{"id":354798,"date":"2025-08-18T18:26:40","date_gmt":"2025-08-18T18:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354798\/"},"modified":"2025-08-18T18:26:40","modified_gmt":"2025-08-18T18:26:40","slug":"europa-und-die-usa-vor-dem-bruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354798\/","title":{"rendered":"Europa und die USA vor dem Bruch?"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Wolodymyr Selenskyj (l), Pr\u00e4sident der Ukraine, wird von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor dem Kanzleramt begr\u00fc\u00dft.  \" alt=\"Wolodymyr Selenskyj (l), Pr\u00e4sident der Ukraine, wird von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor dem Kanzleramt begr\u00fc\u00dft.  \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/selenskyj-merz-berlin-104-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  Pr\u00e4sident Selenskyj bekommt in Washington R\u00fcckendeckung der europ\u00e4ischen Spitzenpolitik &#8211; diese will einen Bruch mit den USA verhindern (picture alliance \/ dpa \/ POOL AFP \/ John Macdougall)<\/p>\n<p>Wahrscheinlich nie zuvor ist ein ausl\u00e4ndischer Staatsgast mit einer so gut bezahlten Leibw\u00e4chtertruppe ins Wei\u00dfe Haus gekommen, wie heute Wolodymyr Selenskyj. F\u00fcnf europ\u00e4ische Staats- und Regierungschefs, die Pr\u00e4sidentin der EU-Kommission und der NATO-Generalsekret\u00e4r begleiten den ukrainischen Pr\u00e4sidenten als politische Bodyguards nach Washington. <\/p>\n<p>Alle haben in finsterer Erinnerung, wie das Oval Office Ende Februar zu einer Falle f\u00fcr Selenskyj geworden war. Vor laufenden Kameras hatten Donald Trump und sein Vizepr\u00e4sident JD Vance Selenskyi in einer abgekarteten Inszenierung zu dem\u00fctigen versucht. Die Sorge, dass Trump die Seiten gewechselt hat und sich die Machtsph\u00e4ren zumindest in Europa in einer imperialen Geste mit Wladimir Putin aufteilen m\u00f6chte, hat seit dem bizarren Treffen der beiden Pr\u00e4sidenten Ende vergangener Woche neue Nahrung erhalten.<\/p>\n<p>                Es geht um mehr als das Ende des Kriegs gegen die Ukraine <\/p>\n<p>Die Gruppenreise der Europ\u00e4er nach Washington ist eine fast verzweifelt anmutende Rettungsmission. Es geht dabei nicht allein um das Ende des Krieges gegen die Ukraine, die territoriale und politische Integrit\u00e4t des Landes, das pers\u00f6nliche Schicksal Wolodymyr Selenskyjs.\u00a0<\/p>\n<p>Es geht um die Frage, wie die Welt insgesamt in Zukunft geordnet wird, ob irgendwelche Regeln, Werte oder Jahrzehnte gewachsene Partnerschaften \u00fcberhaupt noch eine Rolle dabei spielen. Oder ob es nur noch um nackte Macht- und Herrschaftsanspr\u00fcche geht, die von mehr oder weniger autokratisch regierenden Egomanen unter sich ausgehandelt werden.<\/p>\n<p>                Trump, Putin und ihre Machtinstrumente<\/p>\n<p>Trump und Putin haben die entscheidenden Instrumente zur skrupellosen Durchsetzung ihrer Begehrlichkeiten in den H\u00e4nden. Putin in Form der Raketen und Drohnen, die er vor, w\u00e4hrend und nach den vermeintlichen Friedensgespr\u00e4chen mit dem US-Pr\u00e4sidenten gegen die Ukraine abfeuerte. Trump in Gestalt der milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten, ohne die Europa derzeit weder einen Frieden in der Ukraine noch die Stabilit\u00e4t des ganzen Kontinents absichern kann.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er werden an diesem Montag im Wei\u00dfen Haus alles auf den Tisch legen, was sie haben: Der Hinweis auf gigantische Schuldenpakete, mit denen die eigenen Verteidigungsanstrengungen verst\u00e4rkt werden sollen. Zumindest in Andeutungen werden sie Trump die Bereitschaft signalisieren, sich auch mit dem Einsatz von Soldaten an Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine zu beteiligen. <\/p>\n<p>                Ist der Bruch mit den USA abzuwenden?\u00a0<\/p>\n<p>Aber zugleich wissen sie, dass sie eine wirksame Abschreckung Putins noch auf Jahre nur mit der Hilfe der USA erreichen k\u00f6nnen. Noch Ende Juni haben sich die Europ\u00e4er und NATO Generalsekret\u00e4r Rutte bis an den Rand der Selbstaufgabe vor Trump in den Staub geworfen, um Kohle in den uners\u00e4ttlichen Ego-Ofen des US-Pr\u00e4sidenten zu schaufeln.<\/p>\n<p>Jetzt wird sich zeigen, ob das gen\u00fcgt hat, um eine unverhohlene Abwendung Trumps von der Ukraine und damit von Europa zu verhindern. Endet das Spitzentreffen in einem historischen Bruch zwischen den einstigen transatlantischen Partnern, wacht Deutschland morgen in einer anderen Welt auf. Die Ukrainerinnen und Ukrainer w\u00e4ren nur die ersten, die einen immensen Preis daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Stephan Detjen, Leiter des Deutschlandradio-Hauptstadtstudios in Berlin, vor dem Wei\u00dfen Haus, dem Amtssitz des amerikanisches Pr\u00e4sidenten.\" alt=\"Stephan Detjen, Leiter des Deutschlandradio-Hauptstadtstudios in Berlin, vor dem Wei\u00dfen Haus, dem Amtssitz des amerikanisches Pr\u00e4sidenten.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/detjen-jpg-102-768x768.jpg\" \/><\/p>\n<p><strong>Stephan Detjen<\/strong>, Chefkorrespondent von Deutschlandradio. Studierte Geschichtswissenschaft und Jura an den Universit\u00e4ten M\u00fcnchen, Aix-en-Provence sowie an der Hochschule f\u00fcr Verwaltungswissenschaften in Speyer. Rechtsreferendariat in Bayern und Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Seit 1997 beim Deutschlandradio, zun\u00e4chst als rechtspolitischer Korrespondent in Karlsruhe. Ab 1999 zun\u00e4chst politischer Korrespondent in Berlin, dann Abteilungsleiter bei Deutschlandradio Kultur. 2008 bis 2012 Chefredakteur des Deutschlandfunk in K\u00f6ln. Seitdem Leiter des Hauptstadtstudios Berlin sowie des Studios Br\u00fcssel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pr\u00e4sident Selenskyj bekommt in Washington R\u00fcckendeckung der europ\u00e4ischen Spitzenpolitik &#8211; diese will einen Bruch mit den USA verhindern&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":354799,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,1159,15,98101,12,97722,6473,98102,4017,4018,4016,64,4019,4020,320],"class_list":{"0":"post-354798","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-nato","13":"tag-news","14":"tag-oval-office","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-sicherheitsgarantien","17":"tag-sicherheitspolitik","18":"tag-ukraine-russland-krieg","19":"tag-united-states","20":"tag-united-states-of-america","21":"tag-us","22":"tag-usa","23":"tag-vereinigte-staaten","24":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","25":"tag-washington"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115051179900885122","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=354798"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354798\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/354799"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=354798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=354798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=354798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}