein<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Das Selbstbewusstsein der Franzosen<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Doch tats\u00e4chlich k\u00f6nnte es in seiner jetzigen trinationalen Form wom\u00f6glich auch scheitern \u2013 aus mehreren Gr\u00fcnden. Denn die Franzosen deuten an, es im Kern auch alleine stemmen zu k\u00f6nnen, in Frankreichs Parlament fiel bereits die Frage: K\u00f6nnten wir es auch alleine? Dassault-Chef Eric Trappier sagte im April dieses Jahres vor dem Verteidigungsausschuss des franz\u00f6sischen Parlaments, dass eine Drittelung der einzelnen Auftr\u00e4ge des Projektes schwierig sei. \u201eIch bin f\u00fcr eine globale Projektleitung. Das gesamte Kampfsystem wird um ein Flugzeug und Dronen herum gedacht. Da kommt es auf die technischen Schnittstellen an\u201d, so Trappier. \u201eUnd wenn es keinen echten \u00fcber allen stehenden Leader gibt, funktioniert das nicht mit den Schnittstellen.\u201d <\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Verteidigungsminister S\u00e9bastien Lecornu sagte seinerseits vor einigen Wochen vor dem Verteidigungsausschuss der franz\u00f6sischen Nationalversammlung: \u201eWir brauchen eine ehrliche Diskussion \u00fcber die Leitung des Projekts. Mit drei L\u00e4ndern ist es sehr schwierig, ein Kampfflugzeug zu bauen.\u201c Den franz\u00f6sischen Vorsto\u00df f\u00fcr den F\u00fchrungsanspruch kommentierte der Branchenverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), es sei ein \u201eeinseitiges franz\u00f6sisches Dominanzstreben\u201d zu erkennen.<\/p>\n<p>Der Streit wird freilich nicht nur auf der Industrie-Ebene und zwischen den beteiligten Konzernen gef\u00fchrt. Da das FCAS in erster Linie ein politisches Projekt ist, besch\u00e4ftigt es die h\u00f6chste Regierungsebene in Paris und Berlin. Beim Gipfeltreffen in der Villa Borsig am Tegeler See am 24. Juli vereinbarten Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron, dass ihre Verteidigungsminister bis Ende August 2025 eine \u201erealistische Perspektive\u201c f\u00fcr die weitere Zusammenarbeit erarbeiten sollen. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.produktion.de\/schwerpunkte\/ruestungsindustrie\/fcas-machtkampf-in-europas-groesstem-ruestungsprojekt-434.html\" rel=\"nofollow noopener\">Sie soll bereits bei der gemeinsamen Kabinettssitzung am 28. und 29. August in Toulon vorgestellt werden<\/a>. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/defence-network.com\/fcas-auf-dem-pruefstand-entscheidung-in-2025\/\" rel=\"nofollow noopener\">Konkrete L\u00f6sungen und Entscheidungen zur Zukunft des Projekts sollen bis Ende des Jahres stehen<\/a>. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte seinerseits bei einem Treffen mit seinem franz\u00f6sischen Amtskollegen Lecornu in Osnabr\u00fcck: \u201eIch bin davon \u00fcberzeugt, dass eine St\u00e4rkung der europ\u00e4ischen Verteidigungsbereitschaft nur im engen deutsch-franz\u00f6sischen Schulterschluss \u00fcberhaupt gelingen kann.\u201c<\/p>\n<p>Doch ob eine abschlie\u00dfende L\u00f6sung vorgestellt werden kann, ist eher fraglich. Denn ein Grundproblem scheint die unterschiedliche politische und \u00f6konomische Perspektive der beiden L\u00e4nder zu sein, die nicht erst, aber vor allem seit dem Amtsantritt von Kanzler Merz deutlich wird. W\u00e4hrend der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident die vielbeschworene \u201estrategische Autonomie\u201c und <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/09\/europaeische-unabhaengigkeit-usa-sicherheit-un-friedrich-merz\" rel=\"nofollow noopener\">damit auch eine wachsende Unabh\u00e4ngigkeit von den USA ernst meint, wirken Merz\u2019 Worte, \u201eSchritt f\u00fcr Schritt Unabh\u00e4ngigkeit zu erreichen von den USA\u201c<\/a>, eher wie ein Lippenbekenntnis. Zumal, wenn man die j\u00fcngsten, pro-amerikanischen Deals anschaut: das EU-USA-Zollabkommen sowie den von Merz forcierten Vorschlag f\u00fcr europ\u00e4isch finanzierte US-Waffenlieferungen f\u00fcr die Ukraine. Dar\u00fcber hinaus will Frankreich im Rahmen des FCAS eine Kampfjet-Version entwickeln, die \u00fcber die franz\u00f6sischen Flugzeugtr\u00e4ger genutzt werden kann. Deutschland, ohne eigene Flugzeugtr\u00e4ger, hat naturgem\u00e4\u00df wenig Interesse daran. Nicht zuletzt d\u00fcrfte die Frage entscheidend sein, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/en.defence-ua.com\/industries\/airbus_opposes_dassault_aviation_over_work_distribution_in_fcas_fighter_program-14924.html\" rel=\"nofollow noopener\">dass Frankreich den k\u00fcnftigen Kampfjet mit den eigenen Atomwaffen best\u00fccken k\u00f6nnen will<\/a>. Ob dieser Streitpunkt, der \u00f6ffentlich kaum diskutiert wird, ein oder der entscheidende Haken ist, ist unklar.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rtes Ziel des FCAS \u2013 es wurde nicht zuf\u00e4llig kurz nach Beginn der ersten Amtszeit Donald Trumps festgezurrt \u2013 auch bei den Komponentenlieferungen unabh\u00e4ngig von den USA zu sein.<\/p>\n<p>Derweil ist die deutsche R\u00fcstungsindustrie in intensive Kooperationen mit US-R\u00fcstungskonzernen eingebunden. Berlin hatte etwa bei seiner Bestellung der F-35-Kampfflieger ausgehandelt, dass der D\u00fcsseldorfer Konzern Rheinmetall bedeutende Teile des Jets in Deutschland produzieren kann. Rheinmetall \u2013 an dem Investoren aus Nordamerika rund 37 Prozent der Anteile halten \u2013 <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/rheinmetall-soll-globaler-ruestungschampion-werden-durch-ukraine-krieg-deutsche-vorzeigewaffenschmiede-li.2250600\" rel=\"nofollow noopener\">hat in den letzten Jahren und Monaten etliche weitere Kooperationen mit US-Herstellern geschlossen<\/a>. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.airbus.com\/en\/newsroom\/news\/2023-10-airbus-and-northrop-grumman-sign-strategic-partnership-in-uk-military?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">Und auch Airbus, deutscher Teil des FCAS, kooperierte auf vielf\u00e4ltige Weise mit US-R\u00fcstungskonzernen, etwa mit Northrop Grumman<\/a>\u00a0oder \u2013 <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.airbus.com\/en\/newsroom\/press-releases\/2025-07-airbus-to-team-with-us-kratos-defense-deploying-german-mission?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">seit Juli 2025 \u2013 mit dem US-Hersteller Kratos im Bereich Dronenentwicklung<\/a>. Seit rund 50 Jahren arbeitet Airbus U.S. Space &amp; Defense, die US-Tochter des Airbus-Konzerns mit Sitz in Arlington (Virginia), mit US-Beh\u00f6rden wie dem US-Verteidigungsministerium, der DARPA (Beh\u00f6rde f\u00fcr Forschungsprojekte der Verteidigung), <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/airbusus.com\/about-airbus-us\/\" rel=\"nofollow noopener\">der NASA oder der National Geospatial Intelligence Agency zusammen<\/a>.\u00a0Die Zusammenarbeit von Dassault mit US-Konzernen ist deutlich geringer ausgepr\u00e4gt. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Dassault_Aviation?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">Der franz\u00f6sische Konzern \u2013 zu 66 Prozent im Besitz der Groupe Industriel Marcel Dassault \u2013 liefern etwa Simulations- und Trainingstechnik f\u00fcr Lockheed Martin<\/a>, also eher nachrangige Technologie, und haben keine US-Tochter.<\/p>\n<p><strong>Sensible Daten teilen \u2013 oder lieber nicht<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Wom\u00f6glich steht hinter der Weigerung der Franzosen, innerhalb des FCAS sensible Daten auszutauschen, genau dieser Hintergrund. Bereits im Jahr 2021 kam es zum Streit zwischen Dassault und Airbus \u2013 die Deutschen hatten umfassende Zugangsrechte gefordert, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/sldinfo.com\/2021\/02\/the-fcas-bras-de-fer-a-february-2021-update\" rel=\"nofollow noopener\">Dassault indes wollte bestimmte Kernkompetenzen als \u201eBlack-Box\u201c f\u00fcr sich behalten<\/a>.\u00a0Doch auch der Chef von Airbus Defense and Space, Jean-Brice Dumont, merkte im Juni dieses Jahres an: \u201eHeute arbeiten wir im Rahmen des Eurofighter-Programms mit BAE und Leonardo (ein britischer bzw. italienischer R\u00fcstungskonzern; Anm. d. Red.) zusammen. Morgen mit Dassault, und der \u00dcbergang von einem zum anderen ist nicht einfach, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/en.defence-ua.com\/industries\/airbus_opposes_dassault_aviation_over_work_distribution_in_fcas_fighter_program-14924.html?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">wenn wir unser geistiges Eigentum sch\u00fctzen m\u00fcssen und morgen alles teilen m\u00fcssen, und ich glaube, das ist eine der Ursachen f\u00fcr Spannungen in diesem Programm<\/a>.\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Tats\u00e4chlich sind die Franzosen bei der Kampfjet-Technologie den Deutschen voraus, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5MtvaIcoKyI\" rel=\"nofollow noopener\">Airbus hingegen agiert bisweilen meist als Kooperationspartner anderer Konzerne<\/a>. Bereits in den 1980er Jahren stieg Dassault aus dem zun\u00e4chst von Frankreich mitinitiierten europ\u00e4ischen Kampfjetprojekt Eurofighter aus, und entwickelte daf\u00fcr eigenst\u00e4ndig den Rafale-Jet. Daher ist durchaus nachvollziehbar, dass die Franzosen skeptisch auf die bisherige Arbeitsteilung beim FCAS blicken. Gleichzeitig kritisiert das Unternehmen nun aber auch Partnernationen des Projekts, konkret Belgien, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/defence-network.com\/belgien-tritt-fcas-programm-bei\/\" rel=\"nofollow noopener\">das seit Mai 2024 einen Beobachterstatus beim FCAS hat und dadurch Zugang zu allen Informationen und Entwicklungen des Programms erhalten konnte<\/a>. Die belgische Regierung machte damals den Schritt, weil es bei der Beschaffung der Lockheed Martin F-35 Probleme gab. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/aerospaceglobalnews.com\/news\/belgium-f35a-fighter-jet-order-increase\/?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">Das Land hat 2018 insgesamt 34 der Jets bestellt und nun den Kauf weiterer elf Einheiten angek\u00fcndigt<\/a>\u00a0\u2013 und trat im Juli dennoch dem FCAS bei. Ende Juli sagte Dassault-Ceo Trappier daraufhin: \u201eWenn [Belgien] den Kauf von F-35 aufgibt, sind sie willkommen. Wenn nicht, dann macht man uns wirklich zum Narren.\u201c Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken reagierte emp\u00f6rt, und will nun den FCAS-Einstieg seines Landes nochmals pr\u00fcfen. \u201e<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.euractiv.com\/section\/defence\/news\/arrogant-french-have-belgium-rethinking-next-gen-fighter-jet-project\/\" rel=\"nofollow noopener\">Als Gr\u00fcndungsmitglied der Nato und der EU, ein zuverl\u00e4ssiger Verb\u00fcndeter und der Stammsitz der Kommandozentrale, m\u00fcssen wir keine Lektionen von arroganten Industriellen lernen.<\/a>\u201c<\/p>\n<p>Es ist nicht ausgeschlossen, dass zumindest der Dassault-Chef darauf spekuliert, das Projekt tats\u00e4chlich zum Scheitern zu bringen. Hintergrund w\u00e4ren aus Sicht des Konzerns vor allem \u00f6konomische Erw\u00e4gungen. Denn der von den Dessault aktuell produzierte Rafale-Kampfjet hat in den letzten Jahren weltweit eine starke Nachfrage erfahren, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.eurasiantimes.com\/nfrance-is-looking-to-increase-arms-sale-by-banking-on-rafale\/\" rel=\"nofollow noopener\">neben Paris orderten etwa Indonesien, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, \u00c4gypten und Serbien das Flugzeug<\/a>. Traut sich der Konzern zu, den Jet der 6. Generation selbst zu entwickeln, winkten k\u00fcnftig wom\u00f6glich erhebliche Exportgewinne, die komplett einzuheimsen w\u00e4ren. Zudem w\u00fcrde es dabei keinerlei m\u00f6gliche Beschr\u00e4nkungen geben \u2013 anders als bei den erw\u00e4hnten deutsch-franz\u00f6sischen Kooperationsprojekten.<\/p>\n<p><strong>Das Entscheidende ist das (fehlende) Geld<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Klar ist indes: Sollte Frankreich im FCAS bleiben, d\u00fcrften daf\u00fcr die Finanzen entscheidend sein. Denn Paris k\u00f6nnte den Kampfjet technologisch wom\u00f6glich alleine entwickeln. Doch die exorbitanten Kosten w\u00e4ren f\u00fcr Paris ohne die Partner kaum zu stemmen. Zumal die immer wieder genannten rund 100 Milliarden Euro an Entwicklungskosten deutlich untertrieben sein d\u00fcrften. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/presseportal.greenpeace.de\/233150-greenpeace-studie-so-teuer-wird-das-europaische-rustungsprojekt-future-combat-air-system\/\" rel=\"nofollow noopener\">Eine Studie von Greenpeace etwa weist darauf hin, dass die gesamten Lebenszykluskosten kaum vorstellbare Dimension haben<\/a>. Die Analyse umfasst Entwicklungs-, Beschaffungs- sowie Unterhaltskosten, \u201ewobei sich besonders auf die bislang oft \u00fcbersehenen Unterhaltskosten fokussiert wird\u201d. Demnach sei bis zum Jahr 2070 mit einem Kostenkorridor von 1,1 bis 2 Billionen Euro zu rechnen, so Greenpeace. Aus Sicht von R\u00fcstungskonzernen ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft. Aus Sicht der Steuerzahler \u2013 ein finanzieller Abgrund.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Derweil hat Spanien angek\u00fcndigt, auf den Kauf von F-35-Kampfjets zu verzichten und stattdessen auf den europ\u00e4ischen Eurofighter oder aber auf FCAS zu setzen. Und Verteidigungsminister Boris Pistorius versucht, die Zukunft des FCAS mit dem deutsch-franz\u00f6sischen Panzer-Projekt MGCS zu verkn\u00fcpfen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/main-ground-combat-system-deutsche-und-franzosen-wollen-panzer-der-zukunft-bauen-li.2266168\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bei diesem hat bisweilen Deutschland die F\u00fchrungsrolle<\/a>. \u201eWichtig ist f\u00fcr uns beide\u201c, sagte Pistorius am 24. Juli bei einem gemeinsamen Statement mit seinem franz\u00f6sischen Counterpart bezogen auf MGCS und FCAS, \u201edie Projekte stehen f\u00fcr deutsch-franz\u00f6sische Zusammenarbeit und Partnerschaft. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/defence-network.com\/fcas-auf-dem-pruefstand-entscheidung-in-2025\/\" rel=\"nofollow noopener\">Sie stehen nicht f\u00fcr nationale Egoismen. Wir wollen den gemeinsamen F\u00e4higkeitsaufbau und wir stehen vollst\u00e4ndig, eindeutig und einm\u00fctig sowohl zu FCAS als auch zu MGCS<\/a>.\u201c<\/p>\n<p>Eindeutig und einm\u00fctig ist nichts. Vielmehr auf der Kippe. Wenn die Franzosen diesmal, und anders als in den 1980ern, nicht aus dem europ\u00e4ischen Kampfjet-Projekt aussteigen, d\u00fcrfte es diesmal vor allem an einem liegen: am R\u00fcstungsgeld der Deutschen, das k\u00fcnftig unbegrenzt flie\u00dfen soll.<\/p>\n<p>Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns! briefe@berliner-zeitung.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In immer mehr verteidigungspolitischen Fragen scheint es Differenzen zwischen Berlin und Paris zu geben \u2013 zuletzt bei der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":349609,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-349608","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115039206279401709","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=349608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349608\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/349609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=349608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=349608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=349608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}