{"id":351152,"date":"2025-08-17T07:15:32","date_gmt":"2025-08-17T07:15:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351152\/"},"modified":"2025-08-17T07:15:32","modified_gmt":"2025-08-17T07:15:32","slug":"neuer-reaktor-zwoelf-jahre-zu-spaet-und-20-milliarden-teurer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351152\/","title":{"rendered":"Neuer Reaktor zw\u00f6lf Jahre zu sp\u00e4t und 20 Milliarden teurer"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mit Versp\u00e4tung von zw\u00f6lf Jahren und Mehrkosten in H\u00f6he von \u00fcber 20 Milliarden Euro: Nach einer langen Serie von Bauproblemen und immer weiteren, daraus resultierenden Verz\u00f6gerungen ging Ende Dezember der dritte Reaktor des Atomkraftwerks Flamanville in der Normandie mit dem Namen EPR (European Pressurized Reactor) ans Netz \u2013 17 Jahre nach der Grundsteinlegung.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wenn bis zum Sommer der Volllastbetrieb aufgenommen wird, soll er mit einer Kapazit\u00e4t von 1600 Megawatt der m\u00e4chtigste der 57 franz\u00f6sischen Reaktoren sein. Pr\u00e4sident Emmanuel Macron sprach von einem \u201egro\u00dfen Augenblick\u201c f\u00fcr sein Land.<\/p>\n<p>Hauptstadt-Radar<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel. Immer donnerstags.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Allerdings geht der Rechnungshof angesichts der massiven Gesamtkosten von 23,7 Milliarden Euro \u2013 anstatt der urspr\u00fcnglich geplanten 3,3 Milliarden \u2013 laut Bericht nur von einer \u201emittelm\u00e4\u00dfigen Rentabilit\u00e4t\u201c aus. Anders als der staatliche Versorgungskonzern EDF als Betreiber bezog die Institution die Finanzierungskosten in die Gesamtrechnung mit ein.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach mit Blick auf die ebenfalls problembeladene Fertigstellung anderer Reaktoren mit der EPR-Technik durch EDF in China, Finnland und Gro\u00dfbritannien von einem \u201einternationalen Fiasko\u201c.<\/p>\n<p>Selbst der Versorgungskonzern spricht von \u201eMisserfolg\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der als Reaktor einer neuen Generation beworbene EPR, an dessen Entwicklung sich anfangs auch Siemens beteiligte, sollte urspr\u00fcnglich als Vorzeigeprojekt f\u00fcr die franz\u00f6sische Nuklearindustriebranche dienen. Doch ein Bericht des fr\u00fcheren Chefs des Autokonzerns PSA Peugeot Citro\u00ebn, Martin Folz, kam 2019 zu dem Schluss, dass der Bau in Flamanville angesichts der enormen Mehrkosten und Verz\u00f6gerungen \u201ef\u00fcr EDF als Misserfolg angesehen werden muss\u201c.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Als Ursachen machte Folz unter anderem eine mangelhafte Projektleitung, unzureichende Studien bei Baubeginn sowie den \u201eVerlust allgemeiner Kompetenzen\u201c aus. Letzterer erkl\u00e4re sich dadurch, dass 16 Jahre lang keine Reaktoren mehr gebaut wurden und in dieser \u201ePhase der Unteraktivit\u00e4t\u201c viel Wissen und technisches Know-how verloren gingen. Tats\u00e4chlich sind die franz\u00f6sischen Atomreaktoren im Schnitt 39 Jahre alt. 2020 wurde das bis dahin \u00e4lteste Kraftwerk in Fessenheim an der deutschen Grenze als erstes und bisher einziges abgeschaltet.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Entschieden hatte dies der fr\u00fchere sozialistische Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande, der den Nuklearanteil an der Stromerzeugung auf 50 Prozent reduzieren wollte. Dieser liegt jedoch weiterhin bei 65 Prozent. Weltweit verf\u00fcgt das Land \u00fcber den zweitgr\u00f6\u00dften zivil genutzten Atompark nach den USA. Hollandes Nachfolger Macron setzte nach seiner Amts\u00fcbernahme 2017 dessen Politik zun\u00e4chst fort, vollzog dann aber eine Kehrtwende.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">2022 k\u00fcndigte er eine \u201eRenaissance der Atomenergie\u201c in Frankreich mit dem Bau von mindestens sechs und bis zu 14 neuen EPR mit vereinfachter Technologie ab 2035 jeweils auf dem Gel\u00e4nde schon bestehender Atomkraftwerke an. Parallel dazu sollten alle Laufzeiten maximal verl\u00e4ngert werden. Weil der Strombedarf steige, gelte es zugleich die erneuerbaren Energien auszubauen, so Macron. Experten zufolge hat Frankreich in dieser Hinsicht gro\u00dfen Nachholbedarf. Doch ein \u201eBeschleunigungsgesetz\u201c aus dem Jahr 2023 \u00e4nderte wenig: Viele administrative H\u00fcrden, beispielsweise f\u00fcr Windenergieprojekte, blieben.<\/p>\n<p>Wartungsarbeiten zeigen Grenzen der Atomenergie auf<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dabei gilt die starke Abh\u00e4ngigkeit von der Atomenergie als riskant. Ab dem Winter 2021 musste infolge der Entdeckung von Rissen eine ganze Serie von Reaktoren angehalten und \u00fcberpr\u00fcft werden. Hinzu kamen Wartungsarbeiten, sodass just zum Zeitpunkt des russischen Angriffs auf die Ukraine teils die H\u00e4lfte der franz\u00f6sischen Reaktoren ausfielen.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der hohen \u00f6ffentlichen Unterst\u00fctzung f\u00fcr Nuklearenergie tat dies keinen Abbruch: In einer aktuellen Umfrage sprechen sich drei Viertel der Menschen daf\u00fcr aus, sowohl hinsichtlich der CO\u2082-armen Energieerzeugung als auch als vielversprechender Industriezweig. Tats\u00e4chlich generiert die Branche 220.000 direkte und indirekte Jobs, bis 2033 verspricht die Regierung 100.000 Neueinstellungen.<\/p>\n<p>Entscheidung \u00fcber weitere Meiler soll 2026 fallen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Doch hinsichtlich der ehrgeizigen Ziele Macrons warnte der Rechnungshof, die Branche sei trotz der begonnenen Neustrukturierung noch \u201eweit davon entfernt, die zahlreichen Herausforderungen zu \u00fcberwinden\u201c. Bis Anfang 2026 soll EDF entscheiden, ob es den geplanten Bau von sechs Reaktoren aufnimmt, die zwischen 2035 und 2038 ans Netz gehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Konzernchef Luc R\u00e9mont nannte die Aufgabe, die Lehren aus den bisherigen Fehlern zu \u00fcbernehmen, \u201ekolossal\u201c. \u00dcber die Fragen der technischen Machbarkeit hinaus muss jene nach der Finanzierung auch mit der EU-Kommission gekl\u00e4rt werden. Aus den 2022 angepeilten Gesamtkosten von 51,7 Milliarden Euro sind inzwischen fast 80 Milliarden geworden. Dabei ist Frankreich stark verschuldet und ringt mit der m\u00fchsamen Reduzierung der Ausgaben im nun anstehenden Haushaltsgesetz f\u00fcr das laufende Jahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Versp\u00e4tung von zw\u00f6lf Jahren und Mehrkosten in H\u00f6he von \u00fcber 20 Milliarden Euro: Nach einer langen Serie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":351153,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-351152","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115042879269110632","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/351152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=351152"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/351152\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/351153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=351152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=351152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=351152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}