{"id":351641,"date":"2025-08-17T12:16:15","date_gmt":"2025-08-17T12:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351641\/"},"modified":"2025-08-17T12:16:15","modified_gmt":"2025-08-17T12:16:15","slug":"muenchen-queere-community-feiert-in-der-hans-sachs-strasse-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351641\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Queere Community feiert in der Hans-Sachs-Stra\u00dfe &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Ein Geruchsgemisch aus Parf\u00fcm und Gras weht durch die Menge. Einige tragen Leder, ein paar andere Ketten am Hals, die nicht durch filigrane Machart auffallen. Die meisten hier aber sind in unauff\u00e4lligem Outfit gekommen. Kurz vor sieben sind genau 2278 Personen auf dem Feierareal, bei 2300 ist Schluss. Mehr d\u00fcrfen nicht gleichzeitig auf dem Hans-Sachs-Stra\u00dfenfest im <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Glockenbachviertel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Glockenbachviertel<\/a> sein, aus Sicherheitsgr\u00fcnden. Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum \u201eSub\u201c feiert Geburtstag, 39 Jahre alt ist es, und die queere Community freut\u2019s. Eine Schnitzelsemmel gibt\u2019s f\u00fcr achtf\u00fcnfzig, eine Plastikkiste f\u00fcr Streusplit dient als Sitzgelegenheit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Auf der kleinen B\u00fchne wechseln sich Dragqueens ab, sie tanzen und singen oder tun zumindest so bei Musik vom Band. Die Maik\u00f6nigin ist auch da, rotes Kleid, beige Seidenstr\u00fcmpfe, Sch\u00e4rpe. Zwischen zwei Auftritten kommt \u201eSusi Sendling\u201c, 44, aus Sendling in einen Randbereich. Beim Tanz in den Mai wurde sie zur K\u00f6nigin gew\u00e4hlt, schon zum zweiten Mal, erz\u00e4hlt sie. Heuer seien es zehn Jahre, die sie als Dragqueen auftrete. In gew\u00f6hnlichen Klamotten abseits der queeren B\u00fchnen ist die K\u00f6nigin Sachbearbeiter in einer Logistikfirma, jetzt aber ist sie in queerer Mission da. Sie sei dieses Jahr auf mehreren CSDs gewesen, Antwerpen, Innsbruck, Schongau, aber zu Hause f\u00fchle sie sich hier, in der Hans-Sachs-Stra\u00dfe: \u201eDiese B\u00fchne ist f\u00fcr mich Heimat.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/8e148811-2cad-4599-b410-853b419216f6.jpg\"   alt=\"Auf der kleinen B\u00fchne wechseln sich Dragqueens ab, sie tanzen und singen oder tun zumindest so bei Musik vom Band\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Auf der kleinen B\u00fchne wechseln sich Dragqueens ab, sie tanzen und singen oder tun zumindest so bei Musik vom Band (Foto: Stephan Rumpf)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Auch sie sp\u00fcre, dass sich das Klima verschlechtere, und das auch in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>, das sich gerne f\u00fcr seine Toleranz feiert. Wenn sie nach einem Drag-Termin im Kost\u00fcm Bus oder Bahn fahre, erlebe sie bisweilen Ungutes. Einmal sei ihre Per\u00fccke runtergezogen worden, unfreundliche Spr\u00fcche h\u00f6re sie immer wieder. Und einmal sei der Gang durch das Stachus-Untergeschoss zum \u201eSpie\u00dfrutenlaufen\u201c geworden. Einer habe seinen Finger so in den Mund geschoben, als wolle er sich erbrechen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Kai Kundrath, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Sub, sagt, dass sich einige Menschen nun trauten, zu tun und zu sagen, was sie sich fr\u00fcher nicht getraut h\u00e4tten. Und einen Wunsch an die Stadt habe er: Sie m\u00f6ge beim Sparen umsichtig vorgehen und die Unterst\u00fctzung der queeren Community nicht \u00fcber die Ma\u00dfen reduzieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/08cf92bc-bcea-4612-8d52-ac1706bcb3b9.jpg\"   alt=\"Schon bald ist die maximale Besucherzahl auf dem Gel\u00e4nde erreicht.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Schon bald ist die maximale Besucherzahl auf dem Gel\u00e4nde erreicht. (Foto: Stephan Rumpf)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Zu Susi Sendling hat sich \u201eBavarian Mister Fetisch\u201c gestellt. Auch er tr\u00e4gt Sch\u00e4rpe, in der queeren Szene ist das so was wie ein tempor\u00e4rer Adelstitel. Andreas Meichelb\u00f6ck, 40, sagt, er erlebe Anfeindungen selten, weil er nicht so auff\u00e4llig sei wie eine Dragqueen, und \u00fcberhaupt, ein Lederoutfit signalisiere eher St\u00e4rke. Seine Aufgabe sehe er darin, Br\u00fccken zu bauen zwischen den unterschiedlichen Fetisch-Szenen. An seiner Sch\u00e4rpe kann er mit Klettverschluss verschiedene kleine Flaggen anbringen. Er zeigt, was er einstecken hat: Eine f\u00fcr die Rubber-Community, die Gummi- und Latexklamotten liebt; eine f\u00fcr passionierte Windeltr\u00e4ger, die sich nach einem sorglosen Leben sehnen, wie als Baby; eine f\u00fcr die Doggys, die sich gerne als junge Hunde verkleiden; eine f\u00fcr die BDSM-Community, die sich an sexueller Dominanz und Unterwerfung erfreuen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die maximale Besucherzahl ist erreicht, als sich unz\u00e4hlige Handykameras nach oben richten. Aus den Lautsprechern ist Hildegard Knef zu h\u00f6ren, \u201eF\u00fcr mich soll\u2019s rote Rosen regnen\u201c. Auf einem Balkon im f\u00fcnften Stock, der geschm\u00fcckt ist mit Luftballons in Regenbogenfarben, stehen einige Leute, und immer, wenn Knef von Rosen singt, gilt das als Kommando: Rote Rosenbl\u00e4tter werden nach unten geworfen. Als der Knef-Hit zu Ende ist, leert einer eine gro\u00dfe, blaue Plastikt\u00fcte aus. Auch das letzte Rosenblatt soll regnen d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Geruchsgemisch aus Parf\u00fcm und Gras weht durch die Menge. 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