{"id":351771,"date":"2025-08-17T13:29:16","date_gmt":"2025-08-17T13:29:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351771\/"},"modified":"2025-08-17T13:29:16","modified_gmt":"2025-08-17T13:29:16","slug":"frau-reiche-das-ist-der-falsche-weg-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/351771\/","title":{"rendered":"Frau Reiche, das ist der falsche Weg \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche war zwar von 2015 bis 2019 Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Aber als Ministerin hat sie die Interessen der kommunalen Unternehmen ganz offensichtlich genauso wenig im Blick wie die der Unternehmen der Energiewende. Sie macht knallharte Politik f\u00fcr fossile Konzerne. Und spekuliert inzwischen auch \u00fcber eine Abschaffung der EEG-F\u00f6rderung f\u00fcr Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Daf\u00fcr bekommt sie jetzt auch einen Offenen Brief aus Leipzig.<\/p>\n<p>Darin meldet sich mit Matthias Malok jemand zu Wort, der als anfragender Einwohner die Energiewende auch immer wieder im Stadtrat zum Thema macht, sich dabei durchaus emsige K\u00e4mpfe mit diversen \u00c4mtern liefert. Denn auch in der Leipziger Kommunalpolitik kollidieren wichtige Zukunftsthemen, gerade wenn es um Klimaschutz, Energiewende, Artenschutz und B\u00fcrgerbeteiligung geht.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bcc394ab1e9d4ecfbbd19b7e4d2689f5.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/08\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/08\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Oft sind es nun einmal die Kommunen, wo das ausgefochten wird, was die Bundespolitik versemmelt. Oder aus ganz bestimmten Lobbyinteressen heraus ausbremst und verhindert. <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/metropolregion\/2025\/07\/katherina-reiches-gaskraftwerk-traume-sachsen-630241\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Denn w\u00e4hrend Katherina Reiche gleich mal 40 neue Gaskraftwerke mit Bundesmilliarden f\u00f6rdern will<\/a>, fehlt eine transparente Strategie zur Umsetzung der Energiewende. Das stellt jetzt auch die Planung f\u00fcr Agro-Photovoltatik-Anlagen infrage. Genau das thematisiert Malok in seinem Brief an die Bundeswirtschaftsministerin.<\/p>\n<p>Offener Brief an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche<\/p>\n<p>Energiewende braucht Evolution, nicht Revolution \u2013 Erfahrungen aus der Praxis<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Bundesministerin Reiche,<\/p>\n<p>als Projektentwickler und Landwirt (in Gr\u00fcndung) der gerade ein Agro-Photovoltaik-Projekt am Leipziger Lindenauer Hafen umsetzt, verfolge ich Ihre Vorschl\u00e4ge zur Abschaffung der EEG-F\u00f6rderung f\u00fcr kleine PV-Dachanlagen mit gro\u00dfer Sorge. Nicht, weil ich Reformen scheue, sondern weil Ihre Pl\u00e4ne am falschen Ende ansetzen und die Realit\u00e4t vor Ort verkennen.<\/p>\n<p><strong>Die Diagnose ist richtig, die Therapie falsch<\/strong><\/p>\n<p>Sie haben recht: Unser Energiesystem braucht dringend eine Modernisierung. Negative Strompreise, Abregelungen und steigende Netzkosten sind real existierende Probleme. Doch die Ursache liegt nicht bei den PV-Anlagen, sondern bei der fehlenden Netzinfrastruktur. Wer Symptome bek\u00e4mpft statt Ursachen, macht die Energiewende teurer, nicht billiger.<\/p>\n<p>Mein Projekt zeigt das konkret: Auf einer bislang versiegelten Betonfl\u00e4che entsteht ein vor Extremwetter gesch\u00fctzter \u201eLebensmittel-Wald-Leipzig-Gr\u00fcnau\u201c als produktive Agri-PV-Anlage, die Strom erzeugt, Biodiversit\u00e4t f\u00f6rdert und als Bildungs- und Begegnungsort dient. Ohne EEG-F\u00f6rderung w\u00e4re diese Investition unm\u00f6glich gewesen \u2013 nicht weil das Projekt unwirtschaftlich ist, sondern weil die Planungssicherheit fehlt.<\/p>\n<p><strong>Was wir wirklich brauchen: Einen Stufenplan<\/strong><\/p>\n<p>Statt die bew\u00e4hrte F\u00f6rderung abrupt zu beenden, brauchen wir eine koordinierte Reform in drei Phasen:<\/p>\n<p>Phase 1: Infrastruktur schaffen \u2013 Fl\u00e4chendeckender Smart-Meter-Rollout, Netzmodernisierung und digitale Kommunikationsstandards. Erst wenn diese Grundlagen stehen, k\u00f6nnen kleine Anlagen sinnvoll am Markt teilnehmen.<\/p>\n<p>Phase 2: Schrittweise Marktintegration \u2013 Pilotprogramme f\u00fcr Direktvermarktung kleiner Anlagen, vereinfachte Prozesse und faire Marktregeln. Parallel dazu m\u00fcssen Speicher- und Flexibilit\u00e4tsoptionen gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Phase 3: Vollst\u00e4ndige Direktvermarktung \u2013 Wenn die Infrastruktur steht und die Prozesse funktionieren, kann die klassische Einspeiseverg\u00fctung auslaufen.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur Technik, sondern auch Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n<p>Ihre Pl\u00e4ne \u00fcbersehen eine zentrale Dimension: Private PV-Anlagen sind oft der niedrigschwellige Einstieg in die Energiewende. Sie motivieren Menschen, sich mit Elektromobilit\u00e4t und W\u00e4rmepumpen zu besch\u00e4ftigen. Sie schaffen lokale Wertsch\u00f6pfung und B\u00fcrgerbeteiligung. Ein abruptes F\u00f6rder-Ende w\u00fcrde diese gesellschaftliche Dynamik abw\u00fcrgen.<\/p>\n<p>In Leipzig sehen wir das t\u00e4glich: Projekte wie unseres verbinden Klimaschutz mit sozialen und \u00f6kologischen Zielen. Sie machen Energiewende erlebbar und schaffen Akzeptanz. Das ist unbezahlbar \u2013 und mit reinen Marktmechanismen nicht zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Mein Vorschlag: Reden wir miteinander<\/strong><\/p>\n<p>Frau Ministerin, lassen Sie uns nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander. Die Branche ist gespr\u00e4chsbereit und voller innovativer Ideen. Nutzen Sie diese Expertise, statt sie durch Unsicherheit zu l\u00e4hmen.<\/p>\n<p>Parallel entwickeln wir bereits alternative Ans\u00e4tze: Eine l\u00e4nder\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe erarbeitet die Anerkennung \u00f6kologischer Agri-PV als Ausgleichsma\u00dfnahme, und konkrete Pilotprojekte wie unser FLORALAT-System zeigen, wie Windschutz, Photovoltaik und intensive Bio-Landwirtschaft integriert werden k\u00f6nnen (\u2026).<\/p>\n<p>Gerne lade ich Sie ein, unser Agri-PV-Projekt zu besuchen. Dann k\u00f6nnen Sie sich selbst ein Bild davon machen, was Energiewende vor Ort bedeutet \u2013 und warum sie mehr braucht als nur Marktmechanismen.<\/p>\n<p>Die Energiewende ist zu wichtig f\u00fcr ideologische Grabenk\u00e4mpfe. Lassen Sie uns gemeinsam einen Weg finden, der Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und sozialen Zusammenhalt verbindet.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>Matthias Malok<br \/>Projektentwickler Agri-PV Lindenauer Hafen, Leipzig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche war zwar von 2015 bis 2019 Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). 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