{"id":353217,"date":"2025-08-18T03:33:11","date_gmt":"2025-08-18T03:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/353217\/"},"modified":"2025-08-18T03:33:11","modified_gmt":"2025-08-18T03:33:11","slug":"anwohner-macht-neuen-vorschlag-zum-neuen-borgfelder-landhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/353217\/","title":{"rendered":"Anwohner macht neuen Vorschlag zum &#8222;Neuen Borgfelder Landhaus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die Temperaturen liegen am sp\u00e4ten Nachmittag noch um die 30 Grad. Am Ufer der W\u00f6rpe steigen Kanuten in ihre Boote. Rennradfahrer treffen sich am Mehlandsdeichweg f\u00fcr eine Tour ins Blaue, Jugendliche spazieren mit ihren Ponys \u00fcber den Deich. F\u00fcr J\u00f6rg Hermann ist dieser Fleck am Rande von Borgfeld schlicht &#8222;Bullerb\u00fc&#8220;, so sagt es der Anwohner der Warfer Landstra\u00dfe im Gespr\u00e4ch mit der Redaktion gleich mehrfach. Nach der Ank\u00fcndigung des Baustarts einer Unterkunft f\u00fcr gefl\u00fcchtete Familien auf dem Grundst\u00fcck der ehemaligen Landgastst\u00e4tte Borgfelder Landhaus f\u00fcr diesen August, m\u00f6chte der Nachbar sich \u00f6ffentlich zu der angek\u00fcndigten Bauma\u00dfnahme \u00e4u\u00dfern. Er spreche dabei f\u00fcr rund hundert Anwohnerinnen und Anwohner. Wichtig ist ihm: &#8222;Wir sind keine Aktivisten, die gegen das Bauen an sich sind, sondern wir wollen diesen einen Klotz hier nicht haben&#8220;, erkl\u00e4rt der Borgfelder.<\/p>\n<p>Bevor er \u00fcber &#8222;diesen einen Klotz&#8220; spricht, erz\u00e4hlt J\u00f6rg Hermann seine Geschichte. Vor 15 Jahren sei er mit seiner Familie hierher gezogen. Seine Frau sei naturverbunden, er genie\u00dfe das Dorfleben. &#8222;Wir haben Hunde und Pferde, wie sich das so f\u00fcr Bullerb\u00fc geh\u00f6rt&#8220;, berichtet der promovierte Dermatologe und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung in Bremen. Dieser Ort sei nun bedroht, von &#8222;diesem einen Klotz&#8220;, der nach Ansicht der Anwohner nicht ins Ortsbild passe.<\/p>\n<p>Was die Anwohner konkret st\u00f6rt<\/p>\n<p>Was Hermann und seine Mitstreiter an der geplanten Fl\u00fcchtlingsunterkunft st\u00f6rt, sei nicht, dass dort Gefl\u00fcchtete wohnen werden, ihnen ginge es lediglich um die Architektur des Geb\u00e4udes an dieser Stelle. Was dabei mitschwingt: Als J\u00f6rg Hermann vor 15 Jahren aus der Bremer Innenstadt nach Borgfeld zog, h\u00e4tte er gerne zweist\u00f6ckig gebaut. &#8222;Aber das wurde mir versagt&#8220;, betont der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/haus-q3947\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Haus<\/a>eigent\u00fcmer. &#8222;Das einschneidendste Erlebnis war, dass die Mitarbeiterin des Bauamts auf ihrem Fahrrad zu mir aufs Grundst\u00fcck kam, um mich zu treffen \u2013 sie teilte mir mit, sie w\u00fcrde etwas anderes bauen. Ich wurde infolge des Baurechtes aufgefordert, nur einst\u00f6ckig zu bauen.&#8220; Nun sei er nicht ungl\u00fccklich mit seinem Haus und sehe auch, &#8222;das passt hier eben in die Gegend&#8220;, sagt Hermann. Die H\u00e4user in der Gegend seien alle etwas unterschiedlich. &#8222;Aber sie haben alle den Charakter, Eigenheime von Familien zu sein. Das macht diese Gegend aus. Und jetzt kriegen wir als Ersatz f\u00fcr das Borgfelder Landhaus, das irgendwie Teil unseres Lebens war, diesen Klotz.&#8220;<\/p>\n<p>In Hermanns Stimme klingt Wehmut mit, wenn er von dem alten Borgfelder Landhaus spricht. Hier habe er seine Hochzeit und den 90. Geburtstag seiner Mutter gefeiert. &#8222;Jeder von uns in der Stra\u00dfe hat da irgendwas gefeiert.&#8220; Das Landhaus passte laut Hermann in die Gegend. &#8222;Es geh\u00f6rte hierher.&#8220; Ganz anders sei das mit dem geplanten Geb\u00e4ude: Der erste Entwurf f\u00fcr die geplante Fl\u00fcchtlingsunterkunft sah laut Hermann auf den ersten Blick noch &#8222;einigerma\u00dfen h\u00fcbsch aus&#8220;. Doch der zweite Entwurf, der aufgrund der Anforderungen aufgrund des Winterhochwassers 2023\/2024 gefertigt wurde, sei &#8222;traurigerweise noch schlimmer als der alte&#8220;. Jetzt h\u00e4tte man ein &#8222;\u00fcberhaupt nicht mehr wie das Borgfelder Landhaus aussehendes, sehr, sehr h\u00e4ssliches, klotzartiges Geb\u00e4ude gesehen \u2013 in den Entw\u00fcrfen.&#8220; Es passe &#8222;\u00fcberhaupt gar nicht&#8220; in die Stra\u00dfe oder in die Gegend.<\/p>\n<p>\n    Laut Hermann verletzt der geplante Bau sogar &#8222;geltendes Baurecht&#8220; nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches, weil sich der Bau nicht in die Umgebung einpasse. <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-borgfeld\/borgfelder-landhaus-welche-einflussmoeglichkeiten-haben-nachbarn-noch-doc7ncufhak3jdxg07w36w\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Hintergrund des Konfliktes ist, dass es auf dem Grundst\u00fcck an der Warfer Landstra\u00dfe 73 laut einer Architektin der Bremer Baubeh\u00f6rde wie berichtet keinen Bebauungsplan gibt<\/a>. Der Investor und Eigent\u00fcmer des Grundst\u00fccks muss sich lediglich daran halten (so sagt es der Paragraf 34), ein Geb\u00e4ude zu bauen, das sich in die Umgebung einf\u00fcgt. <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-borgfeld\/borgfelder-landhaus-natuerlich-sollen-da-fluechtlinge-wohnen-doc7muxdt2059vhvr6icat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wie berichtet<\/a>, gehen hier die Meinungen auseinander. W\u00e4hrend sich einige Borgfelder nichts sehnlicher w\u00fcnschen, als dass der Baustart endlich beginnt, um Fakten zu schaffen, glauben andere \u2013 so wie J\u00f6rg Hermann und seine Interessengemeinschaft \u2013 dass die Baubeh\u00f6rde Dinge \u00fcbersehen hat.\n<\/p>\n<p>Warum glauben die Anwohner an der Warfer Landstra\u00dfe, dass sich die Baubeh\u00f6rde nach bald dreij\u00e4hriger Pr\u00fcfung des Bauvorhabens und der Erstellung gleich zweier Baugenehmigungen get\u00e4uscht hat? J\u00f6rg Hermann beantwortet die Frage so: &#8222;Der Wunsch ist der Vater des Gedankens, das soll eben gebaut werden. Wir wissen, dass die Stadt schon eine Verpflichtung eingegangen ist, ein Geb\u00e4ude zu mieten, dass es gar nicht gibt. Also soll das Geb\u00e4ude auch entstehen.&#8220; Die Baubeh\u00f6rde habe bei der Erteilung der ersten Baugenehmigung Fehler gemacht. Die wasserwirtschaftliche Genehmigung wurde bei dem ersten Verfahren nicht beachtet. &#8222;Da hat man gesagt, oh, huch, haben wir vergessen. Dann kam von oben: Ihr d\u00fcrft nicht sagen, dass ihr das vergessen habt.&#8220; Informationen, die J\u00f6rg Hermann nach eigenen Angaben aus entsprechenden Quellen bekommen habe. Ihm stelle sich die Frage, warum der Neubau umgeplant wurde. Und daraus folgend, warum der zweite Plan so richtig sei. Ihm fehle bei beiden Baugenehmigungen &#8222;die innere Logik.&#8220;<\/p>\n<p>Nach den Mitschriften J\u00f6rg Hermanns auf einer Beiratssitzung sei der geplante Neubau 53 Meter lang, 15 Meter breit und drei Geschosse plus Staffelgeschoss hoch. &#8222;Also ein Klotz in einem Wohngebiet mit Einfamilienh\u00e4usern.&#8220; Als Kompromiss schl\u00e4gt der Anwohner den Bau von vier oder f\u00fcnf Doppelhaush\u00e4lften an der Warfer Landstra\u00dfe 73 vor. &#8222;In jede H\u00e4lfte passen jeweils vier Wohneinheiten. In zwanzig Wohneinheiten bekomme ich auch eine Menge Leute unter. Und: In solchen H\u00e4usern w\u00fcrden die k\u00fcnftigen Bewohner sich sicher auch wohler f\u00fchlen.&#8220;<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81yfqzwbuvsjzug5683\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-borgfeld\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Temperaturen liegen am sp\u00e4ten Nachmittag noch um die 30 Grad. 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