{"id":349833,"date":"2025-08-16T17:47:12","date_gmt":"2025-08-16T17:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349833\/"},"modified":"2025-08-16T17:47:12","modified_gmt":"2025-08-16T17:47:12","slug":"hinter-den-kulissen-der-sub-goettingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/349833\/","title":{"rendered":"Hinter den Kulissen der SUB G\u00f6ttingen"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">G\u00f6ttingen. Abends leeren sich die Leses\u00e4le schneller als noch vor ein paar Wochen. Die Klausurenphase ist in der Nieders\u00e4chsischen Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen (SUB) von der Zeit der Hausarbeiten abgel\u00f6st worden. Ersch\u00f6pft bl\u00e4ttert der Student noch ein wenig in den vor ihm ausgebreiteten B\u00fcchern, dann ist klar: Das war\u2018s f\u00fcr heute. Auf dem Weg zum Ausgang muss der Student drei B\u00fccher abgeben, die Leihfrist endet heute. Und w\u00e4hrend er in die G\u00f6ttinger Nacht hinaus tritt, beginnt f\u00fcr das abgegebene Buch eine faszinierende Reise durch die Katakomben der Zentralbibliothek. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Hinter den Kulissen der SUB sorgen rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter f\u00fcr einen m\u00f6glichst komfortablen Lern- und Plauderaufenthalt der Studentinnen und Studenten. Die Organisation der Medienbest\u00e4nde und deren Bereitstellung f\u00fcr die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer ist ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Und diese Arbeit findet vor allem in Bereichen der SUB statt, die einem im Lernalltag verborgen bleiben: Die Zentralbibliothek mit ihren charakteristischen Fingern reicht \u00fcber vier Stockwerke tief in den Boden hinein. <\/p>\n<p>Immer weniger Print-Leihen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Weg des Buches beginnt nach gewissenhaftem Gebrauch zu Studienzwecken am Selbstverbucher-Automaten, gleich neben der Empfangstheke im Eingangsbereich. Dass Nutzerinnen und Nutzer die entliehenen Werke selbstst\u00e4ndig zur\u00fcckgeben k\u00f6nnen, erleichtere die Abl\u00e4ufe f\u00fcr die SUB-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter, sagt Bibliothekarin Anna Rokosz. Es sorge aber ebenso f\u00fcr Schwierigkeiten \u2013 und zwar in dem (nicht so selten eintretenden) Fall, dass bei der Zur\u00fcckbuchung irgendetwas falsch gemacht wird. \u201eIm schlimmsten Fall fallen Geb\u00fchren an\u201c, warnt die studierte Bibliotheks- und Informationswissenschaftlerin und r\u00e4t: \u201eEs ist immer sinnvoll, die R\u00fcckgabequittung mitzunehmen.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Franziska Peukert (links) und Anna Rokosz (rechts) an der Informationstheke der Zentralbibliothek.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SBP5S66RORCOHHIGQR5MBJRPRU.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Franziska Peukert (links) und Anna Rokosz (rechts) an der Informationstheke der Zentralbibliothek.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Friedrich Finkenstein<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Jeden Morgen leeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek das Regal f\u00fcr die zur\u00fcckgegebenen B\u00fccher und fahren es daf\u00fcr ins Magazin. Dabei kommen sie an der Informationstheke vorbei, an der unter anderem Fernleihen aus anderen Bibliotheken zur Verf\u00fcgung gestellt werden oder alte B\u00fccher, die aus konservatorischen Gr\u00fcnden nicht aus dem Haus gegeben werden.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auf dem Weg zum hinter einer unscheinbaren Holzwand verborgenen \u201eBackoffice\u201c im Erdgeschoss der SUB liegt auch der Selbstabholbereich. Das ist der Ort, an dem das gew\u00fcnschte Buch am Ende des Kreislaufs aus R\u00fcckgabe, Sortierung, Bestellung und Bereitstellung von den Bibliotheksnutzerinnen und -nutzern abgeholt und ausgeliehen werden kann. Diese Print-Ausleihen seien \u201eimmer weniger geworden, weil es immer mehr Werke digital gibt\u201d und das f\u00fcr Studierende bequemer sei, sagt Rokosz.<\/p>\n<p>B\u00fccher am Flie\u00dfband<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Franziska Peukert, Stabsstellenleiterin der SUB-\u00d6ffentlichkeitsarbeit, merkt an, dass es sich dabei um einen \u201edeutschlandweiten Trend\u201c handle. Insbesondere die Corona-Pandemie habe einen Digitalisierungsprozess in Universit\u00e4tsbibliotheken in Gang gesetzt, der f\u00fcr eine wesentlich geringere Nachfrage an gedruckten B\u00fcchern gesorgt hat. Nachdem die Bibliothek wieder physisch benutzbar wurde, seien die Bestellungszahlen \u201enicht wieder auf das alte Ma\u00df zur\u00fcckgegangen\u201c, stellt Peukert fest. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im Backoffice werden die Bereitstellung der B\u00fccher im Selbstabholbereich und die Eingliederung der zur\u00fcckgegebenen B\u00fccher ins unterirdische Magazin der SUB vorbereitet. Ein mechanisches Rumpeln, monoton, aber irgendwie beruhigend, dr\u00f6hnt dem Besucher entgegen. Auf langen B\u00e4ndern fahren Plastikwannen umher. Darin: jede Menge B\u00fccher. Die Apparatur erinnert an eine Sicherheitskontrolle am Flughafen. Die elektronische Buchf\u00f6rderanlage \u201eerleichtert sehr viel\u201c, sagt Magazin-Leiter Andreas Kolle.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die B\u00e4nder verbinden das Backoffice mit dem Allerheiligsten der SUB: dem Magazin. Unter dem f\u00fcr Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer zug\u00e4nglichen Bereich der SUB befindet sich auf den Stockwerken -1, -2 und -3 Kolles Arbeitswelt. Aus diesen Beton-Katakomben k\u00f6nnen bestellte B\u00fccher von 40 unterschiedlichen Stationen \u00fcber die Buchf\u00f6rderanlage ins Backoffice geschickt werden. Der Lageplan der Anlage liest sich wie der Schaltplan einer komplizierten technischen Ger\u00e4tschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Alles im Blick: Andreas Kolle am Lageplan der Buchf\u00f6rderanlage.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/XAJMBTZMDJHTHOKCJP3ZUX2XLQ.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Alles im Blick: Andreas Kolle am Lageplan der Buchf\u00f6rderanlage.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Friedrich Finkenstein<\/p>\n<p>Im Magazin tief unter der Erde<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die SUB besteht aus der Zentralbibliothek und sieben anderen Standorten, die \u00fcber den Campus verteilt sind \u2013 den sogenannten Bereichsbibliotheken. Im Hauptverteilerraum des Magazins werden die Werke im Aschenputtel-Prinzip sortiert: Jene f\u00fcr die Bereichsbibliotheken werden von denen getrennt, die im Haus bleiben. Inzwischen kommt etwa die H\u00e4lfte aller Bestellungen im Magazin der Zentralbibliothek aus den Bereichsbibliotheken. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ein Gro\u00dfteil der rund 10 Millionen Medieneinheiten der SUB wird hier fernab des Tageslichts und gut bel\u00fcftet aufbewahrt. Die menschenleere Ruhe, die k\u00fcnstliche Beleuchtung und zahllose G\u00e4nge voller Gelehrsamkeit: beklemmend und faszinierend zugleich.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<blockquote><p>Je besser man sich auskennt, desto interessanter ist es.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Andreas Kolle,<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 kncpVQ\">Leiter des SUB-Magazins<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Mensch im Angesicht von Millionen von B\u00fcchern. Diese befinden sich neuerdings auf Rollregalen. \u201eUm Platz zu schaffen\u201c, sagt Kolle. Denn der Bestand der SUB w\u00e4chst. \u201eMillionen B\u00fccher passen hier nicht mehr rein\u201d, sagt Kolle. Der Platz in der SUB sei endlich, sagt Peukert \u2013 das sei ein gro\u00dfes Thema. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Auf drei Stockwerken unter der Erde lagern B\u00fccher im SUB-Magazin.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/HFZFKMYRLBGMBPBSINQ67RJ4LY.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Auf drei Stockwerken unter der Erde lagern B\u00fccher im SUB-Magazin.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Friedrich Finkenstein<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Allen Rollb\u00e4ndern zum Trotz: Ohne Menschen geht es nicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Magazin suchen die jeweiligen B\u00fccher aus den un\u00fcberblickbar scheinenden G\u00e4ngen des Magazins heraus, nachdem sie die auch Studierenden bekannten Bestellscheine erhalten haben \u2013 das sind die bedruckten Zettel, auf denen zum Beispiel Teile der Matrikelnummer stehen, damit Studierende ihre Bestellung im Abholbereich finden k\u00f6nnen. Von hier schicken die SUB-Angestellten die B\u00fccher in den Plastikwannen per Buchf\u00f6rderanlage in Richtung Backoffice, und von dort werden die B\u00fccher in den Selbstabholbereich gebracht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die Bestellscheine gelangen ins Magazin.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ADNKCZJ5XNEFVNPO6SV3DGEYME.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Die Bestellscheine gelangen ins Magazin.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Friedrich Finkenstein<\/p>\n<p>Wohin f\u00fchrt der Weg der SUB?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Faszination dieser Arbeit liege f\u00fcr ihn darin, ein Spezialist zu sein und den Durchblick \u00fcber die kilometerlangen Regalreihen zu haben, sagt Kolle. \u201eJe besser man sich auskennt, desto interessanter ist es\u201c, findet der studierte Germanist. Im Magazin arbeite \u201eeine bunte Mischung\u201c aus Quereinsteigern, Studierenden und gelernten Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeitern.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im Zuge der Digitalisierung des Buchbestandes werden sich auch die Jobbeschreibungen der SUB-Bibliothekarinnen und -bibliothekare nachhaltig ver\u00e4ndern. Rokosz res\u00fcmiert, dass sich der Schwerpunkt verlagere. Neben den Kursangeboten der SUB (<a href=\"https:\/\/www.sub.uni-goettingen.de\/lernen-lehren\/kurse-fuehrungen\/\" rel=\"nofollow noopener\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.sub.uni-goettingen.de\/lernen-lehren\/kurse-fuehrungen\/\" target=\"_blank\">Kurse &amp; F\u00fchrungen<\/a>) r\u00fcckt f\u00fcr ihre Arbeit die Bibliothek als Lernort ins Zentrum. Die Besuchszahlen der SUB sind laut Rokosz \u201enach wie vor hoch\u201c.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">F\u00fcr viele Studentinnen und Studenten sei die Bibliothek \u201eein \u00f6ffentlicher Raum, an dem man sich ohne Rechtfertigung aufhalten kann\u201c, sagt Peukert \u2013 anders als in Caf\u00e9s mit teuren Cappuccinos und Chai Lattes. Umgeben von B\u00fcchern \u2013 was k\u00f6nnte inspirierender sein.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">GT\/ET<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"G\u00f6ttingen. Abends leeren sich die Leses\u00e4le schneller als noch vor ein paar Wochen. 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