{"id":35679,"date":"2025-04-16T04:50:11","date_gmt":"2025-04-16T04:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/35679\/"},"modified":"2025-04-16T04:50:11","modified_gmt":"2025-04-16T04:50:11","slug":"weltreservewaehrung-ruiniert-trump-den-dollar-und-damit-die-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/35679\/","title":{"rendered":"Weltreservew\u00e4hrung: Ruiniert Trump den Dollar und damit die USA?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 16.04.2025 05:27 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>US-Pr\u00e4sident Trump sorgt mit seiner erratischen Zollpolitik f\u00fcr einen Ausverkauf beim Dollar &#8211; naht nun das Ende als Weltreservew\u00e4hrung? Das h\u00e4tte dramatische Folgen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer ist der gr\u00f6\u00dfte Verlierer der US-Zollpolitik an den Finanzm\u00e4rkten? Fragt man Devisenexperten, ist die Antwort klar: der Dollar. Denn im Gegensatz zu den Aktienm\u00e4rkten, die zuletzt einen ordentlichen Teil ihrer Verluste wieder wettmachen konnten, ist von einer vergleichbaren Erholungsrally bei der US-W\u00e4hrung bislang keine Spur.<\/p>\n<p>    Euro auf Dreijahreshoch zum Dollar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Verk\u00fcndung neuer Z\u00f6lle durch US-Pr\u00e4sident Donald Trump hatte dem Dollar zuletzt einen veritablen Ausverkauf beschert. Anleger flohen in Euro, Yen und Schweizer Franken. Eine dramatische Entwicklung, die in der B\u00f6rsengeschichte ihresgleichen suchte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo sprang der Euro binnen weniger Tage um ganze sechs Cent zum Dollar in die H\u00f6he. Mit zeitweise \u00fcber 1,14 Dollar notierte die europ\u00e4ische Gemeinschaftsw\u00e4hrung so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Dollar-Index, der den Wert der US-Devise im Vergleich zu einem Korb aus sechs wichtigen W\u00e4hrungen angibt, sackte erstmals seit 2022 wieder in den zweistelligen Bereich ab. Eine nennenswerte Gegenreaktion blieb bislang aus.<\/p>\n<p>    Mehr Zinssenkungen wegen Rezessionsgefahr?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDahinter steckt die Furcht der Anleger vor den Folgen von Trumps erratischer Zollpolitik. Der Markt wertet mittlerweile die Wachstumsrisiken f\u00fcr die US-Volkswirtschaft h\u00f6her als die Inflationsrisiken. Experten sehen die Gefahr, dass die USA wegen der h\u00f6heren Importz\u00f6lle in eine Rezession abgleiten, drastisch gestiegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie US-Notenbank d\u00fcrfte auf dieses Szenario mit vermehrten Zinssenkungen reagieren. Die Futures-Trader rechnen f\u00fcr die n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monate mittlerweile mit vier Leitzinssenkungen, die sich auf 1,0 Prozentpunkte aufsummieren d\u00fcrften. Zum Vergleich: Vor dem &#8222;Liberation Day&#8220; hatte der Markt nur drei Zinssenkungen der Fed eingepreist.<\/p>\n<p>    Trump hat Vertrauen zerst\u00f6rt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Status des Dollar als sicherer Hafen br\u00f6ckelt rasant. Der Markt beginnt, die Rolle des Dollar als Weltreservew\u00e4hrung zu hinterfragen. Daran \u00e4ndern auch die j\u00fcngst verk\u00fcndeten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/us-zoelle-smartphones-computer-100.html\" title=\"Smartphones und Computer von US-Zollerh\u00f6hungen ausgenommen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ausnahmen f\u00fcr Smartphones und Laptops<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/auto-zoelle-trump-medikamente-100.html\" title=\"Neue Ausnahmen geplant: Trump rudert bei Auto-Z\u00f6llen zur\u00fcck \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Autos<\/a> erst einmal nichts. Denn Planungssicherheit haben die Unternehmen weiterhin nicht. Wie lange sollen die &#8222;tempor\u00e4ren&#8220; Ausnahmen gelten? Alles h\u00e4ngt von der n\u00e4chsten Volte des US-Pr\u00e4sidenten ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZwar gebe es bei Trump offenbar eine Lernkurve, betont Commerzbank-Devisenexpertin Antje Praefcke. &#8222;Aber der Schaden ist angerichtet, Vertrauen zerst\u00f6rt.&#8220; Solange diese Unsicherheit f\u00fcr alle Beteiligten im Welt- und Wirtschaftsgeschehen anhalte, sei kaum mit einer nennenswerten Erholung des Dollar zu rechnen.<\/p>\n<p>    Warum Trump den Dollar schw\u00e4chen will<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrump selbst d\u00fcrfte den Ausverkauf der US-Devise mit Wohlwollen beobachten, ist doch eine Schw\u00e4chung des Dollar als Weltreservew\u00e4hrung eines der erkl\u00e4rten Ziele seiner Zollpolitik. Die Logik dahinter: Eine schw\u00e4chere heimische W\u00e4hrung verringert die gigantisch hohen Staatsschulden und auch das Handelsbilanzdefizit der USA.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei ist die aktuelle Abwertung des Dollar eher ein von Trump und seinen Beratern &#8222;ungeplanter&#8220; Nebeneffekt der US-Zollpolitik. Ziel ist es vielmehr, die Gl\u00e4ubiger der USA in den kommenden Tagen und Wochen zu einer koordinierten Abwertung des Dollar zu zwingen und dadurch amerikanische Exporte wettbewerbsf\u00e4higer zu machen. &#8222;Mar-a-Lago Accord&#8220; lautet das Stichwort.<\/p>\n<p>    Ein &#8222;Deal&#8220; zur Abwertung des Dollar?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDahinter steckt eine Idee von Stephen Miran, dem neuen Vorsitzenden des wirtschaftlichen Beratergremiums des Pr\u00e4sidenten: In Anlehnung an den &#8222;Plaza Accord&#8220; von 1985 sollen ausl\u00e4ndische Gl\u00e4ubiger ihre US-Staatsanleihen umwandeln in solche mit einer extrem langen Laufzeit von 100 Jahren &#8211; und niedriger oder gar keiner Verzinsung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin Tausch, den kein Land freiwillig eingehen w\u00fcrde &#8211; au\u00dfer man droht ihm mit hohen Z\u00f6llen oder dem Entzug des milit\u00e4rischen Schutzes durch die USA.<\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/plaza-hotel-konferenz-100.jpg\" alt=\"(l-r) Die Finanzminister Gerhard Stoltenberg (Bundesrepublik Deutschland), Pierre Beregovoy (Frankreich), James A. Baker (USA), Nigel Lawson (Gro\u00dfbritannien) und Noboru Takeshita (Japan) stellten sich vor ihrer Konferenz im New Yorker Plaza Hotel zu einem Gruppenbild auf. Aufgenommen am 22. September 1985.\" title=\"(l-r) Die Finanzminister Gerhard Stoltenberg (Bundesrepublik Deutschland), Pierre Beregovoy (Frankreich), James A. Baker (USA), Nigel Lawson (Gro\u00dfbritannien) und Noboru Takeshita (Japan) stellten sich vor ihrer Konferenz im New Yorker Plaza Hotel zu einem Gruppenbild auf. Aufgenommen am 22. September 1985. | picture-alliance \/ dpa\"\/><\/p>\n<p>Das Plaza-Abkommen von 1985<\/p>\n<p>            Das Plaza-Abkommen wurde am 22. September 1985 von den G5-Staaten Frankreich, Bundesrepublik Deutschland, Japan, USA und Gro\u00dfbritannien im Plaza Hotel in New York beschlossen. Ziel war es, den Dollar zu schw\u00e4chen, um das wachsende Handelsdefizit der USA zu verringern. In einer konzertierten Aktion verkauften die Zentralbanken US-Staatsanleihen aus ihren Best\u00e4nden. Das Plaza-Abkommen f\u00fchrte zu einer dramatischen Aufwertung des Yen und der D-Mark gegen\u00fcber dem Dollar.<\/p>\n<p>    Trump und Miran spielen mit dem Feuer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten sind \u00fcberzeugt: Miran und Trump spielen mit dem Feuer. LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer spricht von einer &#8222;brandgef\u00e4hrlichen Idee&#8220;. F\u00fcr ihn gibt es keinen sichereren Weg, das Vertrauen in den Dollar zu unterwandern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;In allen Finanzkrisen war die US-Staatsanleihe der sichere Hafen. Dieser Mar-a-Lago Accord w\u00fcrde den Hafen verminen&#8220;, warnt Kraemer. &#8222;Eine Finanzkrise globalen Ausma\u00dfes w\u00e4re die Folge.&#8220;<\/p>\n<p>    Refinanzierung der USA steht auf dem Spiel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich h\u00e4tte ein Ende des Dollar als Weltreservew\u00e4hrung auch f\u00fcr die USA selbst dramatische Folgen: Die Nachfrage nach dem Dollar w\u00e4re nicht mehr unelastisch, die Nachfrage nach US-Staatsanleihen w\u00fcrde deutlich sinken. Die Renditen &#8211; und damit die Zinsen, die der US-Staat seinen Gl\u00e4ubigern zahlen muss &#8211; w\u00fcrden entsprechend steigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie bislang so einfache Refinanzierung der US-Staatsschulden an den Finanzm\u00e4rkten st\u00fcnde damit vor dem Aus. Der US-Staat k\u00f6nnte sich nicht mehr unbeschr\u00e4nkt Geld borgen &#8211; dabei ist er darauf dringend angewiesen, sind die USA doch <a href=\"https:\/\/www.usdebtclock.org\/\" title=\"US National Debt Clock live\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">mit knapp 37 Billionen Dollar<\/a> der in absoluten Zahlen am h\u00f6chsten verschuldete Staat der Welt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die US-Unternehmen und -Verbraucher und damit Trumps W\u00e4hler w\u00fcrde ein Dollar-Kollaps direkt treffen: Sie m\u00fcssten massive Wohlstandsverluste hinnehmen und so die Folgen der wirren Wirtschaftspolitik ihres Pr\u00e4sidenten schultern. Die \u00d6konomen von Goldman Sachs gehen davon aus, dass selbst gro\u00dfz\u00fcgige Steuersenkungen das nicht wettmachen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>    Trump-Berater von B\u00f6rsen-Crash \u00fcberrascht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOb Miran und Trump das bedacht haben? Tats\u00e4chlich hat sich das wirtschaftspolitische Konzept der US-Regierung bislang in vielerlei Hinsicht als zu kurzsichtig und wenig durchdacht erwiesen, Miran selbst lag mit vielen seiner Erwartungen komplett daneben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo prognostizierte der Trump-Berater in seinem im November 2024 geschriebenen Papier etwa, dass es nach Ank\u00fcndigung der US-Z\u00f6lle an den B\u00f6rsen kaum Turbulenzen geben werde. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/finanzen\/marktberichte\/marktbericht-boerse-crash-panic-monday-dax-trump-zoelle-100.html\" title=\"Marktbericht: Historischer Crash an den B\u00f6rsen \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Realit\u00e4t<\/a> sah, wie wir alle wissen, anders aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 16.04.2025 05:27 Uhr US-Pr\u00e4sident Trump sorgt mit seiner erratischen Zollpolitik f\u00fcr einen Ausverkauf beim Dollar &#8211;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35680,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,12210,1753,9129,3364,29,15831,15830,18869,30,13,14,15,12,7235,113,64,1484,18868],"class_list":{"0":"post-35679","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-anleihen","11":"tag-boersen","12":"tag-crash","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-devisen","16":"tag-dollar","17":"tag-finanzkrise","18":"tag-germany","19":"tag-headlines","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-staatsschulden","24":"tag-trump","25":"tag-usa","26":"tag-waehrung","27":"tag-weltreservewaehrung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114345844789866373","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35679\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}