{"id":352757,"date":"2025-08-17T22:55:16","date_gmt":"2025-08-17T22:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/352757\/"},"modified":"2025-08-17T22:55:16","modified_gmt":"2025-08-17T22:55:16","slug":"britischer-verteidigungsminister-stellt-truppenstationierungen-in-der-ukraine-in-aussicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/352757\/","title":{"rendered":"Britischer Verteidigungsminister stellt Truppenstationierungen in der Ukraine in Aussicht"},"content":{"rendered":"<p>Am Morgen des Gipfeltreffens zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin am 15. August in Alaska bekr\u00e4ftigte der britische Verteidigungsminister John Healey die Bereitschaft des Vereinigten K\u00f6nigreichs, in der Ukraine Bodentruppen zu stationieren, um einen Waffenstillstand abzusichern.<\/p>\n<p>In der Sendung BBC Breakfast wurde Healey gefragt, ob es Gro\u00dfbritanniens Rolle sei, \u201ezuzusehen und abzuwarten\u201c. Darauf antwortete er: \u201eNein, es ist die Rolle des Vereinigten K\u00f6nigreich, der Ukraine auf dem Schlachtfeld und in den Verhandlungen beizustehen und, wie wir es bereits getan haben, als Anf\u00fchrer von 30 anderen Nationen die milit\u00e4rischen Planungen f\u00fcr einen Waffenstillstand und einen sicheren Frieden durch eine ,Koalition der Willigen\u2018, wie wir es nennen, vorzubereiten.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/5a14647e-a213-4780-b22d-411a495f146c\" style=\"max-height:100%\"\/>Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius, links, der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow, Mitte, und der britische Verteidigungsminister John Healey bei einer Pressekonferenz im April 2025 [AP Photo\/Geert Vanden Wijngaert]<\/p>\n<p>Healey sagte, es handele sich um eine Gruppe von etwa 30 haupts\u00e4chlich europ\u00e4ischen Staaten. Mehr als 200 Milit\u00e4rplaner der Koalition der Willigen seien an der \u201edetaillierten Planung f\u00fcr den Zeitpunkt des Waffenstillstands\u201c beteiligt gewesen und daher \u201evom ersten Tag an einsatzbereit\u201c.<\/p>\n<p>Er f\u00fcgte hinzu: \u201eDie milit\u00e4rischen Pl\u00e4ne sind abgeschlossen. Wir sind bereit, britische Truppen in der Ukraine einzusetzen, zum Teil, um die Ukrainer zu beruhigen. Aber auch, um f\u00fcr sicheren Luftraum und sichere Gew\u00e4sser zu sorgen und die ukrainischen Truppen zu st\u00e4rken. Denn die beste Abschreckung gegen Russland&#8230; gegen neuerliche russische Aggressionen gegen die Ukraine ist letztlich die St\u00e4rke der Ukraine, f\u00fcr sich selbst einzustehen.\u201c<\/p>\n<p>Der Interviewer, der die schwerwiegenden Auswirkungen des Vorschlags verstand, fragte, was passieren w\u00fcrde, wenn britische Truppen von Russland angegriffen w\u00fcrden. Healey bekr\u00e4ftigte, dass britische Truppen das Recht h\u00e4tten, \u201esich zu verteidigen, wenn sie angegriffen werden\u201c.<\/p>\n<p>Healey nutzte die Gelegenheit, um einen Vorschlag zu wiederholen, den Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron, die Initiatoren der \u201eKoalition der Willigen\u201c, Mitte Februar gemeinsam gemacht hatten. Starmer hatte damals erkl\u00e4rt, die Gruppe sei bereit, Soldaten am Boden einzusetzen und Flugzeuge zu entsenden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d09f0177-2800-4130-b8ae-53eb38217059\" style=\"max-height:100%\"\/>Premierminister Keir Starmer (zweiter von links) und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Macron vor der Churchill-Statue in der N\u00e4he des britischen Parlaments w\u00e4hrend Macrons Staatsbesuch in London am 8. Juli 2025 [Photo by Simon Dawson\/No 10 Downing Street \/ <a class=\"black-40 hover-black-60 no-underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/4.0\/\">CC BY-NC-ND 4.0<\/a>]<\/p>\n<p>Hintergrund dieses Vorschlags waren die Bef\u00fcrchtungen der europ\u00e4ischen Regierungen, der Nato-Stellvertreterkrieg in der Ukraine sei durch die Wahl Trumps im letzten November gef\u00e4hrdet. In den europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten breitete sich die Besorgnis aus, dass Trump sich weniger f\u00fcr den Ukrainekrieg engagieren werde als die scheidende Biden-Regierung, dass er den Konflikt f\u00fcr ein Problem Europas halte und ihn als Hindernis daf\u00fcr ansehe, Amerikas geopolitische Interessen zu verfolgen \u2013 im Nahen Osten und vor allem gegen China.<\/p>\n<p>Seit Januar haben die Regierungen in London, Paris und Berlin einen Plan geschmiedet: Um ihre Interessen in der Ukraine zu sch\u00fctzen, sollte eine europ\u00e4ische Friedenstruppe entsandt werden. Washington sollte lediglich die \u201eAbsicherung\u201c beisteuern: die fortgesetzte Bereitstellung von US-Satellitendaten und Geheimdienstinformationen, ohne die der Krieg nicht weitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnte, sowie eine Garantie, dass die USA reagieren w\u00fcrden, falls europ\u00e4ische Truppen angegriffen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Damit wollten die gro\u00dfen europ\u00e4ischen M\u00e4chte verhindern, von wirtschaftlichen Abkommen zur Ausbeutung der Rohstoffvorkommen der Ukraine ausgeschlossen zu werden \u2013 die nun in Anchorage einseitig zwischen Trump und Putin verhandelt wurden. Sie hofften au\u00dferdem darauf, auf diese Weise einen Waffenstillstand entweder g\u00e4nzlich zu verhindern (da Russland die Pr\u00e4senz von Nato-Truppen in der Ukraine als rote Linie bezeichnet hat) oder, sollte es doch dazu kommen, einen anschlie\u00dfenden Frieden zu sabotieren. Es wurde offen dar\u00fcber gesprochen, dass tote Nato-Soldaten es Trump unm\u00f6glich machen w\u00fcrden, die Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung gem\u00e4\u00df Artikel 5 (B\u00fcndnisfall) zu ignorieren.<\/p>\n<p>Diese Pl\u00e4ne sind zun\u00e4chst gescheitert, weil sich die europ\u00e4ischen M\u00e4chte weigerten, zusammen die vorgeschlagenen 30.000 Soldaten zu stellen, und weil die Trump-Regierung den Plan rundheraus ablehnte.<\/p>\n<p>Bloomberg berichtete im Juni unter Berufung auf Quellen, die mit der Materie vertraut sind: \u201eDie europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten sind in Diskussionen mit ihren amerikanischen Kollegen zu dem Schluss gekommen, dass Pr\u00e4sident Donald Trump die Garantien, die sie zur Unterst\u00fctzung der europ\u00e4isch gef\u00fchrten ,Koalition der Willigen&#8216; gefordert haben, nicht geben wird.\u201c Daran konnte auch die Umbenennung der provokant benannten \u201eKoalition der Willigen\u201c \u2013 eine bewusste Anspielung auf den Irakkrieg \u2013 in eine \u201eR\u00fcckversicherungstruppe\u201c nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Als die M\u00f6glichkeit eines Abkommens zwischen Washington und Moskau unter Ausschluss der Europ\u00e4er in greifbare N\u00e4he r\u00fcckte, eskalierten die weiterhin von Gro\u00dfbritannien und Frankreich angef\u00fchrten Bem\u00fchungen, die Koalition der Willigen zu mobilisieren. W\u00e4hrend Macrons Staatsbesuch in London im Juli wurde ein franz\u00f6sisch-britisches Gipfeltreffen organisiert, um \u00fcber die Bildung einer paneurop\u00e4ischen Streitmacht aus 50.000 Soldaten zu diskutieren. Laut Verteidigungsminister Healey ging es auch um die atomare Zusammenarbeit und die \u201eAbschreckung angesichts m\u00f6glicher extremer Bedrohungen f\u00fcr unsere L\u00e4nder in Europa\u201c.<\/p>\n<p>Die Ambitionen der europ\u00e4ischen M\u00e4chte \u00fcbersteigen ihre F\u00e4higkeiten jedoch vorerst bei Weitem. Laut der Times vom letzten Mittwoch haben \u201ebritische Milit\u00e4rbefehlshaber die Idee eines 30.000-k\u00f6pfigen Kontingents zum Schutz der ukrainischen H\u00e4fen und St\u00e4dte aufgegeben. Berichten zufolge schlagen sie jetzt eine ,realistischere Mission\u2018 vor, die die Luftsicherung \u00fcber der Westukraine, die Unterst\u00fctzung bei der Ausbildung des ukrainischen Milit\u00e4rs und die R\u00e4umung von Minen im Schwarzen Meer umfasst.\u201c<\/p>\n<p>Die Times erkl\u00e4rte: \u201eEinige europ\u00e4ische Staaten bef\u00fcrchteten, dass der Einsatz von zehntausenden Soldaten zum Schutz wichtiger ukrainischer Standorte zu riskant sei, und waren nicht bereit, in ausreichender Zahl Soldaten zu stellen, um Pr\u00e4sident Putin von einem Angriff abzuhalten, was bei anderen zu Frustration f\u00fchrte.\u201c<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung der Ko-Vorsitzenden der Koalition der Willigen, die am gleichen Tag ver\u00f6ffentlicht wurde, verdeutlicht diese unterschiedlichen Positionen. Darin wurde in stark eingeschr\u00e4nkter Form angek\u00fcndigt, die Gruppe sei \u201ebereit, eine aktive Rolle zu spielen, unter anderem durch Pl\u00e4ne derjenigen, die dazu bereit sind, eine R\u00fcckversicherungstruppe zu mobilisieren, sobald die Kampfhandlungen beendet wurden.\u201c (Hervorhebung hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n<p>Dennoch forderten die Europ\u00e4er weiterhin nachdr\u00fccklich eine Fortsetzung dieses Kurses, in der Hoffnung, von Washington nicht an den Rand gedr\u00e4ngt zu werden. Sie h\u00fcllten dies in zynische Bekundungen ihrer heiligen Pflicht, die Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine zu verteidigen. Dabei schrecken sie nicht davor zur\u00fcck, den Krieg gegen Russland in der Ukraine mit dem Krieg gegen den Faschismus 1939\u20131945 gleichzusetzen.<\/p>\n<p>Healeys \u00c4u\u00dferungen zeigen einmal mehr, dass die europ\u00e4ischen imperialistischen M\u00e4chte lieber den Ukrainekrieg auf Kosten von hunderttausenden toten Ukrainern und Russen fortsetzen, als einen Frieden hinzunehmen, der ihre globalen r\u00e4uberischen Ambitionen beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde. Sie best\u00e4tigen, dass London, Paris und Berlin, sollte aus den Gespr\u00e4chen in Alaska oder sp\u00e4ter eine Art Waffenstillstand hervorgehen, dies als R\u00fcckschlag betrachten w\u00fcrden, der bei der ersten sich bietenden Gelegenheit r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Morgen des Gipfeltreffens zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin am 15. 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