{"id":349829,"date":"2025-08-16T17:44:09","date_gmt":"2025-08-16T17:44:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349829\/"},"modified":"2025-08-16T17:44:09","modified_gmt":"2025-08-16T17:44:09","slug":"nach-trump-putin-treffen-berlin-ist-vorsichtig-optimistisch-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349829\/","title":{"rendered":"Nach Trump-Putin-Treffen Berlin ist vorsichtig optimistisch &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Samstag sein Kabinett \u00fcber das Treffen des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump mit dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin in Alaska informiert. Zuvor hatte Trump die europ\u00e4ischen Partner \u00fcber den Inhalt des Gespr\u00e4chs in Kenntnis gesetzt. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Was Merz seinen Ministerinnen und Ministern im Detail gesagt hat, teilte der Sprecher nicht mit. Zu h\u00f6ren ist jedoch, dass es immerhin vorsichtigen Optimismus gebe. Zwar hat es in puncto Waffenstillstand oder gar Friedensverhandlungen keine konkreten Fortschritte gegeben, doch es herrscht offenbar Erleichterung dar\u00fcber, dass Trump und Putin nicht im Alleingang ein Abkommen getroffen haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im ZDF sagte Merz sp\u00e4ter, dass er Friedensverhandlungen zwischen der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> und Russland auch ohne vorherigen Waffenstillstand f\u00fcr vertretbar halte, auch wenn die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bundesregierung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesregierung<\/a> dies vor dem Gespr\u00e4ch gefordert hatte \u2013 vorausgesetzt, es komme schnell zu einem Abkommen. \u201eWenn das gelingt, ist das mehr wert als ein Waffenstillstand, der m\u00f6glicherweise \u00fcber Wochen andauert \u2013 ohne weitere Fortschritte in den politischen, diplomatischen Bem\u00fchungen\u201c, sagte er. Au\u00dferdem scheine Russland bereit zu sein, die Verhandlungen entlang der aktuellen Frontlinie und nicht entlang der Verwaltungsgrenzen zu f\u00fchren, berichtete der Kanzler. Das sei ein \u201egewaltiger Unterschied\u201c, denn bisher stelle Russland Anspr\u00fcche auf Gebiete, die es milit\u00e4risch gar nicht besetzt habe.Dass Putin keinen einzigen der vorher von den Europ\u00e4ern und Selenskij festgelegten f\u00fcnf Kernpunkte infrage gestellt, nennt Merz ein \u201egutes Ergebnis\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Als zentralen Punkt hat die Bundesregierung ausgemacht, dass es einen Friedensschluss nur geben k\u00f6nne, wenn die Ukraine weitreichende Sicherheitsgarantien erhalte. Das ist auch der Tenor einer Erkl\u00e4rung, die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> und die europ\u00e4ischen Partner am Samstag ver\u00f6ffentlichten. Absender des Schreibens sind neben Merz der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron, die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni, der britische Premier Keir Starmer, der finnische Pr\u00e4sident Alexander Stubb, der polnische Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk sowie Ant\u00f3nio Costa, Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates, und Ursula von der Leyen, Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommssion.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/politik\/trump-putin-alaska-bilder-e133203\/\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;szenen_einer_speziellen_gastfreundschaft&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;ukraine&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;er.e133203&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;politik&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedeprojekteartikelpolitiktrump-putin-alaska-bilder-e133203\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/abfec695-743e-413c-b5af-cda787944d75.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Trump und Putin in Alaska<\/p>\n<p>:Szenen einer speziellen Gastfreundschaft<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Donald Trump mag zuletzt ver\u00e4rgert \u00fcber Wladimir Putin gewesen sein, in Alaska bereitet er ihm einen herzlichen Empfang. Die Bilder des Treffens.<\/p>\n<p>SZ PlusVon Dominik F\u00fcrst<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Man merkt der Erkl\u00e4rung an, dass die Unterzeichner um jedes Wort gerungen haben; sie ist ein Paradebeispiel f\u00fcr die Sprache der Diplomatie. Es findet sich zum Beispiel dieser Satz: \u201eDie Staats- und Regierungschefs begr\u00fc\u00dften die Bem\u00fchungen von Pr\u00e4sident Trump, das T\u00f6ten in der Ukraine zu beenden, den russischen Angriffskrieg zu beenden und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen.\u201c Klingt nach einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Das Interessante an dem Satz ist jedoch, dass er Trump unterstellt, diese Ziele zu verfolgen. Ob das wirklich so ist, l\u00e4sst sich in Anbetracht des erratischen Kurses des US-Pr\u00e4sidenten kaum einsch\u00e4tzen. Der Satz der Europ\u00e4er klingt daher ein bisschen so, als stecke dahinter der Gedanke: Aber wenn er es oft genug h\u00f6rt, glaubt er vielleicht, dass das seine Ziele seien.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u00dcberhaupt lesen sich Teile der Erkl\u00e4rung, als seien sie vor allem mit Blick auf Trump verfasst worden. Es finden sich S\u00e4tze wie: \u201eWie Pr\u00e4sident Trump sagte: Es gibt keinen Deal, bevor es keinen Deal gibt.\u201c Solche Banalit\u00e4ten schreibt man eher nicht in solche Kommuniqu\u00e9s, aber man wei\u00df eben, dass der Pr\u00e4sident gerne seinen Namen liest. So hei\u00dft es dann im Folgenden auch nicht einfach, es m\u00fcssten nun weitere Gespr\u00e4che mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodimir Selenskij folgen, sondern: Diese m\u00fcssten folgen, \u201ewie von Pr\u00e4sident Trump vorgesehen\u201c.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnten die Sicherheitsgarantien der USA f\u00fcr die Ukraine aussehen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die inhaltlich spannendste Passage ist die, in der es um Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine geht. Die Europ\u00e4er begr\u00fc\u00dfen \u201edie Erkl\u00e4rung von Pr\u00e4sident Trump, dass die USA bereit sind, Sicherheitsgarantien zu geben\u201c. Auf europ\u00e4ischer Seite ist man sich einig, dass solche Garantien nicht nur Worte oder Vertr\u00e4ge sein k\u00f6nnen. Die Frage ist jedoch, wie weitreichende Garantien aussehen k\u00f6nnten? Dass Trump gemeint hat, er k\u00f6nnte gegebenenfalls amerikanische Truppen in der Ukraine stationieren, kann als unwahrscheinlich gelten. Ganz abgesehen davon, dass Wladimir Putin sich kaum auf einen Deal einlassen w\u00fcrde, in dessen Folge Truppen an der russischen Grenze st\u00fcnden, seien es amerikanische oder europ\u00e4ische.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Frage der Sicherheitsgarantien ist daher ebenso vertrackt wie die Frage, ob die Ukraine im Gegenzug f\u00fcr einen Friedensvertrag Gebiete an Russland abtreten m\u00fcsste. In der europ\u00e4ischen Erkl\u00e4rung vom Samstag hei\u00dft es dazu: \u201eEs ist Sache der Ukraine, Entscheidungen \u00fcber ihr Territorium zu treffen.\u201c Da das f\u00fcr sich genommen wohl etwas zu realpolitisch klingt, in dem Sinne, dass ein Frieden ohne Gebietsabtretungen kaum m\u00f6glich sein wird, folgt der Satz: \u201eInternationale Grenzen d\u00fcrfen nicht mit Gewalt ver\u00e4ndert werden.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Erkl\u00e4rung endet mit einem Bekenntnis. Die Ukraine k\u00f6nne auf die \u201eunersch\u00fctterliche Solidarit\u00e4t\u201c der Europ\u00e4er z\u00e4hlen. Der Verst\u00e4rker \u201eunersch\u00fctterlich\u201c steht da aus gutem Grund. Es gehe n\u00e4mlich darum, die \u201evitalen Sicherheitsinteressen der Ukraine und Europas\u201c zu sch\u00fctzen. Ein weiterer wichtiger Punkt, denn es geht den Europ\u00e4ern nat\u00fcrlich auch um ihre eigenen Interessen. Sollte die Ukraine an Putin fallen, w\u00e4re dessen imperialistischer Hunger vermutlich nicht gestillt. Ein Aspekt, der zum Beispiel den polnischen Ministerpr\u00e4sidenten Donald Tusk, dessen Land an Russland grenzt, besonders bewegen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Die Opposition schwankt zwischen Hoffnung und Resignation<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Von den deutschen Oppositionsparteien gab es einige weniger diplomatisch ziselierte Stellungnahmen, was insofern nicht \u00fcberraschend ist, da diese nicht das Problem haben, unmittelbar mit dem unberechenbaren Trump arbeiten zu m\u00fcssen. F\u00fcr die Gr\u00fcnen teilt die Fraktionsvorsitzende Britta Ha\u00dfelmann mit: \u201eDieses Treffen war f\u00fcr Putin ein willkommenes Ablenkungsman\u00f6ver und zugleich eine B\u00fchne, auf der er sehr berechnend Gespr\u00e4chsbereitschaft inszenieren konnte.\u201c Ha\u00dfelmann betont besonders einen Punkt: \u201ePutin ist der Aggressor. Er kann diesen Krieg sofort beenden. Das m\u00fcssen wir uns immer wieder vor Augen f\u00fchren.\u201c F\u00fcr die Ukraine habe sich durch das Treffen nichts verbessert. F\u00fcr eine echte Friedensperspektive sei nichts erreicht. Dann folgt ein Satz, den man ebenso hoffnungsvoll wie resignativ lesen kann: \u201eWer wei\u00df, was noch kommt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">F\u00fcr die Linke \u00e4u\u00dferte sich deren Sprecherin f\u00fcr internationale Beziehungen, Lea Reisner. \u201eDas Treffen zwischen Trump und Putin war keine Diplomatie, sondern eine Machtdemonstration.\u201c Europa d\u00fcrfe dieses \u201eSchauspiel nicht l\u00e4nger hinnehmen\u201c. Deutschland m\u00fcsse mit den europ\u00e4ischen Partnern eine eigene, v\u00f6lkerrechtsbasierte Friedensinitiative starten. Und: \u201eWer Putin wirklich unter Druck setzen will, muss China einbeziehen. Ohne Peking bleibt jeder Friedensappell wirkungslos.\u201c Diesen Punkt macht auch Linken-Parteichef Jan van Aken immer wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Samstag sein Kabinett \u00fcber das Treffen des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump mit dem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":349830,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[147,296,1173,29,30,148,16,149,317],"class_list":{"0":"post-349829","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-ausland","9":"tag-berlin","10":"tag-bundesregierung","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-leserdiskussion","14":"tag-politik","15":"tag-sueddeutsche-zeitung","16":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115039690120194973","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349829","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=349829"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/349829\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/349830"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=349829"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=349829"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=349829"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}