{"id":350536,"date":"2025-08-17T01:07:16","date_gmt":"2025-08-17T01:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350536\/"},"modified":"2025-08-17T01:07:16","modified_gmt":"2025-08-17T01:07:16","slug":"winter-war-hart-von-shogoon-laut-de-album","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350536\/","title":{"rendered":"&#8222;Winter War Hart&#8220; von Shogoon \u2013 laut.de \u2013 Album"},"content":{"rendered":"<p>\t\tlaut.de-Kritik<br \/>\n\t\tHandle with care!<br \/>\n\t\tReview von <a rel=\"author nofollow noopener\" href=\"https:\/\/laut.de\/Alben\/Neu?autor=106\" class=\"stark\" target=\"_blank\">Dani Fromm<\/a><\/p>\n<p class=\" first\">Winter? was war das noch gleich? Man kann es sich kaum noch vorstellen, w\u00e4hrend man in der Hochsommerhitze so vor-sich-hinzerflie\u00dft. In diesen Glutofen wirft Shogoon nun eine EP, deren Titel er nicht passender h\u00e4tte aussuchen k\u00f6nnen. &#8222;<strong>Winter War Hart<\/strong>&#8222;. In drei kleinen Worten schwingt alles mit, das diese sechs Tracks erz\u00e4hlen. Hier spricht einer, der eine wirklich, wirklich dunkle Zeit durchlebt hat. Wie es aussieht, hat er sie \u00fcberstanden, wenngleich er dem frischen Frieden noch nicht so recht zu trauen ist. Das Pfl\u00e4nzchen Optimismus, das da keimt, braucht noch Schutz und gute Pflege, um zu gedeihen.<\/p>\n<p>Trotzdem bleibt der Grundtenor positiv. Zusammensein mit alten Freunden, das befriedigende Gef\u00fchl, an einem Track zu basteln, den Beginn einer neuen Bekanntschaft, die alten Songs, die dazu aus den Boxen pl\u00e4tschern, den Sonnenschein, sogar den verdammten Kaffee von der Tanke: <a href=\"https:\/\/laut.de\/Shogoon\" class=\"wort\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Shogoon<\/a> f\u00e4ngt diese allt\u00e4glichen Freuden ein wie Schmetterlinge und freut sich daran, wie jemand, dem das Leben gr\u00fcndlich die Priorit\u00e4ten zurechtger\u00fcttelt hat. Die wei\u00dfen Nikes m\u00f6gen ein bisschen angeschmuddelt sein vom durchschrittenen Schmodder. Nichtsdestotrotz steht am Anfang eine Ansage: &#8222;Nur, dass du wei\u00dft: Ich lieb&#8216; diesen Schei\u00df.&#8220; Die logische Konsequenz daraus: &#8222;Ich Bleib&#8220;.<\/p>\n<p>Nach luftigem Einstieg mit Vogelgezwitscher und Ger\u00e4uschfetzen, wie sie von einem Spielplatz durchs offene Fenster wehen k\u00f6nnten, setzen warme Synthies die Atmosph\u00e4re nahtlos fort. Shogoon l\u00e4sst sich in diesem sonnigen Vibe treiben. Man merkt ihm an, dass er einiges hinter sich hat: &#8222;Viel passiert, viel zu viel von dem Schei\u00df&#8220;. In diesem Moment jedoch ist die Welt in Ordnung: &#8222;alles sweet, alles nice, zur Zeit&#8220;. Die catchy Hook darf er in dem Fall auch ruhig singen.<\/p>\n<p>Selbst wer des <a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Rap-69\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rappers<\/a> Werk nicht akribisch verfolgt hat und entsprechend wenig von den in der Vergangenheit auch schon thematisierten Depressionen und Suizidgedanken wei\u00df, ahnt angesichts dieser kleinen EP, dass die Vergangenheit Shogoon bereits viel abverlangt hat. Seine Zeile &#8222;letztes Jahr war nicht mein Tag&#8220; aus dem Titeltrack fasst es recht flapsig zusammen. Momentan steht Shogoon aber nicht der Sinn nach einem allzu genauen Blick in den R\u00fcckspiegel. &#8222;Ab jetzt wirds nicht mehr schlimmer&#8220;, vermutet er, also: &#8222;Lass uns ein bisschen atmen.&#8220; Die flirrenden Gitarren und der dicke Bass spiegeln den Kontrast zwischen der Schwere der Gesamtsituation und der Leichtigkeit des Moments auch musikalisch wider.<\/p>\n<p>Mit guten Leuten um sich herum, idealerweise denselben, mit denen man sich schon seit vielen Jahren umgibt, und mit <a href=\"https:\/\/laut.de\/TLC\" class=\"wort\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">TLCs<\/a> &#8222;No Scrubs&#8220; auf den Ohren l\u00e4sst sich ohnehin viel aushalten, am Gel\u00e4nder eines franz\u00f6sischen Balkons. Die in &#8222;<strong>Vintage Sweater<\/strong>&#8220; eingefangene, nicht weniger anschaulich skizzierte Szene durchzieht dieselbe melancholisch-zufriedene Stimmung: &#8222;F\u00fcr &#8217;nen traurigen Song geht es mir gerade bisschen zu gut&#8220;, befindet Shogoon da, und tastet sich an das offenbar noch ungewohnte Okay-Gef\u00fchl heran, das ganz zart nach Aufbruch und Neuanfang duftet: &#8222;Glaube, dass ichs mag.&#8220;<\/p>\n<p>Gerade als sich der Eindruck breitmacht, dass diese Tracks zwar jeder f\u00fcr sich sehr nachvollziehbar, aber doch immer wieder dasselbe Szenario einfangen, schickt Shogoon &#8222;<strong>R\u00e4uber Und Gangster<\/strong>&#8220; los: Dieses St\u00fcck f\u00e4llt schon alleine seines treibenden, weit dunkler gef\u00e4rbten Instrumentals wegen aus dem Rahmen. Kaum zu fassen, dass sich so etwas aus dem Intro einer Kinderkrimiserie zimmern lie\u00df. Dar\u00fcber vermittelt Shogoon nun doch einen Eindruck davon, was den Winter (und die Jahre davor) so hart gemacht hat.<\/p>\n<p>&#8222;Habs noch nie wirklich erz\u00e4hlt&#8220;, hebt er an. Dann erz\u00e4hlt er, und schon die Stichpunkte gen\u00fcgen, um eine Vorstellung zu bekommen, von der Welt eines Kindes, das in Armut und umgeben von Gewalt, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit aufw\u00e4chst und irgendwann in den Rausch flieht. Ein Schritt, der seinem Bruder noch schlechter bekommen zu sein scheint. &#8222;Geschichten aus der Hood&#8220; eben, denen Politiker*innen, die gerade am laufenden Band \u00f6ffentlich dar\u00fcber sinnieren, Sozialleistungen zu k\u00fcrzen und bei den \u00c4rmsten zu sparen, dringend ein bisschen genauer zuh\u00f6ren sollten.<\/p>\n<p class=\" last\">Den Abschluss macht ein Freestyle, der in gerade einmal gut zwei Minuten Shogoons Wechselbad der Gef\u00fchle illustriert: &#8222;Ein Tag Marathon, den n\u00e4chsten Tag das Laufen verlernt&#8220;, beschreibt er es. &#8222;Ich glaub&#8216;, &#8217;ne Pause w\u00e4re fair.&#8220; Auch hier korrespondiert der Beat perfekt mit dem Inhalt: Gitarrenintro und 80er-Jahre-<a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Pop-89\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pop<\/a>-Saxofon unterbricht ein harter Cut, der straighten Passage folgt dann wieder ein schwelgerisch-<a href=\"https:\/\/laut.de\/Genres\/Soul-45\" class=\"werk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">souliger<\/a> Part. Dar\u00fcber h\u00f6ren wir von Angst, vorsichtigem Aufatmen, einem j\u00e4hen neuerlichen Schicksalsschlag, \u00dcberforderung und Ratlosigkeit, ehe sich alles im leise hoffnungsvollen Gedanken aufl\u00f6st: Ja, der Winter war hart. Er ist jedoch vor\u00fcbergezogen, und Shogoon ist, wie er schon vorher festgestellt hat, immer noch da: &#8222;Kippe brennt und ich mach&#8216;, was ich mache.&#8220; Hoffentlich noch lange, deswegen, bitte: &#8222;<strong>Handle With Care<\/strong>&#8222;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"laut.de-Kritik Handle with care! Review von Dani Fromm Winter? was war das noch gleich? 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