{"id":354387,"date":"2025-08-18T14:49:11","date_gmt":"2025-08-18T14:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354387\/"},"modified":"2025-08-18T14:49:11","modified_gmt":"2025-08-18T14:49:11","slug":"leipzig-nimmt-platz-verbucht-ersten-erfolg-vor-dem-verwaltungsgericht-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354387\/","title":{"rendered":"Leipzig nimmt Platz verbucht ersten Erfolg vor dem Verwaltungsgericht \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Das Aktionsnetzwerk \u201eLeipzig nimmt Platz\u201c hat in einem aktuellen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Leipzig einen wichtigen Erfolg gegen die Stadt Leipzig und ihre Versammlungsbeh\u00f6rde erzielt. Zwei weitere Verfahren befinden sich derzeit in der Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht, meldet das B\u00fcndnis. In allen F\u00e4llen geht es um die Frage, ob und wie die Leipziger Versammlungsbeh\u00f6rde das Versammlungsrecht einschr\u00e4nken darf. In letzter Zeit agierte Leipzigs Ordnungsbeh\u00f6rde mehrmals recht fragw\u00fcrdig. So auch im jetzt verhandelten Fall.<\/p>\n<p>Da ging es um eine <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2022\/10\/halloween-special-bei-platznehmen-vs-querdenker-die-hoelle-ist-wo-der-mob-haeuser-anzuendet-481453\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gegenveranstaltung zu einem Aufmarsch der Querdenken-Szene am 31. Oktober 2022.<\/a> Der Versuch, eine spontane Sitzversammlung als Demonstration anzumelden, wurde damals von den Ordnungskr\u00e4ften der Stadt vorschnell abgelehnt \u2013 ohne inhaltliche Pr\u00fcfung, kritisiert das Aktionsb\u00fcndnis. Stattdessen stufte die Verwaltung das Geschehen pauschal als strategische Blockade ein.<\/p>\n<p>\u201eDas Gericht stellte klar: Beh\u00f6rden m\u00fcssen eine versammlungsfreundliche Auslegung vornehmen und zun\u00e4chst von einer zul\u00e4ssigen Spontanversammlung ausgehen. Im konkreten Fall habe ein Ermessensausfall vorgelegen, die Entscheidung der Stadt sei rechtswidrig gewesen. Die Stadt erkannte die Klage noch in der Verhandlung an.<\/p>\n<p>Dieser Erfolg ist ein klares Signal: Grundrechte d\u00fcrfen nicht aus Bequemlichkeit oder politischem Kalk\u00fcl eingeschr\u00e4nkt werden. Spontanversammlungen sind ein wichtiger Bestandteil demokratischer Protestkultur\u201c, erkl\u00e4rt nun Marcus R\u00f6der, Kl\u00e4ger f\u00fcr das Aktionsnetzwerk <a href=\"http:\/\/www.platznehmen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eLeipzig nimmt Platz\u201c.<\/a><\/p>\n<p>Mit oder ohne Musik?<\/p>\n<p>Aktuell klagt das Netzwerk auch gegen Auflagen, die bei Versammlungen das Abspielen von Musik untersagen. Die Stadt argumentierte, das Abspielen politischer Musik trage nicht zur Meinungsbildung bei und der Versammlung im September 2022 habe es an Redebeitr\u00e4gen gefehlt, sodass keine Versammlung mehr vorgelegen habe.<\/p>\n<p>Das Verwaltungsgericht folgte dieser Sichtweise \u2013 obwohl kurz zuvor ein Redebeitrag gehalten worden war, sich Teilnehmende in Kleingruppen austauschten und Musik mit politischem Text lief. Das Oberverwaltungsgericht wird sich demn\u00e4chst in der Berufung damit befassen.<\/p>\n<p>\u201eDie Verfahren zeigen: Rechtliche Auseinandersetzungen mit Auflagen sind notwendig, um Grundrechte zu sch\u00fctzen. Immer wieder versuchen Beh\u00f6rden aus Angst vor m\u00f6glichen Gefahren, Grundrechte pr\u00e4ventiv einzuschr\u00e4nken \u2013 ein Vorgehen, das eher einem autorit\u00e4ren als einem freiheitlichen Staatsverst\u00e4ndnis entspricht\u201c, sagt Irena Rudolph-Kokot f\u00fcr das Aktionsnetzwerk.<\/p>\n<p>\u201eDas Aktionsnetzwerk wird auch k\u00fcnftig konsequent f\u00fcr Grundrechte streiten und menschenfeindlichen Str\u00f6mungen entgegentreten. Unsere Arbeit kostet Kraft und Geld \u2013 und wir erhalten weder Lohn noch institutionelle F\u00f6rderung. Wir handeln aus \u00dcberzeugung, weil wir glauben, dass Menschenrechte nicht nur verteidigt, sondern gelebt werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Aktionsnetzwerk \u201eLeipzig nimmt Platz\u201c hat in einem aktuellen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Leipzig einen wichtigen Erfolg gegen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":354388,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[8769,3364,29,30,71,98018,3395,859,98019],"class_list":{"0":"post-354387","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-verwaltungsgericht","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-leipzig-nimmt-platz","14":"tag-querdenker","15":"tag-sachsen","16":"tag-versammlungsfreiheit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115050326537589707","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=354387"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354387\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/354388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=354387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=354387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=354387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}