{"id":356092,"date":"2025-08-19T07:07:16","date_gmt":"2025-08-19T07:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/356092\/"},"modified":"2025-08-19T07:07:16","modified_gmt":"2025-08-19T07:07:16","slug":"was-der-ukraine-gipfel-gebracht-hat-und-was-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/356092\/","title":{"rendered":"Was der Ukraine-Gipfel gebracht hat &#8211; und was nicht"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.08.2025 08:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Sicherheitsgarantien, Waffenruhe, Gebietsabtretungen: Bis zu einem Frieden im Krieg gegen die Ukraine sind noch viele Fragen offen. Bei welchen Themen gab es auf dem Ukraine-Gipfel in Washington Fortschritte?<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist zwar noch kein Frieden in Sicht. Aber zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor fast dreieinhalb Jahren zeichnet sich ein umfassender Verhandlungsprozess mit allen Beteiligten ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBereits am Freitag sprachen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/alaska-gipfel-putin-trump-100.html\" title=\"Kein Durchbruch bei Treffen zwischen Putin und Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin in Alaska<\/a> direkt miteinander. Nun folgte ein Treffen Trumps mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-ukraine-selenskyj-trump-102.html\" title=\"Trump empf\u00e4ngt Vertreter Europas zu Ukraine-Gipfel in Washington\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolodymyr Selenskyj und europ\u00e4ischen Spitzenpolitikern in Washington<\/a>. Was hat dieser Gipfel konkret gebracht &#8211; und was ist noch offen?<\/p>\n<p>    Kommt es zu einem Treffen von Putin und Selenskyj?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDanach sieht es aus. Der US-Pr\u00e4sident verk\u00fcndete, er habe damit begonnen, ein Zweiertreffen der beiden Pr\u00e4sidenten vorzubereiten. Ort und Zeit sind bislang unbekannt. Die Begegnung soll aber nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) innerhalb der n\u00e4chsten beiden Wochen stattfinden. Danach &#8211; so Trumps Plan &#8211; soll ein Dreiertreffen mit ihm selbst folgen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOffensichtlich ist dieser Plan aber noch nicht fix. Nach einem Telefonat Trumps mit Putin sprach der Kreml zun\u00e4chst nicht von einem Treffen auf Pr\u00e4sidentenebene. Zwar hat Putin bereits mehrfach erkl\u00e4rt, dass er bereit sei zu einem Treffen mit Selenskyj, allerdings nannte er dabei stets als Bedingung, dass grundlegende Fragen vorab gekl\u00e4rt sein m\u00fcssten. Selenskyj sagte dagegen im Wei\u00dfen Haus erneut, dass er Putin treffen und auch Trump gern dabeihaben wolle &#8211; ohne Vorbedingungen.<\/p>\n<p>    Wie k\u00f6nnen Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine aussehen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit sogenannten Sicherheitsgarantien k\u00f6nnen Staaten oder internationale Organisationen einem Land verbindliche Zusagen geben, um dessen Schutz zu gew\u00e4hrleisten und es vor externen Bedrohungen zu sch\u00fctzen. Im Fall der Ukraine bergen vor allem zwei Varianten Konfliktpotenzial:<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zusicherungen nach dem Vorbild des Artikels 5 des NATO-Vertrages: Dieser Artikel besagt, dass B\u00fcndnispartner im Fall eines Angriffs auf die Unterst\u00fctzung der Alliierten z\u00e4hlen k\u00f6nnen und eine Attacke auf ein Mitglied als ein Angriff auf alle gewertet wird. NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte betonte in Washington, dass es zwar nicht um eine volle Mitgliedschaft der Ukraine in der Allianz gehe, aber Artikel-5-\u00e4hnliche Zusicherungen weiterhin auf dem Tisch seien. Was sie umfassen sollen, werde nun im Detail besprochen. Selenskyj k\u00fcndigte an, die Sicherheitsgarantien sollten in den kommenden zehn Tagen ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Friedenstruppen f\u00fcr die Ukraine: Rutte, Merz und auch Trump lie\u00dfen offen, wie genau eine solche Truppe aussehen k\u00f6nnte. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron sprach von &#8222;R\u00fcckversicherungstruppen auf dem Meer, in der Luft und am Boden&#8220;, die von den Verb\u00fcndeten der Ukraine zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnten. F\u00fcr Macron geh\u00f6rt auch eine robuste ukrainische Armee, die jedem Angriff standhalten k\u00f6nne, zu den notwendigen Sicherheitsgarantien. \u00c4hnlich klang es auch bei Selenskyj. Rutte unterstrich im US-Sender Fox News, dass Russland nach einem Friedensabkommen nie wieder versuchen d\u00fcrfe, auch nur eine Quadratmeile ukrainischen Bodens zu ergattern. Die M\u00f6glichkeit eines Einsatzes von US-Truppen in der Ukraine kam laut Rutte bei dem Treffen aber nicht zur Sprache.<\/p>\n<p>    Was sagt Moskau dazu?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPutin hatte nach seinem Treffen mit Trump in Alaska zwar auch von Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine gesprochen, diesen Punkt aber nicht n\u00e4her ausgef\u00fchrt. Das russische Au\u00dfenministerium bekr\u00e4ftigte am Tag der Gespr\u00e4che in Washington, dass Russland keine Truppen aus NATO-Staaten zur Friedenssicherung nach einem Waffenstillstand in der Ukraine akzeptieren werde. Bei solch einem Szenario drohe eine Eskalation und der Konflikt zu einer globalen Konfrontation zu werden, hie\u00df es aus Moskau.<\/p>\n<p>    Gibt es eine Waffenruhe oder nicht?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist v\u00f6llig unklar. Die Aussagen der verschiedenen Akteure sind unterschiedlich. Trump hatte urspr\u00fcnglich eine sofortige Waffenruhe f\u00fcr die Ukraine verlangt. Nach seinem Treffen mit Putin, der in diesem Punkt kein erkennbares Einlenken signalisierte, war davon keine Rede.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKanzler Merz sagte nun in Washington: &#8222;Ich kann mir nicht vorstellen, dass das n\u00e4chste Treffen ohne eine Feuerpause stattfindet.&#8220; Allerdings kassierte Selenskyj seine schon l\u00e4nger bestehende Forderung nach einer Waffenruhe ein, die es vor einem Treffen mit Putin geben m\u00fcsse. &#8222;Ich finde, dass wir uns ohne irgendwelche Vorbedingungen treffen und dar\u00fcber nachdenken m\u00fcssen, wie dieser Weg zur Beendigung des Krieges weitergehen k\u00f6nnte&#8220;, sagte er nach den Gespr\u00e4chen im Wei\u00dfen Haus.<\/p>\n<p>    Was ist mit Gebietsabtretungen an Russland?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRussland forderte stets, dass die Ukraine f\u00fcr einen Waffenstillstand den Verlust eigener Gebiete anerkennen solle. Die annektierten ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson werden seit 2022 in der russischen Verfassung als neue Regionen aufgef\u00fchrt. In einem Memorandum machte Moskau den Vorschlag, dass die ukrainischen Streitkr\u00e4fte komplett aus den noch nicht ganz von russischen Truppen kontrollierte Gebieten Luhansk und Donezk abziehen, zur Bedingung f\u00fcr einen Waffenstillstand. Im Gebiet Donezk liegen die strategisch wichtigen St\u00e4dte Kramatorsk und Slowjansk, die Kiew noch h\u00e4lt und nicht aufgeben will.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSpekuliert wird, dass Russland besetzte Teile der ukrainischen Gebiete Sumy, Charkiw, Dnipropetrowsk und Mykolajiw aufgeben und daf\u00fcr die volle Kontrolle in Donezk und Luhansk erhalten k\u00f6nnte. Offen ist auch die Zukunft der Gebiete Saporischschja und Cherson. Sie sind jeweils zu mehr als 50 Prozent unter russischer Kontrolle, jedoch hat Kiew in den Gebietshauptst\u00e4dten weiter das Sagen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSelenskyj betonte immer wieder, die ukrainische Verfassung lasse keinen Verzicht auf Gebiete oder den Tausch von Land zu. Er sagte auch, dass er \u00fcber territoriale Fragen direkt mit Putin verhandeln wolle. Die europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten betonten, dass die Ukraine eine Entscheidung \u00fcber einen von Russland geforderten Verzicht auf Gebiete selbst treffen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>    Was ist die Rolle Deutschlands?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeutschland steht weiterhin eng an der Seite der Ukraine. Kanzler Merz hat eine f\u00fchrende Rolle unter den europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten. Er sagte in Washington, das geplante Treffen zwischen Putin und Selenskyj m\u00fcsse gut vorbereitet werden. &#8222;Das werden wir auch mit Pr\u00e4sident Selenskyj tun.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInnenpolitisch zeichnen sich schwierige Diskussionen dar\u00fcber ab, wie genau sich Deutschland im Falle eines Friedensabkommens an Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine beteiligen sollte. Zentrale Frage: Soll Deutschland 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Bundeswehr-Truppen in die Ukraine schicken? Merz sagte, der Umfang der Sicherheitsgarantien m\u00fcsse in Europa und in der Koalition in Berlin besprochen werden &#8211; &#8222;bis hin zu der Frage, ob wir hier m\u00f6glicherweise mandatspflichtige Beschl\u00fcsse zu fassen haben&#8220;. Noch sei es zu fr\u00fch, um darauf eine endg\u00fcltige Antwort zu geben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMandatspflichtige Beschl\u00fcsse bedeuten: Der Bundestag m\u00fcsste dar\u00fcber entscheiden, Bundeswehrsoldaten in die Ukraine zu schicken.<\/p>\n<p>    Wie optimistisch sind die Europ\u00e4er?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach dem Gipfel war Erleichterung herauszuh\u00f6ren. So sagte Merz zum Beispiel: &#8222;Meine Erwartungen sind eigentlich nicht nur getroffen, sondern \u00fcbertroffen worden.&#8220; Er wolle nicht verhehlen, dass er unsicher gewesen sei, ob das Treffen so ausgehen werde. &#8222;Das h\u00e4tte auch anders verlaufen k\u00f6nnen.&#8220; NATO-Generalsekret\u00e4r Rutte nannte es einen gro\u00dfen Schritt, dass Trump zugesagt habe, sich an Sicherheitsgarantien zu beteiligen. &#8222;Das ist wirklich ein Durchbruch, und das macht den Unterschied. Auch daf\u00fcr danke ich Ihnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gab aber auch andere Zwischent\u00f6ne. Der finnische Pr\u00e4sident Alexander Stubb sagte dem US-Sender CNN nach dem Treffen, die grundlegenden strategischen Ziele Putins h\u00e4tten sich nicht ge\u00e4ndert. Der Kremlchef wolle Russland als Supermacht sehen. &#8222;Er m\u00f6chte den Westen spalten.&#8220; Und er wolle der Ukraine die Souver\u00e4nit\u00e4t nehmen, erg\u00e4nzte der Finne, dessen Land direkt an Russland grenzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFrankreichs Pr\u00e4sident Macron blieb zur\u00fcckhaltend, was das anvisierte Treffen zwischen Putin und Selenskyj angeht. Die geplante Begegnung sei ein Fortschritt und er k\u00f6nne die Ergebnisse nicht vorwegnehmen, sagte Macron. &#8222;Denke ich, dass sie abschlie\u00dfend sein k\u00f6nnten? Ich bleibe sehr vorsichtig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Material der Nachrichtenagentur dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 19.08.2025 08:05 Uhr Sicherheitsgarantien, Waffenruhe, Gebietsabtretungen: Bis zu einem Frieden im Krieg gegen die Ukraine sind&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":356093,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,14,15,307,12,113,317,95557],"class_list":{"0":"post-356092","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-trump","19":"tag-ukraine","20":"tag-ukraine-gipfel"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115054172185928882","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/356092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=356092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/356092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/356093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=356092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=356092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=356092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}