{"id":351220,"date":"2025-08-17T07:55:13","date_gmt":"2025-08-17T07:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351220\/"},"modified":"2025-08-17T07:55:13","modified_gmt":"2025-08-17T07:55:13","slug":"wie-realistisch-ist-das-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351220\/","title":{"rendered":"Wie realistisch ist das Projekt?"},"content":{"rendered":"<p>Magnetschwebebahn in Berlin? Senatorin Bonde pr\u00fcft Strecken zum BER. Chancen und Kritik \u2013 wie realistisch ist das Projekt?<\/p>\n<p>                        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/504664433-e1755417071206-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Ute Bonde (CDU), Berliner Senatorin f\u00fcr Mobilit\u00e4t, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Ute Bonde (CDU), Berliner Senatorin f\u00fcr Mobilit\u00e4t, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, bringt wieder eine Magnetschwebebahn f\u00fcr die deutsche Hauptstadt ins Spiel. Eigentlich war das Thema bereits durch. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: picture alliance\/dpa | Bernd von Jutrczenka<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/b0c50aa74d354de8892e76eac0b67a07.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"\" class=\"vg-wort-pixel\" style=\"position: absolute;\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\"\/><\/p>\n<p>Die Diskussion um eine Magnetschwebebahn in Berlin flammt erneut auf. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) will die Technologie nicht als exotische Fantasie abtun, sondern ernsthaft pr\u00fcfen lassen. Im Herbst will sie ein Mobilit\u00e4tskonzept f\u00fcr das Jahr 2035 vorlegen. Darin soll auch die Magnetschwebebahn eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>\u201eSie f\u00e4hrt autonom, sie ist leise, sie ist kosteng\u00fcnstiger als die U-Bahn. Und im Bau und im Betrieb ist sie auch kosteng\u00fcnstiger als die Stra\u00dfenbahn\u201c, erkl\u00e4rte Bonde gegen\u00fcber der Deutschen Presse-Agentur. Sie betont, dass Berlin offen f\u00fcr verschiedene Technologien bleiben m\u00fcsse \u2013 auch f\u00fcr die Schwebebahn.<\/p>\n<p>Alte Idee, neuer Anlauf<\/p>\n<p>Schon in den 1990er-Jahren hatte Berlin Erfahrung mit dieser Technologie gesammelt. Damals verkehrte die sogenannte M-Bahn zwischen Gleisdreieck und Potsdamer Platz. Im Zehn-Minuten-Takt fuhr sie auf einer kurzen Teststrecke. Doch mit der Wiederinbetriebnahme der U-Bahnlinie U2 wurde die M-Bahn 1991 wieder abgebaut. Geplante Umbauten, etwa als Zubringer zum Flughafen Sch\u00f6nefeld, scheiterten. Die Bauteile landeten sp\u00e4ter im Schrott.<\/p>\n<p>Dennoch verschwand die Idee nicht v\u00f6llig. CDU-Politiker brachten sie in den vergangenen Jahren immer wieder ins Gespr\u00e4ch. Nun kn\u00fcpft die amtierende Verkehrssenatorin daran an.<\/p>\n<p>Konkrete Streckenvorschl\u00e4ge<\/p>\n<p>Bonde h\u00e4lt verschiedene Linienf\u00fchrungen f\u00fcr m\u00f6glich. Besonders hebt sie zwei Varianten hervor:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens: ein weiterer Ring zwischen der Berliner S-Bahn und der Landesgrenze. Damit lie\u00dfe sich die Verbindung zwischen Au\u00dfenbezirken verbessern. \u201eDann br\u00e4uchten wir auch einen Zubringer dorthin\u201c, so Bonde.<\/li>\n<li>Zweitens: eine direkte Verbindung vom Internationalen Congress Centrum (ICC) im Westen Berlins bis zum Flughafen BER. \u201eDa habe ich die Trasse mit der Autobahn und setze da die Tr\u00e4ger drauf. Dann kann ich in der Innenstadt gegebenenfalls schon einchecken oder jedenfalls die Koffer aufgeben\u201c, erkl\u00e4rte die Senatorin. Die Vorstellung: Reisende geben ihr Gep\u00e4ck bereits in der City auf und schweben anschlie\u00dfend direkt zum Airport.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neben dem Personenverkehr sieht Bonde auch Potenzial im G\u00fctertransport. Um die Stra\u00dfen zu entlasten, k\u00f6nnten Verteilzentren rund um Berlin besser angebunden werden. \u201eDann brauchen die 40-Tonner nicht mehr reinzufahren nach Berlin\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Kritik von Umweltsch\u00fctzern<\/p>\n<p>Die Debatte polarisiert. Als CDU-Fraktionschef Dirk Stettner Ende 2023 erstmals eine Pilotstrecke in der Innenstadt forderte, war die Kritik scharf. Der Berliner Landesverband des Bunds f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) sprach von einem \u201eabsurden Projekt\u201c und einer \u201eVerh\u00f6hnung aller Menschen, die ernsthaft den Klimaschutz schnell voranbringen wollen\u201c.<\/p>\n<p>Auch aus der SPD kam Widerstand. Fraktionschef Raed Saleh bezeichnete die Pl\u00e4ne als \u201eLuftschl\u00f6sser\u201c. Viele Gegner halten die Technologie f\u00fcr eine kostspielige Ablenkung von dringend notwendigen Investitionen in U- und Stra\u00dfenbahn.<\/p>\n<p>Signale aus der Bundespolitik<\/p>\n<p>F\u00fcr Bonde ist ein entscheidender Punkt, dass die Magnetschwebebahn seit Kurzem auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD auf Bundesebene auftaucht. Sie ist dort ausdr\u00fccklich im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz erw\u00e4hnt. Das bedeutet, dass F\u00f6rdermittel k\u00fcnftig nicht nur f\u00fcr klassische Verkehrsmittel wie U-Bahn oder Stra\u00dfenbahn, sondern auch f\u00fcr Magnetschwebebahnen flie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDamit bekommt sie die Chance, dass sie in Machbarkeitsstudien verglichen wird mit den anderen Verkehrstr\u00e4gern. Und das ist ja der erste Schritt \u00fcberhaupt\u201c, so Bonde.<\/p>\n<p>Blick zur\u00fcck: der Transrapid<\/p>\n<p>Die Magnetschwebebahn ist in Deutschland untrennbar mit dem Transrapid verbunden. Siemens und Thyssen-Krupp hatten das System in den 1980er-Jahren entwickelt. Es sollte den Fernverkehr revolutionieren. Geplant war eine Verbindung von Hamburg nach Berlin, 400 km\/h schnell, in nur einer Stunde von der Alster an die Spree. J\u00e4hrlich sollten rund 14,5 Millionen Menschen bef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Die Baukosten wurden auf 4,55 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt. Doch die Kalkulationen hielten nicht stand. Die Zahl der erwarteten Fahrg\u00e4ste sank, die Kosten stiegen. Im Jahr 2000 wurde das Projekt endg\u00fcltig gestoppt.<\/p>\n<p>Ein weiteres Vorhaben, vorangetrieben vom damaligen bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten Edmund Stoiber, sollte den M\u00fcnchener Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbinden. Auch dieses Projekt scheiterte. Im Ged\u00e4chtnis blieb zudem das Ungl\u00fcck von 2006: Auf der Teststrecke im Emsland stie\u00df ein Transrapid mit einem Wartungswagen zusammen. 23 Menschen kamen ums Leben.<\/p>\n<p>Neue Rahmenbedingungen<\/p>\n<p>Warum also sollte die Magnetschwebebahn ausgerechnet jetzt eine Chance haben? Ein Grund sind die politischen Weichenstellungen. F\u00f6rdermittel auf Bundesebene schaffen einen neuen Rahmen. Zudem steht die Debatte um klimafreundliche und emissionsarme Mobilit\u00e4t st\u00e4rker im Fokus.<\/p>\n<p>Auch technisch hat sich seit den 1990er-Jahren einiges getan. Autonomes Fahren, leichtere Materialien und verbesserte Steuerungssysteme k\u00f6nnten die Wirtschaftlichkeit erh\u00f6hen. Dennoch bleibt unklar, ob sich das System wirklich gegen bestehende Verkehrsmittel durchsetzt. (mit dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Magnetschwebebahn in Berlin? Senatorin Bonde pr\u00fcft Strecken zum BER. 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