{"id":357817,"date":"2025-08-19T22:59:10","date_gmt":"2025-08-19T22:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357817\/"},"modified":"2025-08-19T22:59:10","modified_gmt":"2025-08-19T22:59:10","slug":"abwasser-als-indikator-fuer-volksgesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357817\/","title":{"rendered":"Abwasser als Indikator f\u00fcr Volksgesundheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"it\">20.08.2025<\/p>\n<p>Bekannt geworden ist das Abwassermonitoring in der Corona-Zeit ab 2020. Seither \u00fcberwacht die Eawag mit ihren Partnern schweizweit, ob und welche Corona-Viren im Abwasser nachweisbar sind. <\/p>\n<p>Inzwischen k\u00f6nnen die Forschenden aber weit mehr Aussagen zur Gesundheit der Bev\u00f6lkerung machen, weil parallel dazu auch andere Erreger sowie Spuren von Arzneimitteln und Drogen verfolgt werden. Die Kombination der Daten aus beiden Programmen er\u00f6ffnet neue Perspektiven.<\/p>\n<p>Breitet sich gerade eine neue Variante des Corona-Virus aus? Ist eine gr\u00f6bere Grippewelle oder sind die Affenpocken im Anzug? Solche Fragen kann das Abwassermonitoring beantworten, zumindest sobald die Forschung &#8211; st\u00e4ndig im Wettrennen mit den Erregern &#8211; jeweils die Methoden angepasst hat, die Spuren dieser Erreger im kommunalen Abwasser nachzuweisen. <\/p>\n<p>Aktuell kann gerade der Vormarsch der Stratus-Variante, einer Untervariante von Omikron, aufgezeigt werden: Mitte Juni hat sie in f\u00fcnf der sechs Schweizer Kl\u00e4ranlagen, deren Abwasser mit Sequenzierung untersucht wird, den Vorg\u00e4nger &#8222;Nimbus&#8220; abgel\u00f6st. <\/p>\n<p>In Chur zum Beispiel, konnten bis zu 99 Prozent der Corona-Viren, beziehungsweise Viren-Bruchst\u00fccke, Stratus zugeordnet werden. In Z\u00fcrich waren es bis zu 75%, in Lugano bis 80%. Die Daten sind frei verf\u00fcgbar auf einem Dashboard der ETH Gruppe f\u00fcr Bioinformatik. Das ist interessant, scheint aber gem\u00e4\u00df der Weltgesundheitsorganisation WHO kein Anlass zu besonderer Besorgnis zu geben. XFG, so die Fachbezeichnung f\u00fcr die Stratus-Variante, f\u00fchre nicht zu mehr oder schwereren Krankheitsf\u00e4llen als andere im Umlauf befindliche Varianten, schreibt die WHO in ihrer Risikoevaluation.<\/p>\n<p>Drogenmonitoring zusammen mit der EU<\/p>\n<p>Schon deutlich vor der Corona-Epidemie haben die Forschenden, zusammen mit einem Team an der Universit\u00e4t Lausanne (UNIL), Spuren von Drogen und Medikamenten im Abwasser verfolgt. Mit standardisierten Ringversuchen in verschiedenen L\u00e4ndern hat die Eawag sogar ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, das abwassergest\u00fctzte Drogenmonitoring der EU Drogen-Agentur EUDA zu etablieren. <\/p>\n<p>2017 hat das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit BAG mit dem EMCDDA (European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction), dem Vorg\u00e4nger der EUDA, eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet. Heute ist das Abwassermonitoring ein Pfeiler im europ\u00e4ischen Drogenmonitoring und den j\u00e4hrlich publizierten Berichten dazu. Die zugeh\u00f6rige Datenplattform der EUDA ist frei zug\u00e4nglich und bildet auch Daten aus der Schweiz ab.<\/p>\n<p>Seit 2021 laufen die Abwasseranalysen f\u00fcr Viren sowie f\u00fcr Drogen und Medikamente weitgehend parallel, aktuell mit Proben von den sechs Kl\u00e4ranlagen Basel, Chur, Genf, Laupen, Lugano und Z\u00fcrich. Untersucht werden die priorit\u00e4ren respiratorischen Viren (SARS-CoV-2, Influenza A und B, RSV) sowie  15 pharmazeutische Wirkstoffe oder ihre im K\u00f6rper gebildeten Umbauprodukte. Dazu z\u00e4hlen unter anderem Stoffe aus Husten- und Grippemitteln, Antibiotika, Opioide oder Antidepressiva. Die Daten sind auf zwei Plattformen abrufbar &#8211; f\u00fcr die Viren und f\u00fcr die Pharmaka und Drogen.<\/p>\n<p>Die Kombination von zwei aus unterschiedlichen Motivationen lancierten Programmen, erlaubt den Forschenden jetzt v\u00f6llig neue Analysen: So erwartet man etwa, dass ein Anstieg der Grippeviren auch mit einem mengenm\u00e4\u00dfigen Anstieg von Grippemedikamenten im Abwasser einher geht. Eine k\u00fcrzlich in der Zeitschrift Nature Water publizierte Studie zeigt, dass dies weitgehend zutrifft. Doch die Analysen haben auch Spitzen von Medikamentenkonsum gezeigt, die nicht mit Wellen von bisher im Abwasser gemessenen Erregern erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>So kann der im Abwasser nachweisbare Konsum von Arzneimitteln gegen Husten, Schmerzen oder Fieber bereits auf Symptome in der Bev\u00f6lkerung hinweisen, auch wenn die verantwortlichen Ausl\u00f6ser daf\u00fcr (noch) nicht bekannt sind. Im Fall der erw\u00e4hnten Studie hat der nachtr\u00e4glich durchgef\u00fchrte Vergleich mit Daten aus Spit\u00e4lern und von Haus\u00e4rzten gezeigt, dass die Arzneimittel-Peaks m\u00f6glicherweise auf grassierende Rhinoviren (Erk\u00e4ltungsviren) und Pertussis-Bakterien (Keuchhusten) zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Fr\u00fche Hinweise auf neue Erreger?<\/p>\n<p>F\u00fcr den stellvertretenden Eawag Direktor Christian Stamm, bietet die kombinierte chemische und mikrobiologische Analyse des Abwassers eine Chance, im Anrollen befindliche Krankheiten und belastende Symptome in der Gesellschaft fr\u00fch zu erkennen, auch wenn noch nicht klar ist, wonach gesucht werden muss. <\/p>\n<p>Um dieses Potential der abwasserbasierten Epidemiologie erfolgreich nutzen zu k\u00f6nnen, sei sowohl in der Forschung als auch in der Praxis eine interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit zwischen Experten auf der chemischen und der mikrobiologischen Seite zwingend, sagt Stamm und erg\u00e4nzt: &#8222;Um effizient zu schweizweit vergleichbaren Resultaten zu gelangen, spielten aber auch die Vereinheitlichung der Probenahmen, der Lagerung von Proben und der Analysen sowie ein gemeinsames Datenmanagement eine wichtige Rolle.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wise.ethz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00bb Plattformen f\u00fcr die Viren  <\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dromedario.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00bb Plattformen f\u00fcr die Pharmaka und Drogen  <\/a><\/p>\n<p class=\"it\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.eawag.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Eawag<\/a><\/p>\n<p><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWeitere Nachrichten dieser Firma<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/analytik.news\/presse\/suchen.php?suchtext=%22Eawag%22\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00bb alle Nachrichten dieser Firma<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"20.08.2025 Bekannt geworden ist das Abwassermonitoring in der Corona-Zeit ab 2020. 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