{"id":3512,"date":"2025-04-03T00:51:18","date_gmt":"2025-04-03T00:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/3512\/"},"modified":"2025-04-03T00:51:18","modified_gmt":"2025-04-03T00:51:18","slug":"premiere-erstmals-lichtergruss-in-muenchen-an-die-muslime-zum-ramadan-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/3512\/","title":{"rendered":"Premiere: Erstmals Lichtergru\u00df in M\u00fcnchen an die Muslime zum Ramadan &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Es dauert am Montagabend, bis es endlich dunkel genug ist, um erkennen zu k\u00f6nnen, warum an die hundert Menschen vom Marienplatz aus ihre Blicke gebannt auf die Fassade des Alten Rathauses richten. Gegen 20 Uhr ist es dann so weit: \u201eFrohes Fest\u201c, \u201eEid mubarak\u201c oder \u201eCiid wanaagsan\u201c l\u00e4sst sich nacheinander in insgesamt 13 verschiedenen Sprachen deutlich und in leuchtender Schrift auf dem hellen Grund wahrnehmen. In den letzten Stunden des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ramadan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ramadan<\/a> 2025 zum Zuckerfest Eid al-Fitr schickt die Stadt damit erstmals einen Feiertagswunsch an ihre praktizierenden Muslime, um ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen, im Herzen der City.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">\u201eIrgendwie ist es aufregend und ein sch\u00f6ner Moment, den Gru\u00df auftauchen zu sehen\u201c, sagt Bettina Mehic. Sie ist Mitglied des liberalen M\u00fcnchner Forums f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Islam\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Islam<\/a> und war in verschiedenen Vorbereitungszirkeln am Werden der Premiere beteiligt. \u201eEs ist sch\u00f6n, dass auch einige Kinder und Familien da sind.\u201c Ein kleiner Junge geht gerade durch die Reihen und bietet den Umstehenden in einer Schachtel Schoko-Bonbons an. M\u00fctter reichen Geschenkt\u00fctchen mit der Aufschrift \u201eEid Mubarak\u201c weiter. Die Stimmung ist leicht aufgekratzt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1fa28473-2689-413d-bda5-c1ab32291f26.jpeg\"  class=\"css-y4bre2\"\/>\u201eEs ist ein sch\u00f6ner Moment\u201c, sagt Bettina Mehic (rechts) und freut sich mit Nermina Idriz \u00fcber die Premiere der Ramadan-Beleuchtung in der M\u00fcnchner Innenstadt. (Foto: Florian Peljak)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Megzon Mehmedali, 28, vom Migrationsbeirat <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> war schon da, bevor die Leuchtschrift kurz vor halb acht an die Hauswand geworfen wurde. Das L\u00e4cheln scheint ihm wie ins Gesicht gemei\u00dfelt zu sein. Als Mitglied des st\u00e4dtischen Migrationsbeirates hatte er vergangenes Jahr den Antrag gestellt, dass M\u00fcnchen es Frankfurt gleichtut und in der Innenstadt w\u00e4hrend des gesamten Fastenmonats eine Ramadan-Illuminierung installieren solle.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Gut, das, was da von der Rathausfassade scheint, ist f\u00fcr Nichteingeweihte am Montagabend leichter zu \u00fcbersehen als zu sehen. Aber er freue sich trotzdem, sagt Mehmedali: \u201eF\u00fcr mich und viele ist das hier ein Akt, dass man religi\u00f6se Vielfalt auch mit Stolz pr\u00e4sentiert.\u201c Um hier sein zu k\u00f6nnen, habe er seine famili\u00e4ren Feierlichkeiten zeitlich etwas verschoben. Ein Tag mit guten Ramadan-W\u00fcnschen in der Stadtmitte sei zwar noch etwas wenig, \u201eaber es ist ein guter erster Schritt und ich glaube, da geht k\u00fcnftig noch mehr\u201c. Sein Kollege Arif Abdullah Haidary, stellvertretender Vorsitzender des Migrationsbeirats, betont das Positive: \u201eDas gibt einem das Gef\u00fchl, dass wir willkommen und hier zu Hause sind.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die leuchtende Premiere hatte einen holprigen Vorlauf. Gedacht als Zeichen, muslimisches Leben in der Stadt ganz zentral und damit \u00f6ffentlich sichtbar zu machen, hat der Umfang der wenige Stunden w\u00e4hrenden Illumination bei Teilen der M\u00fcnchner Muslime bereits vor dem Ereignis Entt\u00e4uschung ausgel\u00f6st. Sie h\u00e4tten sich von der Landeshauptstadt ein mutigeres Zeichen gew\u00fcnscht. Als Vorbild gilt etlichen Frankfurt, das im vergangenen Jahr erstmals unter anderem mit \u201eHappy Ramadan\u201c-Leuchtschriften einen Stra\u00dfenzug den ganzen Fastenmonat lang erhellt hatte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Ausgangspunkt f\u00fcr die religi\u00f6se Gru\u00dfbotschaft am Montag im Herzen von M\u00fcnchen war ein Stadtratsantrag von Gr\u00fcnen, SPD und Linken im vergangenen Jahr. Sie hatten die Stadt darin aufgefordert, zusammen mit einem \u201egeeigneten Verein\u201c ein abendliches Fastenbrechen w\u00e4hrend des Ramadans auszurichten und damit ihre Verbundenheit mit praktizierenden Musliminnen und Muslimen zum Ausdruck zu bringen. Daraus wurde nichts. Die Rathausverwaltung hatte gemahnt, die \u201ereligi\u00f6s-weltanschauliche Neutralit\u00e4t\u201c zu wahren und davon abgeraten. Der Stadtrat schloss sich der Einsch\u00e4tzung in seiner Abstimmung im Dezember 2024 an. Und sprach sich in dem Zuge f\u00fcr den Lichtergru\u00df am Alten Rathaus aus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die politische Idee des Stadtrats, sich \u00fcberhaupt daf\u00fcr einzusetzen, dass die ganze Stadtgesellschaft aufmerksam wird auf die Feier des Ramadan und damit Traditionen im Islam, fu\u00dft auf dem Wunsch, dem auch in M\u00fcnchen zunehmenden antimuslimischen Rassismus zu begegnen. Mehr vom Leben der Nachbarn zu erfahren, so die Hoffnung, kann diffusem Fremdeln und Voreingenommenheiten entgegenwirken.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die Mutter von Emna, acht Jahre, und Suleiman, f\u00fcnf Jahre, ist \u00fcber die sozialen Medien auf das kleine Event aufmerksam geworden. Am Montagabend steht die geb\u00fcrtige Tunesierin mit ihren Kindern und ihrer Schwester auf dem Marienplatz. Sch\u00f6n finde sie diese Aktion. \u201eDas zeigt, dass wir zu dieser Stadt geh\u00f6ren, und auch f\u00fcr die Kinder ist es toll.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/33aab864-9091-4ac5-b7de-bfe6e11c4cad.jpeg\"  class=\"css-y4bre2\"\/>Viele z\u00fcckten am Montagabend das Handy, um den Leuchtgru\u00df an die M\u00fcnchner Muslime fotografisch festzuhalten. (Foto: Florian Peljak)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">B\u00fcrgermeisterin Verena Dietl ist am Abend auf einen Sprung vom Rathaus her\u00fcbergekommen. Sie kann sich kaum retten vor Fotow\u00fcnschen. Muslimische Frauen, M\u00e4nner und Kinder wollen ein Selfie mit ihr. Sie habe das Gef\u00fchl, dass viele, die hergekommen seien, es zu sch\u00e4tzen w\u00fcssten, wenn die Stadt \u201eihre religi\u00f6sen Bed\u00fcrfnisse ernst nimmt\u201c. Immerhin lebten 200 000 Muslime in der Stadt, und auch wenn das aktuelle Zeichen nicht ganz so gro\u00df sei, seien manchmal auch \u201ekleine Schritte schon bedeutsam\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Immerhin ein \u201eerstes Signal\u201c konstatiert der Penzberger Imam und Vorsitzende des M\u00fcnchner Forums f\u00fcr Islam, Benjamin Idriz, etwas schmallippig. Seine Frau Nermina, der wie vielen Frauen an diesem Abend eine Rose \u00fcberreicht wird, ist gn\u00e4diger: \u201eEs war eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re.\u201c Sie wirbt f\u00fcr einen langen Atem: \u201eMan braucht sehr viel Geduld miteinander.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">K\u00fcnftig soll der Feiertagsgru\u00df zum Ramadan in M\u00fcnchen jedes Jahr aufleuchten. Genauso wie die W\u00fcnsche zum j\u00fcdischen Lichterfest Chanukka, die vergangenen Dezember an derselben Stelle zum ersten Mal von der Fassade des Alten Rathauses strahlten. Bevor der Regen die Versammelten am Montag vom Marienplatz treibt, konstatiert Marian Offman, der j\u00fcdische SPD-Stadtrat und st\u00e4dtische Beauftragte f\u00fcr interreligi\u00f6sen Dialog, dass die Leucht-Botschaft in n\u00fcchterner Schrift \u201eschon rein gestalterisch noch Luft nach oben hat, das gilt f\u00fcr den Ramadan wie f\u00fcr den Chanukka-Gru\u00df\u201c. Die Darstellung m\u00fcsse die Aufmerksamkeit der M\u00fcnchner Stadtgesellschaft erregen. \u201eJetzt haben wir ein Jahr Zeit, das zu verbessern.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es dauert am Montagabend, bis es endlich dunkel genug ist, um erkennen zu k\u00f6nnen, warum an die hundert&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3513,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,30,3314,555,3311,1268,3312,2339,3313,149],"class_list":{"0":"post-3512","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-glaube-und-religion","12":"tag-islam","13":"tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","14":"tag-muenchen","15":"tag-muslime","16":"tag-oberbayern","17":"tag-ramadan","18":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114271294837843006","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3512\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}