{"id":350835,"date":"2025-08-17T04:05:11","date_gmt":"2025-08-17T04:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350835\/"},"modified":"2025-08-17T04:05:11","modified_gmt":"2025-08-17T04:05:11","slug":"kiel-roboter-byte-lernt-umgang-mit-waldbraenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/350835\/","title":{"rendered":"Kiel | Roboter \u00abByte\u00bb lernt Umgang mit Waldbr\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<p>Kiel (dpa) &#8211; Auf seinen vier Stelzen ist \u00abByte\u00bb flott unterwegs. \u00abDoch wenn wir den autonomen Roboter jetzt auf ein Feuer zulaufen lassen, w\u00fcrde er einfach durchlaufen und zerst\u00f6rt werden\u00bb, sagt S\u00f6ren Pirk. Der Informatiker leitet das Forschungsprojekt \u00abWildfire Twins\u00bb an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t in Kiel. Mit EU-F\u00f6rdermitteln in H\u00f6he von zwei Millionen Euro will er Maschinen beibringen, sich in einigen Jahren mit Hilfe K\u00fcnstlicher Intelligenz autonom durch Waldbr\u00e4nde zu bewegen und Feuer zu l\u00f6schen.<\/p>\n<p>Ein Einsatz bei einem der aktuellen Waldbr\u00e4nde in S\u00fcdeuropa kommt f\u00fcr den Roboter aber viel zu fr\u00fch &#8211; Feuerwehren zum Beispiel in Spanien oder Griechenland waren zuletzt stark gefordert. Die Informatiker betreiben n\u00e4mlich derzeit Grundlagenforschung. Auf den ersten Blick erinnern die Simulationsbilder auf Pirks Bildschirm noch eher an Videospiele. In der Software lassen die Forscher B\u00e4ume, Unterholz oder ganze W\u00e4lder verbrennen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWir m\u00fcssen in unserer Simulation Daten erzeugen, die aussehen, als ob sie aus einem echten Waldbrandszenario stammen\u00bb, sagt Pirk. \u00abDas Ganze soll photorealistisch aussehen, wie ein echter Waldbrand. Es ist \u00e4hnlich wie ein Videospiel.\u00bb Nur realistischer.<\/p>\n<p>Videokameras allein helfen dem Team nicht weiter. Denn Bilder liefern der Maschine zu wenig Informationen \u00fcber das Feuer. \u00abDerzeit wei\u00df der Roboter noch nicht, was er bei Erfassen von Flammen konkret zu tun hat\u00bb, sagt Pirk. \u00abEr hat einfach keine L\u00f6sungsschablone. Er wei\u00df nicht, ob er die Flamme vor ihm direkt l\u00f6schen oder welchen Abstand er einhalten muss.\u00bb<\/p>\n<p>Datens\u00e4tze<\/p>\n<p>Die Forscher m\u00f6chten der KI mit einer virtuellen Trainingsumgebung beibringen, sichere Wege durch wirklichkeitsgetreue Feuer-Szenarien zu finden. \u00abEinen Wald kann ich grunds\u00e4tzlich zwar leicht von einem Satellitenbild konstruieren, schlechter sieht es dagegen beim Unterholz aus\u00bb, sagt Pirk. Satellitenbilder lieferten keine Informationen dar\u00fcber, ob sich das Feuer beispielsweise brechen lasse. Das sei aber relevant f\u00fcr ein plausibles Waldmodell. \u00abDeshalb arbeiten wir an mathematischen Modellen und bauen \u00e4hnlich wie in einem Computerspiel 3D-Modelle von einzelnen B\u00e4umen, dem Unterholz und Gr\u00e4sern.\u00bb<\/p>\n<p>Aktuell arbeiten neben Pirk vier junge Wissenschaftler an dem Projekt. Der etwa 100.000 Euro teure und 25 Kilogramm schwere Trainingsroboter \u00abByte\u00bb soll Feuerwehrleuten sp\u00e4ter detaillierte Informationen der Brand-Szenarien liefern. F\u00fcr die Trainingssimulation ist eine gro\u00dfe Zahl photorealistischer Bilder von Waldbrand-Situationen n\u00f6tig. Mit ihnen soll die KI dann lernen.<\/p>\n<p>\u00abWir hoffen, in f\u00fcnf Jahren eine virtuelle Trainingsumgebung zu haben. Byte wird dann aber noch keine L\u00f6scheins\u00e4tze absolvieren k\u00f6nnen\u00bb, sagt Pirk. Der geb\u00fcrtige Ostfriese kam in den USA, wo er f\u00fcr ein Tech-Unternehmen gearbeitet hat, auf die Idee f\u00fcr sein Forschungsprojekt.<\/p>\n<p>Feuertest<\/p>\n<p>Auch praktische Experimente sind n\u00f6tig. An Schleswig-Holsteins Landesfeuerwehrschule in Harrislee bei Flensburg sammelt \u00abByte\u00bb Daten zu Feuern mit unterschiedlichen Intensit\u00e4ten. Der Einsatz der Technik sei im ausgereiften Zustand beispielsweise bei Vegetationsbr\u00e4nden denkbar, sagt Gruppenf\u00fchrer Ren\u00e9 Heyse: \u00abDie ereilen uns ja immer mehr.\u00bb<\/p>\n<p>Heise demonstriert in einem Feuercontainer, wie sich Rauch bei einem Brand entz\u00fcnden kann. \u00abWir versuchen mit dem Roboter erst einmal, das Feuer zu verstehen\u00bb, sagt Pirk. Die KI m\u00fcsse lernen, die Flammen zu interpretieren. \u00abWie wir das als Menschen auch lernen, nicht zu nah an ein Feuer ranzugehen.\u00bb<\/p>\n<p>Brandexperte Heyse erhofft sich von der Technik Hilfe bei der Erkundung von Feuern. \u00abWoher kommt das Feuer, in welche Richtung breitet es sich aus und sind dort Personen?\u00bb M\u00f6glicherweise k\u00f6nne KI bereits erste Ma\u00dfnahmen empfehlen, weil sie errechnet hat, wie sich der Brand entwickelt. Eine KI-gest\u00fctzte Plattform &#8211; Drohnen oder Roboter &#8211; k\u00f6nne zudem ein guter Helfer sein, um Einsatzkr\u00e4fte nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Wie kann die KI helfen?<\/p>\n<p>\u00abDas Entscheidende ist ja wirklich die Phase der Lagefeststellung\u00bb, sagt Heise. Das muss im Ernstfall schnell gehen. KI k\u00f6nne helfen, einsturzgef\u00e4hrdete Bereiche oder extreme Brandph\u00e4nomene wie hei\u00dfe Rauchschichten zu erkennen, die sich zu entz\u00fcnden drohen. \u00abWenn mir das alles eine KI-gest\u00fctzte Plattform schon mitteilen kann, habe ich nat\u00fcrlich viel mehr Zeit im Au\u00dfenbereich, zum Beispiel um Personen am Fenster zu erkennen und dementsprechend auch sofort Ma\u00dfnahmen einzuleiten.\u00bb<\/p>\n<p>Informatiker Pirk kann sich langfristig auch autonome Systeme vorstellen, die eigenst\u00e4ndig gegen Feuer angehen k\u00f6nnen &#8211; wie sie derzeit etwa im S\u00fcden Europas w\u00fcten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel (dpa) &#8211; Auf seinen vier Stelzen ist \u00abByte\u00bb flott unterwegs. \u00abDoch wenn wir den autonomen Roboter jetzt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":350836,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1852],"tags":[3364,29,548,663,3934,987,30,13,59472,4949,14,15,12,1971,194,383,6448,193],"class_list":{"0":"post-350835","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kiel","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-feuer","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-informationstechnologie","17":"tag-kiel","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-schleswig-holstein","22":"tag-technik","23":"tag-umwelt","24":"tag-waldbraende","25":"tag-wissenschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115042131860539990","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/350835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=350835"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/350835\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/350836"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=350835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=350835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=350835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}