{"id":353758,"date":"2025-08-18T08:50:17","date_gmt":"2025-08-18T08:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/353758\/"},"modified":"2025-08-18T08:50:17","modified_gmt":"2025-08-18T08:50:17","slug":"demonstranten-in-serbien-berichten-von-brutaler-polizeigewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/353758\/","title":{"rendered":"Demonstranten in Serbien berichten von brutaler Polizeigewalt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 18.08.2025 08:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die f\u00fcnfte Nacht in Folge gab es in Serbien Zusammenst\u00f6\u00dfe. Pr\u00e4sident Vucic k\u00fcndigte harte Gegenma\u00dfnahmen an. Aktivisten berichten schon jetzt \u00fcber brutale Methoden der Sicherheitskr\u00e4fte &#8211; \u00fcber Tr\u00e4nengas und Schlagst\u00f6cke hinaus.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Studentin und Aktivistin Nikolina Sindelic wird eine Nacht in der vergangenen Woche noch lange besch\u00e4ftigen. Sie geh\u00f6rt zu den bekannten Regierungsgegnern in Serbien &#8211; das wurde ihr offenbar zum Verh\u00e4ngnis. Sie sei vor einigen Tagen nachts mit einem Kommilitonen unterwegs gewesen, erz\u00e4hlt sie. &#8222;Wir waren auf dem Weg nach Hause, als hinter mir unter einem grauen Gitter einige Dutzend Polizisten rausliefen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs seien Polizisten der Sondereinheit zum Schutz von Einrichtungen gewesen, die von Marko Kricak geleitet wird. Die Polizisten h\u00e4tten sie festgenommen, geschlagen, in eine Garage gezerrt und auf den Boden geschmissen. Dann sei Kricak hinzugekommen. Er gilt als Vertrauter von Staatspr\u00e4sident Aleksandar Vucic.<\/p>\n<p>    Schl\u00e4ge und grausame Drohungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Gleich nach der Festnahme hat man uns alle pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde genommen&#8220;, erz\u00e4hlt Nikolina. &#8222;Als eine Polizistin meinen Rucksack durchsuchte, fand sie meine private Fotokamera, die in diesem Augenblick blinkte, weil die Batterie leer war. Ich denke, dass Kricak dachte, dass ich versucht habe, ihn heimlich zu filmen.&#8220; Er habe sie daraufhin mit offener Hand gegen den Kopf geschlagen, sie beschimpft und angeschrien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es folgten weitere Schl\u00e4ge&#8220;, berichtet Nikolina. &#8222;Er zog heftig an meinen Haaren, sagte, dass er mich vor all diesen Menschen vergewaltigen werde.&#8220; Er habe grausamste Drohungen ausgesprochen. Die Sondereinheit wies die Vorw\u00fcrfe gegen Kricak zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBerichte \u00fcber Polizeigewalt mehren sich. Videos in sozialen Medien sollen zeigen, wie Einsatzkr\u00e4fte mit Schlagst\u00f6cken auf am Boden liegende Demonstranten einpr\u00fcgeln.<\/p>\n<p>    Pr\u00e4sident Vucic wettert gegen Regierungskritiker<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Pr\u00e4sident Vucic geht die Gewalt allerdings nur von einer Seite aus: von den Regierungsgegnern. &#8222;Unser Land ist in gro\u00dfer Gefahr&#8220;, sagte er in einer Ansprache. &#8222;Nicht nur der Staat, sondern all unsere Werte, unsere Demokratie, unser normales Leben, das anst\u00e4ndige Leben der gew\u00f6hnlichen Menschen. Sie bedrohen das alles.&#8220; Regierungskritiker werfen wiederum Vucic vor, die Gewalt selbst provoziert zu haben &#8211; mit mutma\u00dflich staatlich gelenkten Angriffen auf die Protestbewegung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVucic eskaliert auch verbal. Demonstranten nannte er Terroristen sowie Schl\u00e4ger und M\u00f6rder, von denen man die &#8222;St\u00e4dte s\u00e4ubern m\u00fcsse&#8220;. Weil Demonstranten Zentralen seiner Partei SNS in Brand setzten, verglich er sie mit der SA, den Paramilit\u00e4rs der Nazis Anfang der 1930er-Jahre.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVucic wiederholte seine Ank\u00fcndigung, hart gegen die Regierungsgegner vorgehen zu wollen. &#8222;Ich verspreche den B\u00fcrgern Serbiens, dass diese Brandstiftungen ein Ende haben werden&#8220;, sagte er. &#8222;Ich f\u00fcrchte nur, dass &#8211; bevor wir juristisch alles vorbereitet haben f\u00fcr eine Reaktion des Staats &#8211; in den n\u00e4chsten Tagen jemand get\u00f6tet wird. Das ist alles, was ihnen noch bleibt. Alles andere haben sie bereits getan.&#8220;<\/p>\n<p>    Keine Konsequenzen f\u00fcr pr\u00fcgelnde Polizisten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGewaltt\u00e4tige Anh\u00e4nger der Regierung und pr\u00fcgelnde Polizisten m\u00fcssen wohl kaum mit juristischen Konsequenzen rechnen. Bisher sind Angriffe auf die Proteste selten geahndet worden. Bei den bisherigen Zusammenst\u00f6\u00dfen wurden laut Vucic bis Sonntag mehr als 130 Polizisten verletzt. Offizielle Angaben zu verletzten Demonstranten gibt es keine.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit neun Monaten laufen die Proteste gegen die Regierung. Ihren Anfang nahmen sie im November als in Novi Sad, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes, nachdem das <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/serbien-dacheinsturz-novi-sad-100.html\" title=\"Ex-Minister nach Einsturz von Bahnhofsdach in Serbien festgenommen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vordach des gerade neu renovierten Bahnhofs<\/a> einst\u00fcrzte. 16 Menschen kamen dabei ums Leben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr die Demonstranten ist die Trag\u00f6die das Symbol f\u00fcr die Korruption im Land. Lange blieb es bei den Protesten weitgehend friedlich. Die j\u00fcngsten Gewaltausbr\u00fcche begannen, als vergangenen Dienstag in zwei D\u00f6rfern im Norden Regierungsgegner von Anh\u00e4ngern Vucics attackiert wurden. Die Polizei stand daneben und schritt nicht ein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeitdem gehen wieder mehr Menschen auf die Stra\u00dfen. Einige von ihnen randalieren. Sie treffen auf Polizisten, von denen einige offenbar brutal vorgehen und Vucic treuen Schl\u00e4gertrupps freie Hand lassen.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio-263874.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>Jasper Ruppert, ARD Wien, tagesschau, 18.08.2025 06:08 Uhr<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.08.2025 08:44 Uhr Die f\u00fcnfte Nacht in Folge gab es in Serbien Zusammenst\u00f6\u00dfe. 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