{"id":350292,"date":"2025-08-16T22:44:13","date_gmt":"2025-08-16T22:44:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350292\/"},"modified":"2025-08-16T22:44:13","modified_gmt":"2025-08-16T22:44:13","slug":"fabian-mehring-zwischen-ministerrat-und-milchflaeschchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350292\/","title":{"rendered":"Fabian Mehring: Zwischen Ministerrat und Milchfl\u00e4schchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Jahr 2025 bringt f\u00fcr den geb\u00fcrtigen Augsburger Fabian Mehring (36) wahnsinnig viel Neues: Seit eineinhalb Jahren ist der Freie-W\u00e4hler-Politiker bayerischer Digitalminister. Seit 4. Juni besetzt er auch privat eine neue Spitzenposition: Er ist Papa! Eine Doppelrolle, die nicht immer reibungslos vonstatten geht. Doch als \u201emoderner Politiker\u201c, wie er sich selbst bezeichnet, will Mehring \u201ezwischen Ministerrat und Milchfl\u00e4schchen\u201c Zeichen setzen. So muss die digitale Transformation auch mal knapp drei Wochen realem Babygeschrei weichen \u2013 diese Zeit nahm sich Mehring n\u00e4mlich als \u201eMini-Elternzeit\u201c. F\u00fcr einen Spitzenpolitiker mutet das fast schon revolution\u00e4r an. Zum AUGSBURG JOURNAL kam er auf unsere Bitte zwar mit Kinderwagen und einschl\u00e4gigem Know-how \u2013 aber ohne Kind. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das \u201eWarum\u201c \u2013 und wie er \u00fcber politische Pausen, famili\u00e4re Prinzipien und \u00f6ffentliche Grenzen denkt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Augsburg Journal: Wieviel bunter ist das Leben des Ministers Mehring als frischgebackener Papa seit dem 4. Juni diesen Jahres?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fabian Mehring<\/strong>: Total. Eltern zu werden ver\u00e4ndert das eigene Leben schon fundamental. Das sagt dir w\u00e4hrend der Schwangerschaft zwar jeder gebetsm\u00fchlenartig. So richtig versteht man das aber erst, wenn dir die Hebamme im Krei\u00dfsaal zum ersten Mal dein Baby auf den Arm legt. Dieser Moment ver\u00e4ndert quasi alles und verschiebt die Gewichtungen im Leben total. Als Papa hat man nicht nur k\u00fcrzere N\u00e4chte und tiefere Augenringe \u2013 man denkt auch \u00fcber viele Dinge anders als zuvor. Ein Blick in den eigenen Kinderwagen ist jedenfalls die beste Motivation, daf\u00fcr zu arbeiten, dass auch die n\u00e4chsten Generationen in unserer Heimat ein gutes Leben haben!<\/p>\n<p><strong>AJ: Sie halten Ihre kleine Tochter komplett unter Verschluss \u2013 nicht einmal den Namen soll die \u00d6ffentlichkeit erfahren. Warum eigentlich? Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der ist laufend mit seiner Tochter in den Medien \u2013 was ihr bei der Model-Karriere vermutlich nicht schadet \u2026 ?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Wenn unsere Kleine mal erwachsen ist und das von sich aus will, wie die Tochter von Markus S\u00f6der, gehe ich gerne mit ihr vor jede Kamera. Sie soll aber selbst entscheiden k\u00f6nnen, ob sie in der \u00d6ffentlichkeit stehen m\u00f6chte oder nicht. Meine Frau und ich m\u00f6chten, dass unser Kind ganz normal aufw\u00e4chst und nicht \u00fcberall ,die Tochter vom Minister\u2018 ist. Wir wollen einfach nicht, dass das Gesicht unserer Tochter schon in jeder Zeitung ist, bevor sie selbst \u00fcberhaupt lesen kann. Oder, dass jeder Fremde auf dem Spielplatz sie beim Namen rufen kann.<\/p>\n<p>Gl\u00e4sern als Politiker \u2013 Nicht als Familie<\/p>\n<p><strong>AJ: Sie sch\u00fctzen Ihre Tochter ganz bewusst vor der \u00d6ffentlichkeit \u2013 gleichzeitig vertreten Sie ein Ministerium, das digitale Teilhabe und Transparenz vorantreibt. Wo ziehen Sie als Politiker die Grenze zwischen \u00f6ffentlich und privat?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Das liegt f\u00fcr mich auf der Hand: Ich selbst habe mich aktiv daf\u00fcr entschieden, in die Politik zu gehen. Sp\u00e4testens, als ich den Ruf in den <a href=\"https:\/\/www.stmd.bayern.de\/themen\/digitale-verwaltung\/digitales-amt\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ministerrat<\/a> angenommen habe, habe ich bewusst in Kauf genommen, eine Person des \u00f6ffentlichen Lebens zu sein. Das gilt aber nicht f\u00fcr meine Familie \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr meine Tochter. Kurzum: Ich akzeptiere, dass f\u00fcr mich als Minister andere Regeln gelten und mein Leben ziemlich gl\u00e4sern ist. Die Grenze zum Privaten beginnt f\u00fcr mich aber bei unserem Zuhause und bei meiner Familie. \u00dcber solche Fragen nachzudenken ist \u00fcbrigens im digitalen Raum noch viel wichtiger, als im analogen Leben. Denn: Was einmal im Netz ist, kriegt man nicht mehr aus der Welt!<\/p>\n<p><strong>AJ: Glauben Sie, dass wir als Gesellschaft zu locker mit den Daten und Bildern unserer Kinder umgehen? Und w\u00fcrden Sie am liebsten jedem Eltern-Instagram-Account eine Datenschutz-Warnung verpassen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Tats\u00e4chlich: Wenn ich sehe, was manche Boomer so posten, am\u00fcsiert mich, dass ausgerechnet diese Generation den Digital Natives von heute die sozialen Medien verbieten will. Einfache Faustregel: Eltern sollten keine Bilder von ihren Kindern posten, die sie in f\u00fcnfzehn oder zwanzig Jahren nicht auf dem Schreibtisch des Personalchefs sehen wollen, bei dem ihr Kind das erste Bewerbungsgespr\u00e4ch hat. Anders als wir Menschen vergisst das Internet n\u00e4mlich nicht.<\/p>\n<p><strong>AJ: Was hat Sie mehr ins Schwitzen gebracht: die Geburt Ihrer Tochter oder ein Plenarsaal mit digitalem Gro\u00dfprojekt auf der Agenda?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Auf jeden Fall der Krei\u00dfsaal. (lacht)<\/p>\n<p><strong>AJ: Sie hatten nach der Geburt knapp drei Wochen Elternzeit \u2013 f\u00fcr einen Minister ist das ja fast schon Rebellion. Haben Sie sich vorher einen Notfall-Laptop unters Bett legen lassen oder war\u2019s tats\u00e4chlich \u201eFlugmodus pur\u201c?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: (lacht) Ganz ohne Mails und Telefonate ging es freilich nicht. Die Welt dreht sich ja weiter und im Ministerium arbeiten trotzdem jeden Tag zweihundert Leute, deren Flaschenhals man ist. Aber: Von Zuhause aus kann man ja auch mit der Kleinen auf dem Scho\u00df tippen und telefonieren. Ich habe zum Gl\u00fcck ein tolles Team in M\u00fcnchen, das diese kleine Auszeit perfekt f\u00fcr mich organisiert und mir den R\u00fccken freigehalten hat \u2013 und notfalls auch mal Babygeschrei im Hintergrund verkraftet hat.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"816\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/W1A5658-scaled-e1755154027273-1024x816.jpg\"\/><\/p>\n<p>\u201eEine Wissenschaft f\u00fcr sich ist das Auf- und Zuklappen des Kinderwagens\u201c, stellt Fabian Mehring beim Besuch im Martinipark lachend fest. Nach den ersten Wochen als Papa hat\u2018s der Digitalminister aber schon gut im Griff. Bestzeit: unter 30 Sekunden!<\/p>\n<p><strong>AJ: Wie darf man sich diese Familienzeit vorstellen \u2013 haben Ihre Frau Franziska und Sie alles gemeinsam gemacht oder ist einer von Ihnen \u00f6fters nachts aufgestanden \u2013 zum Wickeln und Co.?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Naja. Da setzt einem die Natur ja Grenzen. Beim Stillen k\u00f6nnen wir M\u00e4nner wenig helfen. Alles andere haben wir uns aber ganz gut aufgeteilt. Das war auch gut so, denn jetzt wei\u00df ich, was meine Frau alles alleine schultert, seit ich zur\u00fcck im Job und wieder die ganze Woche auf Achse bin.<\/p>\n<p><strong>AJ: Die babytechnischen F\u00e4higkeiten scheinen aber, wie wir hier live testen konnten, allesamt vorhanden. Gibt\u2019s Vorlieben \u2013 was machen Sie am liebsten, was \u00fcberlassen Sie lieber Ihrer Frau?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Am liebsten besuche ich mit der Kleinen unseren Uropa. Der ist inzwischen 94 und die beiden zusammen zu sehen ist gro\u00dfartig. Am schwierigsten bleibt es, nachts rauszum\u00fcssen, wenn man wei\u00df, dass ein typischer 18-Stunden-Tag mit zehn Terminen folgt, in den man dann als m\u00fcder Zombie startet. Aber das kennen vermutlich alle jungen Eltern.<\/p>\n<p><strong>AJ: \u201cDigitalminister &amp; Daddy\u201c \u2013 das klingt ein bisschen nach: Alexa, mach\u2018 das Fl\u00e4schchen warm! Gibt es bei Ihnen zu Hause smarte Baby\u00fcberwachung oder h\u00f6rt die Technik beim Babyphon auf?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Bislang sind wir \u00fcber das Standard-Babyphone noch nicht hinausgekommen. Aber ich bin f\u00fcr smarte Tipps offen\u2026 !(lacht)<\/p>\n<p>Machos in der Politik auf dem Vormarsch<\/p>\n<p><strong>AJ: Sie sprechen von sich selbst als \u201eVertreter einer neuen Politikergeneration\u201c \u2013 junger Vater, sichtbar f\u00fcrsorglich, klar in der Haltung. Steckt da auch ein bisschen zeitgeistige Selbstinszenierung drin \u2013 oder ist diese \u2018neue M\u00e4nnlichkeit\u2019 ein tats\u00e4chlicher ehrlicher Gesinnungswandel?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Ehrlich gesagt bef\u00fcrchte ich, dass diese Haltung ja fast schon wieder out ist. Gerade haben ja eher die vermeintlich harten Jungs mit antiquiertem Frauenbild wieder Konjunktur \u2013 von Musk \u00fcber Trump bis Putin. Da f\u00fchle ich mich fast schon wieder von der alten Schule. (lacht) Im Ernst: Meine Frau hat die gleiche Ausbildung wie ich und wir sind beide gleicherma\u00dfen f\u00fcr unser Kind verantwortlich. Da braucht es f\u00fcr mich keine Gesinnung \u2013 das ist halt einfach die Realit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>AJ: Man spricht ja nicht umsonst vom politischen Komparativ \u201eFreund, Feind, Parteifreund\u201c \u2013 wie war denn die Resonanz auf Ihre modern gelebte Vaterrolle \u2013 vor allem bei den \u00e4lteren Kollegen in Landtag und Kabinett?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Jenseits von ein paar augenzwinkernden Spr\u00fcchen ehrlich gesagt erfreulich gut. Markus S\u00f6der hat mir sogar einen Strampler geschenkt \u2013 allerdings vom FC N\u00fcrnberg. Gl\u00fccklicherweise konnte ich ihm da bereits ein Bild unserer Tochter im FC Augsburg-Strampler schicken und ihm schreiben, dass er zu sp\u00e4t dran ist\u2026(lacht)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"500\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Unbenannt.png\"\/><\/p>\n<p>Von seinem \u201eChef\u201c Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der bekam Mehring f\u00fcrs T\u00f6chterchen einen Strampler vom 1. FC N\u00fcrnberg, der vom geb\u00fcrtigen Augsburger Papa freilich lange nicht so sehr gefeiert wird wie das Pendant von \u201eseinem\u201c FC Augsburg.<\/p>\n<p><strong>AJ: Wir haben unsere Fragen auch mit Hilfe von KI generiert \u2013 st\u00f6rt Sie das beziehungsweise nutzen Sie KI auch ab und zu mal f\u00fcr Antworten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehring<\/strong>: Selbstverst\u00e4ndlich. Zwar eher nicht f\u00fcr Antworten in Interviews, aber zum Beispiel um vom Auto aus schnell ein paar Fakten f\u00fcr die n\u00e4chste Rede zu recherchieren. ChatGPT ist l\u00e4ngst das neue Google und als Digitalminister darf man das.<\/p>\n<p>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.augsburg-journal.de\/stadt-region\/gipfelstuermer-mehring-und-merz-meeting-auf-der-zugspitze\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gipfelst\u00fcrmer: Mehring mit S\u00f6der und Merz \u2013 Meeting auf der Zugspitze<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Jahr 2025 bringt f\u00fcr den geb\u00fcrtigen Augsburger Fabian Mehring (36) wahnsinnig viel Neues: Seit eineinhalb Jahren ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":350293,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-350292","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115040869690544430","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/350292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=350292"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/350292\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/350293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=350292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=350292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=350292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}