{"id":350118,"date":"2025-08-16T21:02:13","date_gmt":"2025-08-16T21:02:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350118\/"},"modified":"2025-08-16T21:02:13","modified_gmt":"2025-08-16T21:02:13","slug":"kritik-auf-booktok-wenn-es-nicht-fuenf-sterne-gibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350118\/","title":{"rendered":"Kritik auf Booktok: Wenn es nicht f\u00fcnf Sterne gibt"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wenig ist im Internet kost\u00adbarer als Enthusiasmus. Wenn sogenannte Bookfluencer Romane zeigen, denen sie sechs von f\u00fcnf Sternen geben, generiert das neue Leser. Das wissen auch Ver\u00adlage. Und laden die Multiplikatorinnen zu Bloggerfr\u00fchst\u00fccken ein oder senden ihnen schicke Schmuckausgaben. Doch nicht alle Werke kommen auf sechs Sterne. Was dann? Zeigt man sie nicht? Aus Sorge, von der G\u00e4steliste zu fliegen und die Urheber zu verletzen?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Kolumnistin Susanne Romanowski\" height=\"355\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kolumnistin-susanne-romanowski.jpg\" width=\"260\" class=\"sm:w-content-xs w-full\" tabindex=\"0\"\/>Kolumnistin Susanne RomanowskiF.A.S.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Oder zeigt man sie, und es gibt Stress. So wie bei Buchladenbesitzerin und Influencerin Louisa Dellert. Sie postete k\u00fcrzlich ein Video unter dem Titel \u201eB\u00fccher, die ich m\u00f6gen wollte\u201c. Zwar \u00e4u\u00dfern in den Kommentaren viele ihre Erleichterung \u2013 endlich sagt\u2019s jemand! \u2013, doch auch die Kritik war gro\u00df. So warf man Dellert vor, mit ihrem Einfluss Deb\u00fct-Autorinnen zu schaden, \u00fcberhaupt die Arbeit von Frauen zu diskreditieren. Dabei erkl\u00e4rt Dellert fast behutsam, was ihr nicht gefallen hat. Zu atmosph\u00e4risch das eine Buch, zu fragmentarisch ein anderes.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"Sonntagszeitung\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755378133_960_latest.jpg\"\/><\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/meine-ausgaben\/fas\/\" class=\"Button\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n         <\/a><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Schaut man genauer hin, f\u00e4llt auf: Nicht Kritik an sich ist ein Problem; online wird gen\u00fcsslich verrissen. Bei Bookfluencern, die eher Belletristik als Genreliteratur lesen, sch\u00e4rft so manche Ablehnung gar das Profil. Weg mit dem Selbsthilfekitsch von \u201eDas Caf\u00e9 am Rande der Welt\u201c, raus mit den Holzschnittromanzen von Booktok-Heldin Colleen Hoover. Nun sind Bookfluencer keine Journalisten. Sie k\u00f6nnen B\u00fccher besprechen, ohne sie in gesellschaftliche oder literarische Kontexte zu setzen. Manchmal reicht ein Format wie \u201eJa, nein, vielleicht\u201c, mit dem sie B\u00fccher sortieren wie W\u00e4sche. Dass sie ihre Lekt\u00fcren so niedrigschwellig kommentieren, macht sie zu nahbaren Lesevorbildern. Und als solche lesen sie eben, was auf Tiktok und Instagram beliebter ist als sonst: B\u00fccher von j\u00fcngeren, oft selbst auf Social Media aktiven Autorinnen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Toll, wenn Bookfluencer diese nun auch differenzierter besprechen. Schlie\u00dflich m\u00f6chte keine Autorin aus diffuser Girl-Power-Solidarit\u00e4t heraus gefeiert werden, sondern f\u00fcr ihre Ar\u00adbeit. Und auch die Kritik an der Kritik hat etwas Gutes. Denn dass die Abwertung von vermeintlich weiblichen Themen in der Kulturkritik System hat, zeigte Nicole Seifert mit ihrem Buch \u201eFrauen Literatur\u201c. Wenn alle darauf nun st\u00e4rker sensibilisiert werden und durch solche Debatten lernen, gute von schlechter Kritik zu unterscheiden, verdient das ein gro\u00dfes Like.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenig ist im Internet kost\u00adbarer als Enthusiasmus. 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