{"id":357121,"date":"2025-08-19T16:28:16","date_gmt":"2025-08-19T16:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357121\/"},"modified":"2025-08-19T16:28:16","modified_gmt":"2025-08-19T16:28:16","slug":"eu-und-russland-belauern-sich-tiefes-misstrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357121\/","title":{"rendered":"EU und Russland belauern sich, tiefes Misstrauen"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nach dem Treffen von Pr\u00e4sident Donald Trump mit dem ukrainischen Staatspr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj und europ\u00e4ischen Regierungschefs am Montag in Washington zeigt sich, es herrscht nach wie vor tiefes Misstrauen und offenkundig sehr unterschiedliche Vorstellungen \u00fcber eine Friedensl\u00f6sung f\u00fcr die Ukraine. Es ist auch nach dem mehrst\u00fcndigen Gipfel nicht klar, ob es einen raschen \u201eDeal\u201c geben wird, wie Trump dies m\u00f6chte. Denn selbst wenn es zu einer rechtlich bindenden Vereinbarung kommen sollte: Die Europ\u00e4er zweifeln an der Verl\u00e4sslichkeit Russlands, Moskau traut den Europ\u00e4ern nicht \u00fcber den Weg.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">So gab Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron nach dem Gipfel dem US-Sender NBC ein Interview, in dem er sagte: \u201eWenn ich die Situation und die Fakten betrachte, sehe ich nicht, dass Pr\u00e4sident Putin jetzt den Frieden m\u00f6chte.\u201c Er k\u00f6nne nicht erkennen, warum man Russland mit Gebietsforderungen entgegenkommen solle, wo doch Russland die Gebiete illegal erobert habe.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Am Dienstag ging Macron noch weiter und attackierte den von Trump so ostentativ freundlich behandelten russischen Pr\u00e4sidenten: Putin sei \u201eein Raubtier, ein Ungeheuer vor unseren Toren\u201c, sagte Macron in einem Interview mit dem franz\u00f6sischen TV-Sender LCI: \u201eAuch f\u00fcr sein eigenes \u00dcberleben muss er immer weiter fressen\u201c, so Macron. Russland sei \u201edauerhaft zu einer destabilisierenden Macht und einer potenziellen Bedrohung f\u00fcr viele von uns\u201c geworden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nach dem russischen Einmarsch in Georgien im Jahr 2008 habe Putin \u201esich selten an seine Zusagen gehalten\u201c, sagte Macron. Weiter sagte er laut AFP, dass \u201eein Land, das 40 Prozent seines Budgets in solche Ausr\u00fcstung investiert, das eine Armee von mehr als 1,3 Millionen Mann mobilisiert hat, nicht von heute auf morgen zu Frieden und einem offenen demokratischen System zur\u00fcckkehren\u201c werde. Frankreich werde zwar nicht morgen \u00fcberfallen werden, aber Russland stelle eine Bedrohung f\u00fcr Europa dar.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich etwas konzilianter: Er sagte, der Gipfel sei in einer sehr konstruktiven Atmosph\u00e4re verlaufen und habe seine Erwartungen \u00fcbertroffen. Der Ukraine \u201ed\u00fcrfen keine Gebietsabtretungen aufgezwungen werden\u201c. Zur russischen Forderung, die Ukraine m\u00fcsse die noch nicht von Russland eroberten Gebiete des Donbass an Russland abtreten, sagte Merz: Es handle sich um ein Gebiet von der Gr\u00f6\u00dfe Floridas, weshalb eine solche Entscheidung von der Ukraine nicht ohne Weiteres getroffen werden k\u00f6nne. Immerhin ist es bemerkenswert, dass aktuell \u00fcber Gebietsabtretungen gesprochen wird. Noch bis vor kurzem war von den Europ\u00e4ern die Frage der Herstellung der territorialen Integrit\u00e4t der Ukraine als unabdingbar dargestellt worden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In der Frage m\u00f6glicher Sicherheitsgarantien herrschten nach wie vor grunds\u00e4tzliche Differenzen innerhalb des transatlantischen B\u00fcndnisses: Trump sprach mehrfach davon, dass f\u00fcr die Sicherheitsgarantien die europ\u00e4ischen Staaten zust\u00e4ndig seien. Die Amerikaner w\u00fcrden eine \u201eKoordinierung\u201c \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Selenskyj erkl\u00e4rte, die westlichen Verb\u00fcndeten w\u00fcrden innerhalb von zehn Tagen ihre Sicherheitsgarantien f\u00fcr Kiew ausarbeiten. Es sei wichtig, dass sich die USA an diesen Sicherheitsgarantien beteiligten. Ob deutsche Soldaten in die Ukraine zur Sicherung eines m\u00f6glichen Friedens geschickt werden, konnte Merz nicht sagen. Es sollten sich jedoch alle europ\u00e4ischen Nationen an einer solchen Mission beteiligen. Merz sagte, dass Selenskyj der Auffassung sei, dass es vor einem m\u00f6glichen Treffen mit Putin einen Waffenstillstand geben solle.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Polen geht von einer Fortsetzung des Kriegs aus: Die sogenannte Koalition der Willigen stellt sich auf einen Fortgang der K\u00e4mpfe ein. Der polnische Premierminister Donald Tusk schrieb auf X: \u201eDie Staats- und Regierungschefs Kanadas, Japans, der T\u00fcrkei, Neuseelands und europ\u00e4ischer L\u00e4nder gaben eine realistische Einsch\u00e4tzung der Ergebnisse des Treffens in Alaska ab. Wir alle bekr\u00e4ftigten die Notwendigkeit einer anhaltenden Unterst\u00fctzung der Ukraine im Krieg mit Russland.\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ungarn dagegen liegt im Clinch mit der Ukraine: Die Au\u00dfenminister der beiden L\u00e4nder, P\u00e9ter Szijj\u00e1rt\u00f3 und Andrii Sybiha, lieferten sich einen heftigen Schlagabtausch wegen wiederholter ukrainischer Angriffe auf die f\u00fcr Ungarns Energieversorgung wichtige Druschba-\u00d6lpipeline. Der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n hatte vergangene Woche in einem Podcast gedroht, Ungarn k\u00f6nne die Ukraine an einem einzigen Tag zum Zusammenbruch bringen, indem es die Stromversorgung abschaltet: \u201eWenn ein Unfall passiert \u2013 wenn ein paar Strommasten umfallen oder Leitungen durchtrennt werden \u2013, k\u00e4me die Ukraine zum Stillstand\u201c, so Orb\u00e1n.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Moskau l\u00e4sst unterdessen die Waffen sprechen: Russische Truppen griffen in der Nacht mit Pr\u00e4zisionswaffen und Drohnen eine \u00d6lraffinerie an, die die ukrainische Armee in der Donbass-Region mit Treibstoff versorgt, berichtete das russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Emmanuel Macron beklagte auf NBC, dass w\u00e4hrend des Telefonats zwischen Trump und Putin die russische Armee Zivilisten unter Beschuss genommen habe.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">\u00c4u\u00dferungen aus Moskau lassen darauf schlie\u00dfen, dass man sich aus in Russland keinen Illusionen hingibt, was die EU anlangt. Der russische Au\u00dfenminister Sergej Lawrow sagte in einem Interview mit dem Fernsehsender Rossija-24: \u201eTrump und sein Team sind sich dar\u00fcber im Klaren, dass dieser Konflikt einen Grund hat. Und dass das Gerede einiger Pr\u00e4sidenten und Ministerpr\u00e4sidenten aus Europa, Russland w\u00fcrde die Ukraine ohne Provokation angreifen, v\u00f6llig kindisch ist. Mir f\u00e4llt kein anderes Wort ein.\u201c, Lawrow wandte sich gegen die EU-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand und kritisierte explizit Bundeskanzler Friedrich Merz: Dieser sage \u201eweiterhin, dass es notwendig sei, Russland mit Sanktionen unter Druck zu setzen\u201c.\u00a0Die \u201eMenschenrechte\u201c dagegen spielen keine Rolle. Lawrow \u00fcberraschte in dem Interview mit der Aussage, Russland h\u00e4tte nie die Absicht gehabt, ukrainisches Territorium zu besetzen. Er sagte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass: \u201eUnser Ziel war es, die Menschen zu sch\u00fctzen, das russische Volk, das seit Jahrhunderten auf diesem Land lebt, das dieses Land entdeckt, f\u00fcr es sowohl auf der Krim als auch im Donbass sein Blut vergossen und St\u00e4dte wie Odessa, Nikolajew und viele andere sowie H\u00e4fen, Werke und Fabriken gegr\u00fcndet hat.\u201c Lawrow sagte, wenn es dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Selenskyj ernst damit sei, dass sein Land seine Verfassung einh\u00e4lt, sollte er mit den ersten Artikeln des Dokuments beginnen, die die Rechte der russischsprachigen Bev\u00f6lkerung garantieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem Treffen von Pr\u00e4sident Donald Trump mit dem ukrainischen Staatspr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj und europ\u00e4ischen Regierungschefs am Montag&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":357122,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-357121","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115056378137546589","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=357121"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357121\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/357122"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=357121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=357121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=357121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}