{"id":352030,"date":"2025-08-17T15:48:25","date_gmt":"2025-08-17T15:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/352030\/"},"modified":"2025-08-17T15:48:25","modified_gmt":"2025-08-17T15:48:25","slug":"tschad-beendet-verteidigungsabkommen-mit-frankreich-dw-29-11-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/352030\/","title":{"rendered":"Tschad beendet Verteidigungsabkommen mit Frankreich \u2013 DW \u2013 29.11.2024"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;66 Jahre nach der Ausrufung der Republik <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/tschad\/t-17544312\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tschad<\/a> ist es Zeit f\u00fcr den Tschad, sich voll und ganz zu seiner Souver\u00e4nit\u00e4t zu bekennen und seine strategischen Partnerschaften anhand seiner nationalen Priorit\u00e4ten neu zu definieren&#8220;, erkl\u00e4rte der Au\u00dfenminister des zentralafrikanischen Landes, Abderaman Koulamallah, auf Facebook. Der Schritt markiere eine &#8222;historische Wende&#8220;, schrieb Koulamallah weiter. Beobachter erwarten, dass das den Abzug der bislang rund 1.000 franz\u00f6sischen Soldaten aus dem zentralafrikanischen Land bedeuten wird. Der Minister machte allerdings keine konkreten Angaben zu einem Truppenabzug. Die Aufk\u00fcndigung der Abkommen bedeute aber keinen Bruch mit <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/frankreich\/t-17518447\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a>, &#8222;wie im Niger oder anderswo&#8220;, sagte er der franz\u00f6sischen Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p>Mit dem Abkommen sollte die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung zwischen den beiden Nationen gest\u00e4rkt werden. Die Bekanntgabe erfolgte nur wenige Stunden nach dem Besuch des franz\u00f6sischen Au\u00dfenministers Jean-No\u00ebl Barrot im Tschad. Koulamallah sagte bei einer Pressekonferenz nach Barrots Treffen mit <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/tschads-pr\u00e4sident-mahamat-d\u00e9by-kann-er-demokratie\/a-69194791\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatspr\u00e4sident Idriss D\u00e9by Itno<\/a> betont, Frankreich m\u00fcsse anerkennen, dass der &#8222;Tschad gro\u00df, reif geworden ist&#8220; und ein &#8222;souver\u00e4ner Staat ist&#8220;.<\/p>\n<p>Auch Senegal geht auf Distanz<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Ank\u00fcndigung kam auch aus dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/senegal\/t-18463526\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Senegal<\/a>, ebenfalls eine ehemalige franz\u00f6sische Kolonie. Paris werde mittelfristig seine Armeest\u00fctzpunkte im Land schlie\u00dfen m\u00fcssen, sagte Senegals <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/aufbruchstimmung-nach-demokratischem-machtwechsel-im-senegal\/a-70859096\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pr\u00e4sident Bassirou Diomaye Faye<\/a> der Nachrichtenagentur AFP. &#8222;Der Senegal ist ein unabh\u00e4ngiges Land&#8220;, sagte er zur Begr\u00fcndung. Souver\u00e4nit\u00e4t sei unvereinbar mit der Pr\u00e4senz von ausl\u00e4ndischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten im Land, f\u00fcgte Faye hinzu. Einen Zeitpunkt f\u00fcr einen Truppenabzug lie\u00df er offen und sagte zu, dass Paris rechtzeitig informiert werde. Frankreich hat offiziell noch rund 350 Soldaten in dem westafrikanischen K\u00fcstenstaat.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"70206356\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/70206356_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Bassirou Diomaye Faye, der Pr\u00e4sident des Senegal\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Senegals Pr\u00e4sident Bassirou Diomaye FayeBild: Sylvain Cherkaoui\/AP Photo\/picture alliance<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident betonte zugleich, dass diese Ank\u00fcndigung keinen &#8222;Bruch&#8220; mit Frankreich einleiten solle. Stattdessen strebe der Senegal eine &#8222;erneuerte Partnerschaft&#8220; mit Paris an. Sein Land wolle zudem mit so vielen L\u00e4ndern wie m\u00f6glich Partnerschaften pflegen, f\u00fcgte Faye hinzu. Er begr\u00fc\u00dfte zudem, dass der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/emmanuel-macron\/t-38664576\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a> k\u00fcrzlich in einem Brief ein &#8222;Massaker&#8220; der franz\u00f6sischen Armee an senegalesischen K\u00e4mpfern im Dezember 1944 einr\u00e4umte.<\/p>\n<p>Truppenreduzierung war schon angek\u00fcndigt<\/p>\n<p>Frankreich hatte bereits im Juni angek\u00fcndigt, seine Truppen in afrikanischen L\u00e4ndern weiter zu reduzieren. Im Senegal und im Tschad sollten jedoch laut damaligem Stand weiterhin 100 beziehungsweise 300 Soldatinnen und Soldaten verbleiben.<\/p>\n<p>Der Tonfall unterschied sich in beiden F\u00e4llen deutlich von dem in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mali\/t-17601124\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mali<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/burkina-faso\/t-18030005\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Burkina Faso<\/a>und dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/niger\/t-18137154\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Niger<\/a>, die nach <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/putsche-im-frankophonen-afrika\/t-66387028\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4rputschen in den vergangenen Jahren<\/a> im Streit mit Frankreich gebrochen hatten. Sie hatten sich stattdessen verst\u00e4rkt <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> angen\u00e4hert. Frankreich hat inzwischen seine Truppen aus den drei L\u00e4ndern vollst\u00e4ndig abgezogen. Der Tschad gilt als einer der letzten Verb\u00fcndeten Frankreichs in der Region. Der Senegal grenzt im Westen, der Tschad im Osten an die L\u00e4ndergruppe an.<\/p>\n<p>Russland baut seinen Einfluss aus<\/p>\n<p>Der russische Vize-Premierminister Alexander Nowak besuchte in dieser Woche Mali und Burkina Faso und wird auch im Niger erwartet. Man wolle die Zusammenarbeit in der Verteidigung, Energie, Infrastruktur und Landwirtschaft ausbauen, hie\u00df es. In allen drei Staaten, vor allem aber Mali, sind russische Milit\u00e4rs und S\u00f6ldner, offiziell als Ausbilder, im Einsatz.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"67835128\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/67835128_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Der russische Vize-Premierminister Alexander Nowak\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der russische Vize-Premierminister Alexander Nowak (Archivbild)Bild: Maksim Konstantinov\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>Im Juni hatte der russische Au\u00dfenminister Sergej Lawrow den Tschad besucht und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russischer-au\u00dfenminister-sergej-lawrow-sagt-sahel-staaten-milit\u00e4rische-unterst\u00fctzung-zu\/a-69291396\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">milit\u00e4rische Hilfe versprochen<\/a>. Das Land liegt im Inneren der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/der-sahel-zwischen-frustration-und-aufbruch\/a-69434803\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sahelzone<\/a> am S\u00fcdrand der Sahara inmitten mehrerer Konfliktstaaten und galt als letzter verbliebener Partner des Westens gegen islamistische Terroristen in der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/sahelzone\/t-66161192\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sahelzone<\/a>. Durch die Region verlaufen entscheidende Migrations- und Schmuggelrouten Richtung Europa.<\/p>\n<p>kle\/sti (afp, epd, dpa, rtr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;66 Jahre nach der Ausrufung der Republik Tschad ist es Zeit f\u00fcr den Tschad, sich voll und ganz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":352031,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-352030","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115044896907924088","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=352030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352030\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/352031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=352030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=352030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=352030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}