{"id":354476,"date":"2025-08-18T15:34:12","date_gmt":"2025-08-18T15:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354476\/"},"modified":"2025-08-18T15:34:12","modified_gmt":"2025-08-18T15:34:12","slug":"ac-dc-in-karlsruhe-starkstrom-rockn-roll-mit-gutem-sound-und-schwaechelndem-saenger-kultur-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354476\/","title":{"rendered":"AC\/DC in Karlsruhe: Starkstrom-Rock\u2019n Roll mit gutem Sound und schw\u00e4chelndem S\u00e4nger &#8211; Kultur Regional"},"content":{"rendered":"<p class=\"autor\">Von Thomas Veigel<\/p>\n<p>Karlsruhe. Das Peter Gross Bau Areal ist ein riesiges Gel\u00e4nde der Karlsruher Messe. 75.000 Fans haben hier am Sonntagabend das Konzert von AC\/DC besucht. Sie verloren sich auf staubigen 105.000 Quadratmetern \u2013 das sind gut zehn Fu\u00dfballfelder. Eine Stimmung wie in einem Stadion kann da nicht wirklich aufkommen. Wenigstens die rot blinkenden H\u00f6rnchen auf den K\u00f6pfen tausender H\u00f6llenf\u00fcrsten sorgten f\u00fcr einen Hauch Romantik.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr war der Sound sehr gut, was bei Konzerten dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung selten der Fall ist. Nicht zu laut, Ohropax konnten entfernt werden. Verzerrt klangen nur die Gitarren \u2013 und das geh\u00f6rte so. Jeder Schlag auf Snare und Bassdrum, jeder E-Gitarren-Akkord war deutlich zu h\u00f6ren. Auch den Gesang hat man geh\u00f6rt, doch das war nicht immer erfreulich.<\/p>\n<p>Es ehrt Bandleader Angus Young, Ausnahmegitarrist und einzig verbliebenes Gr\u00fcndungsmitglied, dass er an Brian Johnson festh\u00e4lt, der 1980 den verstorbenen Bon Scott ersetzte. Mit mittlerweile 77 hat Johnson seinen Zenit jedoch \u00fcberschritten. Einige Songs \u2013 allein f\u00fcnf spielen AC\/DC vom 1980er-Album &#8222;Back In Black&#8220;, dem ersten mit Brian Johnson \u2013 singt er souver\u00e4n, bei anderen schw\u00e4chelt seine Stimme. Johnson und Young sind der Kern der Band, m\u00f6glicherweise gibt es derzeit niemanden, der den Job des S\u00e4ngers besser erledigen w\u00fcrde. Johnson zeigte sich jedenfalls gut gelaunt und fit, zusammen mit Young legte er die weitesten Strecken auf der B\u00fchne zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Es ist ein zweites Thema in der Diskussion, das etwas akademisch daherkommt: Sollen die alten Knacker aus der 1960er- und 1970er-Jahren immer noch die gro\u00dfen Stadien und B\u00fchnen dieser Welt bespielen? Sollten sie nicht endlich abtreten und den J\u00fcngeren die Show \u00fcberlassen? Allein am Sonntag haben 75.000 Zuschauer diese Frage beantwortet: Ja, sie sollen spielen, wir wollen sie immer noch sehen und h\u00f6ren! Und solange Veranstalter Musik-Koryph\u00e4en wie Bob Dylan, Neil Young oder Bruce Springsteen Millionengagen bieten, wird man die \u00dc-70-Veteranen auch weiter live auf der B\u00fchne sehen. <\/p>\n<p>Angus Young und seine Band spielen sehr pr\u00e4zise. Jeder Ton sitzt, jedes Riff kommt so, wie man es erwartet. Schlagzeuger Matt Laug und Bassist Chris Chaney sind erst seit einem Jahr mit auf Tour. Die beiden spielen wie aus einem Guss, sie bauen zusammen mit dem Rhythmus-Gitarristen Stevie Young das Fundament f\u00fcr die ebenso pr\u00e4zisen Riffs, Soli und Akkordfolgen von Angus Young. <\/p>\n<p>Man kann froh sein, einen solchen Gitarristen noch live erleben zu k\u00f6nnen. Er gibt immer auch im Alter von nunmehr 70 Jahren den ewigen Schulbuben in Uniform, in Karlsruher mit kurzer roter Samthose und gelber Basecap. Der Aussie spielt mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie vor 50 Jahren. Und auch die vermeintliche Leichtigkeit, mit der er seiner Gibson SG T\u00f6ne entlockt, hat er sich erhalten. Viele der von ihm komponierten Intros und Riffs und ihre Songs sind Klassiker von geradezu barocker Einfachheit geworden \u2013 die werden noch einige Generationen frisch bleiben. &#8222;Highway To Hell&#8220;, &#8222;Hells Bells&#8220;, &#8222;You Shook Me All Night Long&#8220;, &#8222;High Voltage&#8220;, &#8222;Whole Lotta Rosie&#8220;, &#8222;Thunderstruck&#8220;, &#8222;T.N.T.&#8220;, &#8222;Back In Black&#8220;: Das sind acht von 21 Rock\u2019n-Roll-Hymnen, die AC\/DC am Sonntag in gut zwei Stunden spielen. <\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Setlist besteht aus Songs der 1970er-Jahre. Das unterstreicht, dass Angus Young vor allem dem Rock\u2019n Roll verpflichtet ist. High Voltage Rock\u2019n Roll trifft es am besten. Zuweilen kommt der auch sehr englisch daher \u2013 Dave Edmunds und Mickey Jupp lassen immer mal wieder gr\u00fc\u00dfen. Youngs Gitarrenspiel dagegen ist einzigartig. Wenn man Vorbilder suchen will, findet man Anteile der unb\u00e4ndigen Spielfreude von Chuck Berry (dessen &#8222;Duck Walk&#8220; zeigt Young ansatzweise auch heute noch), vom treibenden Rhythmus Muddy Waters\u2019 und vom ges\u00e4ttigten R\u00f6hrensound eines Jimi Hendrix. Etwas ausufernd ger\u00e4t das \u00fcber halbst\u00fcndige Solo beim letzten Titel der Setlist, &#8222;Let There Be Rock&#8220;. Bei den beiden Zugaben kommt die Band auf den Pfad der Tugend zur\u00fcck. &#8222;T.N.T.&#8220; und &#8222;For Those About To Rock&#8220; entsenden die Menge in die angenehm k\u00fchle Karlsruher Nacht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Thomas Veigel Karlsruhe. 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