{"id":353464,"date":"2025-08-18T05:59:19","date_gmt":"2025-08-18T05:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/353464\/"},"modified":"2025-08-18T05:59:19","modified_gmt":"2025-08-18T05:59:19","slug":"die-ukraine-glaubt-nicht-an-einen-tausch-von-land-gegen-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/353464\/","title":{"rendered":"Die Ukraine glaubt nicht an einen Tausch von Land gegen Frieden"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Vor dem Besuch Pr\u00e4sident Selenskis in Washington wachsen die Bef\u00fcrchtungen in der Ukraine. Vieles deutet darauf hin, dass die USA das Land zum Verzicht auf Territorien dr\u00e4ngen wollen. Doch die wenigsten Ukrainer glauben, dass dies Frieden bringen wird.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Vor der amerikanischen Botschaft in Kiew protestiert eine Ukrainerin gegen die Forderung nach einem Gebietsverzicht zugunsten Russlands.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5000\" height=\"3334\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3ec0aaa8-d554-4363-aeac-0aa76b174245.jpg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Vor der amerikanischen Botschaft in Kiew protestiert eine Ukrainerin gegen die Forderung nach einem Gebietsverzicht zugunsten Russlands. <\/p>\n<p>Maxym Marusenko \/ Imago<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2sujufu1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Die Berichte vom russisch-amerikanischen Gipfeltreffen in Alaska haben die 68-j\u00e4hrige Marina Lutiwinowa ersch\u00fcttert. \u00abDie Welt ist verdorben\u00bb, sagt sie. \u00abMeine Bef\u00fcrchtungen haben sich best\u00e4tigt: Man treibt mit uns ein geopolitisches Spiel. Trump ist eine Marionette.\u00bb Kurz vor dem Gipfel hatte die Ukrainerin noch mit Dutzenden anderen Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft in Kiew demonstriert. Gebietsabtretungen an Russland seien inakzeptabel, machten die Kundgebungsteilnehmer klar. Doch jetzt wirkt Lutiwinowa resigniert. Auf Whatsapp ersetzt ein weinendes Emoji ihr Profilbild.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2st7rq20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In den ukrainischen Medien und sozialen Netzwerken dominiert eine fast einhellige Reaktion. Das Gipfeltreffen in Alaska ist ein Schock. Russland bleibt bei seinen Maximalforderungen, w\u00e4hrend die K\u00e4mpfe an der Front und die Angriffe mit Drohnen und Raketen Nacht f\u00fcr Nacht weitergehen. Geblieben sind die Bilder des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump, der dem russischen Machthaber Wladimir Putin auf dem roten Teppich applaudiert.<\/p>\n<p>Alles tun, um Trump nicht zu ver\u00e4rgern<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2st7rq40\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das politische Kiew gibt sich nach dem Treffen zur\u00fcckhaltend. In diesen Tagen gilt, da ist man sich mit den europ\u00e4ischen Partnern einig, ein ungeschriebenes Gesetz: Trump darf man nicht ver\u00e4rgern. Das Ziel besteht darin, ihn auf die Position zur\u00fcckzuf\u00fchren, die er einst selbst vertreten hatte: die Forderung, dass ein Waffenstillstand und ein Ende des T\u00f6tens Voraussetzung jedes Gespr\u00e4chs sein m\u00fcssten. Pr\u00e4sident Wolodimir Selenski betonte in einer Pressekonferenz am Sonntag, die Grundlage von Friedensverhandlungen k\u00f6nne nur die aktuelle Frontlinie sein. Indirekt sagt er damit, dass er keinen einseitigen Verzicht gutheissen kann.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2st7rq60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Doch der ukrainische Politologe Wolodimir Fesenko vom Zentrum f\u00fcr politische Studien Penta sieht wenig Anlass f\u00fcr Optimismus. Alles deute darauf hin, dass Trump unter Putins Einfluss nun weitere ukrainische Zugest\u00e4ndnisse w\u00fcnsche. \u00abF\u00fcr Putin war das Treffen in Alaska ein Erfolg, f\u00fcr die Ukraine eine Schande, eine Blamage.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2t0mvrp1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Laut amerikanischen Medienberichten hat Trump europ\u00e4ischen Partnern erkl\u00e4rt, er halte einen Frieden f\u00fcr m\u00f6glich, wenn die Ukraine bereit sei, Gebiete im Osten aufzugeben. F\u00fcr den Milit\u00e4rexperten Mikola Beleskow von der regierungsunabh\u00e4ngigen Organisation Come Back Alive w\u00e4re das ein \u00abteuflischer Tauschhandel\u00bb. Selenski stehe nun vor einem Dilemma. \u00abWenn Selenski dem zustimmt, kann er in der Ukraine wegen Verletzung der Verfassung strafrechtlich verfolgt werden\u00bb, sagt Beleskow. Lehnt er ab, h\u00e4tte er nicht mehr nur Putin zum Feind, sondern wahrscheinlich auch Trump.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2st7rq90\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Milit\u00e4risch sei ein schneller R\u00fcckzug aus dem Donbass ohnehin ausgeschlossen, sagt Beleskow. Nichts und niemand w\u00fcrde die russischen Truppen daran hindern, die sich zur\u00fcckziehenden ukrainischen Truppen anzugreifen, sagt er, \u00abdas Wort Russlands hat keinen Wert\u00bb. Das hat die Ukraine bereits in der Vergangenheit gelernt. Wochen vor Beginn der russischen Grossinvasion im Februar 2022 erkl\u00e4rte Putin scheinheilig, dass er einen Konflikt mit dem Westen und der Ukraine verhindern wolle.<\/p>\n<p>\u00abDie Russen werden immer noch mehr wollen\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2st7rqb0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Demonstrantin Marina Lutiwinowa glaubt deshalb, dass Russland selbst im Falle eines Abkommens schon bald erneut angreifen w\u00fcrde. Der Donbass w\u00e4re nur der Anfang, ist sie \u00fcberzeugt. Sp\u00e4ter w\u00fcrden auch Saporischja und Cherson eingefordert, die beiden S\u00fcdprovinzen, die 2022 ebenfalls nach einem Scheinreferendum illegal zu russischem Gebiet erkl\u00e4rt wurden und erst zu gut 70 Prozent unter Moskauer Kontrolle stehen. Doch die territorialen Anspr\u00fcche reichen noch weiter. \u00abDie Russen werden immer noch mehr wollen\u00bb, sagt Lutiwinowa.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2t0075b1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Sie selbst stammt aus Cherson. W\u00e4hrend der monatelangen russischen Okkupation vor drei Jahren hatte sie sich der Partisanenbewegung \u00abGelbes Band\u00bb angeschlossen. Heimlich befestigte sie gelb-blaue B\u00e4nder im \u00f6ffentlichen Raum, als Zeichen des Widerstands. Nach der Befreiung durch die ukrainische Armee zog sie nach Kiew. Sie habe \u00fcberlebt, sagt sie, doch der Preis, den ihre Familie zahle, sei hoch. Ihre 40-j\u00e4hrige Tochter und der 33-j\u00e4hrige Sohn k\u00e4mpfen in der Armee. Der \u00e4lteste, ebenfalls Soldat, ist verschollen; er verschwand im Fr\u00fchjahr 2023 bei den K\u00e4mpfen um Bachmut.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2st7rqe0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Gebiete abzutreten bedeutet f\u00fcr Lutiwinowa, Russland zu belohnen. \u00abSagen Sie mir: Wenn ein Eindringling in Ihre Wohnung k\u00e4me und sie Ihnen wegnehmen w\u00fcrde \u2013 w\u00fcrden Sie einfach zustimmen?\u00bb fragt sie. \u00abDie Gr\u00e4ber unserer Eltern befinden sich in den Gebieten, \u00fcber die verhandelt werden soll. Und unsere ganzen Erinnerungen h\u00e4ngen an diesen Orten.\u00bb Solange sich in der russischen Regierung und Gesellschaft nichts \u00e4ndere, k\u00f6nne die Ukraine keine Zugest\u00e4ndnisse machen. \u00abWir m\u00fcssen unsere Gebiete zur\u00fcckholen. Unsere Leute sind noch dort. Sie warten auf Befreiung.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u00abVertraut Putin nicht\u00bb und \u00abDruck auf Russland\u00bb lauten einige der Slogans von Demonstrantinnen vor der amerikanischen Botschaft in Kiew. Im Weissen Haus finden sie offenbar kein Geh\u00f6r.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5000\" height=\"3334\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abVertraut Putin nicht\u00bb und \u00abDruck auf Russland\u00bb lauten einige der Slogans von Demonstrantinnen vor der amerikanischen Botschaft in Kiew. Im Weissen Haus finden sie offenbar kein Geh\u00f6r. <\/p>\n<p>Maxym Marusenko \/ Imago<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor dem Besuch Pr\u00e4sident Selenskis in Washington wachsen die Bef\u00fcrchtungen in der Ukraine. 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