{"id":357976,"date":"2025-08-20T00:25:13","date_gmt":"2025-08-20T00:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357976\/"},"modified":"2025-08-20T00:25:13","modified_gmt":"2025-08-20T00:25:13","slug":"regel-wahnsinn-der-csu-chipsverbot-in-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/357976\/","title":{"rendered":"Regel-Wahnsinn der CSU: Chipsverbot in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">N eulich beim Konzert einer jungen, aufstrebenden und ziemlich harten Independent-Rockband in einem M\u00fcnchner Jugendhaus: Einige \u00e4ltere Besucher rauchen in der Pause drau\u00dfen, knapp vor dem Begrenzungsstein des Areals und nicht dahinter. Die Sozialarbeiterin erteilt einen R\u00fcffel \u2013 Jugendschutz, schlechtes Vorbild und so. Bitte 50 Zentimeter weiter treten. \u201eDa kann ich sehr ungem\u00fctlich werden.\u201c Einer meint: \u201eUnd zum Kiffen m\u00fcssen wir 50 Meter weggehen.\u201c Die Sozialarbeiterin verkauft \u00fcbrigens selbst <a href=\"https:\/\/taz.de\/Der-Weg-des-Augustinerbiers\/!5949082\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Augustiner Helles, das gemeinhin Gustl genannt wird<\/a>, auf dem Konzert.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>\n            Sp\u00e4tkioske nahe der Universit\u00e4t d\u00fcrfen nach 22 Uhr kein Bier mehr verkaufen. Chips sind nur bis 20 Uhr erlaubt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-3\" pos=\"2\">Womit wir beim Thema bayerische Regulierungswut, bayerische Kontrollen und bayerisches Bier sind. In M\u00fcnchen sorgt gerade ein Erlass des Kreisverwaltungsreferats (KVR), das ist eine Art st\u00e4dtisches Innenministerium, f\u00fcr Aufsehen, Ver\u00e4rgerung und Protest. Sp\u00e4t\u00adkioske d\u00fcrfen in der Outdoor-Feierzone um das Hauptgeb\u00e4ude der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in der Maxvorstadt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-uni-viertel-maxvorstadt-bierverbot-li.3299479\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">nach 22 Uhr kein Bier mehr verkaufen<\/a>. F\u00fcr Chips ist die Regelung noch sch\u00e4rfer, deren Abgabe ist nur bis 20 Uhr erlaubt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Welches KVR-Hirn den Schmarrn mit der zeitlichen Differenzierung aufgebracht hat und was damit bezweckt werden soll, bleibt schleierhaft. Das zumeist j\u00fcngere Feier\u00adpublikum meint jedenfalls, dass Chips besser zum Bier passen als die auch sp\u00e4ter noch erh\u00e4ltlichen S\u00fc\u00dfigkeiten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Das Aushungern und Austrocknen des Party\u00advolks hat aber \u2013 egal ob nach 20 oder 22 Uhr \u2013 eine klare Sto\u00dfrichtung: Es soll weniger gefeiert werden auf der offenen und kosteng\u00fcnstigen Stra\u00dfe, viel weniger. Die Anwohner, zu denen wir noch n\u00e4her kommen werden, beschweren sich. Es geht um <a href=\"https:\/\/taz.de\/Berliner-Nachtleben\/!6099675\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruhest\u00f6rung<\/a>, also L\u00e4rm, um mit M\u00fcll verdreckte Stra\u00dfen am Morgen danach. Es geht \u2013 um Gro\u00dfstadt. Und da muss man nicht die alt-abgestandene Debatte er\u00f6ffnen, ob M\u00fcnchen eine solche ist oder eben nur ein gro\u00dfes Dorf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/taz-Logo-1.jpeg\" alt=\"Das Logo der taz: Wei\u00dfer Schriftzung t a z und wei\u00dfe Tatze auf rotem Grund.\" loading=\"lazy\" title=\"Das Logo der taz: Wei\u00dfer Schriftzung t a z und wei\u00dfe Tatze auf rotem Grund.\" height=\"543\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p>      Ist das Entb\u00fcrokratisierung<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">\u201eLiberalitas Bavarica\u201c lautet eine bayerische Verhei\u00dfung, \u00fcbersetzt wird das mit \u201eLeben und leben lassen\u201c. Damit ist es oftmals nicht weit her. <a href=\"https:\/\/www.csu-landtag.de\/lokal_1_4_2194_CSU-Fraktion-zum-Dritten-Modernisierungsgesetz-Befreiungsschlag-gegen-Buerokratie-fuer-mehr-Vertrauen-und-Eigenverantwortung-.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Die CSU will nach eigenem Bekunden zwar den Freistaat entb\u00fcrokratisieren<\/a>. Doch was hier beim Thema Laden\u00f6ffnungszeiten, Sp\u00e4tverkauf und Gastronomiegesetzgebung zusammenl\u00e4uft, ist kompliziertester Regelungswahnsinn. Ja, scharfe Gesetze und scharfe Kontrollen m\u00fcssen sein \u2013 wenn es etwa um Mieterschutz geht, um Arbeitsrecht oder Steuer- und Umweltkriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">Auch in M\u00fcnchen ist es m\u00f6glich, Sp\u00e4tis zu betreiben. Aber unter, sagen wir mal, erschwerten Bedingungen. Wer sich einlesen m\u00f6chte, der google \u201ebayerisches Ladenschlussgesetz\u201c sowie \u201eerlaubnisfreie Gastst\u00e4tte\u201c. Da steht drin, welche Unterschiede es bei S\u00fc\u00dfigkeiten, Chips und Bier gibt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"8\"><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/soeder-traeumt-beim-bayerischen-mondgipfel-vom-mars,UpyYN9I\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Markus S\u00f6der m\u00f6chte ins Weltall<\/a>, M\u00fcnchen will die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Der-NOlympia-Rap-\/!6101352\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">olympischen Sommerspiele<\/a> holen. Doch in der Stadt, im Uni-Viertel, soll es keinen L\u00e4rm geben. Den gestopften B\u00fcrgern mittleren Alters, die so hip und offen tun, ist es am Starnberger See mit den ganzen uralten Ex-Managern viel zu langweilig. Sie leben im sanierten Luxus-Loft in der Maxvorstadt und wollen das Drumherum auch nach ihren Vorstellungen haben. Scampi beim Edel-Italiener \u2013 ja, gewisserma\u00dfen ein Grundnahrungsmittel. Junge Gustl-Trinker auf der Stra\u00dfe \u2013 nein.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Es geht um die gro\u00dfe Frage, wem die Stadt geh\u00f6rt und wer sie wie nutzt. Dar\u00fcber muss verhandelt werden, ohne dass die M\u00fcnchner Reichen ihre guten Dr\u00e4hte in die Politik nutzen k\u00f6nnen. Gleich um die Ecke in der T\u00fcrkenstra\u00dfe wurden die alteingesessenen Mieter in einigen sch\u00f6nen Altbauten auf brutalste Weise vertrieben und die H\u00e4user abgerissen. Gerade jetzt entstehen dort die <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/lokales\/muenchen\/maxvorstadt-ort43329\/entmietungen-muenchner-maxvorstadt-ein-viertel-wird-verkauft-92221642.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eMaxh\u00f6fe\u201c<\/a>, 59 neue Eigentumswohnungen sind im Angebot, zwei Zimmer f\u00fcr \u00fcber eine Million Euro, sechs Zimmer \u201e\u00fcber den D\u00e4chern der Maxvorstadt\u201c f\u00fcr knapp sechs.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">Solche Beispiele gibt es zuhauf. Ein einst im Besitz des Freistaats befindliches Haus nahe dem Hofgarten mit vielen Ein-Zimmer-Apartments und einkommensschwachen, \u00e4lteren Mietern wurde an einen Immo-Hai verscherbelt. Der verkauft die Wohnungen einzeln, und wenn der Mieter noch drin ist, haut der neue Eigent\u00fcmer ihn raus. Die Proteste dagegen sind begrenzt. Die feiernden Jungen st\u00f6ren mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N eulich beim Konzert einer jungen, aufstrebenden und ziemlich harten Independent-Rockband in einem M\u00fcnchner Jugendhaus: Einige \u00e4ltere Besucher&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":357977,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[29,30,13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-357976","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115058253974166476","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=357976"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/357976\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/357977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=357976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=357976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=357976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}