{"id":354886,"date":"2025-08-18T19:13:11","date_gmt":"2025-08-18T19:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354886\/"},"modified":"2025-08-18T19:13:11","modified_gmt":"2025-08-18T19:13:11","slug":"berlusconis-plan-mit-pro-sieben-sat1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/354886\/","title":{"rendered":"Berlusconis Plan mit Pro Sieben Sat1."},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der italienische Medienkonzern Media for Europe (MFE) kommt dem Ziel n\u00e4her, den deutschen Privatsender Pro Sieben <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Sat.1\" data-rtr-id=\"6eb8e460fd0da61625b8a75056c5e328475b9ec1\" data-rtr-score=\"205.46008869179602\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/sat.1\" title=\"Sat.1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sat.1<\/a> unter seine Kontrolle zu bekommen. Das aus Aktien und Bargeld bestehende \u00dcbernahmeangebot der Italiener haben bis zur Nacht auf den 14. August knapp 10,3 Prozent der Pro-Sieben-Sat.1-Aktion\u00e4re angenommen, wie das italienische Unternehmen mitteilte. Damit steigt der Anteil des MFE-Konzerns, der von der Familie Berlusconi beherrscht wird, auf gut 43,5 Prozent und etwa ebenso viele Stimmrechte. Die Schwelle von 50 Prozent, von der an Pro Sieben Sat.1 bei MFE konsolidiert werden m\u00fcsste, ist damit im ersten Anlauf zwar unterschritten, doch sie r\u00fcckt immer n\u00e4her. Es bleibt auch noch Zeit: Die Angebotsfrist wurde um zwei Wochen verl\u00e4ngert. Am 4. September will das Unternehmen den endg\u00fcltigen Stand bekannt geben. MFE hat zudem danach noch die M\u00f6glichkeit, Aktien am Markt hinzuzukaufen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In dem \u00dcbernahmekampf um den gr\u00f6\u00dften deutschen Privatsender konkurriert MFE mit dem tschechischen Investor PPF, dem zweitgr\u00f6\u00dften Aktion\u00e4r hinter der Berlusconi-Gesellschaft. Seine Ge\u00adgen\u00adofferte st\u00f6\u00dft jedoch auf weniger Zuspruch: Nach Ablauf der Annahmefrist h\u00e4lt die Holding der Erben des Milliard\u00e4rs Petr Kellner rund 18,4 Prozent an <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"ProSieben\" data-rtr-id=\"dee39c229b3d7b9e25dc19cba452ed87b2975463\" data-rtr-score=\"177.3558758314856\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/prosieben\" title=\"ProSieben\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pro Sieben<\/a> Sat.1. Das sind nur rund zwei Prozentpunkte mehr als bei Abgabe der Offerte. Eigentlich wollten die Tschechen ihre Beteiligung auf knapp 30 Prozent fast verdoppeln. PPF hatte mit sieben Euro je Pro-Sieben-Sat.1-Aktie ein reines Aktienangebot abgegeben. Es \u00fcberzeugte den Finanz\u00adinvestor General Atlantic, der seine Pro-Sieben-Anteile tauschte, doch kaum wei\u00adtere Anteilseigner.<\/p>\n<p>Berlusconi-Sohn will paneurop\u00e4ischen Fernsehkonzern schaffen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In MFE-Kreisen gab man sich am Montag gelassen hinsichtlich des Zwischenergebnisses. Das Unternehmen hatte schon in der Vergangenheit signalisiert, dass es nicht unbedingt eine Mehrheit brauche, um die Kontrolle zu \u00fcbernehmen. Eine negative Folge einer daraus resultierenden Bilanzkonsolidierung w\u00e4re die \u00dcbernahme der vergleichsweise hohen Schulden von Pro Sieben. Doch gleichzeitig er\u00f6ffnet das \u00dcberschreiten der 50-Prozent-Schwelle mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Realisieren von Synergien.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">So hatte MFE \u2013 auch wegen des Kon\u00adkurrenzdrucks von PPF \u2013 seine Offerte Ende Juli kr\u00e4ftig erh\u00f6ht. Sie umfasst nun je Pro-Sieben-Aktie neben einem Barelement von 4,48 Euro 1,3 A-Aktien von MFE. A-Aktien sind mit weniger Mitspracherechten verbunden, sie sehen nur eine Stimme je Aktie vor, w\u00e4hrend die B-Aktien zehn Stimmrechte mit sich bringen. Die Familie Berlusconi sichert sich mithilfe der B-Aktien \u00fcber ihre Holding Fin\u00adinvest die Mehrheit der Stimmrechte. Doch f\u00fcr etliche institutionelle und auch private Aktion\u00e4re haben die Mitspracherechte nur eine untergeordnete Bedeutung, denn die Teilhabe an der Dividende ist die gleiche. Die Investoren scheint es auch nicht zu st\u00f6ren, dass der Handel mit A-Aktien in der Vergangenheit nicht immer sehr liquide war. Darauf wies PPF hin.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Strategisch gesehen, strebt MFE die Schaffung eines paneurop\u00e4ischen Fernsehkonzerns an, der Technologien, Einkauf und Werbestrategien vereinheitlichen will, die Inhalte aber weitgehend lokal l\u00e4sst. Ermutigt f\u00fchlt sich der MFE-Vorstandsvorsitzende Pier <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Silvio Berlusconi\" data-rtr-id=\"c3fdad365d69dcf7b07e48f1c558f5055cfc724d\" data-rtr-score=\"334.2093185843481\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/silvio-berlusconi\" title=\"Silvio Berlusconi\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Silvio Berlusconi<\/a>, der \u00e4lteste Sohn des verstorbenen Ex-Ministerpr\u00e4sidenten und Konzerngr\u00fcnders Silvio Berlusconi, von seinen Erfahrungen in Spanien. Das dortige TV-Gesch\u00e4ft sorgte im vergangenen Jahr f\u00fcr 28 Prozent der MFE-Konzernerl\u00f6se von knapp 3 Milliarden Euro sowie f\u00fcr mehr als 40 Prozent des Betriebsergebnisses von 356 Millionen Eu\u00adro. Zwischen 2020 und 2023 brachte Spanien sogar mehr Gewinne ein als der italienische Markt, wo MFE der dominierende Anbieter vor dem \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen ist.<\/p>\n<p>US-Streaminganbieter bedrohen Gesch\u00e4ft der TV-Konzerne<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Einstieg der Berlusconis in den spanischen Fernsehmarkt begann bei Telecinco \u2013 schon der Name erinnerte an ihren italienischen Kanal Canale 5. Von den Neunzigerjahren an erh\u00f6hte er seine Anteile, bis er 2002 52 Prozent besa\u00df. Mit Telecinco revolutionierte Silvio Berlus\u00adconi das spanische Privatfernsehen mit der Einf\u00fchrung von Formaten, die zuvor in Italien erfolgreich waren. Vorbild f\u00fcr \u201eMamachico\u201c war \u201eTutti Frutti\u201c. Sp\u00e4ter folgten Realityshows wie \u201eGran Hermano\u201c (die spanische Version von \u201eBig Brother\u201c) und Klatschsendungen wie \u201eS\u00e1lvame\u201c, das bis 2023 lief. Telecinco pr\u00e4gte die spanische Fernsehlandschaft \u2013 und den Begriff \u201eTelebasura\u201c (Trash-TV).<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zur spanischen Tochtergesellschaft <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Mediaset\" data-rtr-id=\"59db0175e34a7e0da1cdf7ec2175fca56f5d3861\" data-rtr-score=\"24.3209534368071\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/mediaset-spa\" title=\"Mediaset\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mediaset<\/a> Espa\u00f1a geh\u00f6ren heute die Sender Cuatro, Factor\u00eda de Ficci\u00f3n (FDF), Boing, Divinity, Energy und Be Mad sowie die Werbetochtergesellschaft Publiespa\u00f1a und die Nachrichtenagentur Atlas. Seit 2025 bietet die Plattform Mediaset Infi\u00adnity zudem Inhalte aller Mediaset-Sender an. Das Streaminggesch\u00e4ft wird in Spanien immer wichtiger, das zum \u201eHollywood Europas\u201c werden will. In Tres Cantos bei Madrid hat Netflix seinen einzigen Produktionsstandort in Europa, dort will das amerikanische Unternehmen in den n\u00e4chsten Jahren eine Milliarde Euro investieren. Die gro\u00dfen Streaminganbieter aus den Vereinigten Staaten sind f\u00fcr die europ\u00e4ischen TV-Konzerne eine immer gr\u00f6\u00dfere Konkurrenz, auf die Europa mit der Ballung seiner Kr\u00e4fte reagieren m\u00fcsse, findet Pier Silvio Berlusconi.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">MFE k\u00fcndigte 2022 an, bei Mediaset Espa\u00f1a alle Anteile und damit die vollst\u00e4ndige Kontrolle zu \u00fcbernehmen. In Spanien wurde Mediaset wegen Berlusconi immer wieder eine gewisse N\u00e4he zur konservativen Volkspartei PP nachgesagt, zum Beispiel in politischen Talkshows. Doch prim\u00e4r geht es dem Unternehmen ums Gesch\u00e4ft. Man ist pragmatisch. So rekrutierte der sozialistische Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez 2018 vom Mediaset-Sender Cuatro seinen ersten Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Kommunikation. Pr\u00e4sidentin der spanischen Mediaset-Tochtergesellschaft ist seit 2024 die ehemalige sozialistische Wissenschaftsministerin Cristina Garmendi. Im Juli lag Mediaset bei den Zuschauerquoten mit 24,5 Prozent knapp hinter Atresmedia (Eigent\u00fcmer sind RTL Group und die Verlags- und Mediengruppe Planeta) mit 25,9 Prozent und vor den Sendern der \u00f6ffentlich-rechtlichen RTVE (14,3). Bei den einzelnen Sendern kam Telecinco hinter Antena 3 und La 1 auf Platz drei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der italienische Medienkonzern Media for Europe (MFE) kommt dem Ziel n\u00e4her, den deutschen Privatsender Pro Sieben Sat.1 unter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":354887,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1773],"tags":[29,214,30,471,1780,215],"class_list":{"0":"post-354886","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-serien","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-serien","12":"tag-series","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115051364686532221","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=354886"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/354886\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/354887"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=354886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=354886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=354886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}