{"id":357480,"date":"2025-08-19T19:54:12","date_gmt":"2025-08-19T19:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357480\/"},"modified":"2025-08-19T19:54:12","modified_gmt":"2025-08-19T19:54:12","slug":"erfahrung-aus-stuttgarter-klinik-erst-horrorgeburt-dann-wunschkaiserschnitt-eine-mutter-berichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357480\/","title":{"rendered":"Erfahrung aus Stuttgarter Klinik: Erst Horrorgeburt, dann Wunschkaiserschnitt \u2013 eine Mutter berichtet"},"content":{"rendered":"<p>Beim zweiten Kind entscheidet sich eine Stuttgarterin bewusst ohne medizinischen Grund f\u00fcr einen Kaiserschnitt \u2013 und erlebt in der Frauenklinik eine gl\u00fcckliche Geburt.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Geburt\" title=\"Geburt\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geburt<\/a> ihres zweiten Kindes hat Mia Brand (Name ge\u00e4ndert) in sch\u00f6ner Erinnerung. \u201eIch war zwar vorher angespannt, aber ab dem Moment, als mein Sohn da war, war alles gut\u201c, sagt sie. Ganz anders sei das Gef\u00fchl bei der Geburt ihres ersten Kindes gewesen, die sie als \u201eHorror\u201c empfunden hatte. Der Unterschied? Ihr zweites Kind bekam die Stuttgarterin mit einem geplanten Kaiserschnitt \u2013 auf pers\u00f6nlichen Wunsch. F\u00fcr sie war das der Weg, der sich richtig anf\u00fchlte: \u201eEs ging mir darum, selbstbestimmt in die Geburt zu gehen.\u201c <\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re es f\u00fcr die 39-J\u00e4hrige w\u00e4hrend ihrer ersten Schwangerschaft noch nicht in Frage gekommen, sich freiwillig f\u00fcr eine Sectio \u2013 so der medizinische Begriff f\u00fcr Kaiserschnitt \u2013 zu entscheiden. Eine vaginale Geburt, die h\u00e4ufig als <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.medius-klinik-ruit-neuer-hebammenkreisssaal-natuerliche-geburt-ohne-arzt.8cbb48b4-229e-4f12-bc35-40a43f6c74c7.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nat\u00fcrliche oder normale Geburt bezeichnet wird<\/a>, schien ihr am sinnvollsten f\u00fcr Mutter und Kind zu sein. Sie wusste, dass ein Kaiserschnitt wie jede andere Operation gewisse Risiken birgt, dass der Heilungsprozess im Vergleich zur vaginalen Geburt meist l\u00e4nger dauert und dass das Kind gr\u00f6\u00dfere Anpassungsschwierigkeiten haben k\u00f6nnte. \u201eIm Nachhinein habe ich mich aber gefragt: War das wirklich meine Meinung, oder habe ich sie von der Gesellschaft \u00fcbernommen?\u201c <\/p>\n<p> Vorteile der vaginalen Geburt werden gepriesen  <\/p>\n<p>Ob im Freundeskreis, in den sozialen Netzwerken oder auch in Geburtsvorbereitungskursen \u2013 \u00fcberall werden die Vorteile der vaginalen Geburt gepriesen. Gleichzeitig kam es Mia Brand so vor, als werde der Kaiserschnitt verteufelt und sei nur als eine Option im absoluten Notfall zul\u00e4ssig. \u201eIm Geburtsvorbereitungskurs wurde das Thema Kaiserschnitt von der Hebamme zum Beispiel nur kurz gestreift, versehen mit dem Zusatz \u201aIch hoffe f\u00fcr euch, dass es nicht dazu kommt\u2019\u201c, erinnert sie sich. <\/p>\n<p>\u201eWenn eine Frau aus weltanschaulichen Gr\u00fcnden zu etwas gedr\u00e4ngt wird, das sie nicht will, ist das falsch\u201c, sagt Ulrich Karck, \u00c4rztlicher Direktor der Frauenklinik am Klinikum <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>. Da bei ihm eine frauenorientierte Geburtshilfe praktiziert werde, gehe es in erster Linie darum, den werdenden M\u00fcttern zuzuh\u00f6ren. W\u00fcnscht sich eine Frau einen Kaiserschnitt, ohne dass eine medizinische Indikation vorliegt, werde mit ihr zun\u00e4chst ein offenes Gespr\u00e4ch \u00fcber die Vor- und Nachteile gef\u00fchrt. \u201eWenn man sich zum Beispiel eine Handballmannschaft an Kindern w\u00fcnscht, w\u00e4re ein Wunschkaiserschnitt beim ersten Kind die falsche Wahl\u201c, erkl\u00e4rt Karck. H\u00e4lt die Frau jedoch nach dem Gespr\u00e4ch an ihrem Wunsch fest, \u201esetzen wir das ohne Wenn und Aber um\u201c. <\/p>\n<p>  Wunschkaiserschnitte sind erst seit Anfang der 2000er Jahre m\u00f6glich  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend es vor 30 Jahren noch gar nicht m\u00f6glich war, eine Sectio auf Wunsch zu bekommen, k\u00f6nnen Frauen in Deutschland seit Anfang der 2000er Jahre auch aus psychischen, sozialen oder pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden ihr Kind per Kaiserschnitt bekommen. Die Krankenkassen \u00fcbernehmen die Kosten. Manfred Hofmann, \u00c4rztlicher Direktor in der Gyn\u00e4kologie des Stuttgarter Marienhospitals, \ufeff\u00a0\ufefffindet es richtig, dass den Frauen dieses Recht zugestanden wird. Denn geplante Kaiserschnitte haben auch Vorteile gegen\u00fcber der vaginalen Geburt. So gibt es beispielsweise ein geringeres Risiko f\u00fcr Notfallsituationen w\u00e4hrend der Geburt und das Risiko f\u00fcr Beckenbodensch\u00e4den bei den Frauen ist ebenfalls geringer. \u201eAu\u00dferdem dauert so eine Operation normalerweise zwischen 20 und 25 Minuten. Das ist nat\u00fcrlich auch viel \u00fcberschaubarer als bei einer Spontangeburt\u201c, sagt Hofmann. \u00a0<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kritik-von-hebammen-in-baden-wuerttemberg-gibt-es-mehr-geburten-per-kaiserschnitt.d791abd9-b83d-41f0-832f-40c3d24aa946.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Kaiserschnitt-Rate<\/a> hat sich laut Erhebungen der AOK insgesamt in Stuttgart in den vergangenen zehn Jahren von 37 Prozent auf 42 Prozent erh\u00f6ht. Davon ist die Quote der geplanten Kaiserschnitte nur minimal von 92 auf 93 Prozent gestiegen. Etwa die H\u00e4lfte der geplanten Kaiserschnitte sind elektive Kaiserschnitte, also Wunschkaiserschnitte ohne medizinische Notwendigkeit, sch\u00e4tzt Hofmann. <\/p>\n<p>  Keine Freude nach der Geburt \u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>F\u00fcr Mia Brand war vor allem die Erinnerung an die Geburt ihres ersten Kindes ausschlaggebend f\u00fcr ihre Entscheidung: Erst die stundenlangen, intensiven Wehen, ohne dass sich der Muttermund \u00f6ffnete. Als dann die Herzt\u00f6ne des Babys schlechter wurden, kam die Entscheidung zum Kaiserschnitt. \u201eIch wollte irgendwann nur noch, dass das ein Ende nimmt\u201c, so die Stuttgarterin. <\/p>\n<p>Nach der Geburt konnte sie zun\u00e4chst keine Freude empfinden. Sie haderte anfangs mit dem ungeplanten Kaiserschnitt und hatte das Gef\u00fchl, versagt zu haben. Auch Manfred Hofmann erlebt bei seiner Arbeit im Marienhospital immer wieder, dass Frauen, deren Spontangeburt unterbrochen werden musste, im Nachhinein entt\u00e4uscht sind: \u201eDeshalb bietet unser Geburtshilfeteam den Frauen ein Gespr\u00e4ch an, um bei Fragen und Zweifeln aufzukl\u00e4ren.\u201c Auch seinem Kollegen Ulrich Karck vom Klinikum ist es wichtig, den Patientinnen zu zeigen: \u201eJede Frau hat bei einer Geburt eine besondere Leistung erbracht.\u201c <\/p>\n<p>Bei Mia Brand kam dieses Vorgehen positiv an, als sie mit ihrer Entscheidung f\u00fcr einen Wunschkaiserschnitt in die Frauenklinik gekommen ist: \u201eDas Sch\u00f6ne war, dass man mich nicht verurteilt hat.\u201c Generell w\u00fcrde sie sich w\u00fcnschen, dass werdende M\u00fctter v\u00f6llig wertfrei \u00fcber beide M\u00f6glichkeiten der Geburt aufgekl\u00e4rt w\u00fcrden. Dann h\u00e4tte sie vielleicht schon w\u00e4hrend ihrer ersten Schwangerschaft erkannt, dass der Kaiserschnitt f\u00fcr sie die bessere Wahl ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beim zweiten Kind entscheidet sich eine Stuttgarterin bewusst ohne medizinischen Grund f\u00fcr einen Kaiserschnitt \u2013 und erlebt in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":357481,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,8500,6434,30,6597,1441,92814],"class_list":{"0":"post-357480","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-geburt","12":"tag-geburtsklinik","13":"tag-germany","14":"tag-infografik","15":"tag-stuttgart","16":"tag-topt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115057188258131282","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=357480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/357481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=357480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=357480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=357480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}