{"id":357933,"date":"2025-08-20T00:01:10","date_gmt":"2025-08-20T00:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357933\/"},"modified":"2025-08-20T00:01:10","modified_gmt":"2025-08-20T00:01:10","slug":"koeln-vom-blitz-getroffen-so-sieht-erste-hilfe-aus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357933\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln | Vom Blitz getroffen: So sieht Erste Hilfe aus"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Eine dunkelgraue Wolkenwand n\u00e4hert sich grummelnd: Zieht ein Gewitter heran, ist niemand richtig unbeschwert drau\u00dfen unterwegs. Viele Menschen haben Angst, vom Blitz getroffen &#8211; und get\u00f6tet &#8211; zu werden.\u00a0<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr einen Realit\u00e4tscheck, der vielleicht ein kleines Aufatmen bedeutet: \u00abEin Blitzschlag, der einen Menschen trifft, ist ein ganz seltenes Ereignis\u00bb, sagt Prof. Bernd B\u00f6ttiger, Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Passieren kann es einem aber dennoch, wenn Pech im Spiel ist. Antworten auf f\u00fcnf wichtige Fragen:\u00a0<\/p>\n<p>Wie viele Menschen werden durch Blitze verletzt oder get\u00f6tet?\u00a0<\/p>\n<p>Amtliche Statistiken zu Verletzungen und Todesf\u00e4llen durch Blitze gibt es zwar nicht. Allerdings wertet der VDE &#8211; Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik unter anderem Medienberichte f\u00fcr eine Statistik der Blitzunf\u00e4lle aus: Demzufolge sterben in Deutschland im Schnitt j\u00e4hrlich 4 Personen nach Blitzeinschl\u00e4gen.\u00a0<\/p>\n<p>Durchschnittlich 110 Personen pro Jahr werden zudem mit Verletzungen nach Blitzschl\u00e4gen in ein Krankenhaus eingeliefert bzw. \u00e4rztlich behandelt. Ein Sprecher des VDE weist aber darauf hin, dass es sich um eine konservative Sch\u00e4tzung handle. In der Praxis seien deutlich mehr Menschen von Blitzeinwirkungen betroffen.<\/p>\n<p>Dennoch: Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall zu Schaden zu kommen, ist um ein Vielfaches h\u00f6her als die von Blitzunf\u00e4llen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2024 2.770 Menschen im Stra\u00dfenverkehr, zudem wurden \u00fcber 360.000 verletzt.\u00a0<\/p>\n<p>Was passiert im K\u00f6rper, wenn ein Blitz einschl\u00e4gt?\u00a0<\/p>\n<p>Blitze entladen sich mit einer Wucht, die unsere Vorstellungskraft \u00fcbersteigt: Mehrere Millionen Volt sind im Spiel, es wird bis 30.000 Grad Celsius hei\u00df. Bernd B\u00f6ttiger berichtet, wie er einmal im Italien-Urlaub aus der Ferne einen Einschlag am Strand beobachtet und sp\u00e4ter festgestellt hat: \u00abWo der Blitz eingeschlagen war, war der Sand verglast, weil er zum Schmelzen gebracht wurde.\u00bb<\/p>\n<p>Da fragt man sich: Wie kann man als Mensch so einen direkten Blitzschlag \u00fcberhaupt \u00fcberleben? Das liegt laut dem VDE daran, dass der Gro\u00dfteil des Blitzstroms nicht durch den K\u00f6rper abflie\u00dft, sondern \u00fcber seine Oberfl\u00e4che.<\/p>\n<p>Klar ist aber: Durch seine enorme Energie kann so ein Blitz schwere Verletzungen verursachen, wenn er einen Menschen direkt trifft &#8211; und auch dann, wenn er im Baum \u00fcber einem einschl\u00e4gt oder im Boden in der N\u00e4he. Auch 30 Meter von der Einschlagstelle entfernt kann noch so viel Strom durch den K\u00f6rper flie\u00dfen, dass es gef\u00e4hrlich werden kann.<\/p>\n<p>\u00abEs kann zu schweren Verbrennungen und sogar zu Knochenbr\u00fcchen kommen, der helle Lichtschein kann zu Augenverletzungen und Blendungen f\u00fchren\u00bb, sagt Bernd B\u00f6ttiger.\u00a0<\/p>\n<p>Dazu kommt: In den K\u00f6rperteilen, die vom Strom durchflossen worden, sind Nerven- und Muskell\u00e4hmungen m\u00f6glich, die einige Stunden oder Tage bleiben k\u00f6nnen. Auch der Blutdruck kann sich durch einen Blitzschlag erh\u00f6hen &#8211; und f\u00fcr einige Monate erh\u00f6ht bleiben, so der VDE.<\/p>\n<p>\u00abVor allem aber kann der Blitz das Herz aus dem Takt bringen\u00bb, sagt Bernd B\u00f6ttiger. Schlimmstenfalls schl\u00e4gt es gar nicht mehr und pumpt damit auch keinen lebenswichtigen Sauerstoff mehr zu den Organen &#8211; es liegt ein Herz-Kreislauf-Stillstand vor.\u00a0<\/p>\n<p>Zack, ein Blitzschlag. Was tun, wenn eine Person jetzt nicht mehr ansprechbar ist?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWenn jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand hat, ist die Wiederbelebung das Wichtigste\u00bb, sagt Bernd B\u00f6ttiger. \u00abOb etwa eine Verbrennung dann steril abgedeckt ist oder nicht, ist da keine oberste Priorit\u00e4t mehr.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Erh\u00e4lt ein Blitzopfer in den ersten f\u00fcnf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsma\u00dfnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg, hei\u00dft es vom Deutschen Roten Kreuz.\u00a0<\/p>\n<p>Wie bei anderen Notf\u00e4llen lautet auch hier das Schema \u00abPr\u00fcfen, Rufen, Dr\u00fccken\u00bb, wenn man Zeuge oder Zeugin eines Blitzunfalls geworden ist.\u00a0<\/p>\n<ol>\n<li>Pr\u00fcfen: Reagiert die Person auf Ansprechen und Anfassen? Ist eine normale Atmung zu h\u00f6ren oder zu sehen? Ist beides nicht der Fall, liegt ein Kreislaufstillstand vor. \u00abL\u00e4nger als f\u00fcnf oder zehn Sekunden sollte man mit dieser Pr\u00fcfung nicht zubringen\u00bb, sagt Bernd B\u00f6ttiger.<\/li>\n<li>Rufen: Hei\u00dft konkret: Unter der Nummer 112 sollte man Hilfe anfordern.<\/li>\n<li>Dr\u00fccken: Jetzt ist die Herzdruckmassage dran: Als Ersthelfer oder -helferin kniet man sich seitlich neben die Person. Einen Handballen platziert man auf der Mitte ihres Brustbeines. Die zweite Hand positioniert man auf dem Handr\u00fccken der ersten. Nun gilt es, 5 bis 6 Zentimeter tief in die Mitte des Brustkorbs zu dr\u00fccken und das 100- bis 120-mal pro Minute, wie Bernd B\u00f6ttiger erkl\u00e4rt. Wer sich dabei am Song \u00abStayin` Alive\u00bb von den Bee Gees mit seinen 100 Taktschl\u00e4gen pro Minute orientiert, liegt gut. Sind andere Helfer vor Ort, kann man sich abwechseln. Wichtig ist nur, nicht zu unterbrechen und nicht aufzuh\u00f6ren, bis die medizinischen Profis den Patienten oder die Patientin \u00fcbernehmen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Kann ich in Gefahr geraten, wenn ich einem Blitzopfer helfe?\u00a0<\/p>\n<p>Bei Unf\u00e4llen mit Strom lautet der Rat stets: aufpassen, dass man als Ersthelfer oder Ersthelferin nicht in den Stromkreis ger\u00e4t. Bei Blitzunf\u00e4llen ist das anders. \u00abEs flie\u00dft kein Strom mehr\u00bb, sagt Bernd B\u00f6ttiger. Man kann das Blitzopfer also ber\u00fchren, ohne einen Stromschlag bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>Doch was, wenn das Gewitter noch tobt? \u00abEs ist theoretisch m\u00f6glich, dass ein zweiter Blitz an der Stelle einschl\u00e4gt\u00bb, sagt der DRK-Bundesarzt. Eine gewisse Gefahr ist also gegeben. \u00abSie m\u00fcssen aber etwas tun, sonst stirbt der Mensch. Wenn es irgendwie vertretbar ist, sollte man im Zweifel mit sofortigen Wiederbelebungsma\u00dfnahmen beginnen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Eventuell besteht die M\u00f6glichkeit, das Blitzopfer in ein sicheres Geb\u00e4ude oder ins Auto zu ziehen. Das sollte man dem DRK-Bundesarzt zufolge aber nur dann tun, wenn es den Beginn der Herzdruckmassage nur um wenige Sekunden verz\u00f6gert.\u00a0<\/p>\n<p>Wie kann ich mich vor Blitzschlag sch\u00fctzen, wenn ein Gewitter heranzieht?\u00a0<\/p>\n<p>Zuflucht in einem Geb\u00e4ude mit Blitzableiter oder in einem Auto ist m\u00f6glich? Das ist gut, dort ist man gesch\u00fctzt. Und wenn das nicht geht? Dann sollte man darauf achten, keinesfalls der h\u00f6chste Punkt in der Umgebung zu sein, wenn ein Gewitter tobt. Denn der Blitz sucht sich den k\u00fcrzesten Weg &#8211; und der soll bitte nicht zum eigenen Kopf f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wer nun auf die Idee kommt, sich flach auf den Boden zu legen, liegt aber wortw\u00f6rtlich falsch. \u00abWenn der Blitz in der N\u00e4he einschl\u00e4gt, flie\u00dft der Strom durch Sie durch &#8211; und durch den ganzen K\u00f6rper\u00bb, sagt Bernd B\u00f6ttiger. Er legt also &#8211; von Kopf bis Fu\u00df &#8211; einen langen Weg zur\u00fcck, der entsprechend viel Schaden anrichten kann.<\/p>\n<p>Besser: sich hinhocken, am besten in eine Bodenmulde. Die F\u00fc\u00dfe sollten dabei eng zusammenstehen, bevorzugt ber\u00fchren nur die Fu\u00dfballen den Boden. So anstrengend das auch ist, im Ernstfall ist diese Position von gro\u00dfem Nutzen. \u00abDer Strom flie\u00dft dann nicht durch den ganzen K\u00f6rper, sondern bestenfalls nur von einem Fu\u00dfballen zum anderen\u00bb, sagt B\u00f6ttiger.\u00a0<\/p>\n<p>Hinhocken ist \u00fcbrigens auch angesagt, wenn man in einer H\u00fctte oder Scheune ohne Blitzableiter Zuflucht gesucht hat. Die Mitte des Geb\u00e4udes ist daf\u00fcr am besten geeignet. Schl\u00e4gt der Blitz ein, ist so das Risiko am geringsten, dass der Strom auf den eigenen K\u00f6rper \u00fcberspringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Eine dunkelgraue Wolkenwand n\u00e4hert sich grummelnd: Zieht ein Gewitter heran, ist niemand richtig unbeschwert drau\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":357934,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[26196,2632,29,4327,30,141,19634,1420,1209,4338,624,54478,23510,1973],"class_list":{"0":"post-357933","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-blitzschlag","9":"tag-brcmj","10":"tag-deutschland","11":"tag-erste-hilfe","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-gewitter","15":"tag-koeln","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-notfall","18":"tag-ratgeber","19":"tag-stromschlag","20":"tag-tmn8200","21":"tag-wetter"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115058159432172143","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=357933"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357933\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/357934"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=357933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=357933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=357933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}