{"id":356986,"date":"2025-08-19T15:14:16","date_gmt":"2025-08-19T15:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/356986\/"},"modified":"2025-08-19T15:14:16","modified_gmt":"2025-08-19T15:14:16","slug":"gelingt-trumps-riskanter-balanceakt-zwischen-zoellen-und-schulden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/356986\/","title":{"rendered":"Gelingt Trumps riskanter Balanceakt zwischen Z\u00f6llen und Schulden?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.08.2025 14:54 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Ratingagentur S&amp;P hat die Kreditw\u00fcrdigkeit der USA best\u00e4tigt &#8211; f\u00fcr Trump ein Erfolg seiner Z\u00f6lle. Doch langfristig k\u00f6nnte sein Plan scheitern und die USA auf eine Schuldenkrise zusteuern. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ratingagentur S&amp;P h\u00e4lt die Kreditw\u00fcrdigkeit der USA trotz steigender Schulden und wachsender Defizite stabil. Die Bonit\u00e4tsw\u00e4chter best\u00e4tigten gestern Abend die zweitbeste Note &#8222;AA+&#8220;. Zur Begr\u00fcndung verwiesen sie explizit auf die von Pr\u00e4sident Donald Trump eingef\u00fchrten Z\u00f6lle. Diese sp\u00fclten Milliarden in die Staatskasse und d\u00fcrften die finanziellen Belastungen aus seinem j\u00fcngsten Steuer- und Ausgabengesetz, dem &#8222;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-steuergesetz-repraesentantenhaus-100.html\" title=\"Trumps &quot;Big Beautiful Bill&quot; nimmt letzte H\u00fcrde im US-Kongress\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">One Big Beautiful Bill Act<\/a>&#8222;, ausgleichen.<\/p>\n<p>    Experten warnen vor steigenden US-Schulden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo positiv diese Nachricht f\u00fcr Trump auch sein mag: Nicht alle Experten teilen die Einsch\u00e4tzung von S&amp;P. So hatte die konkurrierende Ratingagentur Moody&#8217;s bereits im Mai <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/moodys-rating-usa-100.html\" title=\"Ratingagentur Moody&#039;s stuft USA wegen zu hoher Verschuldung herab\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Bonit\u00e4t der USA unter Verweis auf die steigende Verschuldung herabgestuft<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele \u00d6konomen sehen in Trumps Wirtschaftspolitik weiterhin einen riskanten Balanceakt. Kurzfristig mag Trumps Politik die Staatsfinanzen der USA vielleicht stabilisieren &#8211; langfristig k\u00f6nnte er aber das Land in eine Schulden- und Finanzkrise treiben.<\/p>\n<p>    Trump setzt auf Z\u00f6lle statt Sparen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit seiner R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus im Januar hat Trump einen globalen Handelsstreit begonnen: zehn Prozent Zoll auf alle Einfuhren, dazu je nach Land und Branche noch zahlreiche Sonderabgaben. Die Folge: Allein im Juli kletterten die Zolleinnahmen der USA um 21 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAllerdings schnellte im gleichen Monat das Haushaltsdefizit der Regierung um fast 20 Prozent auf 291 Milliarden Dollar empor. Die absolute Staatsverschuldung schwoll um rund 700 Milliarden Dollar an &#8211; so stark wie seit Jahren nicht mehr &#8211; und betrug damit Ende Juli 36,92 Billionen Dollar. Stand heute liegt sie laut der &#8222;<a href=\"https:\/\/www.usdebtclock.org\/\" title=\"US National Debt Clock live\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">US Debt Clock<\/a>&#8220; bereits bei rund 37,25 Billionen Dollar.<\/p>\n<p>    USA in Top Ten der L\u00e4nder mit h\u00f6chster Staatsverschuldung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas von Trump als &#8222;One Big Beautiful Bill Act&#8220; (OBBBA) gefeierte Steuer- und Ausgabengesetz d\u00fcrfte die finanzielle Lage der USA in den kommenden Jahren dramatisch versch\u00e4rfen. <a href=\"https:\/\/taxpolicycenter.org\/cbo-says-obbba-would-add-24t-new-debt\" title=\"Tax Policy Center zu CBO und OBBBA\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Nach Sch\u00e4tzungen des Congressional Budget Office<\/a> kostet es 2,4 Billionen Dollar bis 2034. F\u00fcr Trump ist das ein Konjunkturprogramm &#8211; f\u00fcr Kritiker ein finanzpolitisches Himmelfahrtskommando.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZumal die Verschuldungsquote der USA in Relation zum Bruttoinlandsprodukt bereits heute <a href=\"https:\/\/www.usdebtclock.org\/\" title=\"US National Debt Clock live\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">\u00fcber 123 Prozent betr\u00e4gt<\/a>. Das reicht aus, um im Ranking der L\u00e4nder mit der h\u00f6chsten Staatsverschuldung Platz zehn zu belegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum Vergleich: Im Jahr 2000 hatte die US-Schuldenquote noch bei 56,58 Prozent gelegen. Binnen 25 Jahren hat sie sich damit mehr als verdoppelt. Setzt sich dieser Trend fort, dann steuern die USA auf eine finanzielle Katastrophe zu.<\/p>\n<p>    Wehe, wenn die Schuldenquote \u00fcber 200 Prozent steigt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDem <a href=\"https:\/\/budgetmodel.wharton.upenn.edu\/issues\/2023\/10\/6\/when-does-federal-debt-reach-unsustainable-levels?utm_source=chatgpt.com\" title=\"Penn Wharton Budget Model\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Penn Wharton Budget Model<\/a> der Universit\u00e4t von Pennsylvania zufolge sollte die US-Schuldenquote nicht \u00fcber 200 Prozent steigen. Ab diesem Punkt k\u00f6nnten n\u00e4mlich weder Steuererh\u00f6hungen noch Ausgabenk\u00fcrzungen eine Staatspleite noch verhindern. Das Zeitfenster f\u00fcr Korrekturen bezifferten die Forscher zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung 2023 auf 20 Jahre.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas zeigt: Die hohe Staatsverschuldung der USA ist keineswegs allein Trumps Schuld. Bereits seine Vorg\u00e4nger hatten mit ihrer Ausgabenpolitik die Quote immer weiter anschwellen lassen.<\/p>\n<p>    US-Haushaltsdefizit d\u00fcrfte rasant anschwellen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFakt ist aber auch: Durch Trumps OBBBA d\u00fcrfte sich die Unterfinanzierung des Staatshaushalts in den kommenden Jahren rasant ausweiten. H\u00f6here Zinskosten und die langfristige Beibehaltung einiger Steuererleichterungen werden das Haushaltsdefizit nach <a href=\"https:\/\/www.ubs.com\/us\/en\/wealth-management\/insights\/market-news\/article.2355227.html\" title=\"UBS zu Committee for a Responsible Federal Budget\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Sch\u00e4tzungen des Committee for a Responsible Federal Budget<\/a> \u00fcber zehn Jahre um 5,5 Billionen Dollar h\u00f6her ausfallen lassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBereits f\u00fcr das laufende Haushaltsjahr 2025 prognostiziert das <a href=\"https:\/\/budget.house.gov\/press-release\/congressional-budget-office-updates-baseline-deficit-totals-to-third-highest-in-american-history?utm_source=chatgpt.com\" title=\"CBO\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Congressional Budget Office<\/a> ein Defizit von 6,2 Prozent des BIP. Zum Vergleich: In Deutschland d\u00fcrfte das Haushaltsdefizit im laufenden Jahr bei 2,7 Prozent liegen.<\/p>\n<p>    Schuldendienst wird f\u00fcr USA immer teurer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKritisch wird es dem Penn Wharton Budget Model zufolge, wenn die Zinsen dauerhaft \u00fcber dem Wirtschaftswachstum liegen. Dann k\u00f6nnten die Schulden &#8222;dynamisch instabil&#8220; werden. Mit anderen Worten: In diesem Falle w\u00fcrde das Risiko einer Finanzkrise drastisch ansteigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAktuell liegt die <a href=\"https:\/\/de.tradingeconomics.com\/united-states\/government-bond-yield#:~:text=Die%20Rendite%20der%20US%2D10,Prozentpunkte%20gegen%C3%BCber%20der%20vorherigen%20Sitzung.\" title=\"Trading Economics Zehnj\u00e4hrige US-Rendite\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Rendite zehnj\u00e4hriger Staatsanleihen<\/a> bei rund 4,3 Prozent. Zum Vergleich: Vor f\u00fcnf Jahren waren es noch weniger als 1,0 Prozent gewesen. F\u00fcr die USA wird es somit immer teurer, sich bei ihren Gl\u00e4ubigern an den Finanzm\u00e4rkten Geld zu besorgen.<\/p>\n<p>    Bringt Trump das Fass zum \u00dcberlaufen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten sind sich einig: Die hohe US-Staatsverschuldung ist sicherlich nicht allein Trumps Schuld. Doch der US-Pr\u00e4sident und seine Wirtschaftspolitik k\u00f6nnten der sprichw\u00f6rtliche Tropfen sein, der das Fass zum \u00dcberlaufen bringt &#8211; und die USA an den Rand einer Schulden- und Finanzkrise.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKurzfristig m\u00f6gen die Zolleinnahmen die Haushaltslage st\u00fctzen; langfristig droht angesichts des &#8222;One Big Beautiful Bill Act&#8220; ein Teufelskreis aus steigenden Schulden, anziehenden Zinsen und sinkendem Vertrauen der Finanzm\u00e4rkte. Noch halten die Anleger den USA die Treue, auch weil es schlicht keinen vergleichbar gro\u00dfen und liquiden Markt f\u00fcr Staatsanleihen gibt. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wie lange noch?<\/p>\n<p>    Auch Ratingagenturen k\u00f6nnen irren &#8211; siehe Finanzkrise<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer nach Antworten sucht, der sollte sich auf das Urteil der Ratingagenturen jedenfalls nicht blind verlassen, das zeigt ein Blick in die Geschichtsb\u00fccher. So entzog S&amp;P erst im Jahr 2011 &#8211; und damit mehr als drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise &#8211; den USA die Bestnote &#8222;AAA&#8220;. Dabei verrechneten sie sich bei ihren Projektionen mal eben <a href=\"https:\/\/www.propublica.org\/article\/whats-a-significant-error-standard-poors-says-leave-it-to-us\" title=\"Pro Publica zu S&amp;P \" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">um rund zwei Billionen Dollar<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele \u00d6konomen warfen den Bonit\u00e4tsw\u00e4chtern damals vor, zu sp\u00e4t reagiert zu haben. S&amp;P habe die Kreditw\u00fcrdigkeit der USA lange gesch\u00f6nt, obwohl die hohe Verschuldung und das steigende Haushaltsdefizit angesichts von billionenschweren Bankenrettungen und Konjunkturprogrammen schon vorher reichlich Anlass geboten h\u00e4tten, die Note zu senken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 19.08.2025 14:54 Uhr Die Ratingagentur S&amp;P hat die Kreditw\u00fcrdigkeit der USA best\u00e4tigt &#8211; f\u00fcr Trump ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":356987,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,18869,30,25478,13,14,15,46224,16471,12,1620,6797,1375,113,64,211],"class_list":{"0":"post-356986","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-finanzkrise","13":"tag-germany","14":"tag-haushaltsdefizit","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-rating","19":"tag-rendite","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-schulden","22":"tag-sp","23":"tag-staatsanleihen","24":"tag-trump","25":"tag-usa","26":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115056087323775908","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/356986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=356986"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/356986\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/356987"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=356986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=356986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=356986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}